CH192845A - Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd. Verschiedene Verfahren zur Herstellung von Wasserstoffperoxyd aus Lösungen, in denen diese Verbindung durch Erhitzung entsteht, wie aus Lösungen von Perschwefel säure, Persulfaten usw., sind bekannt.
Sämtliche bekannte Verfahren haben ge meinsam, dass bei herabgesetztem Druck die Lösung von Persohwefelsäure, oder die mit Schwefelsäure angesäuerte Persulfatlösung, direkt und/oder indirekt erhitzt wird, mei stens mit Dampf, wonach das gebildete Was serstoffperoxyd vom Reaktionsgemisch ge schieden wird.
Die indirekte Erhitzung mit Dampf hat den Übelstand, dass die Wärmeübertragung über ein die Wärme gut leitendes Material, also praktisch über ein Metall, wie z. B. Blei, stattfinden muss, und, wie bekannt ist, wir ken diese Metalloberflächen katalytisch zer setzend auf die aktiven Sauerstoff enthalten den Verbindungen.
Die direkte Erhitzung mit Dampf bringt die Verunreinigungen, die der Dampf - be sonders falls er überhitzt ist - meistens ent hält, in das Reaktionsmedium, was ebenfalls eine Zersetzung unter Sauerstoffverlust zur Folge haben kann, indem aueh das gebildete H202 vom Dampf verdünnt wird.
Es hat sich nun herausgestellt, dass die obigen, mit dem bekannten Verfahren ver knüpften Übelstände vermieden werden und mit einer sehr guten Ausbeute Wasserstoff- peroxyd gewonnen werden kann aus Lösun gen, in denen H2O2 durch Erhitzung entsteht, falls bei herabgesetztem Druck in einer Ein- richtung .aus elektrisch nichtleitendem Male- rial genannte Lösungen in einer oder mehre ren .ganz :
dünnen Schichten mittels eines direkt durch diese .Schicht oder @Schiehten ge führten elektrischen Stromes .erhitzt werden.
Damit die Lösungen in die Form sehr dünner Schichten übergeführt werden kön nen, führt man dieselben zweckmässig längs der Wände :eines Rohres oder eines Gefässes; diese Wände können sowohl glatt, als auch, zur Vergrösserung der Oberfläche der dünnen Flüssigkeitsschichten, roh sein oder mit Lei sten, Absetzungen oder andern die Ober fläche vergrössernden Teilen ausgestattet sein. In dem Rohre oder dem Gefäss kann man zu demselben Zwecke auch Scheidewände an bringen.
Weiter ist es möglich, das Rohr oder das Gefäss von innen mit einem Material, das zur Führung der Flüssigkeit dient, z. B. mit Asbestpapier, auszukleiden.
Auch kann man das Rohr oder das Gefäss ganz oder teilweise mit die Oberfläche ver grösserndem Material, z. B. mit Rasohig- Ringen, Berl-Sattelkörpern, Kugeln und an dern ähnlichem, regelmässig oder unregel mässig gebildetem Füllmaterial ausfüllen. Die dünnen Flüssigkeitsschichten bilden sich da bei auch auf diesen Füllmaterialien, wodurch ihre Oberfläche in ganz beträchtlicher Weise vergrössert wird.
Zur Vergrösserung der Oberfläche kann man weiter dem Rohre oder dem Gefäss einen andern als einen runden Durchschnitt geben.
Das Rohr oder Gefäss kann sowohl senk recht als waagrecht oder geneigt aufgestellt werden. Man kann die Lösung, z. B. Per schwefelsäure- oder Persulfatlösung, von oben nach unten oder von unten nach oben führen. Die Lösungen können gegebenenfalls vorgewärmt werden.
Es hat sich weiterherausgestellt, d ass man durch Einblasen einer kleinen Menge trock nen, überhitzten oder nicht überhitzten Dampfes, in Gleich- oder Gegenstrom mit der Lösung, eine bessere Flüssigkeitsschicht er hält. Statt Dampf kann man auch ein indif ferentes Gas, z. B. Stickstoff, zu diesem Zwecke anwenden.
Betreffend die 7Zusammensetzung der Lö sungen, aus denen das Wasserstoffperoxyd gewonnen wird, hat sich herausgestellt, dass dieselbe innerhalb weiten Grenzen variiert werden kann.
So kann bei Verwendung von Ammo niumpersulfat die Konzentration des letzte ren zwischen 100 bis 250 g pro Liter, der Schwefelsäuregehalt zwischen 200 bis 900 g pro Liter, die Ammoniumsulfatkonzentration zwischen 0 bis 400 g pro Liter liegen.
Bei Verwendung von Perschwefelsäure lösungen kann die H2S2O8-Konzentration zwischen 100 und 300 g pro Liter liegen, in dem die Schwefelsäurekonzentration 150 bis 250 g H2SO4 pro Liter betragen kann.
Obgleich Lösungen obengenannter Zusam mensetzung die besten Ergebnisse erzielen lassen, kann das Verfahren nach der Erfin dung auch mit Lösungen, deren Zusammen setzung ausserhalb dieser Grenzziffer liegt, ausgeführt werden.
Vorzugsweise wird d ie Zusammensetzung der Lösungen derart gewählt, dass dieselben mit günstiger Stromausbeute elektrolytisch hergestellt werden können und dass gleichzei tig die Leitfähigkeit hoch ist, so dass bei der elektrischen Erhitzung nach dem( Verfahren bei einer<U>bestimmten</U> Spannung viel Wärme entwickelt wird und somit die Leistungs fähigkeit der Einrichtung hoch ist.
So ist zum Beispiel eine Lösung, die pro Liter 200 g Ammoniumpersulfat, 200 g Ammoniumsulfat und 300 g Schwefelsäure enthält, in der genannten Hinsicht einer Lö sung mit gleicher Menge Ammoniumpersul fat und Schwefelsäure, jedoch ohne Ammo niumsulfat, vorzuziehen.
Als elektrisch nichtleitendes. Material für die Einrichtung kommen in erster Linie Glas, Quarz oder säurefestes Steinzeug in Be tracht.
Die elektrische Erhitzung muss so sein, dass genügend Wärme zugefügt wird, um die Hydrolyse der zu behandelnden Lösungen und die Destillation ,des gebildeten 11202 usw., gegebenenfalls mit Hilfe des zugefiig- ten Dampfes, vollständig stattfinden zu lassen.
Die meist übliche Schwefelsäure- Ammo- niumpersulfatlösung braucht pro Liter 0,5 bis 0A kwS.
Es ist selbstverständlich, dass- diese elek- trische Wärme so zugeführt werden muss, ,:ass, keine oder nur wenig :Elektrolyse auf treten kann. Die Wärme kann auf elektrischem Wege in verschiedenen Weisen zugeführt werden;
durch Wahl der Spannung usw. kann man die zuzuführende elektrische Wärme der massen regeln, dass dieselbe der Konzentra tion und der Geschwindigkeit der Lösungen, sowie auch den Abmessungen der Einrich tung angepasst wird.
Vorzugsweise findet die elektrische Er hitzung mit Wechselstrom statt, dessen Span nung entsprechend den im vorigen Absatze genannten Umständen gewählt wird.
Auch die Frequenz des Wechselstromes kann verschiedene Werte haben. Der übliche Wechselstrom von 50 Perioden kann beim vorliegenden Verfahren ohne Bedenken ange wendet werden.
Die einfachste Weise der elektrischen Er hitzung wird d adurch erreicht, dass man an den Enden des Rohres oder des Gefässes, längs welcher Wand, oder Wände, die zu be handelnden Lösungen geführt werden, Elek troden vorsieht, zwischen welchen eine Wech selstromspannung besteht.
Es ist weiter möglich, den Wechselstrom an mehreren Stellen zuzuführen.
Die Elektroden können aus Platin, Silber, Gold, Blei, Graphit oder anderem leitendem Material, das gegenüber den üblichen, schwe felsauren, aktiven Sauerstoff enthaltenden Lösungen widerstandsfähig ist, hergestellt werden.
Ein besonderer Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung ist noch, dass die elektrische Wärmezufuhr sich bei kleinen Schwankungen in der Geschwindigkeit der zugeführten Lösungen selbsttätig regelt, weil eine zunehmende Flüssigkeitsgeschwindigkeit die Dicke der Schichten etwas erhöht, wo durch der Widerstand dieser Schichten ernie drigt wird und also die Stromstärke steigt. Eine genaue Regelung der Flüssigkeitsge- schwindigkeit wird dadurch überflüssig.
Im folgenden ist ein Beispiel des Verfah rens gemäss der Erfindung anhand der bei liegenden Zeichnung beschrieben. Beispiel: In einer unter herabgesetztem Druck ste henden Einrichtung, die aus zwei Quarz rohren A von 2 cm Lichtdurchmesser und 25 cm Länge besteht und mit 4 mm grossen Raschig-Ringen D gefüllt ist, wird mittels trocknen Dampfes von 2 Atm. eine schwefel saure Lösung von Ammoniumpersulfat, die 200 g Ammoniumpersulfat und 300 g Schwe felsäure pro Liter enthält, bei H eingeführt, wobei zwischen den Platinplatten B und C eine Wechselstromspannung von 800 Volt und 50 Perioden besteht, die durch den Transformator E erzeugt wird. Die Ge schwindigkeit der Persulfatlösung beträgt 4 Liter pro Stunde.
Die durch das Quarz rohr M entweichenden, Wasserstoffperoxyd enthaltenden Dämpfe passieren einen Zyklon K und gehen bei F zur Kondensation. Die bei G aufgefangene Restflüssigkeit kann nach Verdünnung wieder für die Elektrolyse zu Ammoniumpersulfat verwendet werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Wasser stoffperoxyd aus Lösungen, in denen diese Verbindung durch Erhitzung entstehen kann, dadurch gekennzeichnet, @dass man diese Lö sungen bei herabgesetztem Druck in einer Einrichtung aus elektrisch nichtleitendem Material in einer odermehreren ganz dünnen Schichten mittels eines direkt durch diese Schicht oder ,Schichten geführten elektrischen Stromes erhitzt. UNTERANSPRtrCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schicht oder Schichten :der Lösungen längs einer oder mehrerer Wände eines Rohres führt, wo bei zwischen den Endender Wände eine- Weehselstromspannung besteht. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schicht oder Schichten der Lösungen längs einer oder mehrerer Wände eines Gefässes führt, wo bei zwischen, den Enden der Wände eine Wechselstromspannung besteht. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzung der Flüssigkeit in einem Rohr stattfindet, das mindestens teilweise mit einem Füllmate rial mit grosser Oberfläche aufgefüllt ist. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzung der Flüssigkeit in einem Gefäss stattfindet, das mindestens teilweise mit einem Füll material mit grosser Oberfläche aufgefüllt ist. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in die Einrichtung gleichzeitig mit der Lösung trockner Dampf eingeführt wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass in die Einrichtung gleichzeitig mit der Lösung ein indiffe rentes Gas eingeführt wird. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der elektrische Strom an mehreren Stellen zugeführt wird.
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