Verfahren und Vorrichtung zur Strahlungsdosierung. Es sind bereits Verfahren zum Dosieren von Strahlungsenergiemengen bekannt, bei denen von Absorptionsänderungen in einem lichtempfindlichen Stoff Gebrauch gemacht wird.
So hat man bei .der Messung von akti- nischem Licht mittels eines Selenphotümeters, das auf einer unmittelbaren Dosierung von Strahlungsenergiemengen beliebiger Inten sität und Richtung beruht, als Mass die Ver dunklung eines zwischen der Lichtquelle und einer Photozelle angeordneten lichtempfind- lichen Materials verwendet.
Ein gutes Ergeb nis lässt sich damit in der Praxis aber nur dann erzielen., wenn die Strahlungsquelle ziemlich konstant ist.
Es ist nun gefunden worden, dassi man Strahlung, z. B. beim Kopieren, mittels durch Bestrahlung verursachter Änderung des Absorptionsvermögens eines lichtempfind licben Stoffes in ausgezeichneter Weise da durch dosieren kann, dass das nach Auf nehme einer gewissen Strahlungsdosis auf- tretende Durchbrechen bestimmter Strahlen (Durchbrechstrahlen) durch eine Schicht einer lichtempfindlichen Diazoverbindung,
die für diese Strahlen ein grosses Absorp- tionsvermögen zu Beginn der Bestrahlung besass, festgestellt wird und dass die Dosie rung auf Grund dieser Feststellung statt findet.
Geeignete Diazoverbindungen sind ganz allgemein Verbindungen mit einer Diazo- gruppe, also auch z. B. Diazosulfonsäuren, Diazosulfonate und dergl., die bestimmte Strahlen stark absorbieren und .die durch Be lichtung dies@es Absorptionsvermögen ver- lieren.
Die Erscheinung der plötzlichen Ände rung des Absorptionsvermögens soll mit "Durchbrechen" dieser bestimmten Strahlen bezeichnet werden. Dieser Punkt kann ziem lich genau festgestellt werden, und zwar mit Hilfe derselben Strahlen, .die "Durchbrech- strahlen" genannt werden sollen. Andere Strahlen können, sofern sie bei der Feststel lung störend auftreten, mit Hilfe optischer Filter völlig oder in erheblichem Masse unter drückt werden..
Die Bestrahlungsdosis kann also - und dies ist ein besonderer Vorteil der Erfindung - ummittelbar bestimmt werden, d. h. ohne die Bestrahlungsintensität oder -dauer dabei in Betracht zu ziehen. Die Dosis wird,durch den Anfang der Bestrahlung und das Durch brechen der Duxchbrechstrahlen begrenzt.
In der "Zeitschrift, für wissenschaftliche Photographie", Teil 28, .Seite 1-2.9 (1930), beschreibt W. iSchröter in .einer Arbeit "Bei träge zur Kenntnis der Photolyse einiger Diazoverbindungen" ein Studium .des Photo= lyseverlaufes von Diazosalzlösungen durch aufeinanderfolgende Absorptionsmessungen auf
thermoelektrischem Wege. Hierbei han delte es, sich- aber nicht um die Erscheinung des Durchbrechens bestimmter Strahlen.
Das Feststellen des Durchbrechens kann sowohl durch unmittelbare Beobachtung mit dem Auge, als auch in anderer Weise, z. B.
auf elektrischem, vorzugsweise photoelektri- schem Wege, geschehen. Im letzteren Fall kann das Feststellen des Durchbrechens mit Vorteil durch Betätigung einer selbsttätig arbeitenden Schaltvorrichtung geschehen, welche dann -die Beendigung der Bestrahlung herbeiführt.
Bei vielen Diazoverbindungen liegen die Durchbrechstrahlen im Ultraviolett und sind somit unsichtbar (hinsichtlich der Spektral- empfindlichkeit von Diazoverbindungen ver gleiche Eder, "Ausführliches Handbuch der Photographie", Band III, Teil 4 (1930), Sei ten 129 und 130). Folglich kann in diesem Fall eine unmittelbare Beobachtung durch das Auge nicht ohne weiteres erfolgen.
Ge mäss einer bevorzugten, und praktischen Aus- führungsform der Erfindung kann man aber in diesem Fall die Feststellung trotzdem unmittelbar mit dem Auge ausführen, wenn man in den Weg,der ,
Strahlen zwischen der Diazoschicht mit dem gegebenenfalls verwen- detem optischen Filter einerseits und dem Beobachter anderseits einen Schirm bringt, der kurzwellige Strahlen sichtbar macht, z. B.. einen Schirm, auf den man einen fluoreszierenden oder phosphoreszierenden Stoff aufgebracht hat.
In dem Augenblick, in welchem die unsichtbare Durchbrechstrah- lungdurchbricht, beginnt der fluoreszierende oder phosphoreszierende Stoff ein kräftiges sichtbares Licht auszustrahlen.
Da bei dem Verfahren nach der Erfin dung, soweit dies oben beschrieben ist, keine fortlaufende Feststellung der durchgelasse nen Strahlung stattfindet, weil man auf das Feststellendes Durchbrechens der :Strahlung angewiesen ist, ist es naturgemäss; wichtig, ein gutes Verhältnis zwischen der Einwir kung -der Strahlung auf das zu bestrahlende System, z. B. die herzustellende Kopie, und auf die Diazos,chicht zu haben.
Dies ist in einfacher Weise durch geeignete Auswahl der Diazoverbindung,durch Anpassen ihrer Menge, jedoch namentlich durch richtige An- ordnung,
der Düsierungsvorrichtung in bezug auf die Strahlungsquelle bezw. durch eine angepasste Abschirmung zwischen dieser Vor richtung und der Strahlungsquelle (wobei jede dieser Massnahmen in Zusammenhang mit der Anordnung von Strahlungsquelle und zu bestrahlendem .System zu wählen ist) zu erreichen,
wie dies nachstehend näher er- läutert wird.
Zur Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung verwendet man vorzugsweise eine Vorrichtung, die einen Träger für eine Diazoschicht, ein Filter, das in der Haupt sache nur solche Strahlen durchlässt, -die von der Diazoschicht zu Beginn,der Bestrahlung stark absorbiert werden, und ein hinter bei den angeordnetes Mittel,
um das Durchbre chen von Strahlen durch die Diazoschicht wahrnehmbar zu machen, enthält.
Fig. 1 ist ein schematischer .Schnitt einer Ausführungsform,der Anordnung. Darin ist a die .Strahlungsquelle, b eine empfindliche Diazoschicht und c ein Strahlenfilter, das in der Hauptsache nur die Durchbrechstrahlen, also<I>die</I> Strahlen, die von der Diazoverbin- dung stark absorbiert werden,
durchlässt. Mit d ist ein lichtdurchlässiger fluoreszierender Schirm, mit e das beobachtende Augej und mit f das zu bestrahlende .System, dessen Be- strahlung dosiert werden soll, bezeichnet.
Man kann bei dieser Anordnung die zu dosierende Strahlung regeln, indem zum Bei spiel der Abstand zwischen dem Teil a und den Teilen, <I>b, c, d</I> verändert wird. Vergrö ssert man :diesen, Abstand, dann erfolgt das Durchbrechen der Durchbrechstrahlendurch die Schicht b und damit das Fluoreszieren des Schirmes <I>d,</I> nachdem das. System<I>f</I> von der Strahlungsquelle a eine .grössere Dosis empfangen hat.
Bei Verkleinerung des Ab standes verkleinert man diese Dosis. Eine Vergrösserung der Dosis kann naturgemäss auch dadurch erreicht werden, dass die Menge der Diazoverbindung in der Schicht b ver grössert wird, oder daB. zwischen der Strah lungsquelle a und den Teilen b,<I>c, d</I> Schirme, z. B. eine oder mehrere Mattscheiben. ange ordnet werden usw.
In allen Fällen ist na türlich vorausgesetzt, dass die Lage der Strahlungsquelle a zu dem zu bestrahlenden System f die gleiche geblieben ist.
Man kann,das Filter c auch zwischen: die Teile<I>a</I> und<I>b,</I> statt zwischen die Teile b und d bringen, was unter bestimmten Um ständen, die noch näher zu erläutern sind, sogar besonders nützlich sein kann.
Eine besonders zweckmässige Anordnung ist in Fig. 2i wiedergegeben. Auch hier ist a wieder die :Strahlungsquelle, b die Diazo- schicht, c das Filter, d der Fluores.zenzschirm, e der Beobachter und f das zu bestrahlende System.
Zu beiden Seiten der Diazoschicht b sind bei dieser Anordnung sogenannte Ab sorptionskeile (Graukeile)<I>g</I> und <I>h</I> ange bracht, und zwar so, dass die Spitzen der Keile entgegengesetzt liegen. :Setzt man vor aus, da3 die Schicht b weggenommen ist, so dass also der Schirm d fluoresziert, dann wird das. Fluoreszenzlicht, von links nach rechts betrachtet, überall gleich stark sein, weil die Wirkungen der beiden Keile einan der aufheben.
Bringt man die Schicht b wie der in ihre ursprüngliche Lage zurück und beginnt man von a aus zu bestrahlen, so wird man, nachdem die Schicht b eine bestimmte Dosis an .Strahlungsenergie aufgenommen hat, zunächst an der linken Seite des, Schirmes d ein Fluoreszieren beobachten:
, weil die Durchbrechstrahlung infolge der dargestell- ten Lage des Keils g links zuerst durch- bricht. Es wird dann während der weiteren Bestrahlung ein sich allmählich nach rechts ausdehnendes Fluoreszenzgebiet wahrgenom men. i Der Beobachter kann jetzt eine unbe schränkte Anzahl von Dosierungen zwischen links und rechts ausführen.
Für eine kleine Dosis wird er die Bestrahlung beenden, wenn bloss; ein Teil der linken' Seite fluoresziert.
Wenn er eine grössere Dosis abmessen will, wird er die Bestrahlung beenden, wenn das Fluoreszenzlicht .mehr nach rechts fortge- schritten ist. Er hat also für einen bestimm ten Bereich einen Längenparameter zur Be stimmung der Dosis erhalten.
Bei. dieser Anordnung ist auch das oben in Verbindung mit Fig. 1 beschriebene Ein- stellen ohne Zuhilfenahme einer Abstands änderung zwischen a und b,<I>c, d</I> besonders leicht;
man wird nämlich bei einer einiger- massen grossen Keilkonstanten die Dosierung schon innerhalb sehr weiten. Grenzen verän dern können, ohne in der Lage von a in bezug auf<I>b, c, d</I> eine Änderung anzubrin gen.
Nur wenn es sich um eine grosse Ände- rung der Dosierung handelt, werden zusätz lich die Hilfsmittel, wie sie bei der Beschrei- bung der Fig. 1 angegeben, sind, angewendet.
In analoger Weise wie nach Fig. 2, je doch jetzt ohne Keile (also bei einer Anord nung wie in Fig. 1), kann man dasselbe Ziel erreichen, wenn man in der :Schicht b die Menge der Diazoverbindung abstuft, was,dar- auf hinauskommt, dass die Schicht b zum Beispiel eine von links nach rechts zuneh mende Menge der Diazoverbindung enthält.
Eine derartige Diazoschicht kann man zum Beispiel idadurch herstellen, dass@ man ein Blatt mit gleichmässig verteilter D2azover- binJung vorher unter einem Keil belichtet.
Der Ausdruck "Keil" ist hier im allge- meinstenSinne .gebraucht. So kann ein für die Zwecke der Erfindung brauchbarer Keil zum Beispiel auch stufenförmig oder in son stiger geeigneter Weise graduiert sein. Das selbe gilt natürlich auch für die Verteilung des empfindlichen Stoffes in der Schicht b.
Mit Vorteil bringt man bei der Anord nung nach Fig. 2 und deren Äquivalenten im Beobachtungsfeld eine Skalenteilung an, auf welche der Verlauf der fortschreitenden Beobachtung - des Längenparameters. bezogen werden kann.
Bringt man in Fig. 1 an ,die Stelle des Auges e des Beobachters, gegebenenfalls un ter Förtlassung des Schirmes d. eine zum Beispiel mit einem Galvanometer verbundene Photozelle, dann kann man :das Durchbre chen des Strahlen durch die Schicht b an einem schnellen Ansteigen .des Zeigers fest stellen.
Es wird dabei, vorzugsweise eine aku stische Anzeigevorrichtung benutzt, welche die Ausführung anderer Arbeiten während der Bestrahlung erleichtert und welche er tönt, sobald die richtige Dosierung erreicht ist. Im vorgenannten Beispiel braucht man für diesen Fall das Galvanometer zum Bei spiel nur durch einen Lautsprecher mit Re- laisvorrichtung (die z. B, mit einer Verstär- kerröhre versehen ist) zu ersetzen.
Ein besonderer Vorteil wird bei dem Ver- , fahren nach ,der Erfindung durch eine selbst tätige Regelung dar Bestrahlung erzielt. Hierzu kann zum Beispiel der von der durch brechenden Durchbrechstzahlung hervorge rufene Stromeiner Photozelle unter Verwen- dung eines Relais oder dergl. zum Abschal ten oder Abschirmen der Strahlungsquelle be nutzt werden.
Gleichzeitig kann man ein akustisches oder optisches Warnsignal ein schalten lassen. Mit Rücksicht auf die grosse Empfindlichkeit der Instrumente, welche in den meisten Fällen erfordert wird, und mit Rücksicht auf die daraus folgenden sehr kleinen Einwirkungskräfte wird man zum Einleiten oder Bewirken der Kontaktgebung vorzugsweise von den bekannten Steuer strahl- und Fallbügelverfahren Gebrauch machen.
Bei. der Anwendung von Verstär kern kann man mit Vorteil unmittelbar wir- kende Relais, vorzugsweise Elektronenröh ren, benutzen.
Bei den beschriebenen Arbeitsweisen, bei denen unmittelbar mit dem Auge beobachtet wird, können Vorrichtungen der denkbar ein fachsten und billigsten Art Verwendung fin den. Man kann, wie beschrieben, die Dosis auf einer Längenskala ablesen.
Das mit elek trischen Mitteln arbeitende Verfahren ermög licht wiederum, die Dosierungen selbsttätig auszuführen, akustische Signalvorrichtun- gen zu bedienen usw.
Anordnungen, die sich zur Bestrahlung mit Sonnenlicht eignen, sind in den Fig. 0' und 4. in .denen i. einen Spiegel darstellt. wiedergegeben.
Ebenso wie die Dosierung laut obiger Beschreibung in quantitativer Hinsicht abge- stimmt wenden kann, so 'rann sie auch in qualitativer Hinsicht abgestimmt werden, mit andern Worten, die Anordnung kann derart ausgebildet werden, dass das Dosie rungssystem praktisch ausschliesslich und in entsprechendem Masse auf solche Strahlen- arten anspricht,
welche die .gewünschte Wir kung in dem zu bestrahlenden System ver- ursachen.
Nimmt man zum Beispiel an,,dass indem zu bestrahlenden System auf eine eine be stimmte Diazoverbiudung enthaltende Diazo- schieht kopiert wird, so wird man in dem Dosierungssystem vorzugsweise eine Schicht mit derselben:
oder einer analogen Diazover- bindung verwenden. Man kann sogar mit Vorteil ein Blättchen desselben Materials wie das, worauf kopiert wird. nehmen. Dies kann zum Beispiel praktisch geschehen, wenn das letztgenannte Material lichtdurchlässig ist.
Es kann aber für die qualitative Abstimmung auch von Vorteil sein, zwischen der Strah lungsquelle und Ader Diazoschicht des Dosie rungssystems ein Filter anzuordnen, das hauptsächlich nur solche Strahlen durchlässt, die die gewünschte Wirkung indem zu be strahlenden System verursachen,
während ausserdem die Durchlässigkeit für die ver schiedenen Wellenlängen den spezifischen Wirkungen der Strahlen dieser Wellenlän- gen angepasst werden kann. So kann zum Beispiel beim, Dosieren der .Strahlung zur Erythembehandlung ein. Filter vorgeschaltet werden" das hauptsächlich nur diese Strah lung durchlässt.
Beim Vorschalten, eines. sol chen Filters kann man bisweilen auch das in den F'ig. 1 und 2 mit c bezeichnete Filter weglassen, weil auch das vorgeschaltete Fil- ter in vielen Fällen derart sein kann, dass es nur eine als Durchbrechstrahlung geeignete Strahlung durchlässt,
und in diesem Falle kann das Filter, vorausgesetzt, dass. es eine gute qualitative Dosierung nicht beeinträch- tigt, statt zwischen den Teilen, <I>b</I> und <I>d,</I> wie in den Fig. 1 und 2 angegeben, ebensogut zwischen den Teilen a und b eingeschaltet werden.
Ebenso kann sich der Keil h, der in Fig. 2 zwischen<I>b</I> und <I>e, d</I> angebracht ist, hier auch zwischen c und<I>d</I> oder zwischen <I>d</I> und e be finden. Wird .das Filter c zwischen<I>a</I> und<I>b</I> angebracht, dann können die Teile<I>b</I> und <I>d</I> unmittelbar aneinanderliegen, was die Beob achtungsgenauigkeit erhöht.
Eine Anordnung, bei welcher das Filter c zwischen a und b liegt, hat auch noch den Vorteil, dass dann die Lichtstärke im Beob achtungsfeld bei einer Eichung auf bestimmte Dosis grösser ist.
Nachstehend werden unter Bezugnahme auf die Figuren einige Beispiele für die prak tische Ausführung des Dosierungs verfahrens nach der Erfindung beschrieben.
<I>Beispiel Z:</I> Zwischen zwei Metallplatten von zum Bei spiel 20 X 20 cm Grösse, die in der Mitte eine runde Öffnung von zum Beispiel 2 cm, Durch messer haben, werden an der Öffnung die Teile b und c von Fig. 1 angebracht.
Der Teil b besteht aus einer mit dem Natrium sulfonat des p-Diazodiäthylanilins getränk ten Zellulosefolie und der Teil c aus: zwei. hintereinander geschalteten Behältern mit parallelen Fenstern (lichter Fensterabstand 10 mm), die mit einer Lösung von 1,5 % Jod in ''fetra,chlorkohlenstoff,
bezw. einer ammo- niakalischen Lösung von<B>10%</B> Kupfersulfat (CUS04 . 5 11,0) in Wasser gefüllt sind. Der Teil d ist weggelassen.
Die Platten, werden mit dem dazwischen befindlichen; System in irgendeiner Weise verbunden, und zwischen d er Strahluagsquelle a und .dem Auge e des Beobachters in einiger Entfernung von :
der Strahlungsquelle aus- gestellt. f ist eine in einem Kopierrahmen unter einem Original angeordnete Kopier schicht, z. B. ein Blaupauspapier, auf das eine Kopie von. dem Original hergestellt wer den soll.
Nachdem die beschriebenen Teile in ihre Lage gebracht sind, wird die Strahlungs- quelle a in Betrieb gesetzt. Durch .die runde Öffnung in den Metallplatten sieht,das Auge e das Licht der ,Strahlungsquelle a nicht oder nur sehr schwach mit graurot-violetter Fär bung. Nach einiger Zeit tritt aber plötzlich durch das runde Fenster ein blauviolettes Licht, das in wenigen Sekunden seine grösste Stärke erreicht.
Dieses "Durchbrechen" des Lichtes bildet den Dosierungsendpunkt, und sobald man dieses Durchbrechen beobachtet, wird die Strahlungsquelle, a ausgeschaltet.
Zeigt sich n=un, z. B. bei einer Prüfung, dass das Kopierpapier feine ungenügende Dosis empfangen hat, so vergrössert man die Entfernung zwischen a und b, c oder ver- kleinert (wenn dies möglich ist) die Entfer nung zwischen a und f,
oder man bringt eine Mattglasscheibe oder dergl. zwischen a und b, c und wiederholt jetzt die Bestrahlung, bis ,das Kopierpapier f die richtige Dosis er hält. Für diese Dosis ist dann die erhaltene Anordnung für immer geeicht. In gleicher Weise kann mau geeichte Anordnungen für grössere und kleinere Dosen finden.
Natürlich kann das Eichen, auch durch Verändernder Menge an Diazoverbindung in der Schicht b und auf verschiedene andere Weisen geschehen. An Stelle des;
obenge- nannten Diazosulfonats kann. in der .Schicht b zum Beispiel auch eine Diazoniumverbin- dung, wie p-Diazodiphenylamin, p-Diazo- orthochlordimethylanilin oder Tetrazotolidin,
verwendet werden. Man kann auch an die Stelle des Auges e eine Selensperrschichtphotozelle bringen und diese mit einem Galvanometer, das am Dosie rungsendpunkt stark ausschlägt, verbinden. Man kann auch die Zelle mit einem Relais verbinden,
welches die Strahlungsquelle a am Dosierungsendpunkt ausschaltet, so dass eine selbsttätige Dosierung erhalten, wird. Auch ist es von Vorteil, wenn man die Zelle eine akustische oder optische SignaIvori-ich- tung betätigen lässt.
Die an die Stelle des Auges tretende Zelle kann mit Vorteil dicht hinter d, anstatt in einiger Entfernung von d, wie für .das Auge e in Fig. 1 angenommen, angeordnet werden.
<I>Beispiel</I> 1I: Im Prinzip wird wie im Beispiel I ge arbeitet. Die Strahlungsquelle a ist eine Hochdruckquecksilberdampflampe mit für ultraviolette Strahlen leicht durchlässiger Hülle, z.
B. aus Uviolglas. Die Schicht b ist eine einseitig verseifte, mit p-Diazo- dimethylmetatoluidin behandelte Zellulose- acetatfolie. Das Filter c ist das Schott-Filter U. G. 2: von 1 mm Stärke oder U.
G. 1 von 2 mm Stärke (vergleiche Katalog der Firma Schott & Gen., Jena); es befindet sich vor zugsweise zwischen a und b, obgleich es sich auch zwischen <I>b</I> und<I>d</I> befinden kann. Der Schirm d ist eine mit Fluoreszein, Chinin- s.ulfat oder Äsculin .getränkte Zellulosefolie. Der fluoreszierende Schirm kann,
falls sich das Filter e zwischen a und<I>b</I> befindet, auch auf ,der dem Beobachter zugewandten Seite von b angeordnet weiden. In, f soll auf ein Diazotyppapier, das eine, Diazoverbindung mit tertiärer Aminogruppe in Parastellung in bezug auf die Diazogruppe enthält, eine Kopie hergestellt werden.
Nach dem Entzünden der Lampe a sieht man durch .das Fenster schwaches, dunkel rotes laicht. Das Ende der Dosierung wird durch ein plötzlich auftretendes starkes Fluoreszenzlicht bestimmt, das in Abhängig keit von dem verwendeten. fluoreszierenden Stoff grün oder blau isst. Als fluoreszierende Stoffe kann zum Bei spiel auch Uranylsulfat in Kristallform, Petroleum, Schmieröl,
das ,Schott - Filter G. G. 12; usw. .gebrauchen.
Beispiel <I>11l:</I> Es wird wieder ein System. aus zwei Plat ten, wie im Beispiel 1 hergestellt. Das runde Fenster ist aber durch eine waagrechte Öff nung von .5 mm .bähe und 50 mm Breite er= setzt.
Zwischen beiden Platten werden in der Höhe dieser Ü.ffnung,die Teile b, c und d, sowie die beiden Keile g und la, wie in Fig. 2 wiedergegeben,
angeordnet. Die Keile haben an der einen Saite eine optische Dichte von zum Beispiel 0,1 und an der andern Seite eine solche von zum Beispiel 0,5.
Der keil g liegt finit der Seite seiner kleinsten Dichte nach links, während der Keil h mit der Seite seiner kleinsten Dichte nach rechts liegt.
<I>a</I> ist eine Kopierbogenlampe und<I>b</I> eine einseitig verseifte, mit p-Diazoäthylbenzyl- anilin behandelte Acetylzellulosefolie von 0,05 mm Dicke. c ist ein 1 mm dickes Schott- Filter U.
G. 2 und d eine mit Fluores zein behandelte und mit einer Skalenteilung, die die Fensterbreite von 50 mm in 10 gleiche Teile unterteilt, versehene Zellulosefolie.
Es soll eine R.asterreflexkopie mit Hilfe eines Deckungsrasters auf der Kopierschicht f, die aus. ,demselben empfindlichen Stoff wie die vorstehend angegebene Folie b besteht, gemacht werden.
Nach dem Entzünden .der Bogenlampe u sieht man das ganze Fenster gleichmässig schwach dunkelrot beleuchtet. Nach einiger Zeit tritt links im Fenster ein intensiv grü nes Fluoreszenzlicht auf; die Grenze zwi schen diesem laicht und dem ursprünglichen Rot verschiebt sich allmählich nach rechts über die Skalenteilung. Durch Ausprobie ren stellt man den Skalenteil fest, an dem man die Bestrahlung unterbrechen muss, um eine gute Reflexkopie zu erhalten.
Nimmt man an, dass diese Eichung dadurch erhalten worden ist, dass die Bogenlampe in dem Au genblick, in welchem die Grenze zwischen rotem und grünem Licht im Fenster beim Teilstrich 7 angekommen war, ausgeschaltet worden ist., so erhält man immer genau die selbe Dosierung, wenn man die nachfolgen den Bestrahlungen bei 7 beendet.
Die vorstehend beschriebene Anordnung hat die besonderen Vorteile, dass man erstens Dosierungen verschiedener Grösse ausführen kann, und dass, man zweitens das Herannahen an den gewählten Durchbrechpunkt längere Zeit vorher verfolgen kann, während man im Falle der Beispiele I und 1I sozusagen von dem Durchbrechen überrascht wird.
Der Gebrauch, desselben Materials für die Kopierschicht f und die Schicht b bietet sehr grosse Vorteile. Hat man einmal, z. B. zur Herstellung einer Reflexkopie, eine be stimmte Eichung gefunden, so erhält man immer gute Reflexkopien, auch wenn zum Beispiel die gebrauchte Folie wegen eines Herstellungsfehlers eine dünnere oder dickere lichtempfindliche Schicht als normal auf weist.
Bei zu dünner Schicht m.uss man ja eine kleinere Dosis anwenden, und diese klei nere Dosis ergibt sich von selbst, weil auch der bestimmte Endpunkt bei der ebenfalls dünneren Schicht der Folie b schon nach einer um soviel kleineren Dosis erreicht wird.
Man kann die beiden Keile fortlassen, wenn man für die Schicht b eine Folie ge braucht, in der die Diazoverbindung keilför mig verteilt ist. Auch kann man so arbeiten, dass man für die Schicht b nicht .eine, son dern zum Beispiel zehn stufenweise aufein ander gelegte Folien verwendet. Man beob achtet dann ein sich im Fenster von links nach rechts ruckweise verbreiterndes Fluores- zenzgebiet Bekanntlich ist die Strahlung einer Bo genlampe, namentlich in der ersten Minute nach dem Einschalten, stark schwankend.
Diese Schwankungen haben aber auf die Dosierungsgenauigkeit keinen Einfluss. Selbst wenn man nie Lampe bei der Bestrahlung während einer willkürlichen Zeit ausschalten würde, misst man doch dieselbe Dosis, und. sogar im Fall der Pa.sterreflektographie, :die in dieser Hinsicht sehr hohe Anforderungen stellt, erhält man -,dann eine -genügende Ge nauigkeit der Dosierung.
<I>Beispiel</I> IV: Es wird ein im Prinzip dem Beispiel III entsprechendes System hergestellt, jedoch jetzt im Sinne .der Fig. 3, die eine zum Ar beiters in der Sonne geeignete Anordnung darstellt.
i bedeutet einen Spiegel, .der das aus der Richtung a kommende Sonnenlicht durch das System<I>b, c, d (g,</I> dz) - nach dem Auge e ge langen lässt.
Im übrigen kann ebenso wie im Beispiel III gearbeitet werden, nur kann man jetzt natürlich die nicht entzünden: Zur genauen Dosierung bedeckt man das Material<I>f</I> und .das System i-b, e,<I>d, wäh-</I> rend man zu Beginn und am Ende der Dosie rung beide gleichzeitig aufdeckt bezw. wie der bedeckt.
Sofern es zur Einstellung der Dosis er wünscht ist, können zwischen a und i abfan gende Schichten, z. B. Mattglasscheiben., an gebracht werden.
Han erhält auch dann eine genaue Dosie rung, wenn die Bestrahlung von a aus un regelmässig ist. Nimmt man zum Beispiel an, dass -während der Bestrahlung .das Sonnen licht durch vorüberziehende Wolken zeitwei lig geschwächt wird, so dauert die Dosierung zwar länger, jedoch wird der En.dpu'nkt trotz dem genau nach der Einstrahlung der geeich ten Dosis wahrgenommen.
Eine ähnliche Anordnung erhält man beim Arbeiten nach Fig. 4, d. h. wenn. das von cc kommende Licht zunächst das System <I>b, c, d (g,</I> f'Z) durchläuft und dann vom, Spie gel i nach dem Auge e geworfen wird.
Ebenso wie bei der Anordnung nach Fig. 1 kann man auch bei .den Anordnungen nach den Fig. 3 und 4 unmittelbar hinter d eine Photozelle anbringen, die mit einem Galvanometer, einer akustischen oder opti schen Signalvorrichtung, Relais usw. ver bunden ist.