Verfahren und Vorrichtung zur fortlaufenden Erzeugung warmer Luft und Gase, insbesondere für Trockenzwecke oder zum Beheizen von Räumen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur fortlaufenden Erzeugung warmer Luft und Gase in einer fahrbaren Vorrichtung, insbe sondere für Trockenzwecke oder zum Behei zen von Räumen, gemäss welchem Luft und Feuergase aus dem Verbrennungsraum in eine Nachverbrennungskammer dieser Er- zeugervorrichtung übergeführt und dann durch einen Ventilator an den Verwendungs- ort abgeleitet werden.
In der Nachverbrennungskammer können Wärmespeicher enthalten sein, welche eine Nachverbrennung begünstigen.
Zur Durchführung der verschiedenartig sten Aufgaben benötigten Industrie, Land wirtschaft, Bauhandwerk und viele andere Betriebe grosse Mengen Warmluft, deren wirtschaftliche Erzeugung von grösster@Vich- tigkeit ist.
Es ist zum Beispiel schon vorgeschlagen worden, das Trocknen von Gütern auf dem Stapelplatz durchzuführen, indem man einen warmen Luft- oder Gasstrom aus dem Ver brennungsraum durch eine Leitung oder durch Kanäle in das Gut oder die Räume leitet. Für viele Zwecke sind diese .bekannten Einrichtungen indessen ungeeignet, weil mit dem Warmluft- oder Gasstrom unverbrannte Teile und Funken übergeführt werden, so da.ss eine grosse Feuersgefahr besteht.
Für empfindliches Gut, wie Holz, Baustoffe und dergl., sind diese Vorrichtungen auch unge eignet, weil die Heizgase keine gleichmässige Trocknung bewirken, sondern die Ober flächen des Trockengutes rascher trocknen, so dass Rissbildung, Springen oder Innenspal tung die Folge ist.
Das erfindungsgemässe Verfahren be-. zweckt. die Vermeidung dieser Nachteile und dient zur Erzeugung grosser Mengen Warm luft, um zum Beispiel die Trocknung von Trockengut am Erzeugerort mit Hilfe flie- Bender Umhüllungen oder dergl. vornehmen zu können.
Einige zur Durchführung des erfindungs gemässen Verfahrens geeignete Verbrennungs- vorrichtungen sind in der Zeichnung bei spielsweise veranschaulicht, und zwar zeigen: Fig. 1 und 2 einen Heizofen, der beson ders zur Erzeugung von Warmluft zum Trocknen von Holz oder andern leicht reissen den Produkten geeignet ist;
Fig. 3 zeigt eine fahrbare Maschine zur fortlaufenden Erzeugung beliebiger Mengen warmer Luft im Längsschnitt; Fig. 4 zeigt auf der linken Seite einen Querschnitt durch die Feuerung und auf der rechten Seite eine Teilansicht der Maschine nach Fig. 3.
In den in Fig. 1 und 2 dargestellten Heiz ofen ist ein Dampfkessel k eingebaut; aus dem durch die Leitung n Dampf abgezapft werden kann. Die Feuergase sowie ein Teil der Verbrennungsluft ziehen in,den Nachver- brennungsraum <I>l</I> und durch Filter f zum Ventilator e.
Die Flugasche fällt in einen ausziehbaren Behälter mz. Durch die Tür i kann Frischluft eintreten, um vorgewärmt durch die Klappe i' zusammen mit den Feuergasen in den Rohrstutzen d zu gelan gen. Gewünschtenfalls kann im Raum t ein keramischer Wärmespeicher untergebracht sein, um bei nachlassendem oder erloschenem Feuer noch einige Zeit Warmluft zur Ver fügung zu haben.
Das Luft-Gasgemisch wird an den Ver wendungsort geblasen.
Die Verbrennungsgase werden auf dem Weg durch die Nachverbrennungskammer und die Filterkammer entfunkt und können, sofern sie Räumen zugeführt werden, in denen sich Menschen und Tiere aufhalten, z. B. durch Kalkwasser entgiftet werden. Auch andere Desinfektionsmittel, wie schwe felige Säure, Chlor, Ozon usw. können dem Luft-Gasgemisch zugesetzt werden.
In den Zuleitungsstutzen d ist ein Steuer schieber o eingebaut, um den Luft-Gasstrom regeln zu können. Soll nasses Gut, wie Torf, getrocknet werden, so wird zweckmässig für eine Abführung des Wassers gesorgt. Dabei lässt man den Ventilator vorteilhaft zunächst nur schwach vorgewärmte Luft dem Trocken gut zuführen und erst allmählich stärker er- hitzto Gase, damit keine zu starke Dampf bildung am Beginn des Entwässerungsver fahrens auftritt. Die Luftklappen il ermög lichen eine weitgehende Regelung der Zufuhr vorgewärmter Luft.
Diese Verbrennungsvorrichtung ist fahr bar, so dass die Trocknung an Ort und Stelle durchgeführt werden kann. Bei Holztrock nung können zum Beispiel Holzabfälle, die meist reichlich vorhanden sind, in der Ver brennungsvorrichtung als Brennstoff benutzt werden. Bei Trocknung des Trockengutes unter Verwendung dort vorhandener Holzabfälle oder dergl. an Ort .und Stelle können die Lagerkosten, Löhne und infolge des geringe ren Ladegewichtes der getrockneten Güter auch Frachtspesen gespart werden.
Die fahrbare Verbrennungsvorrichtung nach Fig. 3 und 4 ist besonders geeignet, um fortlaufend in regelbarer Menge Warmluft zu erzeugen.
Die Verbrennungsvorrichtung besteht aus einem Fahrgestell p. Über die hintere Hälfte desselben erstreckt sich die Feuerung q. Diese Feuerung besteht aus einem Busseisernen, lie genden Kessel mit Rost. Die Wandung s des Kessels ist luftgekühlt. Hierzu sind aus Guss eisen bestehende Platten t in gewissem Ab- stande von den Wänden s des Kessels wie des Fuchses angeordnet, so dass zwischen dessen Platten und der Wandung s eine Luftzirku lation stattfinden kann.
Der Kessel ist aussen in einigem Abstand von einem Mantel 24 um geben, so dass Frischluft zwischen Kessel s und Mantel zc in die Verbrennungsvorrich tung eintreten kann. Durch die Klappe v an der Stirnseite der Maschine tritt die Frisch luft ein, umspült die Aussenwand s des Kes sels und tritt vorgewärmt unter den Rost r und durch den Rost in die Feuerbüehse q. Aus der Feuerbüchse q belangen die Gase durch den Fuchs w in .einen Nachverbren- nungs.raum x. Dieser ist mit Steinschlag, z. B.
Marmorstücken oder mit 'Schlacke oder dergleichen gefüllt. In seinem un tern Teil ist der Boden mit Steinen x' belegt, zwischen welchen die aus dem Fuchs cv zuströmenden Feuergase hindurchstreichen können, um über den ganzen Querschnitt des Nachverbrennungsraumes verteilt nach oben durch die Füllung abzuströmen.
Der Fuchs iv ist gleichfalls durch Aussen wände eingeschlossen und durch einstellbare Klappen v' tritt Sekundärluft, die zur Nachverbrennung der Feuergase erforderlich ist, in den Nachv erbrennungsraum, wie durch Pfeile in Fig. 3 veranschaulicht ist. Die Nachverbrennungskammer x ist mit einem äussern Mantel y verkleidet.
Kammer x und Mantel 1 bestehen zweckmässig aus Gusseisen. Der Raum zwischen x und y dient zum Vor wärmen von. Tertiärluft, die am untern Ende des Nachverbrennungsraumes durch die durch eine einstellbare Klappe v' abschliess bare Öffnung zutritt und auf einen schrau- benlinienförmigen Weg um den Nachverbren- nungsraum nach oben strömt.
Die am Fuchs vorgewärmte Sekundärluft strömt durch die Nachverbrennungskammer hindurch, wird vom Ventilator e angesaugt und durch die Ausstossleitung d abgeleitet.
Der Antrieb des Ventilators e erfolgt durch einen Motor ml. Der Luftzutritt kann mittels der Klappen<I>v,</I> v1 und v= reguliert werden.
In der Feuerbüchse s erfolgt eine Vorver- brennung, in der Kammer x die Nachver brennung. Der Ventilator e saugt die Ver brennungsgase und die vorgewärmte Sekun därluft durch die Verbrennungskammern s und x resp. .x' und stösst sie durch die Aus stossleitung d aus.
Die Wirkungsweise der in Fig. 3 und 4 dargestellten Vorrichtung ist folgende: Primäre Verbrennungsluft umspült die Aussenwand der Feuerbüchse und tritt vor gewärmt unter den Rost. Die sekundäre Luft wärmt sich an den Aussenwänden des Fuchses u, vor und gelangt in die Nachverbrennungs- kammer x. Die Tertiärluft, die zur Regelung der Menge und der Temperatur der zu erzeu genden Warmluft dient, wird zwischen der Verbrennungskammer x und deren Mantel y vorgewärmt und vermischt sich vor dem Ven tilator mit den Verbrennungsgasen.
Der Gasstrom, welcher durch den Venti lator e durch den Nachverbrennungsraum ab gesaugt wird, wird in diesem durch die darin befindliche Füllung in sehr viele kleine Ströme zerlegt, die sich innig mit der Sekun därluft mischen, so dass eine restlose Ver brennung gewährleistet ist.
Da in den Verbrennungsräumen s und x Unterdruck herrscht, während die sie umhül lenden Räume, durch welche die zuzufüh rende Luft geführt wird, unter Druck stehen, wird das Austreten von Funken vermieden. Die Verbrennungsgase sind gezwungen, den Nachverbrennungsraum zu passieren.
In manchen Fällen muss man dem heissen Luftstrom Wasserdampf beimengen, z. B. für die Holztrocknung. Hierbei kann in der Nachverbrennungskammer der Maschine Dampf auf billigste Weise dadurch erzeugt werden, dass das Wasser durch die Füllung im Nachverbrennungsraum aufs feinste ver teilt leicht verdampft wird.
Zu diesem Zweck ist am obern Ende des Nachverbrennungs- raumes durch den äussern Mantel y eine durch einen Ventilator oder einen Hahn ab sperrbare Wasserzuleitung y' vorgesehen, und unter dieser Zuleitung eine Verteilungs platte sowie ein kegelförmiges Verteilungs sieb z. so dass das Wasser möglichst gleich mässig über die Füllung verteilt wird.
In dieser Vorrichtung können Brenn stoffe jeder Art, vom Torf bis zur hochwer tigen Kohle, Holz und Holzabfälle verbrannt werden, ohne dass es erforderlich ist, den Rost auszuwechseln, zu vergrössern oder einen zusätzlichen Vorwärmeherd anzuordnen. Der Rost kann vielmehr infolge der durch die Füllung des Nachverbrennungsraumes be dingten vervollständigten Verbrennung für alle Brennstoffe ohne weitere Vorbereitung benutzt werden. Der zum Antrieb des Ventilators be nötigte Motor könnte auch gesondert aufge stellt sein.
Es kann auch jede andere An triebsmaschine, Lokomobile, Zugmaschine oder dergl. zum Antrieb des Ventilators be nutzt werden.
Die Vorrichtung besteht vorzugsweise aus Gusseisen, sie kann aber auch aus anderem Material bestehen, insbesondere können die äussern Mäntel u und y aus Blech bestehen.
Die Maschine ist fahrbar, so dass sie überall, wo Warmluft schnell und in grossen Mengen benötigt wird, zum Beispiel zum Austrocknen von Bauwerken, zum Trocknen von Holzstapeln, von Heu oder dergleichen zur Verfügung steht.
Funkenbildung ist bei der Maschine aus geschlossen. Es kann eine zuverlässige Trock nung erreicht werden, und die Gefahr einer Zündung ist nicht zu befürchten.
Die bekannten Vorrichtungen können den gestellten Anforderungen vielfach deshalb nicht oder nur unvollkommen genügen, weil die Verbrennung hochwertiger Brennstoffe erforderlich ist, so dass die Erzeugung von Warmluft unwirtschaftlich wird oder die Verbrennung nur unvollkommen ist und eine schlechte Ausnutzung des Brennstoffes bei gleichzeitiger Verschmutzung des Trocken gutes stattfindet.
Diese Nachteile werden durch die be schriebenen und in der Zeichnung dargestell ten Vorrichtungen vermieden. Es findet eine schnelle Erwärmung der Luft statt, die nach den örtlichen Bedürfnissen in weitgehendem Masse hinsichtlich ihrer Temperatur und der Menge geregelt werden kann.
Dient das nach dem Verfahren erzeugte Luft-Gasgemisch zum Beheizen von Räumen und Trocknen von Baustoffen und sonstigem Trockengut am Erzeugerort selbst, so können beispielsweise der zu beheizende Raum resp. das Trockengut mit einer fliegenden Umhül lung umgeben und die Heiz- oder Trocken gase unter die Hülle eingeführt und nach Passieren des ganzen Raumes an einer der Eintrittsstelle, zum Beispiel gegenüberliegen den Stelle der Umhüllung abgeführt werden.