Afterpessar. Die Erfindung betrifft ein Afterpessar mit einer sein Herausfallen aus dem After verhindernden Verdickung am im After lie genden Teil und einer sein Hineinrutschen verhindernden Verdickung an dem ausserhalb des Afters liegenden Teil. Zweck dieser Pessare ist einerseits, Hämorrhoiden gegen Herausdrängen zurückzuhalten. Diese Pessare können auch eine Längsdurchbohrung be sitzen, die am äussern Ende mit seitlichen, von den Gesässbacken bedeckten Öffnungen in Verbindung steht, durch welche Blähungen abgeführt werden.
Verläuft das innere Ende des Pessars symmetrisch zur Längsachse und ist es nur abgerundet, dann hat das zur Folge, dass sich dieses Ende mehr oder weniger in die Darmwand eindrückt und dadurch nachteilig wirkt. Bei Pessaren, die i eine Längsdurchbohrung haben, ist bisher die innere Öffnung, durch welche dieBlähungen in das Pessar eintreten sollen, in der Längs achse angeordnet. Infolgedessen ist diese Öffnung dem Druck des Darminhalts aus- gesetzt und es kann Kot in sie eindringen, der zur Verstopfung des Pessars führt, so dass es Blähungen nicht mehr abführen kann.
Durch die Erfindung soll diesen Nach teilen abgeholfen werden. Sie besteht darin, dass am innern Ende des .Pessars dessen gegen den Bauch zu liegende Aussenseite nach der entgegengesetzten Seite zurück gebogen ist. Dadurch wird erreicht, dass sich das innere Ende des Pessars nur mit der zurückgebogenen Fläche an die vordere Darm wand angelegt, ohne sich in sie einzudrücken. Für Pessare mit Durchbohrung zur Abführung von Blähungen ist es weiterhin zweckmässig, dass die Blähungseintrittsöffnung auf der gegen den Bauch zu liegenden Aussenseite, insbesondere auf der zurückgebogenen Fläche angebracht ist. Dadurch wird die Eintritts öffnung gegen das Eindringen von Kot ge sichert.
Denn die zurückgebogene Fläche liegt im Darm nicht nur fast waagrecht, sondern schmiegt sich auch, wie schon oben erwähnt, der vordern Darmwand an, die eben an dieser Stelle nicht senkrecht von oben nach unten, sondern schräg, beinahe waagerecht von hinten nach vorn verläuft. Die Eintrittsöffnung wird also durch die Darmwand wie durch ein Ventil überdeckt und ist dadurch gegen das Eindringen von Kot, der sich nur in der Mastdarmerweiterung befindet, geschützt. Die Darmwand wird durch den Druck der Blähungen, die sich, weil sie doch viel leich ter als der Kot sind, über diesem ansammeln, durch Auseinandertreiben des Darmes von der Eintrittsöffnung weggedrängt.
Der Druck der Blähungen wirkt aber, weil er doch nach allen Seiten stattfindet, auch gegen den Kot zu und verhindert, indem er ihn zurück hält, dass dieser an die Eintrittsöffnung heran dringt.
Es kann aber auch dann, wenn die Blähungsausscheidung aufhört, kein Kot zur Eintrittsöffnung gelangen. Denn um ebenso viel, als die Gasmenge dann geringer ist, um ebensoviel lässt ihr dann geringerer Druck den Darm sich wieder zusammenziehen, so dass nie ein Raum für herandrängenden Kot, der sich doch nicht von oben nach unten. sondern nur von hinten nach vorn bewegen könnte, frei wird.
Die Erfahrung hat gelehrt, dass bei Frei halten des Darmes von Bläh ungsansammlungen mit dem zunehmenden allgemeinen Gesunder werden auch die Afterschliessmuskeln kräf tiger werden. Dadurch werden die Blähungs- austrittsöffnungen so dicht an die Gesäss backen herangedrückt, dass der Druck kleiner Blähungen durch die Austrittsöffnungen hin durch diese nicht um so viel zurückdrücken kann, als zum Entweichen der Gase nötig ist. Kleine Blähungen bleiben dann eben zurück.
Um auch deren unhörbare Ausscheidung zu ermöglichen, können an dem ausserhalb des Afters verbleibenden verdickten Teil des Pessars Nuten angebracht werden, die von den Austrittsöffnungen an bis zum äussern Ende der Verdickung laufen. In diese Nuten hinein können die sie überdeckenden Teile der Gesässbacken sich wieder ausdehnen, so dass sie den Blähungen mit schwächerer -Kraft widerstehen, als wenn sie nur auf der Verdickung aufliegen würden. Es können sich dann auch schwache Blähungen in der Nut unter der Haut hindurchdrängen. Breite und Tiefe der Nuten sind nach Erfahrung zu bemessen.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungs formen des Erfindungsgegenstandes beispiels weise dargestellt, und zwar zeigen Fig. 1, 2 und 3 die erste Ausführung im Längsschnitt, in Seitenansicht und Vorder ansicht und Fig. 4, 5 und 6 die zweite Ausführung in den gleichen Darstellungen.
Das Pessar nach Fig. 1, 2 und 3 weist einen Rohrteil a auf, an dem sich am äussern Ende ein verdickter Teil b und am innern Ende ein verdickter länglicher Teil c an schliesst. Der Teil c ist vorn und hinten ab geflacht. Das ganze Pessar weist eine Längs durchbohrung<I>d</I> auf, die sich im Teil<I>b zu</I> einem Raum e erweitert, der nach aussen durch einen Deckel f abgeschlossen ist. Im Teil b sind zwei seitliche Öffnungen g an gebracht, an die sich je eine Nut h anschliesst, die auf der Aussenseite des Teiles b bis zu dessen äusserem Ende laufen.
Die Vorderseite i des innern verdickten Teils c ist daumenartig zurückgebogen, während dessen Rückseite 1s gerade verläuft. In der zurückgebogenen Endfläche<I>i</I> liegt die Ausmündung l der Längsbohrung<I>d.</I> Die Öffnung<I>l</I> bildet die Blähungseintrittsöffnung.
Bei der Ausführung nach den Fig. 4, 5 und 6 besteht das Pessar aus zwei inein- andergesteckten Teilen<I>m</I> und<I>n.</I> Der äussere Teil<I>m</I> umfasst den Rohrteil<I>a,</I> die äussere Verdickung b mit dem Hohlraum e, den seit lichen Öffnungen<I>g,</I> den Nuten<I>h</I> und dem Deckel f, weiter die an den Hohlraum e anschliessende Längsbohrung d. Das innere Ende des Teils m ist zur Aufnahme des Teils<I>n</I> erweitert. Der Teil<I>n</I> bat eine Längs bohrung o, die die Fortsetzung der Bohrung d des äussern Teils m bildet.
Die Bohrung o ist am innern Ende seitlich abgebogen und mündet mit der Blähungseintrittsöffnung l auf der daumenartig zurückgebogenen Seite i. k bezeichnet wieder die nahezu gerade ver laufende Rückseite des inneren Pessarendes.