Verfahren zum Strecken von vorgelochten beeherförmigen Lnppen auf einer Rohrstossbank. Es ist bekannt, Eisen- oder Stahlrohre auf einer Stossbank aus einer becherförmigen vorgelochten Luppe herzustellen.
Ist in einem Hub eine Streckung auszuführen, bei der die glühende Luppe auf mindestens die zehn fache Länge gestreckt werden soll, so sind in den üblichen Stossbänken mit Ziehringen die Ziehringe in so grossen Abständen ange ordnet, dass das Werkstück auf der Bank beim Eintritt in das kleinste Kaliber durch höchstens vier, in Ausnahmefällen vielleicht fünf, in anderen Teilen des Ringbettes je doch bloss durch zwei bis drei Ziehringe gleichzeitig bearbeitet wird.
Da für diese das Zehnfache übersteigende Streckung die Gesamtzahl der Steckringe, um ein Reissen des Werkstückes zu verhüten, mehr als 20 sein muss, so wird das Werkstück bei Ein tritt in das kleinste Kaliber durch weniger als ein Viertel, meistens weniger als ein Fünftel sämtlicher Ziehringe gleichzeitig be arbeitet, die auf höchstens das letzte Viertel der Länge des Ringbettes verteilt sind, wo durch das Kaliberbett eine Länge erhält, die mehr als das Zweifache der Länge des herzustellenden Rohres beträgt. Der Hub der Stossbank wird infolgedessen so lang, dass sich das Werkstück während des Hubes stark abkühlt. Infolgedessen wird auch die er forderliche Stosskraft unverhältnismässig hoch.
Zur Vermeidung dieser Nachteile wird das Strecken beim Verfahren gemäss der Erfindung auf einer Stossbank mit aus an triebslosen Rollen gebildeten Kalibern vor genommen, deren Anzahl den Streckungs- faktor, also das Verhältnis zwischen den Längen des fertigen Rohres und der Aus gangsluppe, übersteigt, die so nahe anein ander gerückt und derart abgestuft sind, dass sich das Werkstück bei seinem Eintritt in das kleinste Kaliber mindestens auf die zweite Hälfte der ganzen Länge der Kaliber reihe erstreckt und dabei durch mindestens die Hälfte der Gesamtanzahl der Kaliber gleichzeitig bearbeitet wird.
Dabei kann also die ganze Kaliberreihe kürzer sein, als das gestreckte Rohr, unter Umständen sogar so kurz, dass die Hublänge der Stossbank ge ringer wird als die zweifache Länge des herzustellenden Rohres.
In der Zeichnung ist eine zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignete Stossbank dargestellt, und ein Ausführungs beispiel des Verfahrens sei im Zusammenhang mit dieser beschrieben.
Fig. 1 ist ein schematischer Längsschnitt der Stossbank Fig. 2 zeigt das teilweise gestreckte Rohr beim Eintritt des Werkstückes in das letzte (kleinste) Kaliber in grösserem Massstabe und Fig. 3 eine Vorderansicht eines Rollen kalibers mit drei unter einem Winkel von 120' angeordneten Rollen.
Das in Fig. 3 veranschaulichte Kaliber besteht aus drei, in einem Träger s drehbar gelagerten Rollen r, die unter Winkeln von 1200 versetzt ein Kaliber vom Durchmesser D umschliessen. Der Durchmesser d der Rollen versteht sich am Boden der Rille g gemessen. Das Kaliber kann je nach dem Bedarf aus zwei oder mehr als drei Rollen gebildet sein.
Die Stossbank enthält eine Anzahl von Kalibern, die grösser ist als das Streckungs- verhältnis, also das Verhältnis des gestreck ten Rohres zu der als Ausgangswerkstück benutzten Luppe.
Die in Fig. 1 dargestellte Stossbank soll die vor ihrem Eintritt in das erste Kaliber mit gebrochenen Linien dargestellte Luppe b von einer Länge L auf beispielsweise die dreizehnfache Länge d. strecken, zu welchem Zwecke mehr als, dreizehn, beispielsweise siebzehn Kaliber al-al7 vorgesehen sind, durch welche die auf das Ende des Dornes <I>an.</I> aufgeschobene Luppe <I>b</I> hindurchgestossen wird. Das fertige Rohr ist nach Austritt aus dem kleinsten Kaliber a17 mit strichpunk tierten Linien gezeichnet.
Der Rollendurch messer in den einzelnen Kalibern ist in bezug auf den Kaliberdurchmesser so gewählt, dass das Verhältnis
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vom kleinsten (letzten) Kaliber a17 gegen das erste (grösste) Kaliber a1 allmählig abnimmt. Beim vorliegenden Beispiel beträgt das Verhältnis
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im letzten bezw. kleinster) Kaliber 1,3 und im ersten, grössten Kaliber a1 beispielsweise 1.
Das teilweise gestreckte Rohr zu ist in Fig. 1 mit vollen Linien in der Stellung angedeutet, in welcher das Werkstück in das letzte, kleinste Kaliber a17 tritt. In diesem Augenblick erstreckt sich das Werkstück über eine Länge B von etwa 6,7 L, also auf eine Länge die grösser ist, als die Hälfte der ganzen Länge C des Kaliberbettes, welche 11 L beträgt.
Dabei befindet sich das Werk stück gleichzeitig in 11 Kalibern a7-a17. Fig. 2 zeigt das Werkstück in dieser Stellung in grösserem Massstabe. Da die gesamte Anzahl der Kaliber der Stossbank im darge stellten Beispiel siebzehn beträgt, während die Anzahl der das Werkstück beim Eintritt in das kleinste Kaliber gleichzeitig bearbei tenden Kaliber 11 ist, ist diese Zahl grösser als die Hälfte der Gesamtzahl der Kaliber.
Gemäss Fig. 1 befinden sich sämtliche Kaliber al-al7 innerhalb einer Länge von 11 L, d. h. die ganze Länge des Kaliber bettes ist kürzer als das gestreckte Rohr, dessen Länge 13 L beträgt.