CH194133A - Verfahren zur Herstellung von gebrannten Formkörpern aus siliciumhaltigen Massen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von gebrannten Formkörpern aus siliciumhaltigen Massen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von gebrannten Formkörpern aus silieiumhaltigen Massen. Es ist bekannt, keramische Erzeugnisse herzustellen, die als wesentlichen. Bestand- teil Silicium, ein Silicid oder eine Silicium legierung, wie Ferrosilicium enthalten. Diese Materialien. besitzen gegenüber andern kera mischen Produkten eine höhere Wärmeleit fähigkeit, Temperaturwechselbeständigkeit, katalytische Wirkung bei gewissen chemi schen Umwandlungen und, unter gewissen Voraussetzungen, auch elektrische Leitfähig keit.
Man verwendet zur Rerstellung solcher Materialien eine formbare Masse, die aus einem Gemisch von Silicium, bezw. Silicid oder Siliciumlegierung, gebräuchlichen kera mischen. Rohstoffen oder andern Bindemit teln und allfällig weiteren Zusätzen gebildet wird. Das Mischungsverhältnis richtet sich nach den gewünschten Eigenschaften der Produkte.
Es. ist insbesondere möglich, Mate rialien herzustellen, die fast ausschliesslich aus Silicium bestehen und nur einen: gerin gen. Anteil an Bindemittel erhalten. Die Ver- arbeitung geschieht nach keramischer Ar beitsweise, sowohl hinsichtlich des. Formens, als auch des Brennens. Neben kleinen Form körpern, wie Platten, Kugeln, Röhren wer den auch Gefässe und Apparate von erheb liehen Dimensionen hergestellt,
deren An- fertigung der Herstellung entsprechender Geräte aus: Steinzeug und Porzellan analog ist.
Die silioiumhaltigen keramischen Pro dukte besitzen, wie erwähnt, vorteilhafte Eigenschaften. Es ist aber schliesslich aufge fallen, dass, diese Vorteile nicht in dem Grade verwirklicht sind, -der sich aus den Eigen schaften der Bestandteile erwarten liesse.
Es hat sich alsdann gezeigt, dass sich durch be sondere Massnahmen beim Brennen die Ei- gensehaften der Erzeugnisse in ungeahntem Grade verbessern lassen und ausserdem Riss- bildungen, wie sie öfters auftreten, vermie den werden.
Diese Massnahmen bilden den Gegenstand des erfindungsgemässen Verfahrens zur *Her- stelluwig von gebrannten Formkörpern mit hoher Leitfähigkeit und Temperaturweehsel- beständigkeit aus siliciumhaltigen Massen, das dadurch .gekennzeichnet ist"dass Silicium,
Silicide oder Siliciumlegierungen enthaltende Massen zwischen<B>1250'</B> C und der Schmelz temperatur des siliciumhaltigen Massebe- standteils gebrannt werden, wobei eine Ein wirkung von Sauerstoff auf die Masse- bestandteile vermieden wird.
Beider Herstellung üblicher keramischer Erzeugnisse, insbesondere beim technischen Steinzeug, haben sich noch keine allgemein gültigen Grundsätze herausgebildet für die Durchführung des Brennprozesses. Es gilt dies sowohl hinsichtlich der zu erreichenden Temperatur, als auch hinsichtlich der Ofen atmosphäre.
Für .Steinzeug liegt die Brenn- temperatur meistens zwischen<B>1150</B> und 1250 und man ist bestrebt, sie im Interesse eines geringeren Brennstoffverbrauches wei ter herabzusetzen.. Die angewendete Brenn dauer schwankt zwischen 80 und 150 Stun- den. Dabei enthält die Ofenatmosphäre mei stens einen Luftüberschuss und besitzt dem gemäss oxydierenden Charakter.
Bei der üb liehen Kohlenfeuerung ist es übrigens fast un möglich, eine bestimmte Zusammensetzung der Gase im Ofendauernd aufrecht zu erhal ten.
Für die Herstellung siliciumhaltiger keramischer Materialien diente bisher das übliche Brennverfahren, ohne Berücksichti- gung irgend einer Vorschrift über Brenn dauer, Brenntemperatur und Ofenatmosphäre.
Es hat sich nun gezeigt, dass zwei Fak toren, von grundlegendem Einfluss sind auf .die Eigenschaften silieiumhaltiger Formkör- per, nämlich die beim -Brennen erzielte Tem peratur und die Brennofenatmosphäre.
Ausgehend von ein und derselben Masse, die als Bestandteil eine bestimmte Menge Silicium enthält, resultiert ein Material mit besseren Eigenschaften, insbesondere bedeu tend höherer Wärmeleitfähigkeit und elek trischer Leitfähigkeit, wenn die erreichte Brenntemperatur beispielsweise <B>13510'</B> be trägt statt 1250 ,
Bei einer bestimmten Brenntemperatur ergeben sich für ein und dieselbe Masse be- .deutend günstigere Eigenschaften, insbeson dere hinsichtlich Wärmeleitfähigkeit und elektrischer Leitfähigkeit, wenn während des Brennens die Einwirkung von Sauerstoff aus der Ofenatmosphäre ferngehalten wird.
Zusammenfassend ergibt sich dann das beste Produkt, wenn bei Vermeidung einer Einwirkung oxydierender Gase auf das Brenngut eine möglichst hohe Brenntempe- ratur erzielt wird, die naturgemäss nach oben begrenzt ist durch die Erweichungs- temperatur der Formkörper bezw. durch die Schmelztemperatur des in der Masse enthal tenen .Siliciums, Silicides oder der Silicium legierung.
Die Erzielung zweckmässig hoher Brenn- temperaturen: bietet keine Besonderheiten. Es sind deshalb nur diejenigen Massnahmen zu erörtern, die geeignet sind, beim Brennen eine schädliche Einwirkung oxydierender Gase auf ein Mindestmass zu verringern. Es ist dabei vorausgesetzt, dass in der Regel eine schädliche Einwirkung oxydierender Gase erst oberhalb ungefähr<B>500'</B> zu erwarten ist.
Zunächst ist zu erwähnen, dass. Körper aus siliciumhaltiger Masse nach dem Formen und Trocknen zwar nicht undurchlässig sind, aber dem Eindringen von Gasen zufolge der Feinheit ihrer Poren immerhin erheblichen Widerstand entgegensetzten. Es sind deshalb beträchtliche Zeiträume erforderlich, damit. Gase durch den Scherben: hindurchdiffun- dieren, was sich besonders bei dickwandigen Stücken geltend macht.
Es ergibt sich dar aus die mit der Erfahrung übereinstimmende Tatsache, dass eine rasche Durchführung -des Brennprozesses kaum eine merkliche Durch- lüftung des :Scherbens mit sich bringt. Stö rende, oxydierende Einflüsse werden dadurch noch weiter vermindert, dass die das Brenn gut umgebenden; Gase möglichst wenig Sauerstoff enthalten.
Eine Ausführungsform des Verfahrens besteht deshalb darin, dass die Brenndauer, insbesondere der oberhalb ungegähr 500 lie gende Brennabschnitt, gegenüber der übli- chen Brenndauer stark, beispielsweise auf 10 bis 20 Stunden verkürzt wird, wobei dann die Ofenatmosphäre Sauerstoff enthalten kann, der aber nicht zur Einwirkung auf das Brenngut gelangt.
Beim Brennen dickwandiger Gegenstände in Ofen von beispielsweise 50-150 m3 Ofen raum ist eine längere Brenndauer erforder lich, um eine gleichmässige Durchwärmung und Sinterung zu erzielen. Hier ist es not wendig, bei erhöhter Temperatur .die rohen Gegenstände aus siliciumhaltiger Masse vor der Einwirkung von Luftsauerstoff zu schützen. Dies wird in bekannter Weise da durch ermöglicht, dass die Gegenstände in luftdichter Umhüllung oder ähnlich wie bei der Herstellung von Kohlenstoffsteinen in einer Kohleneinbettung gebrannt werden.
Einfacher ist es jedoch, Vorsorge zu treffen, da.ss die Ofenatmosphäre bei erhöhten Tempe raturen keinen freien Sauerstoff enthält.
Dies gelingt am besten mit flüssigem oder gasförmigem Brennstoff. Dadurch wird eine sichere Einstellung des Mischungsver hältnisses zwischen Brennstoff und Verbren nungsluft gewährleistet. Auf diese Weise ge lingt es, die Brennatmosphäre d auernd sauer stofffrei zu halten, was bei Kohlenfeuerung und periodischer Brennstoffaufgabe schwie rig ist.
Es bleibt noch zu erörtern, wie die sili- ciumhaltigen Formkörper nach erfolgter Er hitzung abzukühlen sind. Dabei ist es nicht immer erforderlich, :da.ss sie von einer sauer stofffreien Atmosphäre, umgeben sind.
Falls die Produkte bei der erreichten Brenntempe- ratur dichtgesintert sind, kann beim Abküh len eine Einwirkung der Luft höchstens an der Oberfläche stattfinden. Bleiben die Formkörper beim Brennen porös, so ist es vorteilhaft, auch beim Abkühlen sauerstoff- haltige Gase auszuschliessen, sofern die Ab kühlung längere Zeiträume erfordert.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von gebrann- ten Formkörpern mit hoher Leitfähigkeit und Temperaturwechselbeständigkeit aus sili- ciumhaltigen Massen, dadurch gekennzeich net, :dass Silicium, Silicide oder Siliciumlegie- rungen enthaltende Massen zwischen<B>1250'C</B> und der .Schmelztemperatur -des siliciumhal- tigen Massebestandteils gebrannt werden, wo bei eine Einwirkung von Sauerstoff auf :die Massebestandteile vermieden wird. UNTERANSPRüCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das Brennen in sauerstofffreier oder sauerstoffarmer At mosphäre vornimmt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Brand nach Er reichung einer Temperatur von etwa <B>ä00'</B> C ohne Rücksicht auf' die Brenn- atmosphäre rasch durchgeführt wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, ,dass die .siliciumhaltigen Formkörper in luftdichter Umhüllung gebrannt werden. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, .dass die siliciumhaltigen Formkörper in Kohle eingepackt gebrannt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, gekennzeichnet durch .das Brennen mit flüssigem oder gasförmigem Brennstoff zur Erzielung einer möglichst wenig freien Sauerstoff enthaltenden Ofenatmosphäre.
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