CH194460A - Verfahren zum kontinuierlichen Spalten von pflanzlichen und tierischen Fetten. - Google Patents
Verfahren zum kontinuierlichen Spalten von pflanzlichen und tierischen Fetten.Info
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Description
Verfahren zum kontinuierlichen Spalten von pflanzlichen und tierischen Fetten. Es ist bekannt,,dass die Spaltung pflauz- l.ieher und tierischer Fette in Fettsäure und Glyzerin ohne Chemikaliendurchgeführt werden kann, wenn hochgespannter Wasser- ,
dampf von mindestens 30 Atmosphären zur Verfügung steht. Diese Hochdruckspaltung bedingt jedoch grossvolumige Hochdruck autoklaven und Hochdruckdampfkessel. Wenn ein genügend hoher Spaltungsgrad erreicht werden soll, müssen mehrere Spaltprozesse durchgeführt werden. Das Glyzerinwasser fällt bei diesem Spaltverfahren in starker Verdünnung an.
Bekannt ist auch die ununterbrochene Spaltung von pflanzlichen und tierischen Fetten in einem direkt beheizten Hochdruck- röhrensystem in Gegenwart von Wasser.
Bei dieser Spaltmethode werden die Fette mit Wasser emulgiert und mit Hilfe einer Druckpumpe durch ein direkt beheiztes Röh- rensystem gedrückt.
Der Druck wird hierbei so hoch gewählt, dass bei der Spalttempe- ratur das Wasser nicht verdampft.
Während des Spaltungsprozesses muss das Wasser be kanntlich als Glyzerinlösemittel wirken und muss sich .demzufolge in flüssigem Aggre- gatzustande befinden. Nach dem Durchlau fen der Spaltzone passiert ,
das hocherhitzte Spaltgut ein Druckreduzierventil und egpau- .diert in einem unter Niederdruck stehenden Verdampfer.
Durch die Druckermässigung tritt eine Selbstverdampfung von Glyzerin- wafer und Fettsäure ein. Es kann jedoch nur soviel von dem Spaltprodukt verdamp fen als Überhitzungswärme zur Verfügung steht.
Würde beispielsweise bei. einer Tempe ratur von 250 Grad Celsius die Spaltung ,durchgeführt, so müsste in der Spaltzone ein Druck von mindestens 4.1 Atmosphären herr schen, um die Wasserverdampfung zu ver hindern.
Liess man das Spaltgut in die unter Niederdruck bezw. unter Vakuum stehende Verdampfungszone eintreten, so lag die Ver- ,
dampfungstemperatur wesentlich unterhalb der Spalttemperatur. Das Spaltgut befand sich also in überhitztem Zustande in der Vendampfungs.zone. Es verdampfte nun zu nächst soviel Glyzerinwassser und Fettsäure. als überschüssige Überhitzungswärme in dem Spaltgut vorhanden war. Sollte die Fett- säure
und das Glyzerinwazser vollkommen zur Verdampfung gebracht werden, so müsste dem Verdampfer neue Wärme zugeführt werden. Es wären also mindestens, zwei Heizstellen notwendig.
Die Hinzuführung weiterer Verdampfungswärme in den unter Niederdruck bezw. unter Vakuum stehenden Verdampfer rief jedoch meistens ein verhält nismässig stürmisches Sieden hervor. Dieses führte häufig zum Überschäumen und zum Mitreissen von Flüssigkeitstropfen. Diese
Spaltungseinrichtung bedarf einer sorgfälti gen Wartung. Das Bedienungspersonal hat nicht nur den Spaltprozess, zu b,eaufsichti.gen,
sondern es muss auch die Zuführung der zu sätzlichen Verdampfungswärme in dem Ver dampfer beaufsichtigen. Es muss ausserdem eine zweite Wärmequelle von entsprechender Temperatur vorhanden sein.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Spalten von pflanz- lichen und tierischen Fetten in Fettsäure und Glyzerin, ohne Zusatz von Chemikalien, durch welches die vorbeschriebenen Übel stände beseitigt werden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung be- steht darin, da3eine von einer einzigen Heiz- quelle beheizte Spaltvorrichtung verwendet wird, .die in drei hintereinander ,geschaltete Druckzonen unterteilt ist,
wobei Druck und Temperatur in der nächstfolgenden Zone im mer geringer sind als in der voraufgegange nen.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs- beispiel der zur Durchführung des Verfah rens dienenden :Spaltvorrichtung dargestellt.
Die Durchführung des Verfahrens- er folgt zum Beispiel in folgender Weise: Das zu spaltende Fett wird durch die Leitung A dem E.mulsionsapparat 1 zuge führt.
Durch die Leitung B wird in den Emulsiomapparat Frischwasser gebracht. Das Rohfett und das Frischwasser werden durch eingebaute Rührwerke zu einer E@mul- sson vermischt. Durch die Hochdruckpumpe 2 wird die Mischung der Hochdruckspaltzone 3 zugeführt.
Je nach den zu verarbeitenden Fetten wird in äer Hoohdruckspaltzone mit Drücken zwischen 30 und 100 Atmosphären gearbeitet.
Die Spalttemperatar liegt je nach der Qualität der zu verarbeitenden Fette zwischen 2.00 und 2,80 Grad Celsius. Der Arbeitsdruck muss jeweils so hoch gewählt werden, dass bei der anzuwendenden Spalt- temperatur das Wasser nicht verdampft,
sondern flüssig bleibt. In der Hochdruck spaItzone 3 erfolgt die Zerlegung ;des Fettes in Fettsäure und Glyzerin. Das Glyzerin vermischt sich mit dem Spaltwasser zu Gly- zerinwasser. Nach Passieren der Hochdruck spaltzone 3 wird durch ein HocIldruckredu- zierventil 4 der Arbeitsdruck so weit redu ziert,
dass das Glyzerinwasser und ein Teil der niederen Fettsäure in der nachfolgenden Mitteldruckverdampfungszone 5 verdampfen. Der Arbeitsdruck in der Mitteldruckver- dampfungs.zone liegt je nach der Qualität ,des Fettes zwischen 2 und 20 Atmosphären. Dementsprechend bewegt sieh die Tempera tur zwischen 120 und 2!10 Grad Celsius.
Die Verdampfung der Spaltprodukte und des Wassers erfolgt nach der Druckreduzierung in der Mitteldruckvendampfungs@zone 5 zum Teil durch Selbstverdampfung, Zwobei die überschüssige Überhitzungswärme verzehrt wird. Zum andern Teil erfolgt die Ver dampfung durch die Zufuhr weiterer Wärme massen aus den Rauchgasen.
Da die Arbeitstemperatur in. der Mittel- druckverdampfungszone 5 niedriger liegt als in der Hochdrucks.paltzone 3, erfolgt der Ein bau in .den Heizofen in der Waise, daB die Hochdruckspaltzone 3 im heissesten Ofenteil und die Mitteldruckverdampfungszone 5 im Rauchabzug liegt.
Es erfolgt dadurch eine bessere Ausnutzung der Heizgase.
In der Mitteldruckverdampfungszone 5 wird das gesamte Glyzerinwasser und der grösste Teil der Fettsäuren unter Druck ver dampft. Da die Verdampfung in einem Röh- rensystem erfolgt, ist für eine zwangsläufige Dampfführung jede Garantie vorhanden.
Am Ausgang der Mitteldruckverdampfungszone 5 befindet sieh das Mitteldruckreduzierventil 6. Durch dieses gelangen die Spaltprodukte in vollkommen gleichmässigem Strom in den Niederd.ruckverdampfer 7, in welchem die restlichen hochsiedenden Fettsäuren durch Selbstverdampfung in Dampfform überge führt werden.
Da die Verdampfungstempe- ratur in dem Niederdruckverdampfer 7 ge genüber der Mittel:druckverdampfungszone 5 erheblich niedriger liegt, steht ein genügend grosses Temperaturgefälle für die Verdamp fung der restlichen Fettsäuren. zur Ver fügung.
Da das Spaltwasser mit der Fett säure in Dampfform in den Niederdruckver- dampfer 7 eintritt, drückt die Tension des Wasserdampfes die Siedetemperatur der höher siedenden Fettsäure weiter herab.
Die unverdampfbaren Neutralölanteile des Spaltgutes sinken in dem Niederdr uck- verdampfer 7 zu Boden und .gelangen in die Neutralölsammelvo.rlage 8, in die eine För- dereinriehtung eingebaut ist. Von hier :
ans wandert das im ersten Durchgang ungespal- tene Neutralö1 als Umlauffett ,durch die Lei tung C zurück in den Emulsionsapparat 1 und nimmt gemeinsam mit dem kontinuier- lich zufliessenden Rohfett erneut an dem Spaltprozess teil.
Die verdampfbaren Produkte, bestehend aus Fettsäure und Glyzerinwasser, steigen in dem Niederdruckverdampfer 7 hoch und ge langen in den Niederdruckkondensator 9.
Hier erfolgt durch Kühlung mit Luft, Roh fett oder Wasser das Niederschlagen der hochsiedenden Fettsäuren. Diese verlassen .das Unterteil wies Niederdruckkondensators und gelangen in .die Sammelvorlage 10.
Die verbleibenden Dämpfe gehen von dem Ober- teil des Niederdruckkondensators 9 in das Unterteil des Niederdru.ckkondensators 11. Hier werden durch geeignete Kühlung die niedrig siedenden Fettsäuren zum. Konden- sraren gebracht. Diese werden in der Sam- melvorlage 12 aufgefangen.
Die verbleiben; den Dämpfe gehen nach dem NiedA-rdruok- ko ,densator 13. Hier wird durch fraktio- nierte Kühlung das Glyzerin in konzentner- ter Form ausgeschieden und in der Sammel- vorlage 14 gesammelt.
Die verbleibenden Wasserdämpfe, welche noch Spuren; von Glyzerin enthalten, werden in dem Nieder- druckkondensator 15 niedergeschlagen und gelangen als sogenanntes Süsswasser in die mit eingebauter Fördereinrichtung versehene Sammelvorlage 16,
von wo das Süsswasser durch die Leitung <B>D</B> zurück in den Emul- sionsapparat 1 geführt wird und zur weite ren Spaltung von Fetten Verwendung fin det.
Die unkondensierbaren Gase und Dämpfe werden durch die Gas,- bezw. Luftabsauguug 17 abgesaugt, aus der sie bei E abgeleitet werden. Durch diese Vorrichtung wird der @Tiederdruok bezw. das Vakuum in der Nie- derdruckzone der Spalteinrichtung aufrecht erhalten.
Die Kondensate können bei dem Ablauf aus den Apparaten durch die Schaugläser 18 beobachtet werden.
% die Spalteinrichtung in :drei Druck zonen mit abfallenden Betriebsdrücken und abfallender Temperatur arbeitet, kann der Spaltprozess in der Weise geführt werden, dass in der Hochdruckspaltzane 3 sich alle Produkte in flüssigem Zustande befinden, während in der Mittel:
druckverdampfungs- zone die niedrig siedenden Substanzen, welche bei Niederdruck bezw. im Vakuum zum Schäumen neigen, unter einem gewissen Überdruck verdampft werden.
In der zwei ten, der Mitteldruckverdampfungszone 5, be finden sieh also die Produkte teilweise in flüssigem und teilweise in dampfförmigem Zustand. Bei dem Eintritt des Spaltgutes in den Niederdruckverdampfer 7 ist also der weitaus grösste Teil,der Verdampfungsarbeit bereits geleistet. Das Wasser,
welches be kanntlich die grösste latente VeTdempfungs- wä.--ne hat, ist also bereits in der Mittel- druckverdampfungszone 5 durch .die Ab- hitzeverwertung aus, . den Rauchgasen. in Dampfform umgewandelt worden.
Der Nie derdruckverdampfer 7 wird also ganz er heblich entlastet, da in ihm nur noch die letzten Reste der hochsiedenden Fettsäuren durch Selbstverdampfung unter Aufzehren der Überhitzungswärme zu verdampfen sind.
Da in dem Niederdruckverdampfer 7 das un- gespaltene Neutralöl zur Ausscheidung kommt, ist es für die Reinheit der Destillate von grösster Wichtigkeit, dass die Verdamp- fungsarbeit in dem Niederdruckverdampfer 7 so gering wie möglich ist und stossfrei ohne die Zufuhr neuer Wärmemengen erfolgt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum kontinuierlichen Spalten von pflanzlichen und tierischen Fetten in Fettsäure und Glyzerin, ohne Zusatz von Chemikalien, dadurch gekennzeichnet, dass eine von einer einzigen Heizquelle beheizte Spaltvorrichtung verwendet wird, die in .drei hintereinander geschaltete Druckzonen un terteilt ist, wobei Druck und Temperatur in der nächstfolgenden Zone immer geringer sind als in der voraufgegangenen.UNTERANSPRUCH: Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine zur Heizung ver wendete einzige Heizquelle die erste Druck zone, die Hochdruckspaltzone, direkt, die zweite Druckzone, die Mitteldruckverdamp- fungszone, aber mittels der Rauehgase be heizt.
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