CH194462A - Verfahren zur Herstellung fester Gebilde aus Kautschukdispersionen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung fester Gebilde aus Kautschukdispersionen.

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CH194462A
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Aktiengesellschaft Gummiwerke
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Semperit Ag
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  • Manufacture Of Porous Articles, And Recovery And Treatment Of Waste Products (AREA)

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  Verfahren zur Herstellung     fester    Gebilde aus Kautschukdispersionen.    Gegenstand der     Erfindung    ist ein Ver  fahren zur Herstellung fester Gebilde aus  wässerigen     Kautechukdispersionen    durch Zu  gabe von     Koagulationsmitteln    zu denselben  und Verfestigung der entstandenen Suspen  sion, das dadurch gekennzeichnet ist,     dass     man .die     Koabaulationsmittel        mindestens    in  zwei Stufen zusetzt, wobei man in der ersten  Stufe die Art und Menge des     Koagula        ions-          mittels    so wählt,

   dass der     Flockungswert    der  Dispersion nicht erreicht wird und eine Aus  flockung noch nicht erfolgt und in der letz  ten     Stufe    so, dass der     Flockungswert        über-          schritten    wird und eine     feinflockige    Kaut  schuksuspension     entsteht,    welche alsdann       durch          verfestigt    wird.

    Nach dem Verfahren der Erfindung können  geformte     Gegenstände    zum Beispiel     unter     Verwendung poröser Formen oder Unterlagen  durch Verformung, Tauchen     usw.    hergestellt  werden.     Verfahren    zur     Verarbeitung    von       Kautschukmilch,    bei welchen der Dispersi-         tätsgrad    des Kautschuks erniedrigt wird, das       heisst    die     Kautschukteilchen    vergrössert wer  den, sind bekannt.

   Bei diesen bekannten Ver  fahren werden     Koagulationsmittel    in solchen  Mengen zugesetzt,     dass    diese für     .eine    voll  ständige oder spontane Koagulation nicht  ausreichen, wobei die     Koagulationsmittel    in  Verbindung mit ,grossen Mengen von Stoffen  zugesetzt werden, .die für das Zustandekom  men eines brauchbaren     Endproduktes    durch  Verformen unvermeidbar     sind.    Solche Stoffe       sind.        .gerüstbildende        iStoffe,    wie Holzmehl,  oder     wasserentziehende        Stoffe,        wie    Gips,

         Zement        etc.        Diesen        Verfahren    haftet der  Nachteil an, dass Produkte von nur ganz be  stimmter     Zusammensetzung    und Eigenschaf  ten gewonnen werden können, wie holzähn  liche Produkte oder stark mit Füllstoffen be  schwerte Produkte,     wobei    die Füllstoffe     auch     eine wasserentziehende Wirkung ausüben  können.

      Nach     dem        Verfahren        gemäss    vorliegender           Erfindung        ist    es nun möglich, Kautschuk  dispersionen von     praktisch    .gleichmässiger  Teilchengrösse, aber mit bedeutend grösseren,  trotzdem aber ohne Zuhilfenahme eines  Mikroskops nicht sichtbaren Teilchen zu er  halten, welche in diesem     Zustand    einige Zeit,  und zwar eine für die     praktische    Verwen  dung hinreichende Zeit, unverändert bleiben.

         Zweckmässigerweise    setzt man der Kaut  schukmilch vor dem Zusatz eines Stoffes,  welcher in     -hinreichender    Menge zugesetzt       Klumpenbildung    bewirkt,     Verbindungen    zu,  die dieses Ausscheiden der     dispersen    Phase  in     Klumpenform    verhindern und die Ent  stehung eines fein verteilten Niederschlages  von nur mikroskopischer Sichtbarkeit bewir  ken.

   Als solche :Substanzen kommen Salze       mit    zwei- und     mehrwertigen        Kationen    oder  an der     Oberfläche        wirksame,    unlösliche     feste     Substanzen     mit    einer in diesem Sinne aktiven  Oberfläche in Frage.  



  Solche Salze mit zwei- oder mehrwertigen  Kationen oder     @dergl.,    wie z. B.     leicht    oder  schwer lösliche     -Salze    von Kalzium, Magne  sium, Zink, Barium, Aluminium usw., wer  den in solchen Mengen verwendet, dass der  Zusatz unter dem Schwellenwert liegt,     .also          unter    .der Menge, welche eine     Ausflockung          verursachen    kann, jedoch in einer     Menge,    die  eine merkliche     Aggregation        (Assoziation),der     Teilchen herbeiführt.

   Die     Beständigkeit    die  ser     aggregierten    Suspension     ist    eine     praktisch     nicht begrenzte, da durch den Vorgang dieser  Aggregation die charakteristischen Eigen  schaften der kolloiden     Verteilung,        wie    La  dung der Teilchen und     Brownsche    Bewe  gung,     nicht        verschwinden.    Hierbei können  sowohl leicht lösliche, als auch     weniger    leicht  lösliche Verbindungen     verwendet    werden.  



  Als Substanzen mit     wirksamen    Ober  flächen kommen solche Stoffe in     Betracht,     welche in ihrer Oberfläche     Anteile    enthalten,  die einen den     Kautsohukteilchen    entgegen  gesetzten Ladungssinn haben.

   Dadurch er  folgt eine Ausscheidung von     Kautschukteil-          chen    an der Oberfläche dieser     (Substanzen.     Als solche     Substanzen    mit wirksamen     Qber-          flächen        kommen    frisch     gefällte    voluminöse,         zweckmässig        wasserunlösliche    Niederschläge,  wie frisch     gefälltes        Kalziumphosphat,        Sili-          kate    mehrwertiger Metalle,

       wie        Bolus        alba,     Kalzium- oder     Aluminiumpermutite        usf.,    in       Betracht.     



  Durch die Behandlung einer Kautschuk  dispersion mit     Koagulationsmitteln    der bei  den     vorerwähnten    Arten zwecks     leichter    Ab  trennung des in der     Dispersion        vorhandenen     Wassers, wobei aber in .der ersten     Stufe    nur  eine solche Menge des     Koagulationsmittels     verwendet wird,     die    unterhalb des     ,Schwellen-          wertes    liegt,     wird    erreicht,

   dass     Koagulations-          mittel    in erheblich     grösseren    Mengen ein  geführt werden können, ohne     dass    Koagula  tion     eintritt.    Durch das Arbeiten in     mehre-          ren,Stufen        wird    sonach die Wirkung erzielt,  dass     Koa@gulationsmittel    in solcher Menge in  die     Dispersion    eingeführt werden können, als  zur Erzielung     eines        bestimmten        Verteilungs-          grades    erforderlich ist.  



       Ein    solches mehrstufig     ausgeführtes    Ver  fahren hat auch den Vorteil, dass in den     veT-          schiedenen    Stufen auch     mit        verschiedenen          Koa,o-ulationsmitteln        gearbeitet    werden     kann.     Es braucht daher das     ganze    Verfahren nicht  mit einem     Koagulationsmittel    in allen     iStu-          fen    ausgeführt zu werden, sondern es     kann     in ;

  den     einzelnen    (Stufen - wie es     einer          zweckmässigen        Ausführungsform    des Verfah  rens     entspricht    - mit verschiedenen     Koagu-          lationsmitteln        gearbeitet    werden.

   So kann  das Verfahren gemäss der     Erfindung    so     aus-          geführt    werden,     dass        in    der ersten     'Stufe    mit  unlöslichen     bezw.    möglichst unlöslichen,

    zweckmässig an der     Oberfläche    wirksamen       goag        ulationsmitteln        gearbeitet    wird und in  der zweiten     Stufe        bezw.    bei einer mehr als       zweistufigen        Arbeitsweise    in den andern     @Stu-          fen    mit löslichen     Koagulationsmitteln.    Das       Arbeiten    in der     ersten    Stufe mit einem un  löslichen     Koagulationsmittel    hat den Vorteil,

         daB    man von selbst unterhalb des     ,Schwellen-          wertes    bleibt, und zwar selbst bei Zusatz  grösserer Mengen, wogegen mit löslichen       Koagulationsmittelneine    besondere     Auf-          merksamkeit    aufzuwenden ist, um unter dem       Schwellenwert    zu bleiben.

        Durch das Verfahren nach der Erfindung  wird somit eine stufenweise     Vergröberung     des kolloiden     Zustandes    erreicht, wobei zu  erst durch entsprechende Zusätze     eine    grö  bere     Dispersion    mit noch kolloiden Eigen  schaften     hergestellt    wird, also eine Teilchen  assoziation erzielt wird. Inder zweiten Stufe  wird durch einen     weiteren    Zusatz eine fein  verteilte, mit dem Auge nicht sichtbare Sus  pension des     Kautschuks    erzielt, die aber noch  die Fähigkeit hat, beim Eintrocknen einen  zusammenhängenden, festen, gleichmässigen  Film zu bilden, der keine Klumpen     enthält.     



  Die insbesondere in der zweiten Stufe  und gegebenenfalls in den folgenden     Stufen     vorteilhaften     Koagulationsmittel,    die die       Entstehung    des aus feinen     Teilchen        bestehen-          den    Kautschukniederschlages bewirken, sind  lösliche Salze mit zwei- öder     mehrwertigen     Kationen in solchen Mengen, dass diese bei  einem einstufig ausgeführten Verfahren  schon eine mikroskopisch sichtbare Koagula  tion, also     Klumpenbildung,    verursachen wür  den.

   Nach erfolgtem Zusatz dieser in der  zweiten Stufe zugeführten Salze verliert die  Suspension die für den kolloiden Zustand       charakteristische    Ladung und Beständigkeit;  sie rahmt leicht auf     und    lässt sich von dem       Dispersiansmittel    leicht, z. B. durch Filtra  tion,     mittels    grobporiger Filter, z. B. durch  poröse Formen, trennen, sie gibt trotzdem  nach der Trennung eine zusammenhängende,  <I>cr</I> e     -ht,    Welche       ichmässigoe,    feste     Kautsehukschie     in ihren Eigenschaften von einer solchen, aus  nicht behandelter     Kautschukmilch    gewonne  nen Schicht nicht abweicht.  



  Als Kautschukmilch kann natürliche  oder künstliche Dispersion des     Kautschuks     in verdünntem oder konzentriertem Zustand  genommen werden, und zwar vorteilhaft mit       Stabilis.ierunb        mitteln.     



  Die Menge des zur Erzielung einer fein       verteilten,    aber nicht mehr kolloiden Kaut  schuksuspension erforderlichen ersten Zu  satzes ist bei     Verwendung    von löslichen Sal  zen zwei- oder     mehrwertiger    Kationen vor  teilhaft eine solche, dass diese Menge nicht  viel     unter    dem Schwellenwert liegt. Die    Menge des unlöslichen oberflächenaktiven  Zusatzes hängt von der     Anzahl,der    geladener.

    Teilchen, also von der Grösse der wirksamen  Oberfläche ab und wird in     solchen    Mengen  verwendet, dass durch den nachträglichen Zu  satz des     Koa.gulierungsmittels        eine    Klumpen  bildung nicht mehr auftritt und eine für  einige Stunden beständige feine     Suspensian     entsteht. Es     ergibt    sich von .selbst, dass für  diesen Zweck von fein verteilten kolloiden  Zusätzen viel weniger erforderlich ist als von  groben     Aufschlämmungen.     



       Ausführungsbeispiele:     1. 670 g konzentrierte Kautschukmilch  unter dem Handelsnamen     Revertex,    in wel  cher die. Benetzung     erleichternde    Stoffe, wie       Tamol    und     Saprotin,    ,gelöst werden und wel  che mit 330 g 1     %igem    Ammoniak verdünnt  wird, wird mit der Lösung eines Kalzium  salzes, wie z. B.     Kalziumchlorid,        Kalzium-          formiat    usw., versetzt in solchen Mengen,     .dass     die Konzentration der     entstandenen    Lösung  eine 0,02 oder 0,03 normale ist.

   Nach die  sem ersten Zusatz werden 100     .g    einer ein  fach normalen Lösung von     Kalziumformiat     zugesetzt. Darnach     entsteht    keine merkliche       Kautschukausscheidung.    Die so erhaltene  Suspension wird durch Eingiessen in Gips  formen     verfestigt        bezw.        verformt.     



  Würde diese Menge     Kalziumformiat    ohne  den vorherigen Zusatz von     zweiwertigen    Ka  tionen zum     Beisspiel        CaCl2        zugesetzt,    so ent  stünde sofort     eine        Ausscheidung    von Kaut  schuk in .grossen Klumpen.  



  2. Eine Mischung von 675 g     Reverteg,    in  welcher 860 g     Kaolin    mit     3-3-0    g 1 %     igem          Ammoniakwasser        angeteigt,    weiter     ;

  Schwefel.          Zinkoxyd,        Vulkanisatnonsbeschleuniger    zu  gesetzt wurden,     wird    mit 11/2 Gewichtspro  zent einer 7%igen     Kalziumformiat-    oder  6%igen     Kalziumohloridlösung    versetzt     und     nachher mit     10%        einer    7%igen     Kalzium-          formiatlösung    verrührt. Die so     ,gewonnene          Suspension    durch Eingiessen in Gipsformen,  welche vorteilhaft vorgewärmt werden, ver  formt.

   Man erhält der     Form        entsprechende     zusammenhängende     feste        Kautschukschichten.         3. 135     .g        Revertex    werden mit 172 g  Kreide, 2 g Schwefel, 1 g Zinkoxyd und  1 g     Vulkanisationsbeschleuniger    und 2 g     Kal-          ziumhydrat,    welche mit     3,6    g 5 %     iger        Ammo-          niaklösung,    .die 0,7     ,g        Tamol    und 0,7     ,

  g        Sapro-          tin    :gelöst enthält und hiermit     angeteigt    wur  den,     versetzt.    Die Mischung wird dann mit  10     Gev"i-ohtaprozent        einer        einfach    normalen       Kalziumformiatlö.sung        versetzt.    Man erhält  eine     Suspension,    welche mit der in Beispiel 2       erwähnten        identisch    ist und welche gleich  falls zur Herstellung hohler Kautschukwaren  durch poröse Formen verwendet wird.  



  4. 67-5 g     Revertex,    ,die     Benetzungsmittel     enthalten, werden mit einem Teig von 600 g       Bolus        alba    in 650 g 1     %igem    Ammoniak ver  setzt und mit 120     emg    einer einfach normalen       Kalziumformiatlösung    vermischt. Man erhält  auf diese     Weise    .gleichfalls eine Kautschuk  suspension, die in porösen Formen zu     festen          Formkörpern.    verarbeitet wird.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung fester Gebilde aus wässerigen Kautschukdispersionen durch Zugabe von Koagulationsmitteln zu denselben und Verfestigung der entstandenen Suspen sion, dadurch gekennzeichnet, dass man die Koagulationsmittel mindestens in zwei Stu fen zusetzt, wobei man in .der ersten Stufe die Art und Menge des goagulationsmittels so wählt, dass der Flockungswert der Dis- persion nicht erreicht wird und eine Aus flockung noch nicht erfolgt, und in .der letz ten Stufe so,
    dass der Flockun.gswert über schritten wird und eine feinflockige Kaut schuksuspension entsteht, welche alsdann durch Wasserentziehung verfestigt wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es in den verschiede nen iStufen mit verschiedenen Koagula- tionsmitteln ausgeführt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es in der ersten Stufe mit unlöslichen, oberflächenwirksamen Stoffen durchgeführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass es von der zweiten Stufe ab mit lös lichen Koagulationsmitteln durchgeführt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Koagulations- mittel mindestens in der ersten Stufe Salze von mindestens zweiwertigen Kationen verwendet werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass es in porösen Formen ausgeführt wird.
CH194462D 1935-12-30 1936-12-21 Verfahren zur Herstellung fester Gebilde aus Kautschukdispersionen. CH194462A (de)

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