Faseriges Erzeugnis mit Geheimkennzeichnung, insbesondere Geheimpapier, und Verfahren zu dessen Herstellung. Die Erfindung betrifft ein faseriges Er zeugnis, welches zur Verhütung von Fäl- sohungen eine Geheimkennzeiehnun.g auf weist, insbesondere Papier für Banknoten, Dokumente und Wertpapiere. Sie hat, dem nach in erster Linie Bedeutung für das Ge werbe der Geheimpapiere und ,dass graphische Gewerbe.
Sie kann jedoch auch auf andern Gebieten Verwendung finden, wo es sich um die Geheimkennzeichnung von Erzeugnissen handelt, um Nachahmungen feststellen zu können. In Betracht kommen hier zum Bei spiel Textilgewebe, Fäden und dergl.
Es ist bereits bekannt, Banknoten oder Wertpapiere mit regelmässigen oder unregel mässigen Mustern unter Verwendung von Stoffen zu bedrucken, welche in gewöhn lichem Licht farblos sind, im Ultralicht oder in einem ähnlichen Licht, z. B. dem Röntgen licht, eine eharakteristische Fluoreszenz zei gen. Solche Stoffe werden im folgenden kurz Fluoreszenzstoffe .genannt.
Auch hat man bereits Fluoreszenzstoffe bei der Herstellung des Papiers in die Papiermasse eingebettet. Diese Methoden haben zwar anfänglich be- friedi,gt,sind jedoch mit der fortschreitenden Entwicklung ,der riluoreszenzanalyse mehr oder minder unsicher geworden.
Das den Gegenstand der Erfindung bil dende, vor Nachahmung zu schützende Er zeugnis, beispielsweise Papier oder Textilgut oder ein anderes Erzeugnis, ist dadurch ge kennzeichnet, dass es Anteile enthält, welche mit einem Gemisch verschiedenfarbig flu- oreszierender Fluoreszenzstoffe :derart behan delt sind, dass das 'Stoffgemisch unmittelbar auf den behandelten Anteilen fixiert ist.
Bei diesem Behandlungsverfahren, welches keinen Gegenstand der Erfindung bildet, kann die Fixage durch alle bekannten Verfahren be wirkt werden, welche zum Beispiel wasser lösliche Farbstoffe treib- und wasserfest bezw. Ünabwasehbar fixieren. Die Fixiermittel selbst können wieder Fluoreezenzmittel sein.
Die Nachahmung der gekennzeichneten Erzeugnisse wird noch schwieriger, wenn diese neben den mit der Mischfluoreszenz ,ge kennzeichneten Anteilen noch weitere An teile enthalten, welche in ,gewöhnlichem Licht dieselbe Färbung, im Ultralicht dagegen eine andere Fluoreszenz aufweisen.
Umgekehrt können indem Erzeugnis auch zusatzähnliche Anteile enthalten sein, wel- ehe im Ultralicht :dieselbe Fluoreszenz, in ,ge- wöhnliehem Licht jedoch eine andere Farbe aufweisen.
Die Vorbereitung dieser die Geheim kennzeichnung verursachenden Teile, welche an sich nicht den Gegenstand der Erfindung bildet, gestaltet sich beispielsweise folgender massen: Die Farbe eines bekannten, in geeignetem Licht fluoreszierenden oder nicht fluoreszie renden Farbstoffes wird :durch Mischen anderer, verschiedenfarbig fluoreszierender Farbstoffe reproduziert. Gewisse Anteile des Erzeugnisses werden dann mit :dem zunächst erwähnten Farbstoff, andere Teile wiederum mit :dem Farbstoffgemisch behandelt. In :
ge wöhnlichem Licht zeigen dann die beiden Kennzeichnungen dieselbe Farbe, im Ultra licht oder im ähnlichen Licht jedoch einen grundlegenden Unterschied.
Umgekehrt kann auch das faserige Er- zeugnis zweierlei Anteile enthalten, welche in bezug auf Fluoreszenz übereinstimmen, in bezug :auf Farbe oder Färbung im gewöhn liehen Licht dagegen sich unterscheiden. Die ser Effekt wird nach einem :
den Gegenstand der Erfindung nicht bildenden Verfahren er zielt, bei welchem gewisse Anteile des Er zeugnisses mit einem in ,gewöhnlichem Licht nicht farbigen oder farbigen Fluoreszen@zstoff behandelt werden, während andere Anteile mit einem Gemisch von verschiedenfarbig fluoreszierenden Fluoreszenzstoffen behandelt werden, welches auf dieselbe Fluoreszenz wie der zuerst erwähnte Fluoreszenzstoff ein gestellt ist, dagegen im @gewöhnlichen Licht gefärbt oder anders ,gefärbt ist.
Nachahmungen können weiter auch erschwert werden, dass die verschieden artig ,gekennzeichneten Anteile des Erzeug- nisses die photographische Platte verschieden, artig beeinflussen, obwohl sie im gewöhn lichen oder/und im Ultralicht übereinotim- mende Farbe bezw. Fluoreszenz aufweisen,
wobei eine der Kennzeichnungen mittels eines Gemisches von Stoffen verschiedenartiger Fluoreszenz erfolgt. Der Fälscher erhält :dann zum Beispiel von einem Geldschein, je nach dem, welche Lampe er zum Photographieren verwendet, jedesmal ein anderes Bild. Die Fluoreszenzstoffgemische zeigen durch das verschiedene Licht der Lampen jedesmal verschiedenes Aufleuchten und damit auch eine verschiedene Reproduktion auf der photographischen Platte. Selbst beim,
Belich ten mit Tageslicht werden die Bilder auf der Platte stets Unterschiede erzeugen, welche als solche mit dem Auge im Tageslicht nicht erkannt werden können. Diese wichtige Tat sache macht das erfindungsgemässe Erzeug nis besonders wertvoll, weil alle guten Fäl schungen erfahrungsgemäss unter Zuhilfe nahme des photographischen Verfahrens her gestellt werden.
Die kennzeichnenden Anteile der Erzeug nisse können pulverige Form aufweisen, wel che mit :dem Auge in gewöhnlichem Licht kaum mehr zu unterscheiden sind. Im Ultra licht lassen sich. ,diese staubförmigen Körper noch gut erkennen, wenn ihre Fluoreszenz stark ausgewählt wird.
Die Herstellung dieser staubförmigen An- teile, welche wiederum nicht den Gegenstand der Erfindung bildet, gestaltet sieh folgen dermassen Bei der Behandlung der Fasern wird eine starke Mineralsäure verwendet, wodurch die Fasern eine spröde Beschaffenheit annehmen, we ehe die feine Zermahlung erleichtert.
Man verwendet zur Kennzeichnung fase riger Anteile solche Fixiermittel, welche nicht nur eine starke Fluoreszenz erzeugen, sondern die Fasern auch :spröde machen und eine Zerkleinerung zu Pulver ermöglichen.
Weiterhin können die Erzeugnisse auch geheimgekennzeichnete Anteile der vor beschriebenen Eigenschaften aufweisen, wel che eine charakteristische Gestalt aufweisen. Solche Körper lassen sich aus regenerierter Zellulose in Form von hakenförmigen, ver dickten oder verdrehten Gebilden herstellen. Die bei der Kunstseidenherstellung abfallen den, unerwünschten Borsten sind hierfür ge eignet.
Schliesslich können die Erzeugnisse auch Anteile enthalten, welche die oben erwähn ten Kennzeichnungen in regenerierter Zellu lose einsgebettet aufweisen. Die Herstellung dieser Anteile, welche wiederum nicht Gegenstand der Erfindung ist, erfolgt durch Einverleibung der Farb- bezw. Fluoreszenz- stoffe oder -stoffgemische in eine Zellulose lösung und Umwandlung sderselben in rege- nerierte,
geformte Zellulose.
Den Gegenstand der Erfindung bildet weiterhin ein Verfahren zur Geheimkenn zeichnung von Papieren für Banknoten und Wertpapiere. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass sden Papierfasern An teile einverleibt werden, die mit einem Cremi:sch verschiedenfarbig fluoreszierender Fluoreszenzstoffe derart behandelt sind, sdass das Stoffgemisch unmittelbar aufs den An- i eilen fixiert isst.
Man kann zu diesem Zweck bei der Herstellung des Papiers Anteile in die Papiermasse einbetten, welche mindestens eine der oben erwähnten Gesheimkennzeich- nungen aufweisen.
Ferner kann das fertige Papier mit Mas- sen, bedruckt werden, welche sich fixierende Cremische fluoreszierender Stoffe enthalten;
hierbei können in gleicher Weise Massen ver wendet werden. welche .gleiche Farbe, aber verschiedene Fluoreszenz, oder verschiedene Farbe, aber dieselbe Fluoreszenz aufweisen, oder schliesslich auch Massen, welche bei glei- eher Farbe oder/und gleicher Fluoreszenz eine verschiedene Beeinflussung der photogra phischen Platte aufweisen, wobei wieder eine der Kennzeichnungen mittels eines Gemisches von Stoffen verschiedenartiger Fluoreszenz erf olgt.
Das Bedrucken kann insbesondere unter Verwendung von Fluoreszenzstoffen, welche in gewöhnlichem Licht farblos oder nur schwach gefärbt sind, derart erfolgen, dass einzelne Stellen des Papiers völlig transpa- rent bleiben.
Auf diese Weise wird die Durchsicht durch .das Papier bezw. :durch die Wasserzeichen nicht beeinträchtigt, ander- seits aber die Fluoreszenz im geeigneten Licht besonders ,deutlich. Man hat hierzu lediglich solche -Fluoreszenzmittel anzuwen den und in geeigneter Weise zu vermischen, welche gleichfalls transparent ,sind und somit die vorhandene Transparenz nicht aufheben.
Ferner können auch auf -das Papier Kör per und insbesondere Fasern aufgebracht \c erden, welehe die oben erwähnten Kenn zeichen aufweisen.
<I>Beispiel 1:</I> Um ein schwer nachahmbares Papier zu erhalten, werden dem Papierstoff im Hol länder oder in der Mischbütte oder schliess lich auf der Papiermaschine mittels beson derer Zugabevorrichtungen Fasern zugefügt; welche in fixierter Form eine hellblaugrün < , Mischfluoreszenz und schwach gelbe Farbe aufweisen.
Die Vorbereitung dieser Fasern bildet nicht den Gegenstand der Erfindung und ge staltet sich wie folgt: 200 g Kupferkunstseide in Strangform werden mit 0,1 % Dianil:reingelb HS bei einer Flottenlänge von 1:20 eingefärbt.
Dann wird durch Behandlung mit einer 10 % ixen Zinksulfatlösung und Ammoniak Zsink- hydroxyd auf der Faser niedergesschlagen. Die Kunstseide wird weiter mit einer halb- gesättigten Lösung von Natriumsalizylat und von ss-Naphtol in Natronlauge gelöst, imprä- gniert, gespült und getrocknet.
Sehliesslich wird die Kunstseide mit einer 2 %i-gen Lö sung von Phtalsäure-Glyzerin-Kondensations- produkten in. Ammoniak fixiert. Die letzt genannten Produkte sind unter der Handels- bezeichnung "Mowlith" bezw. "Dux I" im Handel erhältlich.
Die Kupferkunstseide wird dann in kurze Teile zerschnitten oder zu :Staub zermahlen.
<I>Beispiel 2:</I> Webwaren werden an der Selfkante mit einem oder mehreren Fäden versehen, welche braun mit einem Stich nach olivgrün :gefärbt sind und rein grün fluoreszieren.
Die Fasern sind wie folgt vorbereitet, ohne dass ihre färberische Behandlung :den Gegenstand des Patentes bildet: 500 g Viskoseseide in Strangform werden mit 5 % Rhodamin VG bei einer Flotten- länge 1 :
20 grundiert und dann mit einer 15 %igen Zinkchloridlösung in Wasser naaah- behanJelt und gut mit kaltem Wasser nach- gespült. Hierauf wird mit 3 % Dianilrein- gelb weiter .gefärbt und mit 2 % Isaminblau VI B nuanciert. Die angegebenen Farbstoff mengen beziehen sich auf die Ware; im all gemeinen wird auch gemäss folgenden Bei spielen :stets mit einer Flottenlänge von 1 :
20 gearbeitet.
Nach abermaligem Spülen wird die Vis- koseseide gut getrocknet und schliesslich mit der im Beispiel 1 erwähnten acetonzschen Lösung des gemäss Beispiel 1 verwendeten Phtalsäureharzes imprägniert. Die Kunst seide zeigt in gewöhnlichem Licht eine braune Farbe mit einem Stich nach oliv grün, während sie im Ultralicht rein :grün aufleuchtet.
<I>Beispiel 3:</I> Dem Papierstoff werden bei der Herstel- lung Fasern oder Faserpulver zugemischt, welche graublau gefärbt sind und eine fixierte, helle blaugrüne Fluoreszenz auf- weisen.
Die .den Gegenstand des Patentes nicht bildende Vorbereitung der Fasern gestaltet µich folgendermassen: 200.g Viskosekunstseide werden in.Strang- form mit 3 % Rhodamin VG vorgefärbt und mit einer wässrigen 115%igen Zinkchlorid- lösung nachbehandelt. Dann wird mit einem Bad,
enthaltend 2 % Dianilreingelb HS, 1 Baumwollbraun RN und 2 % Isomnblau VI B nachgefärbt. Alsdann wird mit einer w'äss- ri,gen Lösung von 0,5 % eines sulfonierenden Mineralöls, z.
B. mit dem im Handel erhält lichen Produkt "Neomerpin", und von 8 l-Naphtol,gelöst in Natronlauge, imprä- gniert und mit schwacher Säure nachbehan- delt. Die getrocknete Ware wird mit einer 1 % ixen acetonischen Lösung der in den obigen Beispielen erwähnten Kunstharze nachbehandelt. .Schliesslich wird noch schwach geseift.
<I>Beispiel I:</I> Die nach Beispiel 1 und 3 verwendeten Fasern oder Faserfragmente werden regel mässig oder unregelmässig nebeneinander ver wendet und dem Papier beider Herstellung beigemis:oht oder pulverförmig zu einer Druckpaste verarbeitet und auf das Papier aufgedruckt.
<I>Beispiel 5:</I> In gleicher Weise werden die Fasern ge mäss Beispiel 3 neben Fasern verwendet, wel che :denselben .graublauen Farbton aufweisen, jedoch keine Fluoreszenz.
Beispielsweise lässt sich, ebenfalls nicht patentgemäss, derselbe braublaue Farbton ohne Fluoreszenz mit einem Bad erzielen, welches SiriusgrauG, Siriuso:range G, Dianil schwarz ABB und iSiriuslichtblau enthält.
Der Schutz für das beanspruchte Erzeug- nis wird nur insoweit beansprucht, als das selbe nicht,durch ein für die Textilindustrie in Betracht kommendes, nicht rein mecha- nisches Verfahren zur Veredlung von rohen oder verarbeiteten Textilfasern erhalten vcnzrde.