CH194513A - Verfahren zum Zementieren von Eisen und Stahl. - Google Patents
Verfahren zum Zementieren von Eisen und Stahl.Info
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Description
Verfahren zum Zementieren von Eisen und Stahl. Gegenstand der Erfindung ist ein Verfah ren zum Zementieren von Eisen und Stahl unter Verwendung von Cyanidbädern.
Bekanntlich tritt in Cyanidbädern die Bil dung von Carbonaten auf. In einem Bad, welches neben den üblichen die Flüssigkeit des Bades fördernden Salzen in bekannter Weise auch Bariumchlorid in grösseren Men- gen, beispielsweise 50 % oder mehr, enthält,
tritt so durch Umwandlung des Natrium- cyanids in das die Zementierung stark beför dernde Bariumcyanid neben andern Um setzungsprodukten auch Bariumcarbonat auf. Je mehr Bariumchlorid das Bad enthält, desto lebhafter ist zwar die Bildung von Barium- cyanid, desto grösser ist aber auch die Menge des entstehenden, bekanntlich die Zementie rung hindernden, verbrauchten Bariumcarbo- nats. Man hat infolgedessen die gohlebildung durch Zusatz weiterer Stoffe, wie z.
B. Stron- tiumverbindungen, anzuregen und zu steuern versucht. Es sind bereits cyanhaltige Zementier- schmelzbäder bekannt, welchen zur Hemmung einer zu raschen Cyanzersetzung kleinere Mengen Bariumcarbonat zugesetzt werden.
Diese Bäder besitzen aber den Nachteil, dass die Regulierung des Bades durch die die Cyan- zersetzung befördernden und ö die der Cyan- zersetzung entgegenwirkenden Bestandteile zu verwickelt ist und eine planmässige Ein stellung des Bades zur Erreichung gleich mässiger und guter Tiefenwirkung praktisch unmöglich ist.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Ver fahren zum Zementieren von Eisen und Stahl, das dadurch gekennzeichnet ist, dass man ein Cyanidbad verwendet, dem soviel Barium- carbonat zugesetzt wurde, dass es mindestens 15 % davon enthält, wobei das Bad gege- benenfalls bis höchstens 30 % Bariumchlorid enthalten kann.
Es wurde nämlich festgestellt, dass die Umwandlung des Bariumchlorids und Cyan- natriums in Bariumcyanid und Bariumcarbo- nat verlangsamt wird, wenn man dem Bad von vornherein eine grössere Menge von Ba- riumcarbonat zusetzt, wobei der Gehalt an Bariumchlorid entsprechend herabgesetzt oder ganz unterdrückt werden kann, da es sich dabei herausgestellt hat, dass entgegen allen früheren, die Grundlage verschiedener Ver fahren bildenden Annahmen, das Barium chlorid,
welches sich mit den im Bade ent haltenen Cyaniden zu Bariumcyanid umbil det und in dieser Form die Zementierwirkung des Bades verbessern soll, in dem Bade ent behrlich, jasogar oft unerwünschtist. Es konnte zum Beispiel festgestellt werden, dass ein Schmelzbad, welches kein Bariumchlorid, je doch neben den den Schmelzpunkt herab setzenden und die Flüssigkeit begünstigenden neutralen Salzen, wie Natriumchlorid, Kalium chlorid usw., ein grössere Menge, d. h.
mehr als 15%, Bariumcarbonat enthält, den Vor- teil aufweist, neben einer bis 2 mm gehen dem Tiefzementierwirkung auch den sonst in Schmelzbädern störend wirkenden, unverhält nismässig schnellen Cyanverlust zu verhindern.
Versuche zeigten, dass das dem Bade von vornherein zugesetzte Bariumcarbonat die Kohlebildung im Bade erhöht, während im Gegensatz dazu das sich durch die Umsetzung von Bariumchlorid im Bade bildende Barium- carbonat allmählich, trotz des Vorhandenseins grösserer Cyanmengen die Zementierwirkung des Schmelzbades zum Stehen bringt.
Beispielsweise wurde gefunden, dass ein Cyanidschmelzbad, welches aus Natrium- cyanid mit dem üblichen Gemisch von Ohlo- riden, einschliesslich Bariumchlorid in einer im allgemeinen 30 v.
H. nicht übersteigenden Menge, besteht, bei Zusatz von 25 % Barium- carbonat nach kurzer Zeit eine% lebhafte Kohlenausscheidung zeigt, die sich nach weni gen Stunden zu einer starken Kohlendecke verdichtet und auch nach wochenlangem Be trieb, bei Zusatz derselben Salzmischung nicht verschwindet.
Ueberraschenderweise beträgt der tägliche Cyanverlust bei Verwendung dieses Bades kaum die. Hälfte .des bei dem gleichen Bade ohne Zusatz von Bariumcarbonat gewöhn lichen Schwundes. Beispielsweise wurden beim ersten Einschmelzen eines solchen 30 0%igen Cyanidbades nur ca. 3% Cyan verloren, während der im Dauerbetrieb festgestellte tägliche Cyanverlust 1-2 v. H. nicht über stieg.
Die Zementierleistung des Bades war der Leistung eines 50-75%igen Cyariid- bades überlegen.
Das Arbeiten mit dem durch Bariumcar- bonatzusatz stabilisierten Schmelzbad hat gegenüber den bisher bekannten Cyanidbä- dern folgende Vorteile: 1. Wochenlang gleichbleibende, ungewöhnlich starke Zementierwirkung, 2. einfache Handhabung. Eine tägliche Fest stellung des Cyangehaltes und Ergänzung desselben genügt, 3. Ersparnis an Cyan: Selbst beim Ein schmelzen gehen nur wenige v. H. an Cyan verloren. Der tägliche Verbrauch schwankt bei Temperaturen bis 900 0 C zwischen 1 und 2 v. H., 4. hohe Dünnflüssigkeit, daher geringer An hafteverlust.
Ein Bad das nach vorliegender Erfindung verwendet wird, kann, insbesondere wenn es kein Bariumchlorid enthält, durch einfaches Nachsetzen der zum Ausgleich des Ver- dampfungs- und Anhafteverlustes erforder lichen Salzmengen wochenlang auf der Höhe seiner Wirkung gehalten werden. Im Bade bildet sich fortgesetzt neuer Kohlenstoff und an der Oberfläche entsteht eine Kohlenstoff enthaltende Schutzdecke, die dem Schäumen und Verdampfen des Bades und vor allem einem übermässigen Abfallen des Cyangehal- tes entgegenwirkt.
Beim ersten Einschmelzen eines solchen Bades ist es zweckmässig, bis zur Bildung dieser Schutzdecke den Luftzu tritt durch Abdeckung mit einem. Deckel oder dergl. oder sonatwie zu verhindern.
Nachstehend werden einige Beispiele der Zusammensetzung von Zementierbädern ge geben, die beim Verfahren gemäss der Erfin dung angewandt werden können.
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<I>A <SEP> acsf <SEP> ührungsbeispiel <SEP> 1:</I>
<tb> Natriumcyanid <SEP> 15 <SEP> %
<tb> Bariumchlorid <SEP> 39%
<tb> Natriumohlorid <SEP> 24%
<tb> Kaliumehlorid <SEP> 16%
<tb> Kohle <SEP> <B><U>60/0</U></B>
<tb> 100 Diese Zusammensetzung stellt eins der üblichen Cyanidbäder dar. Nachdem dieses Schmelzbad mehrere Wocben gebraucht war und in Leistung stark nachgelassen hatte, wurden 25 v. H. Bariumcarbonat zugesetzt.
Nach dem Einschmelzen begann eine stärkere Kohlebildung, die Einsatzhärtung hob sich auf 0,6 mm in 60 und 1 mm in 120 Minuten und blieb wochenlang unverändert gut.
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<I>Aessfi%lar,?ciagsbeispiel <SEP> 2:</I>
<tb> Natriumcyanid <SEP> <B>150/0</B>
<tb> Natriumchlorid <SEP> 24%
<tb> Kaliumehlorid <SEP> 16%
<tb> Bariumchlorid <SEP> 15%
<tb> Bariumcarbonat <SEP> <U>30 <SEP> %</U>
<tb> <B>1000/'</B> Das Bad dieser Zusammensetzung gibt eine Einsatztiefe von 0,4-0,6 mm in einer Stunde, von 0,8-1 mm in zwei Stunden und 1,5-1,8 mm in vier bis fünf Stunden je nach den angewandten Temperaturen und der Art des Stahls.
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<I>-Aus <SEP> f <SEP> iihrursgsbeispiel <SEP> 3:</I>
<tb> Natriumcyanid <SEP> 20 <SEP> %
<tb> Kaliumehlorid <SEP> 200/0
<tb> Natriumehlorid <SEP> 30 <SEP> %
<tb> Bariumcarbonat <SEP> 30%
<tb> <B>1001170</B>
EMI0003.0010
<I>Ausführungsbeispiel <SEP> .4:</I>
<tb> Natriumcyanid <SEP> 45 <SEP> %
<tb> Kaliumchlorid <SEP> 10%
<tb> Natriumchlorid <SEP> 15%
<tb> Bariumcarbonat <SEP> <U>30 <SEP> %</U>
<tb> 100 Mit den letzten Bädern werden, wie er wähnt, Einsatztiefen bis zu 2 mm erreicht. Die Verluste durch Verdampfung sind ver hältnismässig gering. Durch Nachsetzen von geringen Mengen ist es möglich, die Bäder dauernd wirksam zu erhalten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Zementieren von Eisen und Stahl unter Verwendung von Cyanid- bädern, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Cyanidbad verwendet, dem soviel Barium- carbonat zugesetzt wurde, dass es mindestens 15 % davon enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Cyanidbad verwendet, das ausserdem bis höchstens 300% Bariumchlorid enthält. 2.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Cyanidbad verwendet, das neben Kaliumehlorid und Natriumchlorid mehr als 15% Barium- carbonat enthält.
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