CH194573A - Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit von Mitteln zur Behandlung der perniziösen Anämie. - Google Patents

Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit von Mitteln zur Behandlung der perniziösen Anämie.

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CH194573A
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Guenter Dr Med Wallbach
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Guenter Dr Med Wallbach
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Description


  Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit von     Mitteln    zur Behandlung  der     perniziösen    Anämie.    Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren, nach dem man die     Wirkung    von Mit  teln zur Behandlung der     perniziösen    Anämie  feststellen kann. Eine solche Feststellung ist  von grosser Wichtigkeit, damit man weiss,  welche Wirkung das Heilmittel auf den  Kranken auslösen wird, und welche Dosis  des     Heilmittels    einem bestimmten Kranken  zu verabfolgen ist.  



  Zur Behandlung der     perniziösen    Anämie  hat man z. B. Leber, Schweinemagen, Apri  kosen und ähnliche Mittel angewandt, die in  frischem Zustande jedoch in so grossen Men  gen (z. B. 250     gr    frische Leber täglich als  Mindestmenge), verabreicht werden müssen,  dass diese Verabreichung sich praktisch  schwer durchführen lässt. Denn der Kranke  hat naturgemäss einen grossen Widerwillen  dagegen, täglich die gleiche zumal an sich  nicht angenehme Nahrung zu sich zu nehmen.  Deshalb ist man dazu übergegangen, aus der  Leber usw. angereicherte Auszüge und     dergl.     herzustellen.

      Es ist aber bisher kein einwandfreies  Verfahren bekannt geworden, welches die  genaue     Prüfung    derartiger Mittel zur Be  kämpfung der     perniziösen    Anämie auf das  Vorhandensein und die Menge der wirksamen  Bestandteile gestattet.  



  Da aus der Angabe der zur Herstellung  verwendeten Menge der Ausgangsstoffe allein  ein Schluss auf die in dem betreffenden Er  zeugnis enthaltene Menge an Wirkstoffen  nicht gezogen werden konnte, versuchte man  bisher, durch klinische Beobachtung die  Wirkung eines Präparates zu bestimmen.  Eine solche Beobachtung führt selbstver  ständlich zu Ergebnissen, die keinen An  spruch auf Genauigkeit machen können, weil  die Wirkungen sich selbstverständlich nicht  mit Feinheit feststellen lassen, und weil  weiterhin die einzelnen Menschen in den ver  schiedenen Krankheitsstadien auf die Mittel  ganz verschieden ansprechen.

   Schliesslich ist  eine klinische Bewertung nur bei Beobach  tung sehr zahlreicher Fälle möglich,     in    denen      auch auf die Gefahr der Unwirksamkeit des       Mittels    Kranke behandelt werden müssen.  



       Weiterhin    ist es schwierig, bei jeder  einzelnen     Herstellungs-Charge        wieder    neue  klinische Prüfungen anzustellen.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren soll  diese Lücke schliessen. Es ermöglicht, Er  zeugnisse laboratoriumsmässig auf ihre Wirk  samkeit zu     prüfen    und die Herstellung lau  fend daraufhin zu beobachten, dass die Mittel  stets gleichmässig geliefert werden.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren gründet  sich auf die bekannte Tatsache, dass die Ver  abreichung verschiedener Stoffe die Speiche  rungsfähigkeit des     retikuloendothelialen        Sy-          stemes    für Tusche und     dergl.        beeinflusst.     Man hat diese Tatsache     bisher    nicht dazu be  nutzt, den Wert eines     Mittels    zu bestimmen,  weil keine spezifischen Erscheinungen be  obachtet wurden.

   Versuche haben nun er  geben, dass bei Verabreichung von     Mitteln     zur     Behandlung    der     perniziösen    Anämie     be-          stimmte        Erscheinungen    im     Retikuloendothel,     die als spezifisch für das     antiperniziöse     Prinzip angesehen werden können, auftreten.  



  Es wurde nämlich festgestellt, dass bei       Mäusen    bei Darreichung von Leberpräparaten  das Speicherungsvermögen der Milzzellen sich  ändert. Spritzt man eine     Tusche-Aufschwem-          mung,    z. B. verdünnte schwarze Tusche oder  eine     Aufschwemmung    von feinem Kohlen  stoff, z.

   B. in Form von Russ, in das Blut  von     lebenden    Mäusen, so ist die     Tuscheab-          lagerung    in Milz und Leber mikroskopisch  stark erkennbar, während bei     Mäusen,    denen  vorher ein     antiperniziös    wirkendes     Heilmittel     verabreicht wurde, die Tusche nicht in derart  starkem Masse in der Milz     auftritt,    wogegen  die Speicherung in der Leber dieselbe ist.       Beispiel:     Um die Tusche auf ihre     Verwendbarkeit     zu prüfen und Vergleichsbilder zu erhalten,  wird mehreren, z.

   B. sechs Mäusen (möglichst  weissen Mäusen von einem Gewicht von je 18  bis 20 Gramm), je 0,1     cm'    einer Verdünnung  von einem Tropfen Tusche auf 1 ein' Was  ser in eine Vene (möglichst Schwanzvene)    gespritzt. Nach zwei Stunden werden die  Tiere getötet. Wenn die Tusche sich feinkör  nig in grösseren Mengen in der Leber und in  der Milz abgelagert hat, so ist die Tusche  für das Verfahren brauchbar. Die auf diese  Weise geprüfte Tusche kann jahrelang ver  wendet werden, sofern sie gut verschlossen  und vor Verdunstung geschützt     aufgehoben     wird.  



  Es wird dann weiter sechs Mäusen im Ge  wicht von 18 bis     \?0        gr    zuerst 0,1 cm'  des zu prüfenden Präparates aus Leber,  Schweinemagen, Aprikosen oder     dergl.    in die  Bauchhöhle gespritzt. In den Fällen, in  denen das Präparat nicht flüssig ist, wird  eine Menge von 0,05     gr    des Präparates mit  Wasser aufgeschwemmt und diese Masse ein  gespritzt.  



  Nach     9-4    Stunden wird, ebenso wie bei  dem Vergleichsversuch, Tusche in die Vene  gespritzt.  



  Nach weiteren zwei     Stunden    werden die  Tiere getötet.  



  Nach der Tötung der Tiere werden Milz       und    Leber mikroskopisch untersucht. Es  braucht dann nur die Abweichung zwischen  der     Tuschespeicherung    in der Leber und in  der Milz untersucht und festgestellt zu wer  den, zu welchem der durch die     Beobachtung     von vorbehandelten und nicht vorbehandelten  Mäusen früher     erprobten    Abbildungsschemas  das mikroskopisch sich ergebende Bild ge  hört.  



  Die Ergebnisse einer Untersuchung sind  in der     beigefügten    etwas     schematischen     Zeichnung dargestellt:       Fig.    1 zeigt die als schwarz angelegte  Flecke dargestellten     Tuschespeicherangen    1  in der Leber, wie sie unter allen Umständen  bei den vorbehandelten und bei den Kontroll  tieren ersichtlich sein muss. Es handelt sich  um eine mittelgrobe     Tuschespeicherung    in  den Sternzellen der Leber, wogegen die  eigentlichen Leberzellen sich vollkommen  frei von Tusche erweisen müssen.  



  In den andern Figuren     wird    die ebenfalls  als schwarz angelegte Flecke dargestellte  Speicherung in der Milz veranschaulicht. Die           Tuschespeicherung    3 im Sinne eines positiven  Lebertestes zeigt     Fig.    3. Hier findet sich  eine ganz feine, gerade noch ersichtliche       Tuscheablagerung    in den     Retikulumzellen     zwischen dem     Lymphkörperchengewebe    und  dein Milzmark. Diese     Tuschespeicherung    3  nach     Fig.    3 in der Milz entspricht dem posi  tiven Ausfall des Testes, d. h. das dem Tiere  verabreichte Leberpräparat ist wirksam.  



  In     Fig.    2 ist die Speicherung 2 eine  grobe. Dieses Bild entspricht dem Fall, dass  die Tiere nicht vorbehandelt wurden     bezw.     dass sie ein unwirksames oder von einem  wirksamen Präparat zu wenig erhielten.  



  Nur wenn sich neben dem Bild 1 das Bild  3 ergibt, wird man das verabreichte Präparat  in der verabreichten Dosis als wirksam er  achten, während es sonst als unwirksam gel  ten wird.  



  Bei wirksam befundenen Präparaten wird  man in der Regel den Versuch weiter fort  setzen, indem man kleinere Mengen (0,09.  0,08, 0,07 usw. des flüssigen Präparates oder  0,045, 0,04, 0,035 usw. des festen Präparates)       einspritzt.    Man wird dabei festhalten, wie  lange noch sich nach den Einspritzungen das  Wirksamkeitsbild ergibt und kann damit,  die geringste noch wirksame Menge eines         Präparates    als ermittelt betrachten. Diese  Menge soll als Einheit gelten.  



  Auf Grund der Feststellung der     Präpa-          rat-Einheiten    ist ein Vergleich der einzelnen  Präparate möglich, so dass sich der Mediziner  beim Verordnen von Leber- und sonstigen       Anämie-Präparaten    an die Einheiten halten  kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit von Mitteln zur Behandlung der perniziösen Anämie, dadurch gekennzeichnet, dass Ver suchstieren das zu untersuchende Heilmittel verabreicht und darauf diesen Tieren eine Tuscheaufschwemmung in die Adern ge spritzt wird, zum Zwecke die Speicherung der Tusche in Leber und Milz der so behan delten Tiere durch mikroskopische Unter suchung mit der Speicherung der Tusche in den genannten Organen bei lediglich mit Tusche vorbehandelten Tieren vergleichen zu können, wobei als Massstab für die Wirksam keit bei gleicher Speicherungsstärke in der Leber die geringere Ablagerung in der Milz des vorbehandelten Tieres gelten soll.
CH194573D 1936-12-16 1936-12-16 Verfahren zur Prüfung der Wirksamkeit von Mitteln zur Behandlung der perniziösen Anämie. CH194573A (de)

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