Verfahren zur Herstellung -von Kondensatorelektroden. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Herstellung von Kondensator elektroden mit mehreren gleich starken, ko axialen Mänteln und einem Boden durch Kaltspritzen. Aus zwei derart ausgebildeten, ineinander schiebbaren Elektroden bestehende Kondensatoren sind bereits bekannt. Die be kannten Elektroden werden dadurch erhal ten, dass mehrere Mäntel, z. B. durch Löten, koaxial an einem gemeinsamen Boden be festigt wurden. Auch wurde schon vorge schlagen, die Elektroden dadurch herzustel len, dass mehrere becherartige Körper inein ander gesteckt und deren Böden aneinander befestigt wurden.
Die Durchführung der artiger Verfahren ist mühevoll, beansprucht ziemlich viel Zeit und setzt eine grosse Ge schicklichkeit des Arbeiters voraus.
Auch hat man früher schon vorgeschla gen, mit Hilfe des sogenannten Gesenk- schmiedeverfahrens mit doppelten, konzen trischen Mänteln und einem gemeinsamen Boden ausgestattete Gegenstände herzustel- len. Die Umgestaltung .des, Werkstückes in seine endgültige Form erfordert jedoch da bei mehrere Ziehstufen und somit viel Zeit.
Das Kaltspritzverfahren wird beispiels weise angewendet zur Herstellung von becherartigen Körpern, z. B. aus Aluminium, wobei der Werkstoff nur durch einen ein zigen Spalt, und zwar zwischen den benach barten Enden von zwei Ringen gepresst wird.
Bei der Herstellung von Körpern ver wickelter Gestalt, wie z. B. mehrwändigen Elektroden, durch Kaltspritzen, bei der der Werkstoff gleichzeitig durch mehrere Spalte hindurch gepresst wird, tritt jedoch der Übel stand auf, dass der gewünschte Werkstoff fluss auf bestimmte Gebiete beschränkt bleibt und an andern Stellen nur unvollkommen oder gar nicht zustande kommt. In Fig. 3 ist eine Kondensatorelektrode dargestellt, bei der der gewünschte Werkstofffluss bei den innern Mänteln nur sehr unvollkommen zu stande gekommen ist.
Es ergibt sich, dass der äussere Mantel bedeutend höher als der innere Mantel ist. Eine .derartige Elektrode wird mit Hilfe des Gerätes nach Fig. 2 her gestellt. Diese Vorrichtung besteht aus einem ortsfesten Tisch 6 und einem beweglichen Stempel 7. Auf den Tisch 6 wird die Pastille P aufgelegt. Der Stempel 7 weist einen mit einer zylindrischen Öffnung versehenen Kör per, sowie mehrere ringförmige Stempelteile 9 und 10 auf. Im Stempel 7 ist ferner ein erweiterter Teil 11 vorhanden, mit dem der Flansch gebildet wird, der erforderlich ist, um den Körper nach dem Pressvorgang aus der Form entfernen zu können.
Es wurde je doch erkannt, dass eine solche Vorrichtung für die Herstellung von Kondensatorelektro- den unbrauchbar ist, da die mit ihr erzeug ten Elektroden Mäntel mit sehr grossen Höhenunterschieden aufweisen, wie in Fig. $ gezeigt ist. Diese Erscheinung ist darauf zu rückzuführen, dass der Werkstoff beim Ab fliessen nach dem grössten Mantel den ge ringsten Widerstand findet.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist da durch gekennzeichnet, dass eine kreisförmige Scheibe, deren Durchmesser höchstens gleich dem Aussendurchmesser des äussersten Man tels der herzustellenden Elektrode ist, mit tels eines Stempels nur so weit gepresst wird, dass der Boden der Elektrode eine Dicke auf weist, die mindestens das Dreifache der Mantelstärke beträgt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Fig. 1, 4 und 5 der Zeichnung beispiels weise erläutert. Obgleich einfachheitshalber nur eine geringe Anzahl von Mänteln dar gestellt ist, ist es einleuchtend, dass Elektro den hergestellt werden können, die eine grössere Anzahl von Mänteln besitzen.
In Fig. 1 ist eine Kondensatorelektrode dargestellt, die aus einem Boden 1 und aus Mänteln 2, 3 und 4 besteht. Der Boden ist an der Aussenseite mit einem Flansch 5 ver sehen. Die Elektrode ist mit Hilfe des Kalt- spritzverfahrens hergestellt.
Da der Werkstoff in der Umgebung der mehr nach innen liegenden lIäntel einen grösseren Widerstand findet, wird nun für jeden mehr nach aussen liegenden Mantel weniger Werkstoff zur Verfügung gestellt, wodurch alle Mäntel eine nahezu gleiche Höhe erhalten. Dies kann zum Beispiel da durch erreicht. werden, dass die ringförmige Ausdrehung 11 in Fig. \? fortgelassen wird. Man erhält so eine Ausgangsscheibe, deren Aussendurchmesser demjenigen des äussersten Mantels der herzustellenden Elektrode ent spricht.
Es entsteht in diesem Falle eine auf der Aussenseite glatte . Kondensatorelek- trode gemäss Fig. 4, deren Mäntel nahezu die gleiche Höhe besitzen, sofern bei der endgül tigen Elektrode die Dicke des Bodens wenig stens dreimal so gross als die Stärke der Nläntel bleibt. Geringe Unterschiede in der Höhe der Mäntel können auf in der Technik übliehe Weise ausgeglichen werden.
Eine Elektrode mit dem in Fig. 1 dar gestellten Flansch 5 kann mit Hilfe der in Fig. 5 dargestellten Pressvorrichtung her gestellt werden. Diese Vorrichtung besitzt einen Tisch 17 und einen auf diesem an geordneten Körper 13, der sich nicht mit dem Stempel bewegt und eine ringförmige Ausdrehung 19 aufweist. P bezeichnet wie der die umzuformende Scheibe. Der Stempel weist einen Stift 20, sowie einige ringför mige Stempelteile 21, 22 und 23 auf, die an ihren Enden etwas verdickt sind, so dass das während des Pressens diesen Teilen entlang fliessende Material einen Widerstand findet, der so klein wie möglich ist.
Der Unterseite des Elektrodenbodens kann durch den Press- vorgang jede beliebige Form gegeben wer den.
Die Elektrode bietet ausser der billigen Herstellungsweise den weiteren Vorteil, dass der Abstand zwischen je zwei Mänteln stets gleich ist. Ausserdem sind alle mit einem und demselben Gerät hergestellten Elektroden vollkommen gleich, so dass die Unterschiede der Kapazitätswerte verschiedener Konden satoren sehr gering gehalten werden können.
Als Werkstoff kommt vorzugsweise Alu minium, aber auch Messing mit einem genü genden Kupfergehalt, ferner Blei und Zink, in Betracht. Es können im allgemeinen alle Stoffe, die bei Kaltspritzverfahren angewen det werden, zur Anwendung kommen.