Selbstanlaufender Einphasen-Wechselstrom-Synchronmotor. Für selbstanlaufende Einphasen-Wechsel stromsynchronmotore sind bereits zahlreiche Vorschläge bekannt geworden mit dem Er gebnis, dass diejenigen, welche wirklich selbst anlaufende und synchronlaufende Motore zeitigten, nur für die Zwecke :des- Antriebes von Uhren bezw. Tarifapparaten verwend bar waren, während sie für grössere Leistun gen, wie zum Beispiel sie bei Sprechappara ten oder dergl. erforderlich sind, selbst bei Ausführung des Motors im. vergrösserten Massstabe nicht brauchbar waren.
Die eine Gruppe dieser Vorschläge betraf meist schnell laufende Motore, bei denen Läufer und Ständer gleiche Polzahl aufwiesen und der Läufer die der Polzahl des Ständers: ent sprechende Geschwindigkeit besass. Die an dere Gruppe :dieser Vorschläge richtete sich auf langsam laufende Motore, bei denen die Anzahl der Polzähne :des Läufers ein Viel- faches:,der Ständerpolzahl betrug. Die so, vor geschlagenen Motore weisen gleichzeitig Vor- und Nachteile auf.
Die :ersteren haben den Nachteil, dass das Kupfer der Käfigwicklung während des, synchronen Laufes den grössten Teil seiner Wirkung einbüsst, da in der Wicklung nur noch so viel ,Strom induziert wird, wie sich :das Magnetfeld im Läufer zahn während :des Laufes von einem Pol zum andern in seiner Stärke verändert, wo durch nur ein Bruchteil der Leistungsmög lichkeit erzielt wird. Infolgedessen weist das Anlaufmoment kurz vor dem Erreichen des Synchronismus eine sehr :schwache Stelle auf, so dass der Motor, sobald er belastet an laufen soll, über :
diese Stelle nicht hinweg kommen und seine synchrone Drehzahl nicht erreichen kann. Der Vorteil dieser ersteren Motore besteht jedoch darin, dass sie im syn chronen Lauf einen sehr guten Wirkungs grad haben, der dadurch erzeugt wird, dass das Eisen im Läufer nicht dauernd ummag- netisiert wird und daher dieser .sich lediglich in Wärme umsetzende Energieverlust ge spart wird. Diese Motore laufen nur noch als Reaktionsmotore, wie die Synchronmotore mit kupferlosem Läufer nach dem Prinzip des phonischen Rades, die bekanntlich einen sehr guten Wirkungsgrad aufweisen.
Bei der zweiten Gruppe der vorgeschla genen Motore, den Langsamläufern, bei denen die Läuferpolzahl ein Vielfaches. der Ständerpolzahl beträgt, tritt die oben er wähnte, kurz vor dem .Synchronismus auf tretende schwache Stelle im Anlaufdreh moment nicht so stark in Erscheinung, da gegen ist.
der Wirkungsgrad wesentlich nie driger als bei der ersten Gruppe, was darauf beruht, dass der Ständerpol, der einen gewis sen Teil des Läuferumfanges umschliessen muss, eine grössere Anzahl von Läuferpolen abdeckt und, da der Läufer während eines Wechsels sieh nur um eine Läuferpolteilung fortbewegen kann, dass der Läuferpol samt seinen Nachbarn während der Bewegung innerhalb des durch den Ständerpol bedeck ten Winkels bei jedem Wechsel ummagneti siert wird, wodurch in der Käfigwicklung nutzlose, in Wärme sich umsetzende Energie verbraucht wird,
da der induzierte Läufer pol bei seiner Weiterbewegung innerhalb eines Wechsels nicht die richtige Gegen polarität vorfindet, sondern sich während mehrerer Wechsel immer noch unter .dem gleichen Pol bewegt.
Dieses ungünstige mag netische Verhalten des Motors bedingt einen so schlechten Wirkungsgrad, dass Motore für grössere Leistungen nach diesem Prinzip praktisch überhaupt nicht gebaut werden können. Der grosse Unterschied zwischen der Umlaufzahl des Feldes und der Drehzahl eines beispielsweise zweipoligen Läufers wird dabei auch keineswegs nutzbringend für das Drehmoment innerhalb des:
:syn- ehronen Laufes verwendet, vielmehr erhält der Motor infolge des oben erwähnten un günstigen magnetischen Verhaltens einen derartig grossen Schlupf, dass die asynchrone Motordrehzahl von selbst nur .ganz wenig über der synchronen Drehzahl liegt. Diese bekannten Motore besitzen keine Einrichtun gen, welche ein Festhalten des Läufers ent sprechend der Ständerpolzahl bereits bei 500 Umdrehungen ermöglichen könnten, wenn die der Ständerpolteilung entspre chende höhere Drehzahl wirklich vorhanden wäre; besässen sie derartige Einrichtungen, dann würden sie unter keinen Umständen anlaufen können.
Es sind auch Synchronmotore vorge schlagen worden, die mit einem sechspoligen Ständer und sechspoligem Läufer an- und synchron liefen, jedoch die Eigenschaft be sassen, dass sie bei völligem Leerlauf über die synchrone Drehzahl hinausliefen, weil das synchronisierende Moment zu klein war, so dass sie durch mechanische Bremsen an die sem übersynchronen Lauf gehindert werden müssen und daher auch nicht als wirkliche Synchronmotore angesehen werden können.
Das günstigste Verhältnis für einen Syn chronmotor würde sich dann ergeben, wenn der Motor beim Anlaufen die Eigenschaften eines normalen Asynchronmoton, hätte und der Läufer in seiner Betriebsdrehzahl etwas langsamer als das asynchrone Drehfeld lau fen würde; ein zum Beispiel vierpoliger Mo tor würde bei etwa 140O Umdrehungen an %seiner günstigsten Stelle liegen.
Dieses Ver hältnis ist praktisch nicht erreichbar, weil ,die erforderliche Polteilung nichtdurchführ bar ist; es muss daher versucht werden, bei den durch die Polteilung bedingten Synchro nen Drehzahlen einen Motor elektrisch iso auszurüsten, dass dieses Verhältnis eintritt, dass also zum Beispiel ein Motor mit sechs Polen und<B>1000</B> Umdrehungen bei 50 Perio den eine a .synchrone Drehzahl aufweist, die etwa bei 1100 Umdrehungen liegt. Dann wird der Wirkung grad das gleiche Verhält nis ergeben, wie bei einem reinen asynchro nen Motor mit sechs Polen, der während der Arbeitsleistung mit 900 Umdrehungen läuft.
Diese Aufgabe wird durch die Erfindung annähernd gelöst und der neue Synchron motor ist in seinem Wirkungsgrad entgegen .dem bis jetzt Erzielbaren nicht etwa weit schlechter, sondern erheblich besser als ein Asynehronmotor von gleicher Grösse und Drehzahl.
Die Erfindung besteht im wesentlichen darin, :dass bei einem Motor mit einer einem sechspolig ausgeführten Motor entsprechen den synchronen Drehzahl ein Ständer vorge sehen ist, der vier gleichstarke ausgeprägte Pole beisitzt, die in Haupt- und Hilfspole unterteilt sind, wobei die Hauptpole in un gleichen Winkelabständen von 60 und 120 mit wechselnder Polarität angeordnet sind und zwei Drehfelder verschiedener Geschwin digkeit erzeugen, welche auf einen mit sechs Polvorsprüngen und einer Käfigwicklung versehenen Läufer derart einwirken, dass aus den zwei verschiedenen Drehfeldern sich eine dritte,
etwas über der dem kleineren Winkelabstand und der Läuferteilung ent sprechenden .synchronen Drehzahl liegende asynchrone Drehzahl ergibt.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachfolgend anhand der Zeichnung. näher erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch den Motor in Seitenansicht mit teilweisem Schnitt, Fig. 2 zeigt eine beispielsweise Ausfüh rungsform des Läufers , mit seiner Käfig- wicklung; Fig. 3 zeigt einen Teil des Kraftlinien flusses. zwischen Ständer und Läufer; Fig. 4 zeigt in mehreren Drehmomenten kurven die Wirkungsverhältnisse des. Motors und Fig. 5 zeigt Drehmomenten- und Lei stungskurven des Motors.
Der Ständer des Motors ist aus zwei glei chen, U-förmig gestalteten Doppelpolstücken 1 zusammengefügt, von denen jedes mit einer Erregerwicklung 2 versehen ist und für sich allein bereits einen wirksamen Ständer dar stellt; die aber durch ihre Zusammenfügung eine neue Wirkungsweise ergeben. Jeder Schenkel des Doppelpolstückes 1 ist in Hauptpole 3 und Hilfspole 4 mit Kurz schlusswicklung 5 aufgeteilt, wobei --die Hauptpole jeder Ständerhälfte einen Winkel von 120 einschliessen, innerhalb dessen die Erregerwicklung 2 auf den Jochen der Dop pelpolstücke angeordnet ist.
Die Hauptpole sowie die Hilfspole besitzen annähernd die gleiche Breite einer sechspoligen Läufertei- lung, sind also in einem geometrischen Win kel von etwa<B>30'</B> angeordnet. Würde man eine dieser Ständerhälften mit einem glat ten, mit einer Käfigwicklung versehenen Läufer zusammenfügen und durch die Er regerwicklung einen 50periodigen Wechsel strom leiten, dann würde der Läufer je nach seinem Kupferwiderstand eine Geschwindig keit annehmen, die dem Hauptpolwinkel von 120 ',entspricht.
Das entsprechende Drehfeld in diesem Polabschnitt würde .selbstverständ lich eine Geschwindigkeit von 2000 Um drehungen besitzen, infolge der einseitigen Beeinflussung würde jedoch der Läufer einen erheblichen .Schlupf aufweisen.
Setzt man nun die beiden Ständerhälften wie dargestellt zusammen, so ergibt sich zu nächst ein vierpoliger Ständer, der in der Stellung seiner Hauptpole zueinander ver schiedene Winkel aufweist, nämlich zwei von 1,20' und zwei von<B>60'.</B> An den Stellen, an welchen sich die beiden Doppelpolstücke 1 m it ungleichnamiger Polarität berühren, be finden sich zwischen den in einem Winkel von 60 liegenden Hauptpolen 3 die gleich breiten Hilfspole 4.
Durch diese zueinander verschiedene Winkelstellung von 60 und 120 der vier gleich starken Hauptpole ergibt sich folgende vorteilhafte Wirkung: Der Winkelabstand von 60 wirkt bestimmend auf die .synchrone Geschwindigkeit und er zeugt ein starkes asynchrones Anlauf moment.
Bei Erreichung ,der synchronen Ge schwindigkeit wird allerdings das Kupfer der Käfigwicklung 6 im Läufer 7 innerhalb des Winkels von<B>60'</B> fasst wirkungslos (verg!l. Fig. 4), trotzdem wird die schwache Stelle kurz vor dem Synchronismus über brückt, und zwar durch dm zweite Drehfeld,
welches durch die Winkelabstände von 120 der Hauptpole in beiden Doppelpoletücken- 1 entsteht. Hierdurch ist also der Nachteil der vorher erwähnten bekannten Motore - be seitigt, dabei ist aber die wertvollste Ursache eines guten Wirkungsgrades, nämlich die Wirkungsweise eines Reaktionsmotors er halten geblieben, da hinsichtlich des Winkels von<B>60'</B> sowohl die Läufer-, als,
auch die Ständerteilung übereinstimmen und für die sen Teil mit dem gleichen Drehfeld um laufen. Für diesen Teil des Motors stimmt auch der Wechsel der Polarität im Ständer und Läufer während des Laufes: gesetz mässig überein, so dass das Läufereisen hier nicht zwecklos ummagnetisiert wird.
Ausser den vier gleich starken Haupt polen und den vier Hilfspolen besitzt der be schriebene Ständer noch zwei schwächere Hauptpole ohne Hilfspole, welche durch die zwischen den Polschenkeln der Doppelpol- stücke 1 vorgesehenen, an sich bekannten Ei senschlussbleche 8 gebildet werden. Diese Eisenschlussbleche nehmen den äussern Streu fluss der Erregerspule 2 mit auf und sind so gestaltet, dass sie in ihrer einen, an den Hilfspol anschliessenden Hälfte dem Kreis bogen der Ständerbohrung folgen, während ihre andere Hälfte tangential dazu nach dem Hauptpol hin verläuft.
Diese magnetischen Schlussstücke liefern also den fünften und sechsten Pol, so dass der Ständer wenigstens teilweise die Wirkung eines (sechspoligen Ständers besitzt. Der Teilbogen der Eisen schlussbleche 8 wirkt besonders vorteilhaft für das Abfangen des Läufers in der syn chronen Drehzahl.
Der oben beschriebene Ständer hat für den asynchronen Teil mit Wirkung auf einen normalen, glatten Läufer (ohne Polflächen) mit Käfigwicklung ein einem Polwinkel von 60' entsprechendes Drehfeld, welches bei 50 Perioden praktisch -eine Geschwindigkeit von weniger als 1000 Umdrehungen bedingt, und ein zweites Drehfeld von 120 , dessen Geschwindigkeit praktisch unter 2000 Um drehungen liegt.
Diese beiden Drehfelder zu sammen ergeben eine resultierende asyn chrone Drehzahl, die etwa einem Winkel ent spricht, welcher zwischen 68 und<B>72'</B> liegt, je nach dem Widerstand in der Käfigwick lung und je nach dem magnetischen Schluss an der Berührungsstelle der beiden Ständer hälften. Diese resultierende Drehzahl liegt im Mittel bei 1150 Umdrehungen. Der gleiche :Ständer bedingt aber gleichzeitig ein synchrones Drehmoment, welches aus der Reaktionswirkung der gleichen Polteilung von Ständer und Läufer entsteht und bei 1000 Umdrehungen liegt.
Die resultierende Drehzahl würde von sich aus zwar höher lie gen, es wird jedoch während des Laufes der induzierte Läuferabschnitt bei seinem Aus treten aus dem 60' '-Winkel von den Pol schenkeln abgefangen, da die magnetische Wirkung in .diesem Läuferabschnitt noch nicht erloschen ist. Die gleiche Wirkung würde bei einem glatten Läufer ohne Pol flächen ebenfalls auftreten.
Hieraus ergibt sich ein gewisses- negatives Moment, welches den Läufer hindert, seinen noch induzierten Pol aus :dem Feld der 60 -Teilung weiter hinauszudrehen, was, sich mit grösster Deut lichkeit in dem steilen Abfall der Leistungs kurve 13' in der Fig. 5 offenbart.
Ist es nun aus irgend welchen Gründen des Verwendungszweckes wünschenswert, die resultierende asynchrone Drehzahl zu ver grössern oder zu verkleinern, so lässt sich die ses in .sehr einfacher Weise mittels d er Stifte 0 erzielen, die nach der Vereinigung der bei den Ständerhälften mittels der unmagneti schen Klammern 10 in die so entstehenden durchgehenden Aussparungen zwecks an sich bekannter Fixierung dieser Hälften einge führt werden. Je nachdem, ob diese Stifte aus magnetischem oder aus nicht magneti schem Stoff bezw. ob sie nur auf einem Teil ihrer Länge aus magnetischem Stoff be stehen oder nur einen Teil der Ständerbreite ausfüllen, wird der magnetische Schluss zwi schen den beiden Ständerhälften und damit.
das Magnetfeld der Hilfspole beeinflusst, so dass bei .seiner Verstärkung das Anlaufsmo- ment steigt und die resultierende Drehzahl sinkt. Der Motor ist im letzteren Falle im 'Anlauf .stärker, im synchronen Drehgebiet dagegen etwas schwächer geworden. Man kann zwar auch durch Veränderung des Kupferwiderstandes im Läufer eine ähn liche Wirkung erzielen, jedoch nicht im glei chen Masse und auf gleich einfache und be queme Art.
Der zu einem selbstanlaufenden Syn chronmotor gehörige Läufer ist in der Fig. 2 in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt und in ans sieh bekannter Weise mit sechs Abflachungen versehen, so dass sechs ausgesprochene Polvorsprünge entstehen.
Während man bisher ,die Polvorsprünge und Lücken, bei synchronen Läufern stets, an nähernd gleichbreit zu machen pflegte, haben Versuche erwiesen, dass diese Gleichheit bei kleinen Selbstanläufern mit Käfigwicklung nicht vorteilhaft ist und es wesentlich gün stiger ist, wenn die Abflachungen bezw. Lücken am Läufer erheblich breiter als die Polvorsprünge gestaltet werden.
Es hat sich erwiesen, dass der Motor bei einem Verhält nis der Polbreiten am Läufer zu den Lückenbreiten von 2 : 3 die günstigsten Lei stungsverhältnisse sowie einen absolut siche ren ,synchronen Lauf aufweist, obwohl ein relativ grosses asynchrones Drehmoment vor handen ist, und das Drehfeld eine über der synchronen liegende Drehzahl besitzt.
Ein mit diesem Teilungsverhältnis versehener Läufer kann aber niemals von selbst an laufen, wenn die Zahl .der Kupferstäbe der Käfigwicklung gemäss den bisherigen Vor schlägen etwa der Zahl der Polvorsprünge des Läuferfis entspricht; der Läufer muss viel mehr am zweckmässigsten mit einer ungera den Zahl von Kupferstäben in der Käfig wicklung versehen werden, wobei diese Zahl so zu wählen ist, dass eine :gleichmässige Ge wichtsverteilung im Läufer erzielt und des sen sonst unvermeidliches, starkes Vibrieren vermieden wird.
Bei kleineren Motoren mit :der beschriebenen Ständerform haben sich als am, zweckmässigsten die Zahlen von 15, 21, 27, 3,3 usw. für die Stäbe der Käfigwicklung er geben. Bei zum Beispiel 1.5 Stäben der Kä figwicklung hat der Motor im synchronen Lauf bereits .gute Eigenschaften, jedoch ist dass Anlaufmoment beim ,stillstehenden Motor je nach der jeweiligen Winkelstellung des Läuferpolvorsprunges zum Ständerpol ent weder sehr ,gross oder sehr klein.
Dieses ver schieden ,grosse Anlaufmoment entsteht da durch, dass dass eintretende Magnetfeld bei der geringen Anzahl von. Kupferstäben wenig induktiven Widerstand findet und so der Läuferpol zwar stark angezogen aber wiederum auch beim Austreten aus dem Magnetfeld des. Ständerpols stark behindert wird.
Um. nun -dem Motor ein einigermassen gleichmässiges Anlaufmoment zu erteilen, ist es vorteilhaft, die Anzahl der Kupferstäbe in der Käfigwicklung gegenüber der Anzahl der Polvorsprünge des Läufers möglichst gross zu machen, so dass innerhalb eines: Pol vorsprunges sich mehrere Kupferstäbe be finden.
Dieses ist bei kleineren Läufer- durchm3essern, jedoch naturgemäss nur dann möglich, wenn die Käfigwicklung in an sich bekannter Weise aus, Flachstäben gebildet wird, da ja bei Rundstäben in grösserer Zahl der Eisenquerschnitt zwischen ihnen zu sehr geschwächt würde, anderseits ,die von der Käfigwicklung umschlossene Eisenmenge für die, Wirkung bekanntlich von grosser Be deutung ist.
Bei Verwendung von Flach stäben für die Kupferwicklung; wie dies in Fig. 2 und 3 gezeigt ist, lässt sich der grösst mögliche Eisenquerschnitt zur Wirkung bringen. Aus der oben erwähnten Teilung von 15, 21, 27, 33 usw.
ergibt sich zwang läufig, dass bei einem sechspoligen Läufer die Kupferstäbe der benachbarten Pole stets um eine halbe Teilung verlagert sind, da gegen in jedem übernächsten Pol wiederum gleiche Eisen- und Kupferverhältnisse vor hand-en sind, die auch eine gleiche Gewichts verteilung im Läufer bedingen.
,So zeigt der sechspolige Läufer gemäss der Fig. 2 bei einer Breite der Polvorsprünge von 24' und einer Breite der Läuferabflachungen bezw. Pollücken von 36 , also bei einem Verhält nis dieser Breiten von 2 :
3, eine Teilung von 27 für die Käfigwicklung, so dass die Zahl der Kupferstäbe innerhalb der benachbarten Pole stetsi um eine .halbe Teilung verlagert ist.
Die Käfigwicklung selbst besteht aus nur 21 Stäben, da es sich herausgestellt- hat, dass die voll in die Abflachungen fallenden, .ge strichelt angedeuteten Kupferstäbe dass An laufverhältnis nur ungünstig beeinflussen und infolgedessen zweckmässig fortgelassen werden können. Bei dem in der Fig.
2 dargestellten Läu fer ist klar erkennbar, dass bei der Teilung von 27 je drei im Winkel von 120' angeord nete Pole genau gleiche Eisen- und Kupfer mengen und demzufolge auch die gleichen Gewichtsverhältnisse aufweisen, die von :den symmetrisch dazwischen liegenden Polen gleich verschieden sind. So findet man in den einen um 120' gegeneinander versetzten Polen je drei, in den. dazwischen liegenden je vier Kupferstäbe.
Hieraus ist ersichtlich, dass der Läufer eine für die Erzielung eines möglichst gleichmässigen Anlaufmomentes er forderliche unsymmetrische Verteilung der Kupferstäbe und Eisenquerschnitte zwischen benachbarten Polen aufweist, trotzdem aber auch in seiner Gewichtsverteilung vollstän dig symmetrisch ist, so dass Vibrationen des Läufers vermieden ,sind. Die durch,
die hohe Zahl der Kupferstäbe im Läufer auftretende Verschmälerung der Eisenpole innerhalb zweier benachbarter Kupferstäbe bedingt den wesentlichen Vor teil, dass an den Berührungsstellen der un gleichnamigen Polschenkel der Doppelpol stücke 1 das Magnetfeld nicht wirkungslos in das Eisen des Läufers innerhalb zweier Kupferstäbe hinein und wieder heraustreten kann.
Um ,diese Wirkung zu unterstützen, sind, wie aus der Fig. 3 ersichtlich ist, die beiden sich berührenden Teile der ungleich namigen Ständerpolschenkel 3 und 4 derart abgeschrägt, dass ihr gemeinsamer Abstand an der breitesten Stelle weiter ist., als die Eisenbreite innerhalb zweier Kupferstäbe im Läufer, wodurch das Magnetfeld bei seinem Fluss ,durch den Läufer zwangsweise durch die Käfigwicklung hindurchgeführt wird und somit Arbeit leisten muss. Die Fig. 4 zeigt eine Zusammenstellung mehrerer Diagramme, welche die Wirkungs weise des beschriebenen Motors veranschau lichen.
Darin stellen .die Kurven A, C und C, das genau gemessene Drehmoment in cmg in Abhängigkeit von der Umdrehungszahl eines kleinen Motors dar, dessen Läufer einen Durchmesser von 39,5 mm und eine Länge von 30 mm besitzt und der im Durch schnitt 21 Watt aufnimmt. Die in den Kur ven I und II angedeuteten Drehmomente ent sprechend den Winkeln von<B>60</B> und 120 konnten dagegen nicht gemessen werden, da. sie ja nur miteinander verkuppelt in Wir kung treten; sie .sind daher mit schätzungs weisesieh ergebenden Werten eingefügt. Die Kurve A jedoch, welche die Resultierende aus -den beiden Kurven.
I und II :darstellt, ist mittels Stroboskop und Wirbelstrom bremse genau aufgenommen, wobei ein glat ter asynchroner Läufer mit 2 7 Flachstäben verwendet wurde. Ebenso wurde die, Kurve C aufgenommen, wobei der gleiche Läufer, je doch mit den polbildenden Abflachungen ge mäss Fig. ? gemessen wurde.
Die Kurve S zeigt das rein synchrone Drehmoment. aus der Reaktionswirkung des Eisens, wäh rend die zu Beginn dieser Kurve auftreten den Kurvenzüge SD und SB das synchrone Drehmoment bezw. das synchrone Brems moment des Läufers beim Anlauf zeigen, welche:,; bei einem mit ausgeprägten Polen versehenen Läufer im Augenblick des An laufens je nach seiner Stellung zum Ständer pol entsteht.
Steht der Läufer in seiner gün stigen Anzugstellung, dann erhält er ein das Drehmoment der Käfigwicklung verstär kendes Anlaufmoment, andernfalls hat er das Bestreben, rückwärts zu laufen, und nur ein noch stärkeres Drehmoment der Käfig- wieklung vermag den Läufer über dieses Hindernis hinweg anzudrehen.
Aus diesen Grunde haben -die selbstanlaufenden Syn- chronmotore mit ausgesprochenen Läufer polen und gleicher Stäüderteilung stets ein verschieden starkes Anlaufmoment je nach ihrer Läuferstellung beim Einschalten. Des halb zeigt auch die Kurve C des synchronen Motors ein in der Kurve C, angedeutetes mittleres Anlaufmoment von 200 emg, während das schwächere zu<B>100</B> cmg, das stärkere dagegen zu :30L) cmg gemessen. wurde.
Das schwächere Anlaufmoment von 1.00 cm- tritt, wie bereits oben gesagt wurde, dann auf, wenn der Läuferpol sich in seiner ungünstigsten Stellung befindet, was jedoch nur innerhalb einer ,ganz kleinen Winkelstel lung der Fall ist; .die geringste Bewegung in der Laufrichtung führt zu einem sprunghaf ten Ansteigen des Drehmomentes, wie dies die Kurve C in der Fig. 4 zeigt.
In der schraffierten. Fläche zwischen. den Kurven A und C kommt deutlich zum Ausdruck, um wieviel die Leistung eines solchen synchro nen Motors, wenn man also die Reaktions- wirkung des Eisens :
der ausgeprägten Pole noch zusätzlich zu Hilfe nehmen kann, bes ser ist, als,die des ,gleich grossen asynchronen Motors. Selbstverständlich ist die Ausnut zung dieser Wirkung nur dann möglich, wenn alle Teile des Motors in d er oben be- schriebenen Weise richtig zueinander abge stimmt sind.
Die Kurven A' und C' ,der Fig. o" zeigen nochmals die Drehmomente des Motors in Abhängigkeit von der Umdrehungszahl pro Minute und ,die Kurven B' und D' die Lei- stungscharakteristik in Abhängigkeit von der Umdrehungszahl. pro Sekunde.
Es zeigt die Kurve A' das Drehmoment eines asyn chronen Läufers ohne Polflächen,,die Kurve B' die sich daraus ergebende Leistungscha- rakteristik, die Kurve C das, Drehmoment des :gleichen Läufers mit Polflächen und die Kurve D' die sieh aus letzterer ergebende Leistungscharakteristik. Auch hier zeigt die schraffierte Fläche zwischen den Leistungs kurven B' und D' deutlich die Erhöhung der Arbeitsleistung durch die zusätzliche Aus nutzung der Reaktionswirkung des Poleisens.
Zu .den Kurven nach Fig. 5 ist noch zu bemerken, dass die Werte,der Kurven B' und D' zur Ermittlung der Leistung noch mit 2 n zu multiplizieren sind. Somit ergibt sich im synchronen Lauf bei 1000 Umdrehungen eine Leistung von 2988 cmg . 6,28 = 1876,5 cmg/sek.
Die Vorzüge des beschriebenen Motors sind jedoch nicht nur durch die wesentliche Verbesserung des Wirkungsgrades begrün det, ,sondern auch durch seine überaus ein- fache und billige Aufbauweise.
Bei dem Stanzen der Ständerbleche ergibt sich ein kaum nennenswerter Eisenverlust: Die Be- arbeitung der einzelnen Ständerteile und ihre Fertigung ist sehr bequem, was besonders für das Wickeln und Isolieren .der :Spulen zutrifft. Der flache Aufbau des Motors, des sen Höhe nur etwas grösser als sein Läufer durchmesser ist, macht den Motor als Sprech maschinenmotor sowie auch für andere Ein bauzwecke infolge seiner kleinen gedrunge nen Form besonders vorteilhaft.
Der Motor eignet .sich auch vorzüglich für den Antrieb von Zeitschaltwerken, wofür der Läufer ge- mä5 der Fig. 3 bis an die Grenze der Festig keit mit Speichen bildenden Aussparungen 1.1 versehen werden kann, um so durch mög lichste Gewichtsverminderung .das Anlaufen sowie das Einlaufen in die synchrone Ge schwindigkeit zu beschleunigen.