CH195337A - Verfahren zur Herstellung von Formstücken, insbesondere Knöpfen, Abzeichen, Broschen aus Kunstharz. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Formstücken, insbesondere Knöpfen, Abzeichen, Broschen aus Kunstharz.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Formstücken, insbesondere 'Knöpfen, Abzeichen, Broschen aus Kunstharz. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von mit einer Zierfolie ver- sehenen Formstücken, insbesondere Knöpfen, Abzeichen, Broschen aus Kunstharz-Press- stoff, durch Pressen in der Wärme, sowie ein nach diesem Verfahren hergestelltes Formstück.
Bekanntlich haben die Pressstoffe aus Phenolharzen den Nachteil, dass es nicht möglich ist, reine, helle bezw. weisse Farb töne zu erzielen. Auch ist es nicht möglich, helle naturgetreue Maserungen, z. B. solche von hellen Hölzern oder von hellen sonstigen Mustern, nachzubilden. Harnstoffharze haben zwar die Nachteile bezüglich .der Farbe nicht, wohl aber ist es auch bei ihnen nicht ohne weiteres möglich, beliebige vorgeschriebene Musterungen hervorzurufen.
Es ist schon vorgeschlagen worden, auf die Kunstharzmassen mit einem Kunstharz lack imprägnierte Zierfolien, insbesondere aus Papier oder Gewebe, aufzulegen und ,diese imprägnierten Zierfolien mit dem aus Kunstharz bestehenden Körper des herzustel lenden Gegenstandes durch Druck und Hitze zu vereinigen. .Solche imprägnierten Papiere oder dergleichen müssen aber gut getrocknet werden, bevor sie als Auflage verwendet wer den können, da sie im feuchten Zustande eine langdauernde Wärmeeinwirkung gebrauchen,
bis das Lösungsmittel verdampft ist und die Enthärtung ider Kunstharzimprägniermasse erreicht ist. Ein solches Trocknen erfordert besondere umfangreiche Vorrichtungen, er hebliche Zeit und viel Wärme. Die getrock neten Papiere sind schwer zu handhaben, weil sie leicht brechen, und sie ergeben des halb viel Ausschuss. Ferner saugen ,die Zier folien 'beim Imprägnieren mit KuMtharz- lacken sehr viel von dem Lackmaterial auf, was naturgemäss eine Verteuerung bedingt.
Auch finden Verluste an Lösungsmittel statt, selbst wenn man Regenerationsanlagen dafür benutzt. Zweck des den Gegenstand vorliegender Erfindung bildenden Verfahrens ist, diese Nachteile zu vermeiden.
Das Verfahren gemäss der Erfindung zur Herstellung von mit einer Zierfolie ver- sehenen Formstücken, insbesondere Knöpfen, Abzeichen, Broschen, ans Kunstharz durch Pressen in der Wärme, ist dadurch gekenn zeichnet, dass der die Unterschicht bildende Körper des Formstückes aus Kunstharz material in einem Arbeitsgang hergestellt und mit einer durchsichtigen Oberschicht aus Acetylzellulose vereinigt wird, wobei zwi schen die beiden genannten Schichten eine dritte, mittlere Schicht aus einer mit einem Muster versehenen, nicht imprägnierten Zier folie,
die den fertigen Gegenstand mit einem, Muster versieht, gel acht wird.
Falls gewün.seht, kann zwischen die Zier folie, die z. B. aus Papier oder dergl. sein kann. und das Kunstharzmaterial noch eine Lage aus Papier oder ähnlichem Stoff ein gelegt werden.
Das Verfahren wird, wie erwähnt, in einem Arbeitsgang zweckmässig in eurer Form durchgeführt, derart, dass Formgebur)g, Härtung des Kunstharzmaterials und Ver einigen der durchsichtigen Ohersehicht mit dem Kunstharzkörper praktisch gleichzeitig unter dem Einfluss der Pressung und der Wärme erfolgt.
Man kann entweder das Kunstharz- material in Gestalt der bekannten Kunst- harzpresspulver benutzen oder man kann schon einen vorgepressten Robliig herstellen. der aber noch nicht in den fertigen End zustand übergeführt ist.
Das Verfahren kann in der Praxis bei- spielsi@=eise wie folgt ausgeübt werden. In eine Stahlform, deren Bodenfläche und ge gebenenfalls deren Randflächen entsprechend der gewünschten Gestalt des fertigen Form stückes ausgebildet sind, wird ein Blatt aus durchsichtiger Acetylzellulose,wie solche im Handel unter dem Namen .,Cellon" bekannt. sind, eingelegt. Darauf wird die Zierfolie.
beispielsweise ein mit der gewünschten Mu sterung bedrucktes Papier, mit der Schau- leite gegen das durchsichtige Blatt aus Ace- tylzellulose eingelegt, und darauf wird das Kunstharzmaterial, sei es in losem Zustande, sei es als vorgeformter Körper, aufgebracht. l)as Ganze wird mit, Hilfe eines Stempels unter Anwendung der zur Überführung des Kunstharzes in den Endzustand erforder lichen Wärme zusammengepresst.
Falls erwünscht, kann .die Form in ab gestufter Weise geheizt oder erhitzt werden, indem derjenige Teil der Form, der das Kunstharzmaterial umschliesst, höher erhitzt wird als derjenige Teil der Form. gegen den die durchsichtige Oberschicht gelegt ist. Ein(, Solche stufenweise Erhitzung lässt sich bei spielsweise auf elektrischem Wege durch ent sprechende Verteilung und Dimensionierung der Heizkörper erhalten.
In vielen Fällen ist es zweckmässig, für die durchsichtige Oberschicht aus Aoetyl- zellulose ein kapperrartiges Gebilde mit auf rechtstehendem Rand zu verwenden und in dieses kappenartige Gebilde dann die Zier folie, die z.
B. aus bedrucktem Papier oder dergleichen sein kann, einzulegen und darauf das Kunstbarzmaterial, sei es zum Beispiel als loses Pulver, sei es zum Beispiel als vor- -epresster Formling, aufzubringen.
Die Höhe des Randes richtet sich dabei je nach den Umständen. Es ist in der Regel nicht nötig, den Rand so hoch zu wählen, wie die Dicke des gesamten fertig gepressten Gegenstandes beträgt. Es wird also eine Art von Fassung benutzt, in welche die Zierfolie und ein ge wisser Teil des Kunstharzmaterials einge bracht wird, so dass nach Fertigpressung des Gegenstandes der durchsichtige Rand die den Körper des Formstückes bildende Unter- schicht etwas umfasst.
Es wird durch diese Ausführungsform des Verfahrens eine beson ders taubere Ausbildung des Randes des fer tigen Formstücke, z. B. eines Knopfes, er reicht und eine besonders feste und halt bare Vereinigung der mehrfachen Schichten des Formstückes gesichert.
In der beiliegenden Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele von nach dem bean spruchten Verfahren hergestellten Formstük- ken dargestellt. Ferner zeigt die Zeichnung zwei mit Material beschickte Pressformen im Schnitt.
Fig. 1 und 2 sind Schnitte :durch zwei nach dem beanspruchten Verfahren herge- stellte Knöpfe; Fig. 3 ist ein senkrechter Schnitt durch eine mit Material beschickte Pressform zur Herstellung einer Platte oder eines Knopfes, wobei als Kunstharzmaterial ein vorgepress- ter Kunstharzkörper vorgesehen .ist;
Fig. 3,a ist ein Schnitt durch ein kappen artiges Gebilde; Fig. 4 ist eine ähnliche Darstellung wie Fig. 3, wobei als Kunstharzmaterial loses Presspulver vorgesehen ist.
In Fig. 1 bedeutet a den eigentlichen Körper eines Knopfes, welcher Körper aus Kunstharzmaterial besteht, das in den end gültigen Härtungs:zustand übergeführt ist. b ist die Zierfolie, beispielsweise ein Blatt Papier, das mit dem gewünschten farbigen Muster bedruckt ist. c ist die durchsichtige Oberschicht aus Acetylzellulose, z. B. aus einem Blatt Cellon.
Fig. 2 zeigt eine andere Ausführungs form eines Knopfes. a ist wiederum der Kör per des Knopfes aus Kunstharzmaterial, b ist die Zierfolie aus bedrucktem Papier oder dergleichen, cl ist die durchsichtige Ober schicht aus Acetylzellulose, die bei der Her stellung des Knopfes in Gestalt einer Kappe benutzt worden ist und deren Rand c2 beim fertigen Knopf den Körper a übergreift.
In Fig. 3 bedeutet d eine Form, z. B. aus Stahl. Der Boden e ist entsprechend der Ge stalt der obern Fläche des fertigen Gegen standes gestaltet. In die Form ist ein kap- penartiges Gebilde c aus Acetylzellulose, z. B. aus dem bekannten "Cellon", eingelegt.
Fig. 3a zeigt dieses die Oberschicht bil dende Gebilde c .gesondert. In das durch sichtige, kappenförmige Gebilde ist mit der Schauseite nach unten wieder die Zierfolie b, z. B. aus bedrucktem Papier, Gewebe oder dergl., eingelegt, und darauf ist ,dann ein vorgepresster Formling a' aus Kunstharz, bei- ,-hi.el,sweise in Gestalt einer Scheibe, auf- gelegt.
In diese Form wird dann ein Press- stempel (nichtdargestellt), dessen untere Flä che entsprechend der Gestaltung des Bodens des Knopfes oder dergleichen ausgebildet ist, eingeführt und unter Druck gesetzt, nach dem die Form erhitzt worden ist. Selbst verständlich kann ,der Borden der Form in bekannter Weise abnehmbar oder verschieb bar angeordnet sein, so dass der fertige Ge genstand leicht entfernt.werden kann.
Fig. 4 zeigt eine ähnliche Form, bei der aber das Kunstharzmaterial ä2 in Form des üblichen Presspulvers eingebracht ist. Pres sung und Erhitzung erfolgen in gleicher Weise, wie zuvor beschrieben.
Der Boden der Form kann mit Vertie fungen oder Erhöhungen oder beidem ver sehen sein, wenn die obere Fläche des ge pressten Gegenstandes eine reliefartige Ge staltung erhalten soll.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I: Verfahren zur Herstellung von mit einer Zierfolie versehenen Formstücken, insbeson dere Knöpfen, Abzeichen, Broschen, aus Kunstharz, durch Pressen in der Wärme, da durch gekennzeichnet, dass !der die Unter- schicht bildende Körper des Formstückes aus Kunstharzmaterial in einem Arbeitsgang hergestellt und mit einer durchsichtigen Oberschicht aus Acetylzellulose vereinigt wird, wobei zwischen die beiden genannten Schichten eine dritte, mittlere ,Schicht aus einer mit einem Muster versehenen, nicht im prägnierten Zierfolie, die den fertigen Se genstand mit einem Muster versieht, gebracht wird. UNTERANSPRt1CHE 1.Verfahren nach Patentanspruch I, da durchgekennzeichnet, dass in eine Stahl form ein. Blatt aus Acetylzellulose ein gebracht, auf dieses eine aus dekoriertem Papier ausgestanzte Zierfolie gelegt und darauf als Kunstharzmaterial Kunstharz Presspulver eingebracht wird, worauf das Ganze in,der Wärme gepresst wird. 2.Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Blatt aus Acetylzellulose ein sol ches aus dem im Handel unter der Be- zeichnung "Cellon" erhältlichen Material eingebracht wird.:3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass als Kunstharz material ein vorgepresstes Kunstbarzform- stück, das aber noch nicht in den fertigen Endzustand übergeführt ist. für die Bil dung des die Unterschicht bildenden Kör pers des Formstückes benutzt wird.?. Verfahren nach Patentanspruch I, dadiicch gekennzeichnet, dass die Acetylzellulose :ii Gestalt einer Kappe mit aufrecht -stehen- dem Rand in eine Form eingelegt wird. dass dann in die Kappe ein dekoriertes Papier und darauf das Kunstha.rzmaterial eingebracht wird, worauf das Pre.ssun in der Wärme erfolgt.-3. Verfahren nach Patentlnspi-uch 1 und Un- teransprüchen 1 und ?, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Presseinrichtun- an clean Teil, der das hilnstharzmal:erial um schliesst, höher erhitzt wird als an de?ii Teil, der mit der durchsichtigen Ober- .:chiclit aus Acetylzellulosc in Px@rührung steht. 6.Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 3. dadurch gekennzeichnet, dass die Presseinrichtun- an dem Teil, ,der das Kunstharzmaterial umschliesst, höher erhitzt wird als an dem Teil. der mit der durchsichtigen Oberschicht aus Acetyl- zellulose in Berührung steht.PATENTANSPRUCH II: Nach dem Verfahren gemäss Pa.tentan- < pruch 1 hergestelltes Formstück. bestehend eins einem Körper aus in den Endzustand übergeführten Kunstharzmaterial, einer @lurch:ichtigen, am Rand mit dem Körper aus Kunstharzmaterial verschmolzenen Ober- schicht aus Acetylzellulose und einer zwi- -chen diesen beiden Schichten liegenden Zier folie aus dekoriertem Papier.
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