CH195697A - Elektrisches Verfahren zur Messung des Staub- und Rauchgehaltes von Gasen. - Google Patents
Elektrisches Verfahren zur Messung des Staub- und Rauchgehaltes von Gasen.Info
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Description
Elektrisches Verfahren zur Messung des Staub- und Rauchgehaltes von Gasen. Es ist bekannt, dass Staub und Rauch die Stromspannungscharakteristik in Gasen, die zum Beispiel durch Röntgen- oder Radium strahlen ionisiert sind, stark beeinflusst. Ei nesteils wird der Wiedervereinigungskoeffi zient der Ionen vergrössert, anderteils lagern sich die Ionen an die Staub- und Rauchteil chen an und bilden so Elektrizitätsträger von wesentlich kleinerer Beweglichkeit.
Der Ioni- sierungsstrom wird infolge dieser beiden Faktoren entsprechend verkleinert, und es kann dieser Effekt, wie das in dem "Diffe- rentialionometer" geschehen ist (Bulletin des Schweizerischen Elektrotechnischen Vereins 1922, Heft 8), zur Messung des Staub- und Rauchgehaltes von Gasen verwendet werden. Bei der Kleinheit der Ionisierungsströme und den daraus entspringenden hohen Anforde rungen an die Isolation und an die Messemp- findlichkeit der zu verwendenden Elektro meter ist es indessen schwer, ein zuverlässi ges und einfaches Instrument nach diesem Prinzip zu konstruieren.
Die vorliegende Erfindung hat ein Ver fahren zum Gegenstande, das den Staub- und Rauchgehalt von Gasen in einer andern Weise zu messen gestattet. Dies geschieht erfindungsgemäss dadurch, dass man das Gas durch einen elektrischen Entladungsraum hindurchschickt, durch den ein Spitzenstrom fliesst, und dass man im Entladungsraum auf tretende elektrische Änderungen misst.
Hierzu benötigt man eine Vorrichtung, die Mittel aufweist, um einen regelmässigen Gasstrom durch die Entladungsstrecke hindurchzulei- ten und eine Messeinrichtung zur Verfolgung von im Entladungsraum auftretenden elektri schen Änderungen.
Es wurde gefunden, dass der elektrische Spitzenstrom in einem Gase (welcher Aus druck auch den sogenannten Coronastrom mitumfasst), stark beeinfluBt wird, wenn dem Gase kleine Partikel zugesetzt werden, und dass die Stärke des Stromrückganges als Mass für die Beimengung verwendet werden kann. Stellt man beispielsweise einer Metallspitze in einigen Millimetern Abstand eine Metall platte gegenüber, so entsteht bei genügender Spannungsdifferenz ein Spitzenstrom, der auf der ganzen Strombahn von Ionen eines Vorzeichens, nämlich von demjenigen der Spitze, getragen wird.
Nur in nächster Nähe der Spitze haben wir zweifache Gretizinoni- sierung und daher beide Ionena.rten. Infolge des unipolaren Ionenstromes ist eine Wieder vereinigung der Ionen nicht vorhanden. Bringt man jetzt in den Zwischenraum etwa Rauch, so entstehen Rauehionen sehr kleiner Beweglichkeit, was zur Ausbildung einer starken Raumladung führt. Das Feld an der Spitze wird dementsprechend verkleinert.
Die Stossionisierung wird seliwäeher und der Spitzenstrom nimmt ab, was rasch und be quem an einem empfindlichen Galvanometer., oder an einem direkt zeigenden 11likroampere- meter beobachtet werden kann. Die Rauch teilchen erden bei dein Vorgang an der DIe- tallplatte abgeschieden (Prinzip der elektri schen CTasreinib mg), -,vährend die Spitze praktisch unverändert bleibt.
Die Metall platte ist bei längerem Betrieb gelegentlich zu reinigen, was am besten etwa an einem rotierenden Zylinder kontinuierlich geschieht, oder durch eine neue Fläehe zu ersetzen. Ferner liegt es in der Methode begründet, da.ss man in der Praxis, infolge der elektri schen Reinigung nicht an einer ruhenden Gasprobe misst, sondern dass man das Gas in gleichmässigem Strome durch den Ent ladungsraum hindurchleitet. Um vergleieh- bare Resultate zu erhalten, muss ferner die Strömungsgeschwindigkeit stets gleich gross gewählt werden.
Statt einer Spitze können natürlich auch mehrere gleielizeitig verwendet. -,werden. Auch können diese dureli irgend welche andern scharfen Elektroden ersetzt werden, so durch illetallschneiden, ferner dünne Drähte, die man parallel zu einer 3Ietallpla.tte oder ko axial in einer Metallröhre ausspannt. An die Spitze kann sowohl Minus- als Plusspannung angelegt werden.
Doch bietet das erstere den Vorteil, dass man mit geringerer Spannung auskommt. Statt den Spitzenstrom direkt durch ein Galvanometer zu leiten, kann auch irgend eine Kompensationsschaltung mit Nullinstru ment verwendet werden. Nachdem der An fangswert des Spitzenstromes im reinen Gas kompensiert ist, misst man dann die Abnahme des Stromes im zu untersuchenden Gasstrom, was dann mit einem empfindlichen Instru ment mit grösserer Genauigkeit geschehen kann. Statt die Stromänderung zu messen, kann man auch die Änderungen in der Feld verteilung zwischen den Elektroden beobach ten.
Zu diesem Zweck kann man zwischen den Elektroden eine Sonde bezw. eine gitter artige Elektrode anbringen und diese mit. einem Elektrometer verbinden. Da das Git ter sich nur unipolar aufladen kann bezw. durch den Ionenstrom nur aufladen, nieht entladen lässt, so wird man dieses noch mit einem Ableitwiderstand verbinden, analog, wie das bei Gitterelektronenröhren gebräuch- lieli ist.
Als Anwendungsbeispiele für das neue Verfahren seien erwähnt: 7. Kontrolle und Messung des Rauch gehaltes in Verbrennungsgasen, z. B. in den Auspuffgasen von Motoren.
2. Messung des Staubgehaltes der Luft in geschlossenen Räumen. Hier kann die Vorrichtung als Indikator für unzulässigen Staubgehalt bei Lüftungs- und Ventilations anlagen dienen.
Claims (1)
- <B>PATENTANSPRUCH</B> I: Elektrisches Verfahren zur Messung des Staub- und Rauchgehaltes in Gasen, dadurch gekennzeiehnet, dass man das Gas durch einen elektrischen Entladungsraum hindurchleitet, durch den ein Spitzenstrom fliesst, und dass inan im Entladungsraum auftretende elektri sche Änderungen misst. UNTERANSPRtrCHE 1. Elektrisches Verfahren nach Patentan spruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in-,in den Spitzenstrom durch ein Galvano meter leitet und den Stromriiel@gang be obachtet. 2.Elektrisches Verfahren nach Patentan spruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man den Spitzenstrom durch, eine Kom pensationseinrichtung schickt und die Stromänderung misst. 3. Elektrisches Verfahren nach Patentan spruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Sonde in den Entladungsraum bringt und die Änderung des Raumpoten tials an dieser Stelle elektrometrisch misst.PATENTANSPRUCH I1: Vorrichtung zur Ausführung des Verfah rens nach Patentanspruch I, gekennzeichnet durch Mittel, um einen regelmässigen Gas strom durch die Entladungsstrecke hindurch zuführen und durch eine Messeinrichtung zur Verfolgung von im Entladungsrahm auftre tenden elektrischen Änderungen. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 4.Vorrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass darin als Mess- einrichtung ein direkt durch den Spitzen strom betätigtes Instrument benützt wird. 5. Vorrichtung nach Patentanspruch II, ge kennzeichnet durch eine Kompensations einrichtung, durch welche die bei staub freiem Gas vorhandene Stromstärke kom pensiert wird, zum Zwecke, ein entspre chend empfindlicheres Messinstrument ver wenden zu können.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH195697T | 1937-03-05 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH195697A true CH195697A (de) | 1938-02-15 |
Family
ID=4440062
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH195697D CH195697A (de) | 1937-03-05 | 1937-03-05 | Elektrisches Verfahren zur Messung des Staub- und Rauchgehaltes von Gasen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH195697A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1133921B (de) * | 1960-04-05 | 1962-07-26 | Hans Christoph Siegmann Dipl P | Anordnung zur relativen Bestimmung des Staubgehaltes der Luft unter Anwendung einer ein radioaktives Praeparat enthaltenden Ionisationskammer |
| DE3801557A1 (de) * | 1988-01-20 | 1989-08-03 | Fraunhofer Ges Forschung | Verfahren zur messung der luftstaubkonzentration |
-
1937
- 1937-03-05 CH CH195697D patent/CH195697A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1133921B (de) * | 1960-04-05 | 1962-07-26 | Hans Christoph Siegmann Dipl P | Anordnung zur relativen Bestimmung des Staubgehaltes der Luft unter Anwendung einer ein radioaktives Praeparat enthaltenden Ionisationskammer |
| DE3801557A1 (de) * | 1988-01-20 | 1989-08-03 | Fraunhofer Ges Forschung | Verfahren zur messung der luftstaubkonzentration |
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