CH196978A - Verfahren zur Herstellung von Unterleder mit Sulfitzelluloseextrakt. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Unterleder mit Sulfitzelluloseextrakt.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Unterleder mit Sulfitzelluloseegtrakt. Die meisten Unterleder werden heute mit pflanzlichen Gerbstoffen hergestellt. Die be sonderen Eigenschaften des lokgaren Unter leders sind: Beschränkte Luftdurchlässig keit, beschränkte Wasseraufnahmefähigkeit, schnelle Abgabe des Wassers unter Druck, beschränkter Gehalt an wasserlöslichen Stof- sen und ein bestimmtes spezifisches Gewicht. Ausserdem gewinnt das lokgare Leder an Fe stigkeit, wenn man es unter hohem Druck walzt, während das mineralgare Leder dabei weicher wird.
Diese Eigenschaften machen sich bei der Verarbeitung des Leders als Schuhsohlen und beim Tragen der Schuhe geltend. Beim Verarbeiten kommt es darauf an, dass das Leder genäht und genagelt wer den kann, dass die Nägel halten, und dass man das Leder auf dem Schnitt schön glän zend machen kann. Das lokgare Leder liefert, wie der Fachmann sich ausdrückt, "einen giil,en Ausputz". Beim Tragen zeigen sich die Eigenschaften darin, dass man auf loh garen Sohlen in der Nässe nicht ausgleitet, und dass die Sohlen beim Nasswerden nicht quellen und dadurch die Schuhform ver ändern.
Um einerseits die Gerbdauer abzukürzen, anderseits um sich von der Einfuhr auslän discher pflanzlicher Gerbstoffe unabhängig zu machen, bemühen sich die Fachleute seit Jahren ohne wesentlichen Erfolg, mit Hilfe von Mineralgerbstoffen die pflanzlichen Gerbstoffe bei der Herstellung von Unter leder zu ersetzen.
Die Ursache des Misserfolges liegt darin, dass die pflanzlichen Gerbstoffe dem Leder die oben erwähnten besonderen Eigenschaf ten verleihen, die mit den Mineralgerbstoffen nicht zu erzielen sind.
Es wurde nun gefunden, dass man ein Unterleder von ganz hervorragenden Eigen schaften dadurch erhält, dass man gerbfertige Blössen zuerst mit Sulfitzelluloseegtrakt, dann mit Sulfitzelluloseegtrakt unter Zusatz von gieselsäurelösung .gerbt, und die Leder an schliessend mit saurer gieselsäurelösung füllt und mit fettenden Stoffen nachbehandelt.
Hierzu können die Leder in an sieh bekann t Weise mit wenigHai-tfett.wieTalg. Pa- ei- n roffin. Karnaubawachs, synthetisehen Wachs- arten itsw. mit oder ohne Zusatz von Lü- sung-smitteln imprägniert werden.
Man kann das Verfahren mit Nutzen ferner dahin ergänzen, dass man geringe lleii- gen anderer Gerbstoffe, wie Alaun-erbstoff, Chromgerbstoff, pflanzliche Gerbstoffe oder synthetische Gerbstoffe zusetzt. um den Grundcharakter des Leders zu variieren.
Durch die Literatur ist zwar bekannt t;e- worden. dass man schon versucht hat. die Gerbunb mit Sulfitzelltiloseeztralit noch zu kombinieren mit Kieselsäure oder Silikaten und dabei in ein und derselben Brühe zu arbeiten.
Die dabei gemachten Erfahrungen waren jedoch so unbefriedigend. da.ss man von dieser Kombination wieder abgegangen ist und die Kieselsäure oder Silikate nur noch hei :
der Vorbehandlunb der Blössen an- Wandte, um. diese zu entwässern. Im Gegen satz dazu wird bei dem in der vorliegenden Patentschrift beschriebenen Verfahren durch die i < Iitverwendung von Kieselsäurelösung bei der Sulfitzellulosegerbung in Verbindung mit der nachfolgenden Kieselsäurefüllung ein besonders hochwertiges Leder erhalten, das sich in mehrfacher Hinsicht sogar vorteilhaft vor bestem, lobgarem Unterleder auszeichnet, ,
%t ie in bezog auf die Haltbarkeit bezw. Ab- nutzungswiderstand und in bezog auf die Luftdurchlässigkeit. In seinen andern Ei en- schaffen stimmt es weitgehend mit denen des lobgaren Leders überein.
Ein besonderer Vorzug dieses Leders be steht auch darin. dass es frei von stark wir kenden freien Säuren ist, wodurch eine gute Lagerfiihigkeit gewährleistet wird.
<I>Beispiele:</I> 1. Wie üblich geäscherte. gebeizte und gepickelte Blössen werden mit<B>50%</B> Sul- fitzelluloseextrakt von 28 bis 30 B(, vom Blössengewicht. 25% Wasser, 2 Tage lang je 8 Stunden im Fass gewalkt. Nach dieser Zeit bleiben die Leder 2 Tage auf dem Bock liegen.
Anschliessend wird mit einer frischen Brühe aus 50 % SLilfitzelluloseegtrakt von 28 bis 30 " W. 37 % Kieselsä.tirelösung @v iedernm 2 Ta-e lang je 8 Stunden ge -alkt. Die Kieselsäurelösung wird dadurch. her gestellt, dass inan 10% Wasserglaslösung mit 25Y2 Si0_-Gehalt mit<B>25%</B> Wasser verdünnt und in 4 % 85 % ige Ameisensäure einrührt.
Nach :.@tägigem Lager werden die Leder mit 29 % Kieselsäurelösuntg. 1 % --llineraliil 1 bis 2 Standen gewalkt, bis die gesamte Brühe aufgenommen ist.
Die Kieselsäureliisung wird dadurch her gestellt, dass nian <B>10%</B> Wasserglaslösung mit 25 % Si0_-Gehalt mit 15 % nasser verdünn t und in 4 % 85 % ige Ameisensäure einrührt.
Über Nacht werden die Leder auf dem Bock gelagert. Diese Fiillung kann noch 1- oder 2mal wiederholt -erden. Nach der letzten Füllung werden die Leder wiederum über Nacht auf dem Bock gelagert, am an dern Morgen auf beiden Seiten finit Wasser abgewaschen, ausgesetzt und auf den Nar ben finit Klauenöl abgeölt.
2. Es wird wie nach Beispiel 1 gearbeitet mit der Massgabe, dass bei der Herstellung der 1. und \?. Gerbbrühe jeweils 1,5 % Chrom- i alaun zugesetzt werden. -Man erhält- ein Unterleder von angenehmem Farbton.
3. Es wird wie nach Beispiel 1 gearbei tet mit der Massgabe, dass bei der Herstellung der 1. iznd 2. Gerbbrühe jeweils 5 % Kali- -,ilaun zugesetzt werden. Man erzielt eine rasche Durchgerbimg und Leder mit gutem Stand und guter Reissfestigkeit.
1. Es wird wie nach Beispiel 1 gearbei tet. mit der Massgabe, dass bei der Herstel lung der 1. und \?. Gerbbrühe jeweils 10% Aluminiumformiat zugesetzt werden. Man erhält ein besonders wasserfestes Leder.
5. Es wird wie nach Beispiel 1 ge arbeitet, mit der Massgabe, dass bei der Her stellung der 1. und 2. Gerbbrühe jeweils 1 eines der handelsiiblichen synthetischen Gerb stoffe, wie z. B. eines Kondensationsproduk tes aits 'L;aphthalinsitl fosiiui-e und Formalde- hyd zugesetzt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Unter leder, dadurch gekennzeichnet, dass gerb- fertige Blössen zuerst mit Sulfitzellulose- ertrakt, dann mit Sulfitzelluloseegtrakt unter Zusatz von Kieselsäurelösung gegerbt und an schliessend mit Kieselsäurelösung gefüllt und mit fettenden Stoffen nachbehandelt werden. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass geringe Mengen an derer Gerbstoffe mitverwendet werden.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Nachbehandlung durch Abölen vorgenommen wird. . Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Nachbehandlung durch Imprägnieren mit festen, fettenden Stoffen vorgenommen wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Nachbehandlung mit festen,fet- tenden Stoffen unter Zusatz von Lösungs mittel vorgenommen wird.
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