Wechselgetriebe. Die Erfindung bezieht sich auf Getriebe jener Art, bei welchen das Übersetzungsver hältnis zwischen zwei oder mehr Gruppen von Antriebselementen, insbesondere Rädern, oder zwischen Einzelrädern und den erwähn ten Gruppen geändert werden kann. Die be kannten Ausführungen derartiger Getriebe weisen in der Regel entweder eine zu grosse Anzahl von Einheiten oder sehr empfindliche und daher sich rasch abnützende Teile auf.
So zum Beispiel sind schon Kettenräder wechselgetriebe mit vierfacher Übersetzung bekannt geworden, bei denen je ein auf der treibenden Welle und ein auf einem ange triebenen Teil angeordnetes Kettenräderpaar von einer endlosen Kette umschlungen sind; bei dieser Anordnung wird für alle vier Kettenräder je ein aus Sperrad und federn der Klinke bestehendes Gesperre verwendet. Eine derartige Anordnung konnte sich prak tisch nicht durchsetzen, nachdem das Ge- sperre schon nach kurzer Benützung un- brauchbar wurde und weil umständliche Aus lösevorrichtungen eingebaut werden mussten.
Es ist auch ein Wechselgetriebe bekannt geworden, bei welchem vier Übersetzungs räder so angeordnet sind, dass auf zwei Wellen je zwei Räder lose und mit den Wel len einzeln und willkürlich kuppelbar ange ordnet sind. Um bei dieser Anordnung vier Übersetzungen zu erzielen, mussten noch zwei Umlenkräder für die Antriebskette vorgesehen werden, wobei ausserdem der Nachteil be stand, dass bei zweien der Übersetzungen die Drehrichtung geändert werden musste, was insbesondere beim Fahrzeugantrieb nachtei lig ist.
Die Erfindung ermöglicht ein Getriebe zu schaffen, bei welchem nicht nur die erwähn ten Mängel behoben werden, sondern auch erreicht wird, dass mit einer einzigen endlosen Kette je zwei Übersetzungsräder auf zwei oder mehr Drehkörpern betrieben werden können, so dass, was bisher bei keiner An- Ordnung möglich war, sämtliche Über-setzrrngs- räder bei allen Übersetzungen dieselbe Dreh richtung erhalten.
Auch ermöglicht das neue Getriebe bei Fahrrädern die Verwendung von handelsüblichen Rücktrittsbremsen, die bei den oben angeführten bekannten Einrichtungen nicht benützt werden konnten. Die Erfindung kann aber auch mittels zwei oder mehr parallelen Ketten durchgeführt werden.
Auch beim Erfindungsgegenstand ist auf jedem Drehkörper mindestens ein Übersetzungsrad als lose sitzendes Rad ausgebildet, welches mit seinem Drehkörper durch eine auf dem letzteren sitzende willkürlich betätigbare Kupplung verbunden werden kann; erfin- dungsgemäss sind aber die Übersetzungsräder neben- und hintereinander auf den Dreh körpern in der Weise verteilt und miteinander so in Antriebsverbindung gebracht, dass die Drehrichtung aller Übersetzungsräder bei allen Übersetzungen die Gleiche ist.
Das Getriebe nach der Erfindung kann für beliebige Zwecke, insbesondere aber fürAutos, Fahr- und Motorräder verwendet werden.
In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstan des zum Teil schematisch dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 ein Fahrradgetriebe bei eingeschalteter Übersetzung in teilweise ge schnittener Draufsicht und Fig. 2 in schema tischer Seitenansicht. Fig. 3 zeigt eine Drauf sicht des Getriebes bei eingeschalteter Unter setzung. Fig.4 und 5 sind Einzelheiten des Getriebes in teilweise geschnittener Seiten ansicht. Fig. 6 zeigt die zweite Au8führungs- form schematisch.
Von dem Fahrrad sind bloss die Hinter radnabe 1, deren Achse 2, ferner die Tret kurbelwelle 3 reit den Pedalen 4 und das Tretkurbellager 5 veranschaulicht.
Auf der Hinterradnabe 1 und auf der Tretkurbelwelle 3 sitzt je ein Freilaufzahn- kranz 6 bezw. 6'. Der Freilaufzahnkranz 6 wirkt auf die Hinterradnabe 1 treibend ein, wogegen der Freilaufzahnkranz 6' von der Tretkurbelwelle 3 angetrieben wird.
Ein in der Hinterradnabe eingesetzter durchbohrter Bolzen 7 bildet eine Verlänge- rung der Nabe 1 und trägt an seinem ab gesetzten Teil 8 lose drehbar einen Zahn kranz 9 sowie den ein- und ausrückbaren Teil 1O einer Klauenkupplung, deren achsial nicht verschiebbarer Teil der Zahnkranz 9 bildet, indem er seitlich mit Klauen ver sehen ist. Der Kupplungsteil 10 sitzt achsial verschiebbar auf der Nabenverlängerung 8, mit welcher er zusammen verdreht wird, und er steht unter der Einwirkung einer Druck feder 11, die ihn einzurücken bestrebt ist.
Der grosse Antriebszahnkranz 12 sitzt lose drehbar auf der Tretkurbelwelle 3 und kann mit dieser durch eine Klauenkupplung auf Drehung verbunden werden. Die Klauenkupp- lung besitzt den auf der Tretkurbelwelle 3 achsial verschiebbaren Kupplungsteil 13, den eine Druckfeder 14 in den achsial nicht ver schiebbaren Kupplungsteil, das ist der Zahn kranz 12, einzurücken sucht.
Alle vier Zahnkränze 6, 9, 12, 6' sind durch eine endlose Kette 15 miteinander ver bunden. Hiebei läuft die Kette 15, wie aus Fig. 2 deutlich ersichtlich ist, vom Antriebs zahnkranz 12 über den Zahnkranz 9 zu dem Freilaufzahnkranz 6' zurück und von diesem über den Freilaufzahnkranz 6 zu dem Zahn kranz 12 zurück, so dass alle Zahnkränze in der gleichen Richtung umlaufen.
Bei dem Getriebe können bei der gege benen Grösse der Zahnkränze drei verschie dene Cbersetzungen sowie eine Untersetzung erreicht werden.
Um die grösste Übersetzung zu erhalten, wird der Antriebszahnkranz 12 mit der Tret kurbelwelle 3 und der Zahnkranz 9 mit der Hinterradnabe 1 durch Einrücken der in be kannter Weise durch nicht dargestellte Draht züge oder dergleichen von der Lenkstange aus steuerbaren Kupplungsteile 13, 10 ge kuppelt (Fig. 1). Bei Betätigung der Tret kurbel wird daher der Zahnkranz 12 bezie hungsweise mittels der Kette 15 durch den Zahrrkranz 9 die Hinterradnabe angetrieben, wobei die beiden Zahnkränze 6, 6' freilaufen, und zwar der Zahnkranz 6 mit kleinerer Drehzahl als die Hinterradnabe und derZahrr- kranz 6' mit grösserer Drehzahl als die Tret kurbelwelle 3.
Um die nächst kleinere Übersetzung zu erhalten wird der Kupplungsteil 10 ausge rückt, während der Kupplungsteil 13 einge rückt bleibt. Es wird dann durch die Tret kurbelwelle 3 der Zahnkranz 12 und über die Kette 15 durch den Freilaufzahnkranz 6 die Hinterradnabe 1 angetrieben, während Zahnkranz 9 und Freilaufzahnkranz 6' Leer laufen.
Um die Übersetzung 1 : 1 einzuschalten, wird der Kupplungsteil 12 aus- und der Kupplungsteil 10 eingerückt. In diesem Falle <I>wird</I> dann durch die Tretkurbel der Freilauf zahnkranz 6' angetrieben, welcher seine Dreh bewegung mittels der Kette 15 und dem Zahnkranz 9 der Hinterradnabe 1 übermittelt, wobei der Freilaufkranz 6 und der Zahn kranz 12 Leerlaufen.
Eine Untersetzung wird erzielt, wenn beide Kupplungsteile 10,13 ausgeschaltet sind. Es wird dann der von der Tretkurbel ange triebene Freilaufzahnkranz 6' (Fig. 5) durch den Freilaufzahnkranz 6 die Hinterradnabe antreiben, wobei die entkuppelten Zahnkränze 9, 12 leer mitlaufen.
In der Fig. 6 ist gezeigt, dass mit Hilfe der Anordnung von drei Kettenräderpaaren, die auf drei Wellen verteilt sind, zwölf Übersetzungen erzielt werden können. Auf der Welle 41 sitzen die Räder 35, 39, auf der Welle 42 die Räder 37, 40 und auf der Welle 43 die Räder 36, 38. Sämtliche Räder sitzen lose auf den Wellen und sind durch die endlose Kette 15 umschlungen. Es wer den nun immer nur zwei Kettenräder, die auf zwei verschiedenen Wellen sitzen, mit den letzteren gekuppelt, während man die vier andern Räder leer mitlaufen lässt.
Somit können zwölf verschiedene Übersetzungsver hältnisse erreicht werden, je nachdem folgende zwei Räder mit ihren Wellen festgekuppelt werden: 35 und 36, 35 und 37, 35 und 38, 35 und 40, 39 und 40, 39 und 36, 39 und 37, 39 und 38, 37 und 38, 37 und 36, 40 und 36, 40 und 38.