Einrichtung zur Fernbetätigung von Ruf- oder Alarm-Einrichtungen sowie von Radioempfangsger äten. Es sind Einrichtungen bekannt, die den Zweck haben, von einer oder mehreren Stel len aus, beispielsweise -Sirenen in Tätigkeit zu setzen. Diese Einrichtungen sind an das Vorhandensein und den Betriebszustand von Elektrizitätswerken gebunden.
Es wird bei diesen Alarmeinrichtungen der beispielsweise 5Operiodige Wechselstrom über Resonanz relais geleitet, die eine selektive Resonanz von beispielsweise 60 Hertz aufweisen.
Bei normaler Periodenzahl des Generators spre chen :diese Relais nicht an. Wird jedoch die Frequenz des Netzes auf die Eigenfrequenz des am Netz angeschalteten Resonanzrelais erhöht, so ergibt :diese Erhöhung der Fre quenz praktisch keinerlei Wirkung auf die angeschlossenen,Stromverbraucher, !da es sich nur um einen kurzen Stromimpuls handelt, die an Spannung liegenden -Relais jedoch werden erregt und schliessen die Alarmein richtung (z. B. die 'Sirene) unter Benützung des Netzstromes an dasselbe an. Bei :Strom störungen im Elektrizitätswerk (z.
B. infolge Fliegerangriff) ist :diese Einrichtung voll- kommen unbrauchbar, da weder die Relais noch,die iSirenen in Funktion gesetzt werden können. Auch ergeben die ständig am Netz angeschalteten Relaiseinen dauernden Strom verbrauch.
Die genannten Mängel werden nun :durch die vorliegende Erfindung des Herrn Johan nes Gloss, Ingenieur in Wien, :dadurch besei tigt, dass mit einem :durch !den !Sendewechsel strom erregten schwingungsfähigen Organ ein auf die gleiche Frequenz abgestimmter einseitig :eingespannter schwingungsfähiger Metallstab ,gekuppelt ist, der in R,esonanz- sehwingungen gerät und hierbei in :den Be reich mindestens eines als Gegenpol ausge bildeten Magneten ;
gelangt und von diesem angezogen wird, wodurch die Sperre eines zur Fernbetätigung,der Ruf- oder Alarmein richtung oder zur Einschaltung des Rund funkgerätes vorgesehenen Uhrwerkes gelöst wird.
Zur Ausführung der Erfindung können an beliebige Leitungen, Hochspannungslei tungen, Telephon-Telegraphenleitungen oder Feuermelderleitungen beispielsweise kapazi- tiv mit Erde als Rückleitung Resonanzrelais, die dae durch den Sendewechselstrom erregte, schwingungsfähige Organ enthalten, ange- @chaltet sein,
welche die Empfindlichkeit von auf bestimmte Frequenzen abgestimmten Telephonen ausnützen.
In der Zeichnung ist eine derartige bei spielsweise Anordnung zum Teil schematisch dargestellt. Dieselbe enthält ein in folgendem als Tonrelais bezeichnetes Resonanzrelais in Verbindung mit einer Alarmeinrichtung. Die Wirkungsweise der Anordnung ist folgende:
Von einer oder mehreren Stellen aus wird beispielsweise in die Telephon- respektive Telegraphen-, Feuermelde-, Lichtleitung ete. beispielsweise 500 periodiger Wechselstrom von einer Hochfrequenzmasehine, eventuell über einen Verstärker, oder '500mal unter- brochener Gleichstrom gesandt. Das kapazitiv angeschlossene Tonrelais 1, dessen Membran ebenfalls auf den Ton 500 Hertz abgestimmt ist,
und das schwingungsfähige Organ dar stellt, wird hierdurch erregt und überträgt die Schwingungen über den Steg 2 auf den wenigstens am Ende magnetisierbaren Draht ,der den schwingungsfähigen Metallstab bildet und auf die gleiche Frequenz abge- stimmt ist. Durch diese Massnahme gerät er in maximale 'Schwingungen (Resonanz schwingungen) und kommt in den Bereich der magnetischen Kontaktfläche 8, die ihn vollends anzieht und dadurch das Relais 10 mit der Stromquelle 9, z.
B. einer Taschen- lampenbatterie, in Verbindung bringt. Der Anker los gibt die Nase der Stange 1l frei, die unter der Wirkung der Feder 12 in die Höhe schnellt, dabei die Verbindung von Magnet 3 mit Draht 8 löst und gleichzeitig das Alarmwerk 13 bis 21 freigibt. Das Glok- kensignal ertönt nun so lange, bis die<B>Ab-</B> stellung durch eine damit beauftragte Person, z.
B. den Luftschutzwart des betreffenden Gebäudes, erfolgt oder bis das Werk abge laufen ist. Die Rückstellung in die Bereit- schaftsstellung erfolgt derart, dass bei6piels- weise durch eine Schnur oder Kette 21 die Stange 11 gegen die Wirkung der Feder 12 herabgezogen wird,
wodurch der Anker 10a wieder in die Nase der Stange 11 einfällt und deren unteres Ende den Sperrstift 20 .der Alarmvorrichtung am Ablaufen verhindert. Das Aufziehen des Alarmwerkes erfolgt wie bei einer Gewichtsuhr. Um im Falle eines Fliegerangriffes die verschiedenen Teile eines Landes entsprechend der jeweiligen Bedro hung zu alarmieren, kann die Einrichtung derart getroffen sein,
dass die einzelnen Städte Tonrelais verschiedener Tonhöhe er halten, und so einzeln oder in Gruppen durch die verschiedenen Frequenzen von beispiels weise einer Zentralstelle aus in Alarmzustand versetzt werden können.
Es besteht auch die Möglichkeit, für Orte, die keine elektrischen Leitungen besitzen (Land, alpine Rettungs stellen) durch fix abgestimmte Detektor- apparate die Tonrelais in Tätigkeit zu set zen.
Diese beschriebene Einrichtung kann auch dazu benützt werden, Netzempfänger für Radio durch Detektoren, die von der Sendestation aus drahtlos oder über beliebige Leitungen den entsprechenden Wechselstrom erhalten, von der Sendestation aus durch ein Uhrwerk ein- respektive abzuschalten. Es hat sich als zweckmässig erwiesen, die Mem bran des Telephons 1, sowie den Draht 3 aus einem Material mit geringster Wärmeausdeh nung herzustellen.
Gute Erfolge wunden mit Invaratahl erzielt, dessen thermischer Aus- dehnungskoeffizient 0,()t)0001 beträgt.
An Stelle des Drahtes 3 kann auch eine Blatt feder als Schwingungsstab Verwendung fin den, deren freies Ende aus Invarstahl oder einem andern magnetischen Material herge stellt ist. Es brauchen dann nur zwei dicht nebeneinander angeordnete, elektrisch vonein ander getrennte Magnete 8, 8a als Kontakte angeordnet zu werden.
Das magnetische Ende des schwingenden Teils 3 überhriiclit im an gezogenen Zustand die beiden Kontakte 8, 8a, siehe Fig. .3. Das Telephon 1 hat auf seiner Membran einen Steg (Draht) 2 befe stigt, der in eine Öse mündet, durch welche hindurch der Draht 3 ragt,
der in den ver- schieblich auf der Platte 4 angeordneten Bock 5 mit einem konischen Loch ähnlich einem Ziehsteine gelagert ist. Das eine Ende des Drahtes 3 ist auf einer Feder 6 befestigt, die wieder durch die .Stellschraube 7 in ihrer Lage gegen den Bock 5 verstellbar ist. Das andere Ende des Drahtes 3 ,ist frei schwin gend.
Die Entfernung des Steges 2 biss zum 11 Bock 5 beträgt ca. % der Gesamtlänge des I3,rahtstückes 3 vom Block 5 bis zum freien Eide. In der Nähe des freien Drahtendes 3 befindet sich unter dem Drahte auf der Platte 4. von dieser isoliert das Kontaktstück 8, das als Dauermagnet ausgebildet ist und den Zweck hat, den Draht bei stärkerer Aus ;
chwingung nach erfolgter Kontaktgabe fest zuhalten und so den Übergangswiderstand zu verkleinern. In Reihe mit einer Batterie 9 liegt Idas Relais 10, das erst dann einge schaltet wird, wenn,der über die Platte 4 auf den Draht 3 übergehende Strom durch Be rühren des Drahtes 3 mit der Kontaktfläche 8 .geschlossen ist.
Das Relais 10 besitzt einen Anker 10a, der in -eine Nase der in Platte 4 federnd durch die Feder 12 gelagerten Stange 11 so lange eingeklinkt bleibt, bis,das Relais 10 erregt wird, wodurch die Feder 12 zur Wirkung kommt und das im nachfolgenden beschriebene Alarmwerk auslöst.
Gleichzeitig mit dem Hochgehen der Stange 11 wird durch dass eine Ende der Stange 11 der Draht 3 von der magnetischen Kontaktfläche 8 ab gehoben und der iStromkrels zum Relais un- terbrochen. Das Alarmwerk wieder besteht aus einem Zahnrad 13 mit einem Gesperre 14, ähnlich einem Weckerwerk. Mit ,dem Ge- sperre 14 in Verbindung steht ein Klöppel 15, ,der gegen .die beiden Schalmeien 16 und 17 bei Betätigung der Vorrichtung schlägt.
Direkt auf der Achse ,des Zahnrades 13 oder durch Zwischenräder übersetzt, wirkt als An triebskraft ein Gewicht 19, das, wie üblich, auf einer Seiltrommel 1,8 aufgewickelt ist und bei Aufhebung der Sperre 20 durch die Stange 11, von ihr abrollen kann.
Anstatt der elektromagnetischen Aus lösung des Ankers könnte auch eine Anord nung vorgesehen sein, nach welcher die Aus lösung -auf mechanischem Wege vom .Schwin- gung organ aus erfolgt.