Verfahren und Vorrichtnug zur Beseitigung von Verzerrungen bei der 1'fiedergabe von Tonfilmen. Bei der Wiedergabe von Tonfilmen treten häufig Verzerrungen auf, insbesondere in dem Gebiet der hohen Frequenzen, die mit verhältnismässig grosser Lautstärke aufge zeichnet. sind. Diese Verzerrungen sind im wesentlichen auf Mängel im photographi schen Prozess zurückzuführen, indem die Übergangsstellen zwischen belichteten und unbelichteten Teilen der Emulsion verwischt werden.
Dies ergibt eine Verschleierung der Täler der Aufzeichnung und eine Beschnei dung der Spitzen der Aufzeichnung. Das kann sowohl bei Amplitudenschrift, als .auch bei Intensitätsschrift der Fall sein.
Bei -Ana- plitadenfilmen scheinen sich die Verzerrun gen. jedoch verhältnismässig stärker auszu.- wirken als bei Intensitätsfilmen, und zwar erzeugt die Verschleierung der Täler ein Ge räusch, das einem Donner ähnlich ist. Diesen Effekt bezeichnet man wegen der Ähnlich keit mit dem bekannten Geräusch des Don- nerns mit "Donnereffekt".
Das Geräusch ist darauf zurückzuführen, dass in der Aufzeich nung über mehrere Perioden der Tonschwin gung eine Gleichrichtung auftritt. Die Zu- schleierung der Täler erzeugt einen Gleich strom,- der sich zu dem Ruhegleichstrom ad diert, während das Abschneiden der Spitzen einen Gleichstrom erzeugt, der sich von dem Ruhegleichstrom subtrahiert.
In beiden Fäl len entsteht jedoch eine gleichgerichtete Komponente, die von den Schallschwingun- gen hoher Frequenzen überlagert ist, wobei eine Schwingung erzeugt wird, die noch im Hörbereich des menschlichen Ohres liegt, in dem sie als eine Verzerrung des Tones in Er scheinung tritt.
Zur Beseitigung dieser Verzerrungen wird nach der Erfindung vorgeschlagen, die eine Verzerrung erzeugende Spannung im elektri schen Teil der Wiedergabeeinrichtung mit tels -einer Spannung . zu kompensieren, die durch Gleichrichtung eines Teils des die Ver zerrung begleitenden Schallfrequenzen ent haltenden Wechselstromes erhalten wird. Zur Durchführung dieses Verfahrens wird ferner gemäss der Erfindung eine Vorrichtung für die Wiedergabe von Tonfilmen vorgeschla gen, die eine Verstärkerröhre besitzt, deren Gitter eine gleichgerichtete Spannung zuge führt wird, welche der die Verzerrung erzeu genden Spannung entgegenwirkt.
Da die gleichgerichtete Komponente mit höheren Frequenzen zunimmt, kann das Ver fahren derart durchgeführt werden, dass die zur Kompensation von Verzerrungen, z. B. des Donnereffektes, dienende gleicbgerichtete Spannung ebenfalls mit höher werdender Frequenz zunimmt.
In der Abbildung ist das Schaltschema eines Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung zur Beseitigung von Verzerrungen bei der Wiedergabe von Tonfilmen, z. B. zur Kom pensation des Donnereffektes, dargestellt. An -die Klemme 1 des Eingangskreises der Röhre 2 werden die von der Photozelle her rührenden Stromschwankungen entweder di rekt oder über einen oder mehrere Verstär ker geleitet. Die Stromschwankungen werden in der Röhre 2 in bekannter Art verstärkt und im Lautsprecher 3 wiedergegeben. Selbst verständlich braucht die Röhre 2 nicht die letzte Röhre des Wiedergabeverstärkers zür sein; es können noch mehrere Verstärkerröh- ren hintergeschaltet werden.
Zur Beseitigung von Verzerrungen bei der Wiedergabe von Tonfilmen, z. B. zur Kompensation des Donnereffektes, sind die im folgenden beschriebenen Mittel vorge sehen. Im Anodenkreis der Röhre 2 ist an der Stelle 4 ein veränderlicher Kondensator 5 eingeschaltet, der über einen Transformator 6 an Erde gelegt ist. Die Sekundärseite des Transformators ist in der Mitte angezapft und liegt über die Gittervorspannungsbatte- rie 7 ebenfalls an Erde. Die beiden Aussen enden der Sekundärwicklung des Transfor mators 6 sind über Gleichrichter 8, 9 mit dem Widerstand des Potentiometers 10 ver bunden, dessen Schieber 11 zum Abgriff ver- schiedener Spannungen verschoben werden kann.
Die Gleichrichter 8, 9 sind so geschal tet, dass durch den Widerstand des Potentio- meters 10 nur ein Strom in einer Richtung fliessen kann, und zwar nach der gezeichne ten Anordnung von Gleichrichter 8 nach Gleichrichter 9. Von dem Schieber 11 des Potentibmeters 10 führt eine Verbindung über den Widerstand 12 und den Widerstand 13 an das Gitter der Röhre 2. Die Konden satoren 14, 1.5, die beide einerseits an Erde und anderseits an je einer Seite des Wider standes 12 liegen, dienen lediglich zur Glät- tung des durch Gleichrichter 8 und 9 gleich gerichteten Stromes.
Wenn an der Klemme 1 ein hohe Ton schwingungen enthaltender Wechselstrom an kommt, der einem gleichgerichteten Anteil, der den Donnereffekt erzeugt, überlagert ist, so wird ein Teil des verstärkten Anteils des die hohe Tonfrequenz enthaltenden Wechsel stromes über den Kondensator 5 und Trans formator 6 gehen und durch Gleichrichtung am Widerstand des Potentiometers 10 einen Spannungsabfall erzeugen. Je nach Stellung des Schiebers 11 kann nun diese gleichgerich tete Komponente als kleinere oder grössere Vorspannung der Röhre 2 zugeführt werden.
Der Schieber 11 muss nun so eingestellt wer den, dass der gleichgerichtete Strom genau so gross ist wie der den Donnereffekt erzeu gende Gleichstromanteil der Schwingung, aber ein diesem entgegengesetztes Vorzeichen besitzt.
Durch Veränderung des Kondensators 5 kann man die Frequenz einstellen, von der ab eine Gleichrichtung an 8 und 9 erfolgen soll. Da der Wechselstromwiderstand des Konden- sators 5 mit höheren Frequenzen abnimmt, tritt automatisch an 11 mit höheren Frequen zen eine höhere Gleichspannung auf. Da aber der Donnereffekt mit höheren Frequenzen ebenfalls zunimmt, lässt sich auf diese ein fache Art eine automatische Kompensation vornehmen.
Es ist nur nötig, für einen Film den Kondensator 5 und den Schieber 11 so zu stellen, dass bei der niedrigsten Tonfrequenz, bei der schon ein Donnereffekt auftritt, eine Kompensation des Donnereffektes eintritt. Bei zunehmender Frequenz (zunehmendem Dou-- nereffekt) regelt dann die beschriebene Vor richtung die -Kompensation automatisch.
Wenn eine Gleichrichtung dadurch auf tritt, dass die Spitzen der hohen Frequenzen nicht mehr stark genug belichtet werden kön nen, also in. der Kopie abgeschnitten sind, so muss zur Kompensation dieses Gleichstromes der Schieber 11 in der entgegengesetzten Richtung verschoben werden, wie bei der Kompensation des Donnereffektes. Soll ein Film wiedergegeben werden, bei dem kein Donnereffekt auftritt, so muss der Schieber 11 in der Mitte des Widerstandes des Poten- tiometers 10 stehen.
In diesem Falle ist die am Widerstand des Potentiometers 10 durch Gleichrichtung der Schallfrequenzen hervor gerufene Spannung gleich Null.
Es soll noch vermerkt werden, dass die Beseitigung von Verzerrungen bei der Wie dergabe von Tonfilmen statt wie beschrieben durch Rückwärtsregelung der Gittervorspan- nung auch durch Vorwärtsregelung bewirkt werden kann.
In. diesem Fall muss die Vor- richtung zur Beseitigung von Verzerrungen bei der Wiedergabe von Tonfilmen statt wie dargestellt mit Mitteln zur Rückwärtsrege- lung der Gittervorspannung mit solchen zur Vorwärtsregelung ausgestattet -sein.
Unter Vorwärtsregelung versteht man die Einwir kung eines Steuerstromes von der vorliegen den Röhre auf \eine in der Schaltungsanord nung später liegende Röhre.