Radioempfangsschaltung mit Mitteln zur mindestens teilweisen Unterdrückung von kurzdauernden Störungen. Die Erfindung bezieht sich auf eine Radioempfangsschaltung, in der Mittel zur mindestens teilweisen Unterdrückung kurz dauernder Störungen vorgesehen sind.
e Der Empfang von Radiosignalen wird öfters erschwert durch das Auftreten atmo sphärischer Störungen und durch Öffnen oder Schliessen von Schaltern oder durch Funken der Stromabnehmer elektrischer Fahrzeuge herbeigeführte Störungen. Diese Störungen unterscheiden sich im allgemeinen durch eine kurze Dauer und eine grosse Amplitude. Es ist bekannt, zur Behebung solcher Störungen in einer Radioempfangsschaltung Mittel vor zusehen, welche die Amplitude der Störungen begrenzen, oder die Empfangsschaltung wäh rend des Auftretens einer Störung ganz un wirksam machen. Diese Mittel sollen sinnge mäss das empfangene Signal möglichst wenig beeinflussen.
Bei den bekannten Schaltungen sind daher immer Massnahmen getroffen, durch welche die Störbefreiungsmittel nur beim Empfang einer Störung betätigt wer den, deren Amplitude grösser als die grösste Signalamplitude, im allgemeinen also grösser als die doppelte Trägerwellenamplitude des empfangenen Signals ist. Ein Nachteil der bekannten Schaltungen ist, dass Störungen mit kleineren Amplituden als die grösste Signalamplitude nicht unterdrückt werden können.
Die Erfindung bezweckt eine Schaltung zu schaffen, bei der auch Störungen minde stens teilweise unterdrückt werden können, deren Amplitude kleiner als die grösste Si gnalamplitude ist.
Nach der Erfindung werden zu diesem Zweck die Mittel zur mindestens teilweisen Unterdrückung der Störungen durch einen Teil des Niederfrequenzverstärkers gesteuert; wobei diesen Mitteln andere Mittel vorange hen, welche die höchsten Modulationsfrequen- zen des empfangenen Signals mehr als die niedrigeren Frequenzen verstärken und wei- tere Mittel folgen, welche das für die Wie dergabe gewünschte Verhältnis zwischen den Amplituden der höchsten und der niedrigeren Modulationsfrequenzen herstellen.
Die Erfindung beruht auf der Erkennt nis, dass die in dem nach Gleichrichtung er haltenen Signal vorhandenen Komponenten niedrige Frequenz eine beträchtlich grössere Amplitude als die Komponenten höherer Fre quenzen haben, während bei der Störung, in folge des plötzlichen Charakters, gerade die Amplituden der Komponenten höherer Fre quenzen in den Vordergrund treten. Das Ver hältnis zwischen den Amplituden von Stö rung und Signal ist somit für die höchsten Modulationsfrequenzen beträchtlich grösser als für die niedrigeren Frequenzen.
Wenn die höchsten Modulationsfrequenzen mehr als die niedrigeren Frequenzen verstärkt werden, wird mithin erzielt, dass die Amplitude der Störung im Verhältnis zur Amplitude des Signals grösser wird, so dass auch Störungen von verhältnismässig kleiner Amplitude un terdrückt werden können.
Die Zeichnung veranschaulicht zwei Aus führungsbeispiele des Erfindungsgegenstan des.
Fig. 1 zeigt einen Teil des Niederfre- quenzverstärkers einer Radioempfangsschal- tung. Das nach Gleichrichtung erhaltene Nie derfrequenzsignal wird über die Klemmen 10 einer Niederfrequenzverstärkerröhre 13 zugeführt, deren Anode über einen Wider stand 29 mit. der Anodenspannungsquelle und über einen Kopplungskondensator 14 mit dem Steuergitter einer Niederfrequenzverstärker- röhre 15 verbunden ist.
Der Kopplungskon densator 14 hat eine so geringe Kapazität, dass die höchsten Modulationsfrequenzen mehr als die niedrigeren Frequenzen verstärkt wer den. Die Anode der Röhre 15 ist über einen Kopplungskondensator 16 und einen Wider stand 17 mit der Anode einer Röhre 30 ver bunden, welche für die Begrenzung der ein treffenden Störung im einen Ausschlagsinne bestimmt ist. Der Röhre 30 wird über einen Widerstand 34 eine niedrige Anodenspan nung zugeführt, welche von einer Spannungs- quelle 36 geliefert und mittels eines Span- nungsteilers 35 auf den gewünschten Wert eingestellt werden kann.
Das durch die Röhre 15 verstärkte Signal wird über einen Wider stand 31 dem Steuergitter der Röhre 30 zu geführt, dem überdies über einen Widerstand 32 eine negative Vorspannung aufgedrückt wird, die mittels eines Spannungsteilers 33 eingestellt werden kann.
Die Vorspannungen der Röhre 30 sind derart gewählt, dass die Röhre beim Empfang eines gewünschten Signals gesperrt ist und beim Auftreten einer Störung leitend wird. Die Anode der Röhre 30 ist weiter über einen Kopplungskondensator 18 mit dem Steuer gitter einer Röhre 19 verbunden, welche die Phase des empfangenen Signals und der Stö rung umkehrt. Die Anode der Röhre 19 ist über einen Kopplungskondensator 20 und einen Widerstand 21 mit der Anode einer Röhre 37 verbunden, welche in vollkommen gleicher Weise wie die Röhre 30 geschaltet ist und die Amplitude eintreffender Störun gen im andern Ausschlagsinne begrenzt.
Die Anode der Röhre 37 ist über einen Kopp lungskondensator 22 mit dem Steuergitter einer Niederfrequenzverstärkerröhre 23 ver bunden, welche das für die Wiedergabe ge wünschte Verhältnis zwischen den höchsten und niedrigeren Modulationsfrequenzen her stellt. Zu diesem Zweck enthält der Anoden kreis der Röhre 23 eine Drosselspule 24, welche in Reihe mit einem Widerstand 25 geschaltet ist, wobei die Drossel 24 eine so hohe Selbstinduktion besitzt, dass die niedrig sten Modulationsfrequenzen mehr als die höheren Frequenzen verstärkt werden.
Die über den Widerstand 25 auftretende Span nung wird über einen Kopplungskondensator 26 dem Steuergitter einer Verstärkerröhre 27 zugeführt, die das verstärkte Signal den Aus gangsklemmen 12 abliefert, an welche eine Wiedergabevorrichtung angeschlossen werden kann.
Durch geeignete Bemessung der Selbst induktion 24 kann jedes gewünschte Verhält nis zwischen hohen und niedrigen Frequenzen erhalten werden. Man kann zum Beispiel die Selbstinduktion 24 derart wählen, dass das ursprüngliche Verhältnis zwischen hohen und niedrigen Frequenzen wieder hergestellt wird, und falls dies wegen Interferenz mit einem benachbarten Signal erwünscht ist, können auch die Amplituden der hohen Frequenzen- noch stärker beschränkt werden.
Wenn der Kondensator 14 derart bemessen ist, dass die Verstärkung der Röhre 13 der Frequenz pro portional ist, so kann man die Selbstinduk tion 24 zum Beispiel derart wählen, dass eine Verstärkung erhalten wird, die der Frequenz umgekehrt proportional ist. Die bei den Röh ren 13, 15, 30 und 37 (Fig. l.) gezeichneten Kurven zeigen, wie eine eintreffende Störung 11 durch die Schaltung verzerrt und in der Amplitude begrenzt wird. Der Verstärker 13 verursacht, dass die Komponenten der höheren Frequenzen des Störungsimpulses in den Vor dergrund treten, wodurch die Störung die Gestalt einer vollständigen Welle erhält, von der durch jede der Röhren 30 und 37 eine Halbwelle unterdrückt wird.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Schaltung wird eine grössere Verstärkung für die höch sten Modulationsfrequenzen als für die nie drigeren Frequenzen dadurch erhalten, dass in den Anodenkreis der Röhre 41 eine Dros sel 40 eingeschaltet ist. Die Anode der Röhre 41 ist über einen Kondensator 45 mit dem Steuergitter einer Röhre 42 verbunden. Der Widerstand 46 ist gross in bezug auf die Im pedanz der Drossel 40 für die höchsten zu übertragenden Frequenzen.
Durch die Röhre 42 wird die Amplitude der Störung nach bei den Richtungen begrenzt, und zwar nach der einen Richtung durch Sperren des Anoden stromes und nach der andern Richtung durch Sättigung des Anodenstromes. Das gewünschte Verhältnis zwischen hohen und niedrigen Mo- dulationsfrequenzen wird mittels der Reihen schaltung eines Widerstandes 43 und eines grossen Kondensators 44 erzielt, wobei die Ausgangsspannung dem Kondensator 44 ent nommen wird. Die Widerstände 47 und 43 sollen dabei in bezug auf die Impedanz des Kondensators 44 gross sein.