CH198105A - Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Schlichten, Appretieren und Schiebefestmachen von Faserstoffen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Schlichten, Appretieren und Schiebefestmachen von Faserstoffen.

Info

Publication number
CH198105A
CH198105A CH198105DA CH198105A CH 198105 A CH198105 A CH 198105A CH 198105D A CH198105D A CH 198105DA CH 198105 A CH198105 A CH 198105A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
resin
sizing
finishing
agent
slip
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Aktiengesellschaf Hydrierwerke
Original Assignee
Deutsche Hydrierwerke Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Deutsche Hydrierwerke Ag filed Critical Deutsche Hydrierwerke Ag
Publication of CH198105A publication Critical patent/CH198105A/de

Links

Landscapes

  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)

Description


  Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum     Schlichten,    appretieren  und     Schiebefestmachen    von     Faserstoffen.            Gegenstand    der     Erfindung    ist     ein    Ver  fahren zur Herstellung eines Mittels- zum  Schlichten,     Appretieien    und Schiebefest  machen von Faserstoffen, das dadurch ge  kennzeichnet ist, dass man ein natürlich vor  kommendes Harz der Reduktion in der Weise  unterwirft, dass ein Produkt alkoholischen  Charakters gebildet     wird.    Der Endstoff stellt  einen harzartigen, wasserhell bis schwach  gelblich gefärbten Körper dar.  



  Zur     Erleichterung    der     Weiterverarbeitung     werden bekanntlich Textilien     natürlichen    so  wie künstlichen Ursprungs, insbesondere       Keagarne    und     dergl.,    mit     Schlichtemassen     versehen, welche die Fasern zu     einheitlichen,     der mechanischen Beanspruchung gegenüber  widerstandsfähigen Strängen     vereinigen.     Ausser stärke-,

   leimartigen     und        ähnlichen          Klebemitteln    werden     bekanntlich    auch     öl-          artige    Schlichten und     Appreturen    verwendet,  insbesondere auch solche, die trocknende Öle    enthalten, welche an der Luft zu festen  Produkten verharzen.

   Die     Verwendung    na  türlicher Harze hat sich jedoch bisher nur  in Ausnahmefällen     durchführen    lassen, weil  diese auf der Faser nach dem Auswaschen  harzartige Rückstände hinterlassen, welche  sich bei     Veredlungsprozessen,        beim    Färben  und     dergl.    nachteilig bemerkbar machen, ins  besondere auch dem Fasergut einen un  günstigen Griff verleihen.  



  Die von den natürlichen Harzen wie     Ko-          palen,    Dammar harz,     Kolophonium,        Tallöl-          harzsäuren    usw. sich ableitenden Alkohole,  welche aus den     genannten    Stoffen durch Re  duktionsprozesse, beispielsweise durch die  katalytische     Hochdruckreduktion,    leicht er  hältlich sind, verhalten sich     andersartig.     Diese haben nämlich die Eigentümlichkeit,  die einzelnen     Fasern    durch     ein    gewisses       Klebevermögen    zu kompakten Strängen zu       verbinden,

      ohne jedoch den Strängen ein der-      artiges Haftvermögen zu verleihen, dass diese  aneinander kleben.  



  Das Mittel kann in verschiedenen     Formen     angewendet werden, nämlich einerseits in  Lösungen bekannter     Lösungsmittel,    ander  seits in Form von Emulsionen unter Ver  wendung von Seifen, synthetischen Seifen  ersatzmitteln,     kapillaraktiven    Präparaten und       dergl.    als     Emulgatoren.    Ferner kann das       Mittel    mit andern geeigneten Mitteln in  Kombination angewendet werden, beispiels  weise mit Stärkekleister, Leimlösungen,  Fett- und Wachsprodukten.  



  Im Gegensatz zu den Harzsäuren sind die  Harzalkohole ausserordentlich leicht     emulgier-          bar    und können daher beispielsweise mit  wässerigen Seifenlösungen ohne weiteres und  quantitativ von der Faser wieder entfernt  werden. Sie können sowohl in organischen  Lösungsmitteln gelöst, wie auch in Form  wässeriger Emulsionen zur Verwendung ge  langen.

   Zur     Emulgierung    sind Seifen, syn  thetische Seifenersatzmittel,     kapillaraktive     Präparate,     Sulfonate    sowohl von Harz- wie  auch Fettprodukten,     Fettsäurekondensations-          produkte,    substituierte     Naphtalinsulfonsäuren     und     dergl.    geeignet. Die Verwendung ist je  doch nicht auf die Harzalkohole in reiner       Form    beschränkt; zur Verminderung ihres  Klebevermögens können sie auch in Stärke  kleister, Leimlösung oder ähnliche wässerige       Anmachungen,    gegebenenfalls gleichzeitig  mit Fett- oder Wachsprodukten, eingerührt  werden.  



  Die     Harzalkoholschlichten    weisen gegen  über andern Produkten wesentliche Vorteile  auf. Die Harzalkohole sind absolut licht  beständig und es bedarf ferner lediglich der  Einarbeitung von geringen Mengen Harz  alkohol in die Stränge, um geschlossene und  gut verbundene Stränge zu erzeugen.

   Zum  Unterschied von andern Schlichtungsmetho  den zeigt die     Harzalkoholschlichte    in keiner  Weise     Alterungserscheinungen,    wie     rnlös-          lichwerden,    Schwierigkeiten beim     Entschlich-          ten    und     dergl.    Ihre Entfernung von der Faser  durch Seifenflotten und     dergl.    vollzieht sich  leicht und glatt.    Die Verwendung der Harzalkohole ist  nicht auf die eigentliche     Schlichterei    be  schränkt. In     Appreturmassen    erhöhen sie die  Haftfähigkeit der     Beschwerungsmittel    an der  Faser.

   In erster Linie ist ihr Zusatz bei hoch  appretierten Stoffen vorteilhaft. Eine sehr  wichtige Verwendungsmöglichkeit ist auch  bei dem sogenannten     "Schiebefestmachen"     von Geweben gegeben. Infolge der Glätte des  Kunstseidenfadens tritt bei aus dieser Faser  hergestellten Geweben sehr leicht ein Ver  schieben des     Kettfadens    auf dem     Schussfaden     auf, besonders in Fällen, wo die Einstellung  der Gewebeart wenig dicht ist. Das Gewebe  bild wirkt dann verzerrt und unschön. Man  hat versucht, dieser Erscheinung dadurch ab  zuhelfen, dass die Fäden vor dem Verweben  mit einer stark verdünnten Kolophonium  emulsion getränkt werden.

   Bei längerem       Beuchen    der Ware in dem Behandlungsbade  kommt. es jedoch infolge der sauren und  stark mit Fremdstoffen     verunreinigten    Be  schaffenheit des Kolophoniums zu sehr  störenden     Abscheidungen,    die den zu er  reichenden Effekt wieder aufheben. Solche  Störungen können gänzlich vermieden wer  den, wenn ein völlig neutraler und technisch  reiner Harzalkohol in     emulgierter    Form, ge  gebenenfalls in Verbindung mit     Weich-          machungsmitteln,    wie Fetten, Ölen und  Wachsen, zur Anwendung kommt. Die Bin  dung des Gewebes verändert sich nach dieser  Behandlung nicht mehr und der Griff der  Ware wird gleichzeitig verbessert.

      <I>Beispiel 1:</I>    300 Gewichtsteile     Kolophoniumharz    wer  den in Gegenwart von 20 Gewichtsteilen eines       Kupfer-Mangan        -Aluminiumoxyd-Mischkata-          lysators    bei Temperaturen um<B>300'</B> und  Drucken zwischen 250 bis 300     Atm.    während  etwa 40     Minuten    der Wasserstoffbehandlung  unterworfen. Man erhält einen Harzalkohol  mit der     Acetylverseifungszahl    168, der bei  3 mm Quecksilberdruck zwischen 190 bis  <B>230'</B> C siedet. Der Alkohol ist ein wasser  klares Produkt von harzartiger Beschaffenheit.

             tehandelt    man Kunstseide in Strängen  in üblicher Weise mit einer 2 bis 3     prozenti-          gen    Lösung dieses Harzalkohols     (Acetyl-          verseifungszahl    168, Kochpunkt 190 bis 230  bei 3 mm     Hg-Druck),    erhalten durch Reduk  tion von Kolophonium in     Trichloräthylen,     so erhält man eine ausgezeichnet geschlich  tete Ware, die vermittels Seifenlösungen  leicht wieder     entschlichtet    werden kann.  



  <I>Beispiel 2:</I>  300 Gewichtsteile     Dammarharz    werden  in Gegenwart von 20 Gewichtsteilen eines       gemischten        Kupfer-Mangan-Aluminiumoxyd-          Katalysators    bei etwa<B>300'</B> und bei einem  Druck zwischen 250 bis 300     at    während 40       Minuten    der Wasserstoffbehandlung unter  worfen. Man erhält ein Harz mit der     Acetyl-          zahl    137, der Säurezahl 0 und der     Ver-          seifungszahl    6,5. Der erhaltene Alkohol ist  ein wasserhelles Produkt von harzartiger  Beschaffenheit.  



  Zum Schlichten von     Baumwollkettgarn     eignet sich vorzüglich eine Emulsion, welche  man durch Einrühren von 35     Gewichtsteilen     des nach vorstehenden Angaben erhältlichen       Dammarharzalkohols    in 1000     Gewichtsteile     einer 0,5     prozentigen    wässerigen Lösung des       Natriumsalzes    des     Laurinalkoholschwefel-          säureesters    erhält. Die Emulsion ist sehr be  ständig und kann noch mit Klebstoffen wie  Stärke,     Traganth    und     dergl.    versetzt werden.  



  Die erhaltene Emulsion kann zum Be  handeln von Kunstseide in Strängen verwen  det werden, wobei man eine ausgezeichnet  geschlichtete Ware erhält, die man durch Be  handlung mit Seifenlösungen leicht wieder  erstschlichten kann.  



  An Stelle des aus     Dammarharz    durch  Reduktion erhältlichen Harzalkohols lassen  sich in gleich vorteilhafter Weise auch das  bei der Reduktion von     Tallölharzsäuren    an-    fallende     Ilarzalkoholgemisch    oder Reduk  tionsprodukte von     Kopalharzen    verwenden.  <I>Beispiel 3:</I>  200 Gewichtsteile     Kongokopal    und 200  Gewichtsteile     Benzin    werden in einem Auto  klaven unter einem Wasserstoffdruck von  270     Atm.    bei     Temperaturen    von ungefähr  <B>300'</B> während 1     Stunde    der Wasserstoff  behandlung unterworfen.

   Als Katalysator  wird ein     Kupfer-Mangan-Aluminium-Kata-          lysator    verwendet. Nach Beendigung der Re  duktion wird das Benzin vom Reaktions  produkt     abdestilliert.    Man erhält     einen    Harz  alkohol mit der     Acetylverseifungszahl    125  und der Säurezahl 0 und der     Verseifungszahl     von 8,2. Der Harzalkohol ist     ein    farbloses,  nicht klebendes' Produkt von harter, harz  artiger Beschaffenheit.  



  Zum     "Schiebefestmachen"    eines kunst  seidenen Gewebes lässt man die fertige Ware  längere Zeit durch ein kaltes bis lauwarmes,  wässeriges Behandlungsbad laufen, in wel  chem der erhaltene Harzalkohol oder ein aus  Fettalkoholen und Harzalkohol bestehendes  Gemisch mit Seife oder     Schwefelsäureestern     der     Fettalkohole        emulgiert    worden sind. Das  Bad soll pro Liter etwa 1 g Harzalkohol oder       Harzalkoholgemisch    enthalten.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Schlichten, Appretieren und Schiebefest machen von Faserstoffen, dadurch gekenn zeichnet, dass man ein natürlich vorkommen des Harz der Reduktion in der Weise unter wirft, dass ein Produkt alkoholischen Cha rakters gebildet wird. Der Endstoff stellt einen harzartigen, wasserhell bis schwach gelblich gefärbten Körper dar.
CH198105D 1935-02-16 1936-02-14 Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Schlichten, Appretieren und Schiebefestmachen von Faserstoffen. CH198105A (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE198105X 1935-02-16

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH198105A true CH198105A (de) 1938-06-15

Family

ID=5756765

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH198105D CH198105A (de) 1935-02-16 1936-02-14 Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Schlichten, Appretieren und Schiebefestmachen von Faserstoffen.

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH198105A (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE485195C (de) Verfahren zum Veredeln vegetabilischer Textilfaserstoffe
DE496444C (de) Verfahren zur Wasserperlausruestung von Kunstseide und Erzeugnissen daraus
DE1118151B (de) Verfahren zum Schlichten von Textilgarnen
DE767329C (de) Verfahren zum Veredeln von Textilstoffen aus Cellulosefasern
CH198105A (de) Verfahren zur Herstellung eines Mittels zum Schlichten, Appretieren und Schiebefestmachen von Faserstoffen.
DE717938C (de) Verfahren zum Weichmachen von Textilgut aus Cellulosekunstseide
DE752227C (de) Appretur- und Schlichtemittel
DE625387C (de) Verfahren zum Schlichten von Seide und Kunstseide mit sikkativhaltigen trocknenden OElen oder Firnissen
DE572613C (de) Verfahren zur Veredelung gereinigter Textilstoffe
DE742523C (de) Verfahren zur Verbesserung der Spinnbarkeit von Cellulosehydratfasern
DE731303C (de) Verfahren zur Herstellung gekraeuselter Zellwolle
DE754832C (de) Verfahren zum Schiebefestmachen von schiebenden Kunstseidegeweben
AT155461B (de) Verfahren zur Veredelung von Textilfasern.
DE748755C (de) Walkverfahren
DE686170C (de) Verfahren zum Schlichten von Kunstseide
DE438969C (de) Verfahren zum Verstaerken von Trikotgeweben
DE247637C (de)
DE642414C (de) Benetzungs-, Reinigungs- und Emulgierungsmittel
DE616722C (de) Verfahren zur Veredelung gereinigter Textilstoffe
DE257609C (de)
AT156474B (de) Verfahren zum Vorbehandeln bzw. Entschlichten von Garnen und Geweben vor dem Färben.
AT155867B (de) Verfahren zur Behandlung von cellulosehaltigem Textilgut mittels Formaldehyd.
DE554854C (de) Schlichten fuer Faserstoffe
DE671562C (de) Verfahren zur Herstellung von Staerkepraeparaten
DE263645C (de)