CH198124A - Verfahren und Einrichtung zum Schnellpökeln von Fleisch. - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zum Schnellpökeln von Fleisch.

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CH198124A
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Soehne Fr Bachert
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Fr Bachert & Soehne
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  Verfahren und Einrichtung zum     Schnellpökeln    von     Fleisch.       Die Erfindung bezieht sich auf die       Schnellpökelung    von     Fleischstücken,    bei  spielsweise Schinken, unter Einführung der  Pökellake in das Innere des     Fleischstückes,     während sich dasselbe in einem Raum mit       vermindertem    Druck befindet.  



  Zur Verkürzung der zur     Pökelung    von  Fleisch und andern     Stoffen        tierischen    Ur  sprunges erforderlichen     Zeit    gegenüber der  früher allein angewandten Trocken- oder       Nasssalzung    sind in neuerer Zeit eine Anzahl       sogenannter        Schnellpökelverfahren        entwickelt     worden.

   Das     bekannteste    dieser Verfahren  ist die unter dem Namen     'Spritzsalzung    be  kannte Methode, beider die Pökellake durch  Hohlnadeln, die in das Fleisch eingestochen  werden,     unter    erhöhtem Druck in das  Fleischinnere     eingespritzt        wird.    Obwohl die       Spritzsalzung        eine    erhebliche Verkürzung der  Pökelzeit möglich machte,     bedingt    sie doch  noch in     -der    Regel eine Lagerung des ge  spritzten Fleisches von etwa 10 bis 14 Tagen,  damit die Lake die     Fleischmasse    gleich-    mässig durchdringt.

   Ein anderer Nachteil  der     Spritzsalzung    liegt darin, dass das  Fleisch durch das mehrfache Einstechen der       Lakennadeln    beschädigt und     unansehnlich     wird. Auch ist die     Konzentration    der Lake  vielfach auch nach längerem - Nachlagern  nicht genügend gleichmässig über die ganze  Ausdehnung des Fleischstückes, was damit       zusammenhängt,    dass die Lake nur an ver  hältnismässig wenigen Stellen in das Fleisch  eingeführt werden kann.  



  Um die Mängel der     Spritzsalzung    zu ver  meiden, hat man ferner vorgeschlagen, die  Lake unter erhöhtem Druck in das     Adern-          svstem    einzuführen, von wo     sie    sich bedeu  tend gleichmässiger als bei der     Spritzsalzung     durch die Fleischmasse verteilt.     Indessen     gelingt es auf diese Weise nicht, auch Speck  und Schwarte zu pökeln, so dass man auch       bei.diesem    Verfahren eine     Nachpökelung    vor  nehmen muss.  



  Schliesslich hat man noch versucht, die  Pökellake unter     Anwendung        eines    Vakuums      in das Fleisch einzuführen,     beispielsweise     derart, dass das Fleischstück zunächst einem  Vakuum ausgesetzt wurde und dann in Lake  eingetaucht wurde. Durch das Vakuum wird  die Fleischmasse aufgelockert, so     :dass    die  Lake eindringen kann, allerdings nur in die       Randschichten    mit der erstrebten hohen Ge  schwindigkeit, während die     Pökelung    des  Kernes ziemlich lange Zeit dauert.  



  Die vorliegende Erfindung, deren Ziel  darin liegt, ein Pökelverfahren zu entwickeln,  das eine schnelle, aber in ihrer Wirkung  genau so günstige     Pökelung    ergibt, wie die  ältere Trocken- oder     Na.sssalzung,    geht von  der Feststellung aus,     da.ss    ein     Fleischstück,     welches einem Vakuum ausgesetzt wird, eine  solche Auflockerung erfährt, dass sich die  Lake aus dem Innern .der Masse überraschend  schnell und gleichmässig durch alle Schich  ten des Fleisches, und zwar auch durch  Speck und Schwarte verteilt, ohne dass an  oder in dem     Fleischstück    irgendwelche schäd  lichen Erscheinungen zu beobachten sind.  



  Das den Gegenstand der Erfindung bil  dende     Schnellpökelverfahren        besteht    darin,  die Pökellake in das zu pökelnde Fleisch  stück. welches sich in einem Raum mit ver  mindertem Druck     (Takuum)    befindet, durch  das     Adernsystem    einzuführen, indem die  Hauptader mit einer     zweckentsprechenden     Kanüle oder dergleichen verbunden wird, an  welche die     Lakezuleitung    angeschlossen ist.  



  Ferner     besteht    die Erfindung in einer  Einrichtung zur Ausführung des neuen       Schnellpökelverfahrens,    welche durch einen  verschliessbaren, mit einer     Evakuierungsein-          richtung    verbundenen     Behälter    für das zu  pökelnde Fleischstück gekennzeichnet ist und  durch eine im Innern     dieses    Behälters an  geordnete Kanüle zum Anschluss an das       Adernsystem    des     Fleischstückes,    wobei die  Kanüle mittels einer nachgiebigen,

       biegsamen     Leitung mit der in das Innere des     Behälters     führenden     Lakezuleitung    verbunden ist.  



  Weiter     ist        vorgesehen,    dass die Lake ge  gebenenfalls in das     Adernsystem        unter    er  höhtem Druck eingeführt wird, während das  Äussere des     Fleischstückes    einem Vakuum         ausgesetzt    ist,     und    dass der     Lakehehälter    vor  der     Wiederherstellung    des normalen Druckes  mit Lake gefüllt wird, wodurch das Ein  dringen der Lake in die     Randschichten    des  Fleisches     erleichtert    wird.  



  'Schliesslich können mehrere Kanülen in  dem Pökelbehälter vorgesehen werden, um  gleichzeitig mehrere     Fleischstücke    behandeln  zu können, und die Kanüle und gegebenen  falls auch die ganze     Lakeleitung    können aus  einem nichtmetallischen, gegen die Lake       widerstandsfähigen        Material    hergestellt sein.  



  Auf der Zeichnung ist in     Fig.    1 eine zur  Verwirklichung der Erfindung     geeignete     Einrichtung teilweise in einem     senkrechten     Schnitt und teilweise in Seitenansicht dar  gestellt.     Fig.    2 gibt eine Seitenansicht .der  Kanüle in grösserem     Massstabe    wieder.  



  Zur Aufnahme des zu pökelnden Fleisch  stückes 1, beispielsweise eines Schinkens,  dient ein Behälter 2, der mit Füssen 3 auf  einem geeigneten Gestell 4 angeordnet ist.  Der Behälter 2 kann     mittels        eines    um      & ha.r-          niere    5 aufklappbaren Deckels 6     verschlos-          sen    werden. Zur Abdichtung zwischen  Deckel und Behälter dient eine geeignete  Dichtung 7,     beispielsweise    eine Gummidich  tung. Aufgeklappt nimmt der Deckel etwa  die durch die strichpunktierten Linien 8 an  gedeutete Stellung ein.  



  Vom Behälter 2     führt    eine von einem Ab  sperr und Regulierventil 9     beherrschte    Rohr  leitung 10 zu einer Luftpumpe 11, die mit  dem zugehörigen     Antriebsmotor    12 auf einer  Wandkonsole .13 angeordnet ist. Die Luft  pumpe 11 ist so ausgebildet,     da.ss    sie die in  dem     Behälter    2 befindliche Luft ansaugt, bis  jener Unterdruck im Behälter erreicht     ist,     der für das erfindungsgemässe Pökelverfah  ren benötigt wird.  



  Neben dem     Behältergestell    4 ist ein aus  Holz oder einem     andern,    gegen Pökellake       widerstandsfähigen        Material        bestehender          Lakehehälter    14     vorgesehen.    Durch die von  einem Absperrorgan 16     beherrschte    Rohr  leitung 7.5 kann in den Behälter 14 die im       Pökelbehälter    2 sich etwa ansammelnde Lake  abgezogen werden.

   Damit .die Lake aus dem      Behälter 2 frei ablaufen kann, ist der Be  hälter 2 mit einem zweckmässig als Rost aus  gebildeten Zwischenboden     ausgestattet,    der  zur Erleichterung der Reinigung des Behäl  ters herausnehmbar ist.  



  Aus dem     Lakebehälter    14 führt eine  zweckmässig aus -Gummi oder einem sonst ge  eigneten, gegen die Lake     widerstandsfähigen     nichtmetallischen Material bestehende Rohr  leitung 18 in das Innere des Pökelbehälters 2.  An der Durchgangsstelle der Rohrleitung     1:8     ist eine     geeignete    Dichtung 19a vorgesehen.  Der im Innern des Behälters 2 liegende     Teil     der Rohrleitung 18 wird biegsam aus  geführt, beispielsweise als dickwandiger       Gummischlauch    18a.  



  Mit dem Ende des     Gummischlauches    18a  ist eine Kanüle 19 verbunden, die in einer  Spitze 20 endigt. Die Kanüle 19     wird    zweck  mässig aus     Hartgummi    oder einem ähnlichen       nichtmetallischen    Material hergestellt. Sie  besitzt aussen eine Reihe von Schrauben  gängen 21 oder sonst geeigneten Vorsprüngen.  



  Die Kanüle 19 erhält einen solchen  Durchmesser, dass über sie das Ende der aus  dem Schinken 1 vorragenden Hauptader 22  so übergezogen werden kann, dass eine dichte  Verbindung     zwischen    Ader und Kanüle ent  steht. Gegebenenfalls kann die Ader an :der  Kanüle mit Klammern oder in sonst geeig  neter Weise festgehalten werden. Die Vor  sprünge 21 an der Kanüle     unterstützen    das  Haften der übergezogenen Ader.  



  Wie auf der     Zeichnung    in     Fig.    1 bei 23  angedeutet, können in     dein    Behälter auch  mehrere Fleischstücke gleichzeitig gepökelt  werden. In diesem Falle     sind    natürlich     mit     der Rohrleitung 18 mehrere Gummischläuche  18a zu verbinden, so dass jede Ader mit der       Lakeleitung    18 in Verbindung gebracht wer  den kann.  



  Die Benutzung .der auf der Zeichnung       dargestellten    Einrichtung gestaltet sich etwa  folgendermassen:       Zunächst    wird die Hauptader -des zu  pökelnden Fleischstückes mit der Kanüle 19  verbunden und das Fleischstück dann     in    den  Behälter eingelegt. Der Behälter 2 wird dar-    auf geschlossen und nunmehr die     Lakeleitung     18 in den mit Lake gefüllten     Behälter    14  eingeführt. Hierauf wird bei geöffnetem  Ventil 9 die Vakuumpumpe 11 in Tätigkeit  gesetzt, wodurch die Luft aus dem Pökel  behälter 2 abgesaugt wird.

   Der     Behälter    wird  so lange evakuiert, bis sich der Unterdruck  auch in dem     Adernsystem    des Fleischstückes  auswirkt, so dass die Lake aus dem Behälter  14 in     dars        Adernsystem    des     Fleischstückes     eingezogen wird. Die Lake strömt durch :die  infolge des Vakuums aufgelockerten Adern  und verteilt sich von dort gleichmässig     in    der  gelockerten Fleischmasse, bis sie schliesslich  nach aussen dringt. Die     Pöckelung    wird .dann  unterbrochen.

   Gegebenenfalls kann man den  Zulauf von Lake durch die Rohrleitung 18  auch - vorher unterbrechen, beispielsweise  durch Anwenden eines     Quetschhahnes,    und  darauf Lake in den     Behälter    einsaugen, so  dass     das        Fleischstück    1 von aussen mit Lake  bedeckt wird.

   Wenn man nunmehr -das Va  kuum im Behälter 2 aufhebt, wird die     Lake     in die gelockerten     Randschichtendes        Fleisch-          stiickes        eingepresst.    Auf diese Weise lässt  sich die Pökelzeit vorteilhaft weiter abkür  zen.     Übrigens    kann zu diesem Zweck auch  das Fleischstück von Beginn der Behandlung  an     aussen    mit Lake     bedeckt    werden.  



       Das,Mass    des zur Ausführung der Erfin  dung erforderlichen Vakuums wechselt .stark,  je nach der Art und Grösse des zu pökelnden  Fleischstückes. Beispielsweise wird ein Va  kuum. von 70 mm     Quecksilbersäule    an  gewandt.  



  Eine weitere Ausführungsform der Er  findung     besteht    .darin, dass die Lake     in    das       Adernsystem    unter     erhöhtem    Druck ein  geführt wird, während -sich das Fleischstück       unter    vermindertem Drucke befindet.

   In die  sem Falle wird beispielsweise der     Lakebehäl-          ter    14 oberhalb     des    Pökelbehälters 2 angeord  net, oder der Pökelbehälter 14     wird    geschlos  sen ausgeführt und mit der     Auspuffleitung     der     Luftpumpe    11 verbunden, so dass     Innft     in den     Lakebehälter        eingepresst    wird.  



  Schliesslich ist es auch noch möglich, den  Druck     im    Pökelbehälter nach Füllen des-      selben mit Lake nachträglich zu erhöhen,  um die Lake stärker von aussen in das  Fleischstück einzupressen.  



  Hierzu wird ebenfalls die Auspuffleitung  der Luftpumpe mit dem     Lakebehälter    ver  bunden, wobei dann in den Rohrleitungen  zwischen Pökelbehälter und Luftpumpe in  zweckmässiger Weise     Mehrwegehähne    an  geordnet werden, .durch welche die erforder  liche Führung der Luft für die verschiedenen  Operationen     eingestellt    werden kann.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zum Schnellpökeln von Fleisch, bei welchem die Pökellake in das Innere des Fleisches eingeführt wird" das sieh in einem Raum mit vermindertem Drucke befindet, dadurch gekennzeich net, dass man die Lake in das Adern system des unter vermindertem Drucke stehenden Fleischstückes einführt.
    1I. Einrichtung zum Schnellpökeln von Fleisch gemäss dem Verfahren nach Pa tentanspruch I, gekennzeichnet durch einen verschliessbaren, mit einer Evakuie- rungseinrichtung versehenen Behälter für das zu pökelnde Fleisch und eine mit der Hauptader des Fleischstückes ver- bindbare Kanüle, die durch eine nach giebige Leitung mit der in den Behälter führenden Lakezuleitung in Verbindung steht.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Lake unter erhöhtem Druck in das Adern- sy stem des unter vermindertem Drucke stehenden Fleischstückes eingeführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Fleisch behälter nach Einführen der Lake in das Adernsystem und vor Wiederherstellung des normalen Druckes mit Lake gefüllt wird. 3.
    Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass in dem Fleischbehälter mehrere Kanülen zum gleichzeitigen Einführen der Lake in mehrere Fleischstücke angeordnet sind. .I. Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die Kanüle aus einem nichtmetallischen, gegen die Lake widerstandsfähigem Material her gestellt ist. 5.
    Einrichtung nach Patentanspruch II, da durch gekennzeichnet, dass die mit der Kanüle verbundene nachgiebige Lake leitung und die zum Lakebehälter ausser halb des Pökelbehälters führende Lake zuleitung aus Gummi hergestellt sind.
CH198124D 1936-01-10 1937-01-08 Verfahren und Einrichtung zum Schnellpökeln von Fleisch. CH198124A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1566102A1 (de) * 2004-02-18 2005-08-24 Klaus Sigl Pökelverfahren für Rohfleisch und Vorrichtung zu seiner Durchführung

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP1566102A1 (de) * 2004-02-18 2005-08-24 Klaus Sigl Pökelverfahren für Rohfleisch und Vorrichtung zu seiner Durchführung

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