Verfahren zum Metallisieren von Unterlagen durch 1Vletallbedampfnng, wobei bestimmte Stellen der zu metallisierenden Unterlagen von Metall freigelassen werden. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Metallisieren von Unterlagen durch rein ther mische Metallverdampfung im Vakuum. Bei einer solchen Verdampfung wird beispiels weise das aufzudampfende Metall in einem evakuierten 4efäss erhitzt, bis es verdampft, und der Dampf wird ebenfalls im Vakuum unmittelbar auf der zu metallisierenden Un terlage niedergeschlagen.
Um bei einer sol chen Arbeitsweise bestimmte Stellen der Un terlagen von dem Metallniederschlag freizu halten, wurden bisher Schablonen verwendet, die die Unterlagen an den betreffenden Stel len abdeckten. Derartige Schablonen hatten den Nachteil, dass sie sich ebenfalls mit dem Metall beschlagen, so dass die von den Scha blonen freigelassenen Stellen -mit der Zeit zuwachsen.
Es ist deshalb erforderlich, die Schablonen sehr häufig auszuwechseln. Bei kontinuierlichen Bedampfungsverfahren, bei denen auf einem vorbeilaufenden Band ab- v@echselnd metallfreie und metallisierte Stel- len aufeinanderfolgen sollen, haben die Scha blonen ferner noch den Nachteil, dass sie mit der zu bedampfenden Unterlage mitlaufend angeordnet werden müssen.
Gemäss der Erfindung werden die metall freien Stellen in wesentlich einfacherer Weise dadurch hergestellt, dass auf die frei zulassenden Stellen vor der Metallisierung ein im flüssigen oder halbflüssigen Zustand befindlicher, bei Erhitzung im Vakuum Dämpfe hergebender Stoff aufgebracht wird. Es hat sich gezeigt, dass sieh an solchen Stel len kein Metallniederschlag bildet.
Es ist dies darauf zurückzuführen, dass die bei der Be- dampfung im Vakuum sehr- heissen Metall dampfmoleküle an den metallfrei zu lassen den Stellen aus dem aufgebrachten Stoff Dämpfe auslösen, die ein Polster gegen das Eindringen der Metalldampfmoleküle bilden.
Als Stoffe, die den Metallniederschlag verhindern, kommen -vor allem grossmolekü- lige organische Stoffe in Frage. Unter die- sen eignen sich in erster Linie grossmolekü- lige reine Kohlenwasserstoffe für den beab sichtigten Zweck oder solche grossmolekülige organische Stoffe, welche ausser entsprechend vielen Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen andere Elemente enthalten. Sehr gut haben sich auch bewährt Fette und Öle.
Es eignen sich aber auch die Halogenabkömmlinge der gohlenwasserstoffe, ferner Alkohole, wie z. B. Glyzerin, sowie Harze, Wachse, Pa raffine und andere organische Stoffe.
Da zum Beispiel bei Fett bereits die ge ringsten Fettspuren genügen, um einen Nie derschlag des Metalles zu verhindern, bann man bereits mit hauchdünnen Fettschichten das gewünschte Ziel erreichen. Die Verwen dung sehr dünner Schichten ist deshalb be sonders vorteilhaft, weil hierdurch vermieden wird, dass die Ränder der Schicht verlaufen, wodurch sich unscharfe Metallränder auf der Unterlage ergeben würden.
Beispielsweise bringt man für die tech nische Herstellung des Metallniederschlages unter Freilassung bestimmter Stellen die niederschlaghindernde Schicht durch Auf drucken auf die zu metallisierende Unterlage auf. Man kann hierdurch in einfachster .Weise jedes gewünschte Muster in der Me tallschicht erhalten, indem man entweder das Muster selbst aufdruckt, wobei dann der Musterabdruck metallfrei bleibt, oder indem man ein Negativ des Musters aufdruckt, wo durch dann das Muster selbst als Metall niederschlag entsteht.
Zum Bedrucken kommen nicht nur die in der Druckerei üblichen Öle in Frage, son dern auch jedes andere Öl. Wo es auf Er zielung sehr scharfer Ränder ankommt, nimmt man zweckmässig solche Stoffe, deren Kapillarkraft bei den in Anwendung kom menden Temperaturen noch klein bleibt, so dass die Ränder nicht verwaschen werden. Ausser Ölen können Stoffe von butterartiger Konsistenz, wie z. B. Vaseline, aber auch Harze und Wachse oder andere organische Stoffe in dünnsten Schichten zum Bedruk- ken verwendet werden. Handelt es sich um zu metallisierende Bänder, z.
B. um Papierbänder, so kann man zum Beispiel bei Verwendung einer sehr dünnen Fettschicht zunächst das Papier einer ganzen Rolle mit dem Fettmuster be drucken und wieder aufspulen, ohne dass hierbei die nicht bedruckten Teile fettig wer den. Hierauf wird die Rolle in die Bedamp- fungseinrichtung eingesetzt, das Band von der Rolle abgespult, an der Bedampfungs- düse vorbeigeführt und wieder aufgespult.
In solchen Fällen, in denen es auf scharfe Metallränder ankommt, ist es jedoch besser, das Bedrucken erst in dem unter Vakuum stehenden Bedampfungsgefäss unmittelbar vor der Bedampfung vorzunehmen, damit das Fett keine Zeit hat, seine Ränder zu ver wischen.
Das Verfahren ist anwendbar für Auf drucke aller Art, also zum Beispiel auch zu Reklamezwecken auf Einwickelpapier oder zu ähnlichen Zwecken. Hierbei kann zum Beispiel der Aufdruck oder der übrige Teil des Papiers durch Aufbringen des nieder schlaghindernden Stoffes von Metall frei gehalten werden.
Ferner eignet es sich sehr gut zur Her stellung von metallisiertem Papier, wie es für den Zusammenbau von elektrostatischen Kondensatoren Verwendung finden kann. Durch Markierungen nach bestimmten Pa pierlängen, z. B. mit Fett, kann man bei der Herstellung des metallisierten Papiers me tallfreie Marken anbringen, die später beim Zusammenbau eines Kondensators einen Hin weis geben für die aufgewickelte wirksame Länge des Papiers. Da bei diesen Konden satoren das metallisierte Papier meist einen metallfreien Rand besitzen muss, kann dieser Rand ebenfalls durch Einfetten oder durch Aufbringen eines andern niederschlaghin- dernden Stoffes vor der Bedampfung herge stellt werden.
Man kann das angegebene Verfahren auch zur Herstellung solcher Kondensatoren ver wenden, bei denen der Metallniederschlag auf Glimmerplatten oder auf Platten, aus keramischem Material aufgebracht wird. Hierbei werden vor der Metallisierung die metallfrei zu lassenden Stellen der Platten mit den genannten Stoffen bedeckt.
Auch zur Herstellung von Widerständen eignet sich das Verfahren. Bringt man näm lich durch Metallaufdampfung dünne Metall schichten auf Isolierstoffbänder auf, so stellt der Metallbelag des Bandes einen Ohmschen Widerstand dar. Dieser Widerstand kann dadurch noch vergrössert werden, dass die Metallschicht mäanderartig auf dem Band verläuft. Zu diesem Zweck braucht man nur das Band vor der Bedampfung mäanderartig mit einem niederschlaghindemden Stoff, z. B.
mit Fett, zu bedrucken, der diejenigen Stel len bedeckt, die bei der Bedampfung von Me tall frei bleiben sollen. In dieser Weise mäanderartig metallisierte Papierbänder kann man zu Wickeln aufrollen und erhält so sehr brauchbare Ohmsche Widerstände für elektrotechnische Zwecke, die sich beispiels weise sehr gut für Kombinationen von Wi derständen und, Kapazitäten eignen.
Auch elektrische Scheibenspulen lassen sich in entsprechender Weise herstellen. Man braucht nur auf einem Isolierstoffband Längsstreifen beispielsweise mit Fett aufzu bringen. Beim darauffolgenden Bedampfen ergeben sich zwischen den Fettstreifen Me tallstreifen, die nach dem Aufwickeln des Papiers Scheibenspulenwicklungen darstellen, die parallel oder, beispielsweise zur Erzeu gung sehr hoher Spannungen, in Serie mit einander verbunden werden können.
Auch zur Herstellung von Kinofilmen eignet sich das angegebene Verfahren, wenn man das zu projizierende Bild auf einem durchsichtigen Filmband in Form eines Metallrasters aufbringt. Die zwischen den Rasterpunkten freibleibenden Stellen werden zunächst mit einem niederschlaghindernden Stoff, z. B. mit Fett, aufgedruckt. Dann wird der Film mit Metall bedampft.
In die ser Weise hergestellte Bilder haben den Vor teil, dass die metallisierten, lichtundurchläs sigen Punkte das Licht stark reflektieren und nicht absorbieren, wie es die schwarzen Stellen bei den bisherigen Filmen tun. Wenn aber eine geringere Absorption stattfindet, wird der Film während der Vorführung weniger stark erhitzt.
Man kann das angegebene Verfahren auch für Tonfilmaufnahmen verwenden, indem man beispielsweise einen ölführenden Kör per, vorzugsweise aus nachgiebigem Werk stoff, entsprechend den aufgezeichneten Ton schwingungen mit leichter Reibung auf dem Filmband schwingen lässt, wobei er auf dem vorbeilaufenden Filmband einen Ölhauch aufzeichnet, dessen Grenze sich entsprechend den Tonschwingungen verändert. Nach dieser Aufzeichnung wird das Band durch Metall bedampfung entwickelt und kann dann in bekannter Weise für die Tonwiedergabe mit auffallendem oder durchfallendem Licht ver wendet werden.