Wechselstromschalteinrichtnng. Die Erfindung betrifft eine Schaltein richtung für Wechselstrom und ist zum Bei spiel sowohl für Schalter zum Ausführen von Einzelschaltungen, als auch für Schal ter mit periodisch bewegten Kontakten zum Umformen von Wechselstrom in Gleichstrom (Gleichrichter) oder von Gleichstrom in Wechselstrom (Wechselrichter) oder von Wechselstrom in Wechselstrom von anderer Frequenz (Umrichter) geeignet. Bei den bis her bekannten Schalteinrichtungen dieser Art treten Schwierigkeiten auf, die im we sentlichen darauf zurückzuführen sind, dass die Beschädigung der Unterbrechungskon takte durch Entladungserscheinungen nicht genügend vermindert werden konnte.
Es ist bekannt, bei Schaltern für Einzel schaltung und bei rotierenden mechanischen Gleichrichtern in den zu unterbrechenden Stromkreis eine Drosselspule mit sich bei einem sehr kleinen Wert des Stromes sätti gendem Eisenkern einzuschalten, durch wel- che die Augenblickswerte des Wechselstro mes in der Nähe des Stromnulldurchganges herabgesetzt werden und so die Stromkurve abgeflacht wird. Hierbei besteht jedoch die Gefahr, dass sich an. den Kontakten im<B>Öff-</B> nungsaugenblick eine hohe Spannung .aus bildet und einen die Oberfläche der Kon takte angreifenden Lichtbogen hervorruft.
Es ist ferner angegeben worden, die Span nung an den Kontakten während der Unter brechung durch die Überlagerung von. Span nungen höherer Frequenz herabzusetzen. Hierbei wurde jedoch ausser acht gelassen, dass der Verlauf des Stromes gewöhnlich nicht mit dem der Spannung übereinstimmt; so dass der Strom trotz der Herabsetzung der Spannung kurz vor der Kontaktöffnung einen hohen Augenblickswert haben und so mit kräftiges Schaltfeuer entstehen kann, indem sich der Strom seiner plötzlichen Ver minderung widersetzt.
Auf diese Gründe ist es zurückzuführen, dass - soweit be- kannt - Schalteinrichtungen mit periodisch bewegten Kontakten für Starkstrom nicht in nennenswertem Umfang praktisch verwendet wurden. Gleichrichter dieser bekannten Art konnten sich gegenüber Umformeraggregaten nicht durchsetzen und sind gegenüber den im letzten Jahrzehnt kochentwickelten Quecksilherdampfstromrichtern und andern Entladungsgefässen für Starkstrom völlig zurückgetreten.
Die Erfindung bezweckt nun, die oben erwähnten Schwierigkeiten der bei der Un terbrechung auftretenden Entladungserschei nungen auch bei hohen Leistungen zu ver meiden und die Spannungsverluste, vergli chen mit denen der Gasentladungsgefässe, herabzusetzen.
Die Erfindung besteht in der Kombina tion von Mitteln zur Abflachung des Ver- laufes eines dem Nulldurchgang benachbar ten Teils der Stromkurve mit einem die Un terbrechungsstelle überbrückenden und den Anstieg der nach der Unterbrechung an den Elektroden wiederkehrenden Spannung ver zögernden Parallelpfad.
Zur Erläuterung der Erfindung dienen die Fig. 1 bis 6, die Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes darstellen. Fig.1 ist ein schematisches Schaltbild einer ersten Anordnung; die Fig. 2 und 3 enthalten Dia gramme zur Veranschaulichung der Wir kungsweise der genannten Anordnung, und die Fig. 4 bis 6 zeigen verschiedene weitere Ausführungsbeispiele wiederum in Form von schematischen Schaltbildern.
In Fig. 1 bezeichnet 1' einen Generator oder eine andere Wechselstromquelle, welche mit der Spannung LT einen Stromkreis speist, der durch eine Schalteinrichtung 2' unter brochen werden kann. In dem Stromkreis liegt eine Impedanz 4' in Reihe mit der Un terbrechungsstelle, während 3' eine die Un terbrechungsstelle überbrückende parallele Kapazität darstellt. Die Impedanz 4' kann beispielsweise eine Wicklung sein, in der durch ein fremd erzeugtes Wechselfeld zu sätzliche Spannungen höherer Frequenz in- duziert werden, die die Änderung der Augen blickswerte des Stromes in der Nachbar schaft des Stromnulldurchganges hemmen.
Die Impedanz 4' kann auch selbsttätig pe riodisch veränderlich sein, derart, dass sie bei Unterschreitung eines vorbestimmten Strom wertes ihren Scheinwiderstandswert vergrö ssert. Eine derartige Impedanz ist beispiels weise ein Kohlesäulewiderstand, auf den ein in Abhängigkeit von dem hindurchfliessenden Strom selbsttätig gesteuerter Druck ausgeübt wird, der sich jedesmal plötzlich ermässigt, sobald der Strom einen vorbestimmten Wert unterschreitet.
Die Impedanz 4' kann ferner eine Dros selspule mit Eisenkern sein, der so bemessen und auf dem die Wicklung so angeordnet ist, dass sich das Eisen bei Überschreitung eines vorbestimmten Stromwertes sprunghaft sättigt. Fig. 2 gibt ein Beispiel für die Ge stalt der Sättigungskurve einer derartigen Drossel an, die im folgenden als Schaltdros sel bezeichnet wird. Auf der horizontalen Achse ist die dem Strom proportionale Feld stärke H und auf der vertikalen Achse die magnetische Induktion B aufgetragen. Auf dem absteigenden Kurvenast s ist infolge der Remanenz im Stromnulldurchgang die In duktion B" vorhanden und daher der Eisen kern noch nahezu magnetisch gesättigt.
Nach dem Stromnulldurchgang gelangt die Induk tion in das ungesättigte Gebiet. Infolgedes sen nimmt die Induktivität der Schaltdrossel in diesem Gebiet zu. Sie behält einen hohen Wert, bis die entgegengesetzte Sättigungs grenze erreicht ist, bei deren Überschreitung die Induktivität und damit der Widerstands wert der Schaltdrossel auf den niedrigen Wert zurückgeht, der für den Stromdurch gang kein wesentliches Hindernis bildet.
Beim nächsten Stromnulldurchgang findet dann der umgekehrte Vorgang statt, wobei ebenfalls wieder eine vorübergehende starke Erhöhung des Scheinwiderstandswertes der Schaltdrossel unmittelbar nach dem Strom nulldurchgang eintritt. Dies ist jedesmal mit einer Abflachung der Wechselstromkurve im Stromnulldurchgang verbunden, die im fol- genden als stromschwache Pause bezeichnet wird.
Die Schaltdrossel wirkt um so günstiger, 3e weniger Streuung sie hat. Man führt sie deshalb mit grossem Eisenquerschnitt und verhältnismässig geringer 'v#rindungszahl aus. Hierzu werden mit Vorteil Eisensorten mit sehr geringer Remanenz bezw. geringer Koerzitivkraft, mit grosser Permeabilität, scharfem Sättigungsknick, sowie hoher Sät tigungsinduktion verwendet, z.
B. Permal- loy oder Hyperm. Um auch Eisen mit grö sserer Remanenz verwenden zu können, kann eine Vormagnetisierung durch Gleich- oder Wechselstrom oder auch durch permanente Magnete angewendet werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die plötzliche Änderung des Kraftflusses in den vormagnetisierenden Windungen eine Gegen-EMK induziert. Diese schädliche Wirkung kann durch eine weitere Drossel in dem Erregerkreis der Schaltdrossel oder durch Induzierung zu sätzlicher Spannungen, insbesondere fremder Phasen, kompensiert werden.
Die Vorerregung durch Gleichstrom gibt eine Verbesserung beim Ausschalten, kann aber unter Umständen die Stromstärke im Augenblick des Einschaltvorganges erhöhen. Die Einschaltstromstärke kann nach einem weiteren Verbesserungsvorschlag dadurch niedrig gehalten werden, dass im Bereich des Einschaltzeitpunktes mit geringerer oder mit entgegengerichteter Vormagnetisierung ge arbeitet wird.
Um sowohl den Bedingungen des Ausschaltvorganges, wie auch den Be dingungen des Einschaltvorganges zugleich Rechnung zu tragen, kann für die Einschalt drossel eine Vormagnetisierung durch Wech selstrom vorgesehen werden, so dass die Mag netisierung sowohl beim Einschalten wie auch beim Ausschaltvorgang im richtigen Sinne erfolgt. Bei wechselnder Last kann es zweckmässig sein, zur Erreichung des erfor derlichen Grades der Vormagnetisierung eine von der Belastung gesteuerte Gleichstrom vorerregung, beispielsweise durch den. Be lastungsstrom selbst oder einen Teil davon anzuwenden.
Dadurch ist innerhalb jedes Stromdurchlasszeitabschnittes der Zeitpunkt des Eintrittes der Impedanzänderung von der Grösse des Effektivwertes des übertra genen Stromes abhängig.
Dies geht aus dem in Fig. 2 durch strich punktierte Linien dargestellten Verlauf der Magnetisierungskurve bei Anwendung der Vormagnetisierung hervor. Infolge der Vor magnetisierung durch einen Strom von der Grösse J, veirsohiieibt sich idie Hysteresissobl#eife nach rechts, falls die Vormagnetisierung in beiden Stromhalbwellen die gleiche Richtung hat. Infolgedessen geht nunmehr die Induk tion auf dem absteigenden Kurvenast s' bei derseits des Stromnullwertes durch das un gesättigte Gebiet.
Die stromschwache Pause liegt infolgedessen zur Hälfte vor und zur Hälfte hinter dem Stromnulldurchgang. Man hat es in der Hand, durch eine noch grössere Vormagnetisierung die Abflachung der Stromkurve bereits noch früher eintreten zu lassen, so dass schliesslich der Stromnull- durchgang ganz am Schluss der stromschwa chen Pause liegt.
In Fig. 3 bedeutet i den Strom, der in dem Stromkreis nach Fig. 1 fliesst, wenn die Unterbrechungsstelle 2' geschlossen ist. Die mit i" bezeichnete stromschwache Pause wird dadurch hervorgerufen, dass. sich der Wider stand x der Schaltdrossel über den Strom:- nulldurchgang infolge der Entsättigung des Eisenkernes stark erhöht. x" ist der Wider stand der Schaltdrossel in gesättigtem Zu stand. Im Augenblick A werde die Unter brechungsstrecke geöffnet.
Hat dann der Scheinwiderstand des Parallelpfades einen der Geraden W entsprechenden Betrag, so steigt die Spannung an der Unterbrechungs strecke nicht sofort bis auf den vollen Wert der Spannung U des Netzes an, sondern nur auf einen kleinen Wert e., da sie sich auf die Reihenimpedanz und auf den vom Paral lelpfad überbrückten Teil des Stromkreises im . Verhältnis der Scheinwiderstandswerte aufteilt.
Infolge des hohen Scheinwider standswertes der Reihenimpedanz ist der auf den Parallelpfad mit dem Widerstandswert W LLnd somit auf die Unterbrechungsstrecke entfallende Spannungsanteil nur gering. Erst im Zeitpunkt B, in dem die Sättigung des Eisenkernes der Schaltdrossel erreicht ist oder der Steuerdruck der Kohlesäule erneut einsetzt und daher der Widerstand der Rei henimpedanz auf einen geringen Wert x" abfällt, steigt die Spannung e auf den vollen Wert der Netzspannung an.
Mithin stellt der Zeitraum zwischen den Punkten A und B auch eine spannungsschwache Pause dar, innerhalb derer die Unterbrechung unter er leichterten Bedingungen vonstatten gehen kann. Ist die Schaltdrossel so ausgelegt, dass der Stromwert, bei welchem die Sättigungs grenze ihres Eisenkernes erreicht wird, bei 1 Ampere oder bei einem noch kleineren Wert liegt, so wird die Unterbrechungsstelle bei der Öffnung keiner grösseren Beanspru chung ausgesetzt, als ein Schwachstromkon takt. Bei Betriebsspannungen in der Grössen ordnung von einigen 100 Volt kommt dann praktisch überhaupt kein Schaltfeuer zu stande.
In Fig. 4 ist die Schaltung für einen Dreiphasenstromrichter dargestellt, der bei spielsweise als Gleichrichter wirkt. Mit 27, 28 und 29 sind in den drei Phasen liegende feststehende Kontakte des Gleichrichters be zeichnet und mit 30 der um die Welle 21 umlaufende Kontakt, der seine Drehbewe gung durch einen in der Zeichnung nicht dargestellten Synchronantrieb erhält, der synchron mit dem umzuformenden Wechsel strom läuft. 32, 33 und 34 sind drei in den einzelnen Phasen liegende Schaltdrosseln mit den periodisch sich sättigenden Eisenkernen 35, :
36 und 37.<B>38</B> .ist die Gleichstrom- belastung, 39 eine Glättungsdrosselspule. 40, 41 und 42 sind die Parallelwiderstände für die drei Phasen. Sie sind je mit einem Ende an die Zuleitungen zu den festen Kontakten 27, 28 und 29 angeschlossen und mit ihrem andern Ende zum rotierenden Kontakt 30 ge führt. Die Widerstände 40, 41 und 42 gegebenenfalls auch Induktivitäten - kön nen gleichzeitig Verbraucherwiderstände sein, z. B. Wicklungswiderstände von An triebsmotoren. Die Anordnung ist besonders vorteilhaft anwendbar in Anlagen, welche hohen Strom führen, jedoch mässige Spannung haben, z.
B. für elektrogalvanische Zwecke, da in diesem Fall der Verlust in den Parallel widerständen bezw. Induktivitäten nicht ins Gewicht fällt.
Zur Vorm agnetisierung der Schaltdros seln dienen die Wicklungen 17, 18 und 19, die beispielsweise hintereinander geschaltet sind und aus einer gemeinsamen Stromquelle gespeist werden, die in der Zeichnung nicht dargestellt ist. Zur Regelung der Vormag- netisierung dient ein veränderlicher Regel widerstand 20.
Fig. 5 zeigt eine weitere Ausgestaltung des Parallelpfades im einpoligen Schema, die jedoch ohne weiteres auch bei jedem mehr- poligen Schema anwendbar ist. Mit 51 ist eine Wechselstromquelle bezeichnet, die einen Stromverbraucher 58 speist. Der Strom pfad führt über eine Schaltdrossel 53 mit dem Eisenkern 54 und über eine Unterbre chungsstrecke 59, deren bewegliches Schalt stück mit einer Synchronsteuerung ausgestat tet ist, so dass die Unterbrechung in einem vorbestimmten Augenblick innerhalb einer Halbwelle des zu unterbrechenden Wechsel stromes vollzogen werden kann. Soll die Einrichtung zur Stromumformung periodisch betrieben werden, so ist ein entsprechender, synchron laufender Antriebsmotor vorzuse hen.
Der Antrieb ist in der Zeichnung nicht. dargestellt. Der Parallelpfad zur Unterbre- chungsstrecke 59 hat eine kapazitive Kom ponente. Er besteht aus einem Kondensator 70 und einem Dämpfungswiderstand 71. Vorteilhaft ist es, noch einen Ohmschen Wi derstand 72 parallel zu schalten. Dieser kann auch unmittelbar zum Kondensator 70 paral lel liegen, so dass der Dämpfungswiderstand 71 beiden vorgeschaltet ist.
Der Kondensa tor bildet mit den im übrigen Stromkreis vorhandenen Induktivitäten, insbesondere der Schaltdrossel, zusammen einen Schwin gungskreis, der jedesmal beim Öffnen der Kontakte in Schwingungen versetzt wird, so dass ein pulsierender Stromfluss entsteht, während die Unterbrechungsstelle geöffnet wird. Der Strom durchfliesst auch die Schalt drossel und versetzt sie in einen sich von Augenblick zu Augenblick ändernden Mag- netisierungszustand. Durch geeignete Ein stellung der Blind- und der Wirkkomponente des Widerstandswertes des Nebenpfades kön nen Frequenz und Dämpfung der Schwin gungen willkürlich so eingestellt werden,
dass sich die Schaltdrossel am Ende der Öff nungszeit in einem bestimmten gewünschten Magnetisierungszustaud befindet, beispiels weise so, dass sie in einer dem zu erwarten den Übertragungsstrom entgegengesetzten Richtung vormagnetisiert, jedoch nicht völ lig gesättigt ist. Dann setzt beim Schliessen der Unterbrechungsstelle erst einmal die stromschwache Pause ein, da der Wider standswert der Schaltdrossel gerade sehr gross ist. An der Drossel liegt ferner in die sem Augenblick der grösste Teil der Betriebs spannung.
Erst wenn später der Übertra gungsstrom die Magnetisierungsrichtung um gekehrt hat und in. der neuen Magnetisie- rungsrichtting der Sättigungszustand er reicht ist, setzt die ungehinderte Stromüber tragung ein.
Wird die Schalteinrichtung nach Fig. 5 als Stromrichter ausgebildet und verwendet, so kann hier die Regelung in einfacher Weise bewirkt werden. Der Kondensator 70 und die Widerstände 71 und 72 werden dazu regelbar gemacht. Dann kann infolge der damit verbundenen Änderung des Schwin gungskreises und somit des im Schliessungs augenblick vorhandenen Magnetisierungszu- standes der Schaltdrossel 53, 54 die zeitliche Lage der stromschwachen Pause relativ zum Schliessungsaugenblick der Unterbrechungs strecke verändert werden, womit sich Strom und Spannung am Verbraucher ändern.
Der Kondensator 70 kann aus mehreren Kondensatorblöcken bestehen, mit deren Hilfe in Stufen geregelt wird, während der Ohmsche Widerstand 72 zur Feinregelung dient und zu diesem Zweck als feinstufiger oder als stufenloser Gleitwiderstand ausge bildet ist. Man kann bei der Schalteinrichtung mit parallel zur Unterbrechungsstrecke liegen dem Kondensator nach Fig. 5 die Regelung auch durch Hinzufügen einer veränderlichen, Vorerregung der Schaltdrossel 53, 54 er zielen.
Bei Regelung- in sehr weiten Grenzen oder bei starken Belastungsschwankungen kann der Fall eintreten, dass die strom schwache Pause der Schaltdrossel noch nicht begonnen hat, wenn die Unterbrechungs stelle geschlossen wird; das ist der Fall, wenn sich die Schaltdrossel in diesem Au genblick in gesättigtem Zustand befindet.
Für diesen Fall wird das stromlose Ein schalten durch eine besondere Hilfsschalt- drossel 73 mit dem Eisenkern 74 von klei neren Ausmassen als die Hauptschaltdrossel 53 gewährleistet, welche von der Regelein richtung unabhängig zwischen der Unterbre chungsstelle und der Abzweigstelle des pa rallelen Strompfades eingeschaltet ist.
Zu ihr kann ein Ohmscher Widerstand 78 unmittelbar parallel geschaltet sein. Über diesen Nebenpfad soll sich die magnetische Energie der ]Iilfs:schaltdro@s@siel ausgleichen, während die Unterbrechungsstelle 59 geöff net ist, damit beim Einschalten von der Hilfsschaltdrossel keine störenden zusätz lichen Spannungen hervorgerufen werden.
Für die Hilfsschaltdrossel ist es wichtig, dass sie einen besonders scharf ausgeprägten Sättigungsknick besitzt, und dass sie so ge baut ist, dass ihre Induktivität in gesättig tem Zustand so klein wie nur irgend mög lich ist.
Die Hilfsschaltdrossel ist nach Fig. 5 mit einer Einrichtung versehen, mittel:; derer sie vormagnetisiert werden kann, um zu erreichen, dass sie sich nach Abklingen des Übertragungsstromes in ungesättigtem Zustande befindet, wenn die Unterbrechungs stelle geschlossen wird.. Beispielsweise dient dazu eine besondere Magnetisierungswick- lung 75, welche aus einer Gleichstromquelle. 76 über einen regelbaren Widerstand 77 ge speist wird. An die Stelle der Batterie<B>76</B> kann bei Gleich- bezw: Wechselrichterbetrieb das vorhandene Gleichstromnetz treten.
Es kann auch Wechselstrom zum Vormagneti sieren benutzt werden, der dann vorteilhaft. synchron mit der Unterbrechungsstelle zu steuern ist. Statt der besonderen Wicklung 75 kann der Vormagnetisierungsstrom auch die Hauptwicklung 74 durchfliessen. Wird, wie früher beschrieben, ein Ohm- scher oder induktiver Widerstand als paral leler Strompfad zur Unterbrechungsstrecke verwendet, und bleibt nun dieser Wider stand, während die Hauptunterbrechungs- strecke geöffnet ist, mit unverändertem Wert in den Stromkreis eingeschaltet, so fliesst über ihn ein Verluststrom - bei Stromrichtern ein Rückstrom - der insbe sondere bei hoher Betriebsspannung uner wünscht hohe Werte annehmen kann.
Zur Beseitigung dieses Nachteils wird der Wi derstandswert des parallelen Strompfades mit der Periode des Wechselstromes verän derlich gemacht. Zwecks Anpassung an die in den angeschlossenen Stromkreisen herr- schendenStrom- und Spannungsverhältniase kann sowohl der Betrag als auch der innerhalb einer Halbwelle sich abspielende zeitliche Verlauf der periodischen Wider standsänderungen des parallelen Strompfades regelbar sein.
Mit der Regelung des zeit lichen Verlaufes kann ausser der Verbesse rung der Kommutierung auch eine Regelung des Stromes und der Spannung im Verbrau cherstromkreis erzielt werden. In Fig. 6 ist ein Ausführungsbeispiel einer derartigen Anordnung für die Verwen dung als Stromrichter schematisch darge stellt. Mit 51 ist eine Wechselstromquelle bezeichnet, von der eine Leitung 52 über eine Schaltdrossel 53 mit Eisenkern 54, über eine weitere Leitung 55 eine Unterbrechungs strecke 56, 57 zu einem beliebigen Stromver braucher 58 und von diesem zur Wechsel stromquelle 51 zurückführt. Die Unterbre chungsstrecke 56, 57 wird durch einen Kon takt 59 überbrückt, der beispielsweise mit tels eines drehbaren Nockens 60 angehoben werden kann.
Parallel zur Unterbrechungs- strecke 56, 57 liegt der Widerstand 61; seine periodische Veränderung erfolgt mit Hilfe eines Regelschalters, der im vorliegenden Fall ein Ausschalter 63 ist, über welchen der Ansehluss des Parallelwiderstandes 61 an die Leitung 55 führt, und der mit dem Hauptschalter 59 derart mechanisch gekup pelt ist, dass der parallele Stromzweig über den Widerstand 61 geschlossen wird, kurz bevor die Hauptkontakte sich schliessen, und erst wieder geöffnet wird, nachdem die Hauptkontakte sich geöffnet haben.
Das wird erreicht durch einen Stössel 63, der in der Öffnungsrichtung die mechanische Kupp lung zwischen dem Hauptkontakt 59 und dem Hilfskontakt 62 herstellt, dabei aber etwas kürzer-ist als der Abstand zwischen den beiden Kontakten, so dass der Hubweg und damit die Öffnungszeit des Hilfskontak tes 62 kürzer ist als die des Hauptkontaktes 59. Durch verschiedene Einstellung des Ab standes zwischen den Kontakten 59 und 62 oder der Länge des Stössels 63 wird das Ver hältnis der Öffnungs- und Schliesszeiten des Hilfsschalters 62 zu denen des Hauptschal ters 59 geregelt: Durch Veränderung des Widerstandswertes des regelbaren Wider standes 61 wird der Betrag der Widerstands änderung des parallelen Strompfades ge regelt.
Die erforderlichen Regelungen kön nen selbsttätig in Abhängigkeit von der Grösse und Art der Belastung, von der Form der Wechselstromkurve und bei Gleich- oder Wechseltrichterbetrieb von der Form des Gleichstromes (Glättungsgrad), von einer etwaigen Gegenspannung auf der Gleich stromseite und bei mehrphasigen Wechsel stromsystemen in Abhängigkeit von etwa auftretenden Unsymmetrien gesteuert wer den.
Statt der durch Nocken gesteuerten Druckkontakte können auch Schleifkontakte der geschilderten Art sowohl für die Haupt unterbrechungsstelle, als auch für die Hilfs- unterbrechungsstelle verwendet werden, wo bei die umlaufenden Segmente und die Stromabnahmebürsten in ihrer Länge und in ihrer Stellung zueinander regelbar sind.
Um die Schaltleistung, die von der Schalteinrichtung maximal unterbrochen werden kann, heraufzusetzen oder um die Löschung von Lichtbögen, die infolge von Störungen .am,Sy nchronantri-eib aller infolge von Unsymmetrien zwischen den einzelnen Phasen eines angeschlossenen mehrphasigen Netzes entstehen können, zu erleichtern,
kön- aen zusätzliche Mittel zur Erhöhung der Durchschlagsspannung der Unterbrechungs strecke vorgesehen sein; man kann zum Bei spiel die Trennstrecke im Vakuum anord nen. Ein anderes Mittel besteht darin, dass die Trennstrecke mit einem besonderen hoch wertigen Medium von hoher Durchschlags spannung umgeben wird. Als Dielektrika kommen hauptsächlich Gase oder Flüssig keiten in Betracht, die zur weiteren Er höhung der Durchschlagsfestigkeit unter Überdruck stehen können.
Die Flüssigkeiten oder Gase können an der Unterbrechungs stelle in Strömung versetzt werden, um im Notfall als Löschmittel zu dienen.