Verfahren zur Abtastnng von kontinuierlich laufenden Filmen für Fernsehübertragungen. Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Abtastung von kontinuierlich laufenden Fil men für Fernsehübertragungen, bei dem die Bildwechselfrequenz für die Fernsehübertra- gung grösser ist als die Filmbildfrequenz.
Bekanntlich wird der Tonfilm mit einer Geschwindigkeit von 24 Bildern in der Se kunde aufgenommen und wiedergegeben. Bei der Abtastung unter den gleichen Verhält nissen zeigt sich der Nachteil, dass die Wie dergabefrequenz zu gering ist, um ein flim- merf reies Bild zu erzeugen. Man ist daher bestrebt, die Bildwechselzahl für die Fern sehübertragung zu steigern, indem man jedes Filmbild wenigstens zweimal abtastet.
Es hat sich herausgestellt, dass das gewünschte Ergebnis erreicht werden kann, wenn bei einem Zerlegungsvorgang die eine Hälfte der Zeilen und beim andern Zerlegungsvorgang die andere Hälfte der Zeilen abgetastet wird (Zeilensprungverfahren). Die Zeilen werden dann bei der Wiedergabe in abwechselnder Aneinanderreihung sichtbar. Zuerst wird die erste, dritte, fünfte usw. Zeile abgetastet, während beim zweiten Zerlegungsvorgang die zweite, vierte, sechste und die sonstigen ge- radzahligen Zeilen abgestastet werden.
Wenn Kathodenstrahlröhren entweder für die Sendung oder den Empfang oder für beides benutzt werden, hat es sich als vorteil haft erwiesen, die Bildwechselfrequenz der Frequenz des zur Verfügung stehenden Wechselstromnetzes gleichzumachen.
Aus diesem Grunde wird häufig eine Bildwechsel frequenz von 50 in der Sekunde benutzt, wo eben das Anschlussnetz diese Frequenz lie fert. In den Vereinigten Staaten von Nord amerika dagegen hat sich eine Bildwechsel frequenz von 60 in der Sekunde aus dem glei chen Grunde eingeführt. Das zieht eine Reihe von Schwierigkeiten nach sich. Nach dem zuerst genannten Verfahren wird der Ton- film mit einer Bildwechselzahl von 25 in der Sekunde an Stelle von 24 abgetastet, und bei doppelter Abtastung jedes Filmbildes er gibt sich dann die gewünschte Bildwechsel frequenz von 50 in der Sekunde.
Nach dem amerikanischen System stehen jedoch die Filmbildfrequenz und die Bildwechselfre- quenz für die Fernsehübertragung in keinem ganzzahligen Verhältnis. Die Bildwechsel- frequenz ist hierbei das 21/2fache der Film bildfrequenz.
Es sind Versuche gemacht worden, den Film ruckweise in ungleichmässigen Inter vallen zu führen, wobei ein Filmbild drei mal, das nächste zweimal abgetastet wird. Hierbei ist die Abnutzung des Filmes aber beträchtlich, insbesondere bezüglich der Füh rungslöcher. Es ist ausserdem schwierig, den Einfluss der ruckweisen Bewegung des Fil mes an der Tonabnahmestelle, die eine kon tinuierliche Filmbewegung verlangt, zu be seitigen.
Das Wesen der Erfindung besteht nun darin, dass der Film kontinuierlich abläuft und dass jedes Filmbild durch optische Mit tel, beispielsweise eine Prismenanordnung, auf mehrere optische Bilder, die sich teil weise überdecken, vervielfacht wird, von denen jeweils nur eines .zur Zerlegung frei- gegeben wird.
Die Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens bietet keine besonders grossen konstruktiven Schwierigkeiten. Sie kann an jeden der üblichen Kinoprojektoren Verwen dung finden, bei dem die senkrechte Zerle gung des Bildes durch die eigentliche Film bewegung erfolgt.
Das Filmbild wird nun auf eine Zerle- gervorrichtung für Fernsehübertragung ge worfen, die vorzugsweise eine sogenannte Bildfängerröhre ist, bei der die einzelnen Bilder auf der Photokathode erzeugt und mittels der Ablenkspulen über eine Sonde als Elektronenbild auf die Anode geworfen wer den.
Das Bild des kontinuierlich laufenden Filmbandes, das nun auf die Photokathode der Röhre fallen soll, wird auf eine Mehr- heit von optischen Bildern vervielfacht, wo bei zweckmässig jedes dieser optischen Bilder gegenüber dem andern in Richtungslinie der Filmbewegung um die Entfernung versetzt ist, die die Abbildung des Filmbildes in einer Periode der Bildwechselfrequenz zurücklegt, und zwar so, da$ im Augenblick, wo der Zer legungsvorgang beginnt,
die Abbildung eines Filmbildes immer die gleiche Stellung in bezug auf die Zerlegervorrichtung einnimmt. Es sind Mittel vorgesehen, um nur eins von diesen optischen Bildern zur Zerlegung frei zugeben, während die übrigen zweckmässiger weise abgedeckt werden. Jedes der optischen Bilder wird nacheinander abgetastet.
Das erfindungsgemässe Verfahren soll an einigen Ausführungsbeispielen anhand der auf den Zeichnungen dargestellten, zur Aus führung dieser Beispiele des erfindungsge mässen Verfahrens bestimmten Einrichtungen erläutert werden.
Es zeigt: Fig. 1 eine schematische Darstellung des Projektors und der Zerlegervorrichtung, das heisst einer Bildfängerröhre, Fig. 2 eine kurvenmässige Darstellung des Bildkippstromes zur Erzeugung des Zeilen sprungverfahrens, Fig. 3 einen Schnitt durch die Einrich tung nach der Linie 3--3 in Fig. 4 zur Ver vielfachung des Filmbildes,
Fig. 4 eine Vorderansicht der Einrich tung zur Vervielfachung des Filmbildes bei einem Verhältnis der Bildwechselfrequenz zur Filmbildfrequenz von 2 : 1, Fig. 5 eine Vorderansicht der Einrichtung zur Vervielfachung des Filmbildes bei einem Verhältnis der Bildwechselfrequenz zur Film bildfrequenz von 5 : 2, Fig. 6 eine schematische Darstellung der Stellung von Filmbild und Filmfenster beim Beginn der Abtastung nach dem Verhältnis von 5 :
2 und Fig. 7 die Blendenscheibe für die ge trennte Abtastung der optischen Bilder nach Fig. 5.
Es soll im folgenden eine Einrichtung für die Ausübung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen Verfahrens anhand der Fig. 1 bis 4 erläutert werden, bei dem das Verhältnis der Bildwechselfrequenz zur Filmbildfrequenz 2 : 1 beträgt. Nach Fig. 1 wird ein Lichtstrahl von einer geeigneten Lichtquelle 1 durch eine gondensorlinse 3 auf den Film 2- geworfen. Der Film wird kontinuierlich über das Filmfenster 4 durch geeignete und bekannte Mittel geführt.
So wird der übliche Filmprojektor verwendet unter Fortlassung der ruckweisen Trans portvorrichtung. Das übliche Projektions objektiv 5 ist so gelagert, dass es ein Bild des Filmbildteils erzeugt, der sich innerhalb des Filmfensters befindet.
Kurz hinter oder vor dem Objektiv 5 lie gen zwei keilförmig gestaltete Prismen 6 und 6', wobei jedes Prisma eine Hälfte der Lin senöffnung beansprucht. Eines der Prismen 6 liegt mit seinem dickeren .Teil nach oben, während das andere Prisma 6' mit dem dickeren Teil nach unten liegt.
Diese Pris- menanordnung erzeugt vom Filmbild zwei gleiche optische Bilder, wobei dasjenige Bild, das durch die hinter dem Prisma 6 be findliche Linsenhälfte entworfen wird, nach oben verschoben wird, während das Bild, das durch die andere hinter dem Prisma 6' lie gende Linsenhälfte entworfen wird, nach unten verschoben wird.
Eine vorteilhafte Ausführung der Pris- menanordnung ist in den Fig. 3 und 4 dar gestellt. Hier ist eine Tragplatte 7 vorgese hen mit einer kreisförmigen Öffnung, in wel che der Führungseinsatz 9 des Tragringes 10 passt. Die Schrauben 11 greifen durch die Schlitze im Tragring 10, damit der Ring in die richtige Winkellage eingestellt und fest gehalten werden kann, so dass die Ablenkung der beiden optischen Bilder durch die Pris men genau in Richtung der Filmbewegung stattfinden kann.
Die Prismen 6 und 6' stützen sich gegen Winkelstücke 12. Der Rücken des Keils von jedem Prisma wird von einem festen Wider lager 14 getragen, während die brechende gante des Prismas durch eine federnde Ein- richtung 15 geführt wird; diese Einrichtung kann mittels einer Einstellschraube 16 etwas nach vor- und rückwärts verstellt werden. Durch Einstellen dieser Schrauben 16 kann der Winkel eines jeden Prismas zur optischen Achse der Linse etwas verstellt werden. Die Einstellung kann so vorgenommen werden, dass sich die beiden optischen Bilder im we sentlichen um eine halbe Bildhöhe überlap pen.
Wie spärter dargelegt wird, kann dieses Überlappen entweder um eine halbe Bildhöhe oder um eine halbe Bildhöhe plus oder minus der Breite einer Bildzeile geschehen.
Die Zerlegevorrichtung, das heisst die Bildfängerröhre 20, ist so gelagert, dass ihre Photokathode 21 sich in der Ebene der projizierten Bilder befindet.
Es erreicht aber immer nur gleichzeitig ein einziges optisches Bild die Kathode, während das andere durch eine rotierende Blendenscheibe 22 abgedeckt wird, die unmittelbar vor oder hinter der Prismenanordnung angeordnet sein kann. Diese Scheibe wird in derselben Weise an getrieben, wie die Blendenscheibe des übli chen Projektors mit ruckweiser Filmbewe gung. Sie vollführt eine Drehung in der Zeit, die der Film braucht, um eine Filmbildhöhe zu durchlaufen.
Die Blendenscheibe 22 be sitzt zwei halbkreisbogenförmige Öffnungen 24 und 24'. Die Öffnung 24 dient zur Frei gabe des Prismas 6, wobei Prisma 6' abge deckt ist. Die Öffnung 24' dient zur Frei gabe des Prismas 6', wobei Prisma 6 abge deckt ist. Die bei der Belichtung der Photo kathode 21 durch das optische Bild erzeugten Photoelektronen werden durch eine in der Zeichnung nicht dargestellte, magnetische Linse in die Ebene der Anodensonde 25 als Elektronenbild geworfen. Dieses Elektronen Bild wird magnetisch nach zwei Richtungen abgelenkt.
Zur waagrechten Ablenkung dient die Spule 26, die mit dem Zeilenkippstrom des Hochfrequenzsägezahngenerators 27 be schickt wird; zur senkrechten Ablenkung dient die Spule 29 und der Niederfrequenz- sägezahngenerator 30. Mittels dieser Ab lenkungen wird das Elektronenbild über eine Zerlegeröffnung der Anode 25 geführt. Der gemäss den einzelnen Bildhelligkeiten schwan kende Bildstrom erzeugt an einem im Ano denkreis liegenden Widerstand 31 Spannungs schwankungen, die durch den Bildverstärker 32 verstärkt werden.
Es besteht ein wesentlicher Unterschied dieser Einrichtung gegenüber den bekannten darin, dass die Amplitude der durch das Kippgerät 30 erzeugten niederfrequenten Sägezahnschwingungen nur halb so gross ist wie diejenige. welche sonst die Abbildung des Filmbildes über die Zerlegeröffnung ablenkt. Die restliche Ablenkbewegung wird bei der jetzigen Einrichtung durch die Filmbewe gung selbst hervorgerufen.
Die Wirkungsweise ist folgende: Wenn man annimmt, dass der Zerlegungs vorgang beginnt, wenn ein Filmbild genau zur Hälfte bis zur Stelle A über das Bild fenster geführt ist, dann hat die Blenden seheibe das Prisma 6 gerade freigegeben. Die Elektronen werden von der Kathode 21 ausgehend nach unten maximal abgelenkt, so dass die oberste Zeile des Elektronenbildes abgetastet wird. Die Abbildung des Filmbildes wandert nun über die Kathode 21. Gleich zeitig werden die Elektronen, die das elek trische Bild darstellen, nach oben abgelenkt.
In der Zeit, in der das Filmbild bis zur Stelle B, bezw. das erste optische Bild bis zur Stelle B' vorgerückt ist, werden die Elek tronen nach oben maximal abgelenkt, und das Elektronenbild der untersten Zeile des optischen Bildes fällt auf die Zerlegeröff- nung. Die Geschwindigkeit der Ablenkung des Elektronenbildes tritt auf diese Weise zur Geschwindigkeit der Bewegung des op tischen Bildes hinzu. Dies hat zur Folge, dass das ganze Filmbild in der Zeit zerlegt wird, in welcher der Film um eine halbe Filmbildhöhe vorwärtsbewegt worden ist.
In diesem Augenblick verdeckt die Blende 22 das Prisma 6 und gibt das Prisma 6' frei. Das zweite optische Bild des Filmbildes ist unterdessen bis zur Stelle A' vorgerückt. Der Wechsel zwischen den einzelnen Prismen geschieht während der Rückführzeit des Zer- legungsstromes. Dasselbe Filmbild wird nun zum zweiten Mal zerlegt, während es die andere Hälfte der Bildhöhe durch das Bild fenster führt. Dadurch wird das folgende Filmbild in die zuerst beschriebene Lage ge bracht, und der Vorgang wiederholt sich.
Während des ganzen Vorganges wird das Elektronenbild seitlich durch das Hochfre- quenzkippschwingungsgerät 27 und die Spule 26 hin und her abgelenkt. Wenn die zwei sich überlappenden, optischen Bilder genau um eine halbe Bildhöhe versetzt sind, und das Kippschwingungsgerät 27 eine ungerade Zahl von Schwingungen während einer Film bildperiode erzeugt, fallen die Zeilen, die bei jeder Zerlegung abgetastet werden, selbst tätig halbwegs zwischen die vorher abge tasteten Zeilen, so dass das ungeradzahlige Zeilensprungverfahren erreicht ist.
Aus verschiedenen Gründen ist es er wünscht, eine gerade Zeilenzahl für eine Filmbildperiode zu benutzen. Hierbei gibt es zwei Wege, um das geradzahlige Zeilen- sprungverfahren zur Anwendung zu bringen. Einer von ihnen besteht darin. die Prismen 6 und 6' so einzustellen, dass die beiden op tischen Bilder sich um eine halbe Bildhöhe plus oder minus dem halben Abstand zwi schen zwei aufeinanderfolgenden Zeilen eines Zerlegungsvorganges überlappen, das heisst plus oder minus der Breite einer Bildzeile.
Der andere Weg besteht darin, dass sich die Bilder genau um eine halbe Bildhöhe über lappen, und dass, man in die Ablenkspule für die senkrechte Ablenkung eine weitere Säge zahnschwingung einführt, deren Frequenz die Hälfte der niederfrequenten Sägezahnschwin- gung für die Vertikalverschiebung ist und deren Amplitude so bemessen ist, dass das Elektronenbild um die Hälfte der Entfer nung zwischen den einzelnen Zerlegungs zeilen abgelenkt wird.
In diesem Falle ent spricht die resultierende Sägezahnschwingung in der Spule 29 der Form, wie sie in Fig. 2 dargestellt ist. Hier bedeutet die gestrichelte Kurve 34 die überlagerte halbfrequente Komponente und die ausgezogene Linie 36 der resultierende Zerlegerstrom. In diesem besonderen Falle ist die zugeführte Frequenz gleich der Filmbildfrequenz.
Dieselben Prinzipien für das richtige Ar beiten der Einrichtung werden angewendet im Falle, dass eine Filmbildfrequenz von 24 Bildern in der Sekunde für den Film und eine Bildwechselfrequenz von 60 Bildern in der Sekunde für die Fernsehübertragung be nutzt werden. Der Prismenträger 40 (Fig. 5) ist dem vorher beschriebenen sehr ähnlich, nur trägt er fünf Prismen 41 bis 45 anstatt zwei. Diese Prismen sind von verschiedener Breite, damit die am äussern Rande der Linse eine gleiche Lichtmenge hindurchlassen, wie die in der Mitte der Linse befindlichen.
Mit andern Worten, jedem Prisma entspricht eine gleiche Zone der Linsenöffnung.
Die Blendenscheibe 46 ist ähnlich ge lagert wie die Scheibe 22 der Fig. 1. Sie unterscheidet sich von der Scheibe 22 da durch, dass sie fünf Schlitze trägt, die mit 48 bis 52 bezeichnet sind. Jeder dieser Schlitze umfasst 72 des Kreisbogens und ist von ge nügender Breite, um das zu ihm gehörige Prisma aus der Reihe der fünf Prismen 41 bis 45 freizugeben und die andern abzu decken. Es ist erwünscht, dass die Blenden scheibe einen so grossen Durchmesser erhält, wie es in mechanischer Hinsicht überhaupt möglich ist.
Zunächst muss die Krümmung der Schlitze so klein als möglich sein, damit jeder Schlitz das zu ihm gehörige Prisma vollständig freigeben und das anliegende Prisma vollständig verdecken kann. Dann muss der Übergang von einem Schlitz zum nächsten in einem genügend kleinen Zeitab schnitt der Bildwechselsehwingung erfolgen, um diesen Übergang allein auf die Rückführ- zeit zu beschränken. Auch können die Pris men selbst seitlich etwas gekrümmt gestaltet werden, um sich der Krümmung der Schlitze anzupassen.
Die Art,, wie die Schlitze um die Blen- denscheibe herum angeordnet sind, ist nicht wesentlich, da die Prismen natürlich so an geordnet werden können, dass sie jeder ge- wünschten Schlitzanordnung entsprechen. Die dargestellte Schlitzanordnung ist aus rein mechanischen Gründen gewählt;
denn wenn man die Prismen in nicht aneinander schlie ssender Reihenfolge freigibt, kann zwischen den Enden der aneinander grenzenden Schlitze ein kleines Stück Scheibenfläche ge lassen werden. Man braucht dann keine be sonderen Sprossen, um den äussern Rand der Blendenscheibe zu stützen. Die Scheibe kann also im Ganzen als Metallscheibe gestanzt werden.
Das Bildfenster 4 (Fig. 6) wird um l/6 länger gemacht, als die Filmbildhöhe beträgt. Da die Filmbildfrequenz \/6 der Bildwechsel frequenz beträgt, so bewegt sich der Film und seine Abbildung um '/5 der Bildhöhe wäh rend eines Ganges der Bildwechselfrequenz. Die Zerlegevorrichtung muss daher so einge stellt sein, dass sie das Elektronenbild über den verbleibenden Rest eines Filmbildes, näm lich um % desselben, bewegt.
Nun muss ein vollständiges Filmbild bei jedem Gang der Bildwechselfrequenz zerlegt werden. Daraus folgt, dass beim Beginn des Zerlegungsvorganges für jedes Filmbild dieses wenigstens um % der Bildhöhe in das Bildfenster vorgerückt sein muss, da unter diesen Umständen das Filmbild vollständig durch das- Bildfenster am Ende dieses be sonderen Bildwechselfrequenzganges freige geben wird. Jede geringere Vorschiebung des Filmbildes beim Beginn der Zerlegung würde Teile des Filmbildes abschneiden.
Es sei beispielsweise angenommen, dass der Schlitz 48 das Prisma 41 in dem Augen blick freigibt, wenn das erste Filmbild sich um 3J6 seiner Höhe in das Bildfenster bewegt hat, das heisst, wenn die Vorderkante des Bildes die in Fig. 6 durch die Linie A ge kennzeichnete Stellung erreicht hat. Das Prisma 41 ist so eingestellt, dass es die Ab bildung des Filmbildes in seiner Bewegungs- richtung um \/5 der Bildhöhe verschiebt.
Das Zusammenwirken von Filmbewegung und Ablenkung des Elektronenbildes vervoll ständigen die Zerlegung des Filmbildes in der gleichen Weise wie in dem vorher behandel ten Beispiel. Am Schluss des Zerlegungs vorganges wird das Prisma 41 abgedeckt, und das Prisma 42 wird durch den Schlitz 49 freigegeben. In dieser Zeit ist die Vorder kante des Filmbildes bis zur Stellung der Linie B in Fig. 6 vorgerückt. Das Prisma 42 ist so eingestellt, dass es überhaupt keine Ver schiebung des Bildes vornimmt. Es kann beispielsweise eine planparallelle Glasplatte sein.
Am Ende des zweiten Zerlegungsvor ganges ist das Prisma. 42 abgedeckt und das Prisma 43 durch den Schlitz 50 freigegeben. Bei dieser Zerlegung ist zu Beginn die Vor derkante des Filmbildes bis zu der Lage der Linie C, das heisst bis zum Ende des Bild fensters vorgerückt. Das Prisma 43 verschiebt das Bild um rsJ5 der Bildhöhe entgegenge setzt der Bewegungsrichtung des Bildes, wo es dann ein drittes Mal unter gleichen Bedin gungen abgetastet wird. Wenn dieser Zerle gungsvorgang vollendet ist, haben die vor dere gante des folgenden Filmbildes und die hintere Kante des ersten Filmbildes die Lage der Linie D erreicht. Jetzt sind 4;\5 des zwei ten Filmbildes freigegeben.
Das Prisma 43 ist verdeckt, da der Schlitz 51 das Prisma 44 freigibt, welches das Abbild des zweiten Filmbildes um 1/5 der Bildhöhe in der Bewe gungsrichtung des Bildes verschiebt. Dadurch nvird die Abbildung in dieselbe Lage ge bracht. die auch die Abbildung des ersten Filmbildes bei der vorhergehenden Zerlegung einnahm. Wenn der Zerlegungsvorgang be endet ist, hat die Vorderkante des zweiten Filmbildes die Lage erreicht, die durch die Linie E gekennzeichnet ist. Schlitz 52 gibt dann das Prisma 45 frei, welches die Abbil dung um 1/" der Bildhöhe für die letzte Zer legung entgegengesetzt der Bildbewegung verschiebt. Die Zerlegung geht dann in der selben Weise weiter für sämtliche folgenden Filmbilder.
Jedes ungerade Filmbild wird dreimal und jedes gerade Filmbild zweimal zerlegt.
Das Verhältnis der Bildwechselfrequeuz und der Bildzahlfrequenz für den Film kann auch beispielsweise 3 : 2, 5 : 3 oder 3 : 1 sein. Bei diesen Ausführungsbeispielen sind ent sprechend den Verhältnissen die Blenden scheibe und die Prismenanordnung abzu ändern. Im wesentlichen sind aber die Prin zipien dieselben. Wenn das Verhältnis 2 : 1 gewählt wird, kann auch eines der beiden Prismen fortfallen und das andere in einem solchen Winkel angeordnet sein, durch den die Verschiebung, die jedes von den früheren Prismen vornimmt, doppelt zur Wirkung kommt.
Die Mindesthöhe des Bildfensters ist für jedes der angegebenen Beispiele verschieden. Für das Verhältnis 2 : 1 ist die Höhe des Bildfensters gleich der Bildhöhe. Für das Verhältnis 5:2 muss die Höhe des Bild fensters wenigstens 1'J5 mal so gross sein wie die Bildhöhe.
Die Mindesthöhe des Bildfensters ist ge geben durch die Gleichung <I>L - f [1</I> -f- (s -2)<I>p],</I> wobei<I>f</I> die Filmbildhöhe, <I>s</I> die Höchstzahl der Abtastungen für das Filmbild und p den Teil der Bildhöhe bedeutet, durch den sich der Film während eines Zerlegungsvorganges fortbewegt.
An Stelle der Bildfängerröhren können natürlich auch mechanische Zerlegereinricli- tungen Verwendung finden, beispielsweise eine Nipkowscheibe, bei der die Steigung der Spirale mit den Zerlegeröffnungen zweckent sprechend verringert ist, um so eine vermin derte Abtasthöhe längs des Films zu schaf fen, welche im Zusammenhang mit der Film bewegung gerade ausreicht,
um das Filmbild abzutasten. Bei Anwendung des geradzahli- gen oder ungeradzahligen Zeilensprungver- fahrens mit zwei optischen Bildern pro Film bild muss jeweils die Steigung der Spirale so bemessen sein, dass die Zeilenfolge des zuletzt abgetasteten, zweiten optischen Bildes, das um eine halbe Bildhöhe gegenüber dem ers (en optischen Bild versetzt ist, zwischen die Zei lenfolge des zuerst abgetasteten, ersten op tischen Bildes zu liegen kommt.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann, abgesehen vom Zeilensprungverfahren, auch dann verwendet werden,, wenn zur Beseiti gung des Flimmerns bei der Wiedergabe eine entsprechend hohe Bildzahl für die Ab tastung zur Verfügung stehen soll.