Verfahren zur Entfernung von Magnesium aus magnesiumhaltigen Aluminiumlegierungen. Bei der Aufarbeitung von Aluminium altmetall verschiedener Herkunft besteht seit langem das Bedürfnis, das in vielen dieser Legierungen enthaltene Magnesium, dessen Gegenwart in grösseren Mengen besondere Massnahmen beim Umschmelzen und Raffi nieren erfordern würde, aus den Legierungen zu entfernen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zur Entfernung von Magnesium aus magnesiumhaltigen Aluminiumlegierungen, bei dem die Legierung der Einwirkung eines Halogens bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunktes des sich bildenden Magne- siumhalogenids ausgesetzt wird. Verwendet man beispielsweise zu diesem Zwecke das am leichtesten zugängliche Chlor, indem man Chlorgas in die Schmelze einleitet, so wird die Behandlung bei einer Temperatur ober halb von 718 , dem Schmelzpunkte des was serfreien Magnesiumchlorids, vorgenommen.
Da aber die Reaktionsgeschwindigkeit bei Anwendung höherer Temperaturen erheblich zunimmt, empfiehlt es sich, in dem Verfahren Temperaturen von etwa 9ä0-1000 anzu wenden.
Die vorbeschriebene Arbeitsweise beruht auf der überraschenden Beobachtung, dass bei der Behandlung einer magnesiumhaltigen Aluminiumlegierung mit Chlor nur das Ma gnesium, nicht aber das Aluminium, rnit dem Chlor reagiert, und zwar auch dann, wenn die Behandlung bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunktes des sich bildenden Ma gnesiumchlorids erfolgt. Bei Temperaturen unterhalb dieser Grenze unterbleibt die Reak tion dagegen praktisch vollständig, und das Chlor entweicht weitgehend unverbraucht.
Möglicherweise ist dies so zu erklären, dass die sich anfänglich an der Phasengrenze Chlorgas Magnesium bildenden geringen Mengen festen Magnesiumchlorids in Form eines Häutchens den weiteren Zutritt von Chlor zum Metall verhindern.
Beispiel: 1090 Gewichtsteile einer Aluminium- Magnesium-Legierung mit 12"/o Magnesium wurden geschmolzen, und die Temperatur der Schmelze bis auf 950 o gesteigert, worauf durch einen nahe dem Boden des offenen Schmelztiegels angebrachten Verteiler Chlor gas in die Schmelze eingeleitet wurde. Nach 45 Minuten waren 430 Gewichtsteile Chlor von der Schmelze aufgenommen, und es machte sich ein starkes Qualmen des Tiegel inhalte8 sowie Geruch nach Chlorgas bemerk bar, was das Ende der Chlorierung anzeigte.
Die Behandlung wurde darauf abgebrochen, das Metall bis zu einer geeigneten Giesstem peratur abgekühlt und unter Zurückhaltung der auf der Oberfläche des Metalles schwim menden Schlacke vergossen. Die Analyse des Metalles ergab, dass das Magnesium quantitativ aus der Legierung entfernt war.
Ein Verlust an Aluminium durch Bildung von Aluminiumchlorid war in merkbarem Um fange nicht festzustellen.
Es wurde bereits vorgeschlagen, zur Ge winnung von Magnesium aus Aluminium- Magnesium-Legierungen diese letzteren mit Blei zu behandeln. Hierbei bilden sich zwei Schichten, von denen die obere aus reinem Aluminium besteht, während die untere eine Blei-Magnesium-Legierung darstellt, die dann durch Elektrolyse auf reines Magnesium ver arbeitet werden kann. Ein solches Verfahren ist jedoch, wie ohne weiteres auf der Hand liegt, für die Aufarbeitung von Aluminium Magnesium-Legierungen in Form von Alt metall viel zu umständlich und kostspielig.
Process for removing magnesium from magnesium-containing aluminum alloys. In the processing of aluminum scrap of various origins, there has long been a need to remove the magnesium contained in many of these alloys, the presence of which in large quantities would require special measures during remelting and refining from the alloys.
The invention relates to a method for removing magnesium from magnesium-containing aluminum alloys, in which the alloy is exposed to the action of a halogen at temperatures above the melting point of the magnesium halide that is formed. If, for example, the most readily available chlorine is used for this purpose, by introducing chlorine gas into the melt, the treatment is carried out at a temperature above half of 718, the melting point of the magnesium chloride which is free from water.
However, since the reaction rate increases considerably when higher temperatures are used, it is advisable to use temperatures of about 9-0-1000 in the process.
The procedure described above is based on the surprising observation that when a magnesium-containing aluminum alloy is treated with chlorine, only the magnesium, but not the aluminum, reacts with the chlorine, even if the treatment is carried out at temperatures above the melting point of the material being formed magnesium chloride takes place. At temperatures below this limit, however, the reaction does not take place practically completely, and the chlorine escapes largely unused.
Possibly this can be explained by the fact that the small amounts of solid magnesium chloride initially formed at the phase boundary of chlorine gas magnesium in the form of a membrane prevent further access of chlorine to the metal.
Example: 1090 parts by weight of an aluminum-magnesium alloy with 12 "/ o magnesium were melted and the temperature of the melt increased to 950 o, whereupon chlorine gas was introduced into the melt through a distributor attached near the bottom of the open crucible For 45 minutes, 430 parts by weight of chlorine had been absorbed by the melt, and there was heavy smoke from the contents of the crucible8 and a smell of chlorine gas, which indicated the end of the chlorination.
The treatment was then discontinued, the metal cooled to a suitable Giesstem temperature and poured while retaining the slag floating on the surface of the metal. The analysis of the metal showed that the magnesium had been removed quantitatively from the alloy.
A loss of aluminum through the formation of aluminum chloride could not be ascertained to any noticeable extent.
It has already been proposed to treat the latter with lead in order to obtain magnesium from aluminum-magnesium alloys. This creates two layers, of which the upper one is made of pure aluminum, while the lower one is a lead-magnesium alloy, which can then be processed to pure magnesium by electrolysis. However, as is readily apparent, such a process is far too laborious and expensive for the processing of aluminum magnesium alloys in the form of scrap metal.