Verfahren zur Herstellung von Feilen mit gehauenem Doppelhieb. Es sind Feilen mit gehauenem Doppel hieb bekannt, deren Unterhieb Zähne mit ,,über sich" stehender Zahnbrust und deren Oberhieb solche mit "unter sich" stehender Zahnbrust aufweist, und bei denen .das Tie fenverhältnis von Unterhieb zu Oberhieb 1 : 3 bis 1 :7 beträgt. Diese bekannten Feilen haben gegenüber den gewöhnlichen Feilen aus dem gleichen Werkstoff erhebliche Vor züge besonders hinsichtlich einer wesentlich höheren Leistung. Es besteht jedoch eine er hebliche Schwierigkeit, derartige Feilen mit .unterhauenem" oder "unter sich" stehendem Oberhieb zu erzeugen;
denn dazu ist ein nicht unbeträchtlicher Aufwand .an Kosten für die häufige Meisselschärfung und für die damit verbundene Unterbrechung für die Auswechslung des Meissels in der Hau maschine erforderlich. Durch das Eindringen des Meissels wird der Werkstoff nach oben getrieben, er hat das Bestreben, sich in Rich tung nach der Angel (das ist der zum Auf stecken des Griffes zugespitzte Teil der Feile) zu werfen, sobald der Meissel bei kleinem Keilwinkel nach kurzem Gebrauch etwas stumpf geworden ist.
Dabei biegt sich die Zahnspitze etwas nach hinten, so dass gerade der Teil, auf dessen Schärfe es ankommt, an der Zahnbrust keine scharfe Schneidkante bildet.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von Feilen mit gehauenem Doppelhieb und einem Tiefen verhältnis des Unterhiebes zum Oberhieb von mindestens 1 : ä, das ein Minimum in Her stellungskosten verbürgt, wobei die so er zeugten Feilen sehr leistungsfähig sind.
Durch jahrelange Versuche des Erfinders ist festgestellt worden, dass dieses Ziel da durch erreicht wird, dass der Unterhieb so hergestellt wird, dass die Brust desselben überhauen ist, wonach der aufgeworfene vor stehende Werkstoff durch Abstreichen besei tigt wird, so dass zwischen den aufeinander folgenden Hieben des Unterhiebes fast ebene Streifen stehen bleiben, und dass alsdann der Oberhieb derart gebildet wird,
dass die an den obersten Punkt der Brust jedes Ober- hiebzahnes gezogene Tangente rechtwinklig zu der den obersten Punkt jeder Brust des Oberhiebes enthaltenden Ebene steht und die Brust nach dem Grund der Zahnlücke hin mindestens auf einem Teil ihrer Länge in der Richtung nach der Angel zu und nach abwärts gewölbt verläuft, wobei der Unter hieb eine kleinere Teilung aufweist als der Oberhieb.
Der Brustwinkel von 90 im ober sten Punkt genügt, um eine gute Schneid fähigkeit der Zähne zu erreichen, und er er laubt, den Teil des Meissels, der die entspre chende Zahnlücke bildet, so zu gestalten, dass er möglichst widerstandsfähig wird und nicht so schnell abstumpft, wie es bei solchen Meisseln der Fall ist, die ,unterhauene" Hiebe erzeugen.
Die Zeichnung zeigt den Werdegang einer nach einem Ausführungsbeispiel des Verfah rens hergestellten Feile, und zwar zeigt: Fig. 1 eine nach dem Verfahrensbeispiel maschinengehauene Feile in Draufsicht, Fig. 2 einen Schnitt nach A-B der Fig. 1 durch die Feile, nachdem zunächst nur der Unterhieb gehauen ist, und zwar links vor dem Abstreichen und rechts nach dem Ab streichen des aufgeworfenen, vorstehenden Werkstoffes, wobei der zugehörige Meissel in Seitenansicht darüber gezeichnet ist, Fig. 3 einen Schnitt nach ('-D der Fig.
1 durch die Feile, nachdem ausser dem glatt gestrichenen Unterhieb nunmehr auch noch der Oberhieb eingehauen ist, wobei der zuge hörige Meissel in Seitenansicht darüber ge zeichnet ist, Fig. 4 die nach dem Beispiel hergestellte Feile in einer solchen schrägen Stellung in schaubildlicher Ansicht.
Fig. 5 einen etwa der Linie IV-IV der Fig. 4 entsprechenden kleinen Teil der nach dem Beispiel hergestellten Feile in der glei chen schaubildlichen Ansicht wie Fig. 4 oben in bedeutend grösserem Massstake, wobei da neben dessen Profil gezeichnet ist, und Fig. 6 den entsprechenden kleinen Teil der auf Seite 2 angeführten gewöhnlich ge hauenen Feile, Es ist angenommen, dass die Hiebe mit einer Feilenhaumaschine geschlagen werden, deren Tisch wie üblich eine gegen die Waag rechte geneigte Lage einnimmt. Die Feile in der Fig. 3 weist die der Tischneigung ent sprechende Neigung auf; auf dem Tisch, der gegen den Meissel vorgerückt wird, ist das Feilenwerkstück in der Bewegungsrichtung derart befestigt, dass die Spitze des Feilen werkstückes vorn und die Feilenangel hinten liegt.
Die in der Zeichnung dargestellten Pfeile x zeigen die Vorschubrichtung des Feilenwerkstückes in der Haumaschine bezw. die Arbeitsrichtung beim Gebrauch der ferti gen Feile an. Das beispielsweise Verfahren zur Herstellung von Feilen mit gehauenem Doppelhieb erfolgt in folgender Weise: Der Unterhieb u, den man zuerst schlägt, wird mit dem in Fig. 2 dargestellten Meissel c, geschlagen, der wie üblich zwei Fasen nach den Linien I-1 und II-II hat, die beim Hauen in den Feilenwerkstoff eindringen. Dadurch entstehen die in Fig. 2 links darge stellten Unterhiebzähne mit der Zahnbrust b. die überbauen ist, und dem Zahnrücken fi, der auch überbauen ist.
Die Brust wird als überbauen bezeichnet, weil in Fig. 2 der oberste Punkt der Brust in der Richtung des Pfeils x gesehen vor dem Fusspunkt der Brust angeordnet ist: Auf den zwischen jeder Zahnbrust und jedem Zahnrücken liegenden Streifen ist aufgeworfener vorstehender Werkstoff vorhanden, der einen Grat bildet.
Früher war es üblich, beim Erzeugen des Un terhiebes auf der Feilenhaumaschine ein Ab streichen des Unterhiebes wegen der Gleich mässigkeit der entstandenen Zähne nicht vor zunehmen; vielmehr wurde früher das Ab streichen des Grates dem in der Maschine vor handenen Feilendrücker überlassen. Im Ge gensatz zu diesem früheren Verfahren wird hier der beim Hauen des Unterhiebes u ent standene Grat mit Hilfe einer neuen Feile von Hand besonders abgestrichen, wie es in Fig. 2 rechts dargestellt ist.
Dadurch ergibt sich ein Unterhieb u mit fast ebenen Streifen i zwischen den einzelnen Hieben (Fig. 2). Die "über sich" stehende, das heisst über- hauene Brust b der Unterhiebzähne und der abgestrichene Unterhiebzahn gibt den Ober hiebzähnen, die durch die Unterhiebzähne unterteilt sind, Halt und verhindert so wirk sam ein Ausbrechen der Oberhiehzähne beim Feilen.
Der abfallende Rücken h des Unterhieb zahnes ist weniger überbauen, das heisst we niger "über sich" als die Brust b. Im Gegen satz hierzu ist der abfallende Rücken s des Unterhiebzahnes der üblichen Feile (Fig. 6) mehr überbauen als die zugehörige Zahn brust r. Ausserdem ist gemäss dem Verfah rensbeispiel die Teilung t des Unterhiebes kleiner als die Teilung w des Oberhiebes. Die Angel der Feile ist mit c bezeichnet.
Der Oberhieb o wird mit einem Meissel d (Fig. 3) geschlagen, der an der der Angel c zugekehrten Seite mit einer zunächst gerade und dann gewölbt oder im ganzen gewölbt verlaufenden Fläche c versehen ist. Diese Wölbung, die nach der Arbeitskante hin stär ker wird, hat den Zweck, einen grösseren Keil winkel zu schaffen, der den Meissel d gegen Abnutzung widerstandsfähiger macht. An der der Angel c abgekehrten Seite ist wie üblich eine leichte, durch Abziehen erzeugte Fase nach Linie III-III vorgesehen, die bei Abnutzung der Arbeitskante des Meissels d nachgezogen wird.
Diese Meisselgestaltung verhindert, dass im Grund des Oberhieb zahnes eine scharfe Ecke entsteht, die ein Festsetzen von Spänen begünstigen würde. Zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit des Meissels trägt die vorgesehene, an die Arbeits kante sich anschliessende Wölbung bei, die auch noch den Sonderzweck hat, im Grund der Zahnlücke die Bildung eines scharfen Keilwinkels und die Festsetzung von Spänen zu vermeiden.
Bei entsprechend geneigter Lage des Feilenkörpers in der Feilenhau maschine entstehen durch den Meissel infolge der besonderen Form des Meissels Oberhieb zähne; die Tangente T an den obersten Punkt J jeder Brust<I>m</I> bildet mit der durch die obersten Punkte jeder Brust gelegten Ebene E einen rechten Winkel, wie es in Fig. 3 durch gestrichelte Linien angedeutet ist. Der Zahnrücken im Oberhieb o besteht aus einem durch Aufwerfen des Werkstoffes ein wenig geneigten Teil und einem daran sich anschliessenden, stark abfallenden Teil, die beide mit p bezeichnet sind. In der Schnittzeichnung der Fig. 3 erscheint auch ein Teil der Brust b des Unterhiebes u in Ansicht.
In Fig. 3 verläuft jede Zahnbrust m auf der ganzen Länge in der Richtung nach der Angel zu und nach abwärts gewölbt. Die Brust m könnte aber auch im ersten Teil gerade und erst darauf nach abwärts gewölbt und nach der Angel zu verlaufen.
Die Kombination der vorgenannten Mass nahmen bewirkt, dass scharfe und wider standsfähige Zähne ohne scharfe Keilecken im Grund entstehen. Mit dem Ausführungs beispiel wird eine Schlichtfeile erzeugt, die auch als Vorfeile benutzt werden kann. Das Verhältnis der Tiefen von Unterhieb zu Ober hieb ist beim Beispiel mindestens 1 : 3 ge wählt, dagegen bei der früher üblichen Feile der Fig. 6 etwa 1 : 2, was annähernd mit den gewöhnlichen Feilen übereinstimmt. Ausser dem ist in Fig. 6 der Oberhiebzahn in übli cher Weise "über sich" überbauen darge stellt. Dagegen ist die Teilung der entspre chenden Hiebe in den Fig. 5 und 6 gleich gewählt.
Die Darstellungen lassen erkennnen, dass die in der durch Pfeil x bezeichneten Ar beitsrichtung vorstehenden Ecken e (Fig. 5) der durch den Unterhieb u im Oberhieb o her vorgerufenen Zähne gegenüber den Ecken f (Fig. 6) der Zähne der gewöhnlichen Feile (vergl. hierzu die zurückspringenden Ecken g dieser Feile) erheblich stumpfer und somit gegen Ausbrechen widerstandsfähiger sind, wozu noch der Umstand beiträgt, das keiner lei durch aufgeworfenen Werkstoff hervor gerufene Vorsprünge vorhanden sind.