CH200180A - Verfahren zur Herstellung von Vaccinen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Vaccinen.

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CH200180A
CH200180A CH200180DA CH200180A CH 200180 A CH200180 A CH 200180A CH 200180D A CH200180D A CH 200180DA CH 200180 A CH200180 A CH 200180A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Vaccinen.            Es    sind Verfahren bekannt, um     aerobe     und     anaerobe    Bakterien durch Oxydations  mittel abzutöten. Diese Verfahren haben je  doch den     Nachteil,    dass darnach     hergestellte          Vaecine    nicht voll wirksam sind, da man     bis     jetzt stets soviel     Oxydationsmittel    zusetzte,  dass zwangsläufig auch ein Teil der Anti  gene, .die sehr empfindlich sind,     zerstört     wurde.  



  Ferner ist bekannt, zur     Immunisierung          Kulturfiltrate    zu verwenden, die zwar frei  sind von lebenden Bakterien und     Bakterien-          leibern,    die aber gerade deshalb nicht alle       antigenen    Stoffe enthalten, so dass denn auch  mit den Produkten dieser Verfahren keine  100 ö ixe Immunität erzielt werden kann.  



  Vorliegende Erfindung betrifft ein Ver  fahren zur Herstellung von     Vaccinen,    z. B.  aus     aeroben    oder     anaeroben        Bakterien,    das  dadurch gekennzeichnet ist, dass man in Bak  terienkulturen den Bakteriengehalt anrei  chert, und alsdann die so erhaltenen Konzen  trate mit     Mitteln    behandelt, welche die Bazil-         len        unter        Schonung    der Antigene, durch Ein  wirkung auf den     Atmungsmechanismus    der  Zellen abtöten.  



  Zur Durchführung des erfindungsgemä  ssen Verfahrens werden die Bakterien zum  Beispiel auf optimalen Nährboden     gezüchtet     und alsdann auf irgendeine Weise, z. B.  durch Absetzen, konzentriert.  



  Da zu den     lebenswichtigsten        und    beim       Proliferationstoffwechsel    am stärksten betei  ligten Apparaten der     Bakterienzelle    das       Atmungssystem    gehört, wurde nachSub  stanzen gesucht, welche insbesondere den       Atmungschemismus    der Zelle im     weitesten     Sinne stören     müssen.    Dabei ist der Begriff  der Atmung sehr weit zu fassen, im Sinne  von Wieland.

   Wenn es gelingt, durch Ein  führung eines kräftigen     Oxydations-    oder     Re-          duktionsmittels    die     Oxydoreduktionsprozesse     zu stören, muss die Proliferation der     Zellen     in Frage gestellt sein. Wenn die hierzu ver  wendeten Substanzen -     Oxydations-        und    Re  duktionsmittel - zugleich auch andere      Systeme in der     Bakterienzelle    schädigen,     wird     gleichzeitig bei geeigneter niedriger Konzen  tration auch eine langsame     Abtötung    der  Zelle vor sich gehen.  



  Aus der Gruppe der hierfür in Frage  kommenden     Oxydationsmittel    seien genannt  Superoxyde, wie     H:0,    und Chlorpräparate,  aus der Gruppe der in Frage kommenden  Reduktionsmittel, Aldehyde und Nitrite.  



  Die Verwendung von Formalin zur Ent  giftung von Toxinen und zur     Abtötung    von  Bakterien ist bekannt. Hingegen ist es neu,  sehr     niedrige    Konzentrationen und eine     lange     Einwirkungsdauer anzuwenden,     wodurcheine     sehr schonende Umwandlung der Bakterien  kolloide eintritt,     derzufolge    die Zellen ster  ben, das     antigene    Vermögen jedoch in hohem  Masse erhalten bleibt. Während     frühere    Un  tersucher verhältnismässig hohe Konzentra  tion von Formaldehyd oder von Oxydations  mitteln und nur kurze     Zeit,    z.

   B. 12 bis 24  Stunden, einwirken liessen, und die     Beurtei-          lung    der Verwendbarkeit eines     derartigen     Materials, von dem nach dieser     Zeit    erreich  ten     Abschwächungs-,        Abtötungs-    und Um  änderungsgrad     abhängig        machten,        wird    man  bei Ausführung des erfindungsgemässen Ver  fahrens mittels Formaldehyd oder Oxyda  tionsmitteln     diese    in möglichst geringen Kon  zentrationen verwenden,

       dabei        aber    die Stoffe  so lange auf die     Bakterien    einwirken lassen,  bis     letztere    im Kultur- und Tierversuch als       abgetötet        gelten    müssen. Die     Einwirkungs-          zeit    kann dabei 1     bis    2     Wochen        betragen.     



  Das Verfahren     ,gemäss    der Erfindung  kann     vorteilhafterweise    auch bei der     Rer-          stellung    von     Mischvaocinen    gegen     mehrere          Krankheiten    Verwendung finden. Ein Bei  spiel hierfür ist die Herstellung eines Misch  vaccins gegen Rauschbrand und Malignes       Oedem,    bei der wie in     nachstehendem    Bei  spiel angegeben, gearbeitet werden kann.  



       Beispiel:     Auf optimalen Nährböden getrennt ge  züchtete Kulturen von     Rauschbrandbakterien     und     Bakterien    des Malignen     Oedeme        werden     durch Absetzen     konzentriert,    wonach     man    sie    zur     Schädigung        des        Atmungssystemes    der  Bakterien mit Formaldehyd     behandelt.     



  Es hat sich dabei gezeigt, dass zur Ab  tötung der     Rauschbrandbaziilen    die minimale  nützliche     Konzentration    etwa 0,1     bis        0,6%ö     für Maligne     Oedembazillen    aber etwa 0,5 bis       1,0,%    Formaldehyd     als    40%ige     wässerige          Formaldehydlösung    ist.

   Diese Konzentratio  nen lässt man so lange auf die oben erwähn  ten     Kulturbodensätze    einwirken, bis durch  Tier-     oder        Kulturversuch    die     Abtötung    der  Mikroorganismen demonstriert werden .kann,  was je nach der Temperatur und Konzentra  tion in 8     bis,14    Tagen erreicht     ist.    Erst jetzt  werden die beiden Kulturen     zu    gleichen Tei  len     gemischt    und der     Mischimpfstoff    ist ge  brauchsbereit. Infolge der hohen Konzentra  tion des Antigens genügen zur Immunisie  rung von Rindern kleine Mengen, z.

   B. 2     bis     5     cm8.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Vaccinen, dadurch gekennzeichnet, dass man in Bakte- rienkulturen den Bakteriengehalt anreichert, und die Konzentrate mit Mitteln behandelt, welche die Bazillen unter Schonung der An tigene, durch Einwirkung auf den Atmungs- chemismus der Zellen abtöten.
    UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Schädigung des Atmungssystemen der Bazillen ein Oxydationsmittel verwendet. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Wasserstoffsuperoxyd, verwen det. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Chlorpräparat verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Schädigung des Atmungssystemen ein Reduktions- mittel verwendet. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Formaldehyd verwendet. ti. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 4 und 5, dadurch gekenn zeichnet, dass man Formaldehyd in so geringen Konzentrationen verwendet, dass die Abtötungszeit wenigstens eine Woche beträgt. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 4, .dadurch gekennzeichnet; dass man Natriumnitrit verwendet. B.
    Verfahren nach Patentanspruch zur Her- stelhlng eines 1VIischvaccins gegen meh rere Krankheiten, dadurch gekennzeich net, dass man die abgetöteten Kulturkon zentrate verschiedener Bakterienarten miteinander vermischt. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass man die Konzentrate von Rausch brand- und Malignen - Oedem - Kulturen mit Oxydationsmitteln abtötet und als dann vermischt. 10. Verfahren nach Patentünspruoh und Un teranspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass man die Konzentrate von Rausch brand- und Malignen - Oedem - Kulturen mit Reduktionsmitteln abtötet und als dann vermischt.
CH200180D 1936-03-26 1936-03-26 Verfahren zur Herstellung von Vaccinen. CH200180A (de)

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Cited By (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1076892B (de) * 1958-07-31 1960-03-03 Behringwerke Ag Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes zur gleichzeitigen Immunisierung von Hunden oder Fuechsen gegen die Staupe und Hepatitis contagiosa canis
EP0086071A1 (de) * 1982-02-09 1983-08-17 The Regents Of The University Of California Ozon-inaktivierte Keime als Vakzine
US8721690B2 (en) 2003-10-17 2014-05-13 Biedermann Technologies GmbH & Co., KG Rod-shaped implant element with flexible section

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DE1076892B (de) * 1958-07-31 1960-03-03 Behringwerke Ag Verfahren zur Herstellung eines Impfstoffes zur gleichzeitigen Immunisierung von Hunden oder Fuechsen gegen die Staupe und Hepatitis contagiosa canis
EP0086071A1 (de) * 1982-02-09 1983-08-17 The Regents Of The University Of California Ozon-inaktivierte Keime als Vakzine
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