CH200359A - Verfahren zur Herstellung von Essig aus Früchten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Essig aus Früchten.

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CH200359A
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  • Distillation Of Fermentation Liquor, Processing Of Alcohols, Vinegar And Beer (AREA)

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  Verfahren zur Herstellung von Essig aus Früchten.         Die    Erfindung betrifft ein Verfahren zur       Herstellung    von     Essig    aus Früchten ,durch  alkoholische     Gärung    und Essiggärung.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung     ist          ,dadurch    gekennzeichnet, dass     mindestens    teil  weise getrocknete Frucht wenigstens teil  weise mit     Flilfe    eines Gärgutes ausgelaugt  wird, so dass     Früchtezucker    der     :

  getrockneten          Frucht    in     das    Gärgut übergeht und das     Gär-          gut    in dieser Weise mit     Früchtezucker    so  weit     angereichert    wird,     dass    es unmittelbar,  das heisst ohne Entzug     eines    Anteils Wasser,  nach beendeter alkoholischer     Gärung    einen  Alkoholgehalt     aufweist,    der höher     ist,    als er  beim     Vergärungsprodukt    des aus den     un-          getrockneten        Früchten,

          gewinnbaren        Press-          saftes    wäre, und so hoch ist, dass nach     ,durch-          geführter    Essiggärung     ein.        hochprozentiger     Essig erhalten     wird,    (der mehr als 5     Ge-          wichtsprozente        Essigsäure    enthält.

   Vorzugs  weise wird die Anreicherung     ödes        Gärgutes     mit     Früchtezucker    aus getrockneter Frucht  so hoch bemessen, dass nach durchgeführter    alkoholischer Gärung und     Essiggärung    ein  Essig erhalten wird, der     mindestens    $     Ge-          wichtsprozente    Essigsäure enthält.  



  Unter     ,;Gärgut"    werden     in.    dieser Be  schreibung     Fruchtsäfte,        Fruchtauszüge    und  Fruchtmaischen, und zwar sowohl im unver  gorenen, als auch im     teilweise    oder vollstän  dig vergorenen Zustand verstanden, wobei       unter    "vergoren" die Umwandlung -des       Früchtezuckers        in    Alkohol gemeint ist.  



  Unter     "Frucht"    ,sind im     .Sinne    -der     Erfin-          .dung        ebensowohl        ganze        Früchte,        als        auch          Fruchtteile    zu     verstehen.     



  Vorzugsweise. dient mindestens teilweise       getrocknetes    Kernobst als Ausgangsmaterial  für das vorliegende Verfahren.  



  Zur Durchführung     ,des    Verfahrensgemäss       .der        Erfindung    kann man     beispielsweise    in  der Weise vorgehen,     dass    man zu einem  Fruchtsaft, einem     Fruchtauszug    oder     einer          Frwchtmaische        ,ganze        Früchte    oder Frucht  teile, die vorhergehend einem     Trocknungs-          prozess        unterworfen        wurden,    z.

   B.     ,gedörrte         Birnen.     gipfeln,        Zwetschgen    oder     dergl.    zu  setzt. Derartige Produkte     besitzen    einen ho  hen Gehalt an     Früchtezucker,    der, abgese  hen vom Zuckergehalt der frischen Frucht,  im einzelnen Fall vom Grade der Trocknung  der Früchte abhängt. Die     zugesetzte    minde  stens     teilweise    getrocknete Frucht wird in  Berührung mit dem     Gärgut    ausgelaugt, wo  bei     dieses    mit     Früchtezucker    angereichert  wird.

   Die     Auslaugung    der Frucht kann  durch     Nazerieieren        befördert    werden.     Selbst-          verständlich    kann die Frucht auch     vorgängig     zerkleinert werden. Nach     vollendeter        Aus-          laugun.g    kann die     Flüssigkeit    von dem festen  Rückstand getrennt werden, worauf die ab  getrennte Flüssigkeit der alkoholischen Gä  rung     unterworfen    wird.

   Man kann aber auch  in der Weise verfahren, dass man die alko  holische Gärung, ohne von den     festen    Teilen  abzutrennen, in der Maische vor sich gehen  lässt. Zur     Auslaugung    der mindestens teil  weise     getrockneten    Frucht kann man ferner  mit Vorteil das bekannte Diffusionsverfah  ren anwenden, bei welchem nach dem Gegen  stromprinzip     gearbeitet    wird, wodurch es ge  lingt,     Lösungen    zu gewinnen, die an     Früchte-          zucker        sehr    hoch angereichert sind.

   Bei die  sem     Verfahren    wird man im     allgemeinen    un  ter Benützung einer     Extraktionsbatterie    in  der     Weise        arbeiten,    dass Frischwasser in  jenen     Behälter    eingeführt wird, welcher  schon am     weitesten        ausgelaugte    Frucht ent  hält, von wo die nun bereits     Früchtezucker          enthaltende        Flüssigkeit,        also    ein     Gärgut,    der  Reihe nach durch mehrere     Behälter,

      die mit       getrockneter    Frucht beschickt sind, fliesst  und aus dem     Behälter        abgezogen    wird, der  zuletzt mit     getrockneter        Frucht        beschickt     wurde. Die     Arbeitsweise    als     solche    ist ins  besondere aus der     Rübenzuckerfabrikation     bekannt.  



  Man kann auch     während    der     alkoholischen          Gärung    dem Gärgut     getrocknete    Frucht     zu-          setzen,    die während der     Gärung        Früchte-          zueker    an     das        Gärgut    abgibt, 'der zu Alkohol  vergoren wird.  



  Man kann ferner nach einer andern     Aus-          führungsform    gemäss der     Erfindung    einem    mindestens     teilweise        vergorenen    alkoholischen       (iärgut,    z.

   B. einem Fruchtwein, getrocknete  Frucht     zusetzen,    wobei     Früchtezucker    aus  der Frucht durch das wässerige alkoholische       Gärgut        ausgelaugt    wird: die Flüssigkeit, die  in     dieser    Weise mit Fruchtzucker angerei  chert ist,     wird    man dann einer neuerlichen       alkoholischen        Gärung,    die eine     Umgärung     mit     Reinzuchthefen    sein kann, unterwerfen.

    Die     Auslaugung    mit Hilfe     eines        teilweise          vergorenen    alkoholischen     Gärgutes    kann auch  nach dem Diffusionsverfahren in     Gegenstrom          erfolgen.     



  In allen Fällen wird die     Anreicherung     des     Gärgutes    mit     Früchtezucker    erfindungs  gemäss so weit     durchgeführt,    dass     nach    be  endeter     alkoholischer        Gärung        das        Gärgut          unmittelbar,    also ohne     Entzug        eines        Anteils          Wasser,    einen     Alkoholgehalt        aufweist,

      der  zugleich     beiden    angegebenen Bedingungen  entspricht, nämlich     dass    er höher ist, als er  beim     'Nrergärungsprodukt    des aus den     un-          getrockneten        Frächten    gewinnbaren     Press-          saftes    wäre und so hoch, dass nach durch  geführter     Essiggärung    ein     hochprozentiger          Essig        erhalten        wird,

      der mehr     als    5     Gewichts-          prozent        Essigsäure        enthält.        Die        Essigsäure-          gärung    kann nach allen üblichen     Methoden,          insbesondere    auch nach dem     Schnellessig-          verfahren,        bewirkt    werden.  



  Das     Verfahren        gemäss        dex    Erfindung  weist,     wie        Versuche        ergaben,    mannigfache       Vorteile    auf, die     zum        Teil        schon    bei der alko  holischen     Gärung,    vor allem aber bei der       Essiggärung    von     wesentlicher    Bedeutung  sind.

   Zufolge     des    verhältnismässig hohen     Ge-          haltes    der     der    alkoholischen Gärung zu     unter-          werfenden        Flüssigkeit    oder     Xaische    an     ver-          gärbaren    Stoffen kann zum     Beispiel    die     alko-          holische    Gärung leicht     überwacht        werden.     Ferner sind, wie sich zeigte,

   alle     Bedingun-          gen    für eine reichliche     Veresterung    gegeben,  welche zu einer     besonders        guten        Aromabil-          dung    führt.

   Die     Durchführung    der     Essig-          gärung        mit    einem     Gärgut,        das        einen        höheren,     zweckmässig erheblich     höheren    Alkoholgehalt  aufweist, als einer     F.geäurekonzentration     von 5     Gewichtsprozent        im        Endprodukt    ent-      spricht, vermindert die     Betriebsschwierigkei-          ten    und     Qualitätsverschlechterungen,

      die bei  der     Verarbeitung        niedrigprozentiger    alkoholi  scher     Fruchtweine    zufolge von Infektionen,  insbesondere durch     Schleimbakterien,    die       sich    in wenig Alkohol     und.    Essigsäure ent  haltendem Gut leicht     entwickeln,    auftreten.

         Überdies    lassen sieh nachdem Verfahrender  Erfindung höhere Ausbeuten an Essigsäure,  auf den Alkoholgehalt bezogen, erzielen, in  dem     Überoxydationsvorgänge    viel     leiohter     hintangehalten werden können.     Die    Gefahr  der Verschleimung und Überoxydation ist  bekanntlich um so     .geringer,    je alkoholreicher  das auf     Essig    zu verarbeitende Gut ist. Man  kann nach dem Verfahren gemäss     der    Er  findung, zumeist     infolge    einer reichen Ver  eiterung,     Essige    von besonders aromatischem  Charakter erhalten.

   Das Verfahren gemäss  der Erfindung lässt sich einfach und leicht  durchführen und es lassen sich :darnach  hochprozentige, haltbare     Fruchtessige    von       ausgezeichneter    Beschaffenheit erzielen.  



       Ausführungsbeispiele:     1. Getrocknete Birnen mit einem mitt  leren Zuckergehalt von 30     Gewichtsprozent     werden     zerkleinert,    in eine Diffusionsbat  terie, wie sie bei der     Rübenzuckergewinnung     aus     Rübenschnitzeln    gebräuchlich ist, ge  bracht und im Gegenstromprinzip ausgelaugt,  bis ein Zuckergehalt des     Diffusionssaftes    von  24     Gewichtsprozent    festgestellt wird.

   Hier  auf wird der gewonnene Diffusionssaft nach  allfälliger Filtration der alkoholischen -Gä  rung und die erhaltene alkoholische Flüssig  keit nach allfälliger abermaliger     Schönung     oder Filtration nach einiger Lagerzeit der       Essigsäuregärung    auf einem Rundpump  bildner     unterworfen.,    wobei schliesslich ein  Essig     mit    etwa 10 Gewichtsprozent Essig  säuregehalt erhalten     wird.     



  2. Ein     Obstwein    mit 5     Volumenprozent     Alkoholgehalt (entsprechend einem ursprüng  lichen Gehalt an     Früchtezucker    von     etwa    10       Gewichtsprozent)        wird    mit so vielgetrockne  ten, zerkleinerten Birnen, deren     Presssaft    vor  der     Trocknung        einen        Fruchtzuckergehalt    von    etwa 11     Gewichtsprozent    aufwies und die  nach der Trocknung einen Gehalt an Früchte  zucker von     etwa    30 Gewichtsprozent besit  zen, zusammengebracht,

   bis der Gehalt an       Früchtezucker    auf 12 Gewichtsprozent       Früchtezucker    angestiegen     ist.        Diese    zucker  haltige Maische wird einer alkoholischen  Gärung unterworfen., so dass hierbei ein Ge  samtalkoholgehalt von 11     Volumenprozent     erzielt     wird.    Die     vergarene    Maische wird  dann auf einer Presse von den     festen    Be  standteilen .getrennt, die Flüssigkeit     geschönt,

            filtriert    und     sodann    allenfalls nach einer  mehrmonatigen     Lagerzeit    der     Versäuerung     zu     Essig    auf einem     Schnellessigbildner    in an  sich bekannter Weise     zugeführt,    wobei ein       Essig    mit 9 Gewichtsprozent Gehalt an Es  sigsäure erhalten     wird.     



  Es ist bekannt, bei der     Herstellung        von          Rosinenessig    durch wiederholtes Ausziehen  der Rosinen mit Wasser, Vergärung des Ge  misches     dieser    Auszüge zu Rosinenwein und  Weiterverarbeitung dieses Weines zu Essig,  zu Essigen von     etwa    7 bis 7,5 Gewichts  prozent     Essigsäurekonzentration    zu     gelangen;

       die     vereinigten    Auszüge     weisen    dabei aber  nach der     Vergärung    einen Alkoholgehalt auf,  der nicht höher ist als derjenige des vergore  nen     Presssaftes    aus den     ungetrockneten    Bee  ren.

   Ferner hat im Schrifttum ein Verfah  ren zur Gewinnung von     sogena,nntem    Abfall  essig Erwähnung gefunden, das darin beste  hen soll, vom Feuchtigkeitsgehalt befreite       (getrocknete)    Apfelschalen,     -kerngehäuse    und       allenfalls    auch zerkleinerte getrocknete  Äpfel mit kaltem Wasser kontinuierlich oder  periodisch so lange     auszulaugen,    bis prak  tisch alle wasserlöslichen     Substanzen    aus dem  Gut entfernt sind. Dabei wurde es als mög  lich bezeichnet, einen Abfallessig mit hohem  Säuregehalt zu gewinnen, da man das     Ver-          bäRnis    von Apfelabfällen zu Wasser beliebig  ändern könne.

   Dies ist jedoch     praktisch        nicht     der Fall, da man bei der     Gewinnung    zucker  reicher Auszüge durch Auslaugen sehr hohe       Ausbeuteverluste    in Kauf nehmen     müsste.     Tatsächlich hat man denn auch beider Her  stellung von     Abfallessig    allgemein nur auf           Säuregehalte    hingearbeitet, die jenen der üb  lichen     Cideressige,    die aus gut     ausgereiften     Früchten gewonnen werden, etwa gleich     sind.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Essig aus Früchten durch alkoholische Gärung und Essiggärung, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens teilweise getrocknete Frucht wenigstens teilweise mit Hilfe eines Gärgutes ausgelaugt wird, so dass Früchtezucker der getrockneten Frucht in das Gärgut übergeht und das Gärgut in dieser Weise mit Früchte zucker soweit angereichert wird, dass es un mittelbar,
    das heisst ohne Entzug eines An teils Wasser, nach beendeter alkoholischer Gärung einen Alkoholgehalt aufweist, der höher ist, als er beim Vergärungsprodukt des aus den urigetrockneten Früchten gewinn- baren Presssaftes wäre, und so hoch ist, dass nach durchgeführter Essiggärung ein hoch prozentiger Essig erhalten wird, der mehr als 5 Gewichtsprozente Essigsäure enthält. <B>UNTERANSPRÜCHE:</B> 1.
    Verfahren gemäss dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Anrei cherung des Gärgutes mit Früchtezucker aus getrockneter Frucht so hoch bemessen wird, dass nach durchgeführter alkoholi scher Gärung und Essiggärung ein Essig erhalten wird, der mindestens 8 Ge wichtsprozente Essigsäure enthält. 2.
    Verfahren gemäss dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens teilweise getrocknetes Nernobst das Aus- gangsmaterial bildet. 3. Verfahren nach dem Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass getrocknete Frucht mit einem unvergorenen Gärgut ausgelaugt wird.
    4. Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeich- net, dass die .getrocknete Frucht nach dem Diffusionsverfahren im Gegenstrom aus- gelaugt wird. 5.
    Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass einem Gärgut im Zuge der alkoholischen Gärung ge trocknete Frucht zugesetzt wird. 6. Verfahren nach dem Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass man getrock nete Frucht mit einem mindestens teil weise vergorenen alkoholischen Gärgut auslaugt und das so erhaltene Produkt einer alkoholischen Gärung unterwirft. 7.
    Verfahren nach dem Patentanspruch und Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man die getrocknete Frucht mit dem mindestens teilweise vergorenen alkoho lischen Gärgut nach dem Diffusionsver fahren im Gegenstrom auslaugt.
CH200359D 1936-06-20 1937-05-10 Verfahren zur Herstellung von Essig aus Früchten. CH200359A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US5654376A (en) * 1993-12-16 1997-08-05 International Business Machines Corporation Polymeric dyes for antireflective coatings

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US5654376A (en) * 1993-12-16 1997-08-05 International Business Machines Corporation Polymeric dyes for antireflective coatings

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