CH200847A - Verfahren zur Herstellung von wässrigen Lösungen nicht oder ungenügend wasserlöslicher organischer Stoffe. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von wässrigen Lösungen nicht oder ungenügend wasserlöslicher organischer Stoffe.

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CH200847A
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Aktiengesellschaf Hydrierwerke
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Deutsche Hydrierwerke Ag
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  Verfahren zur Herstellung von     wässrigen    Lösungen nicht oder ungenügend  wasserlöslicher organischer     Stoffe.       Gegenstand der Erfindung ist ein Ver  fahren zur Herstellung von     wäss:rigen    Lösun  gen nicht oder ungenügend wasserlöslicher  organischer Stoffe, das dadurch ausgezeich  net ist, dass man den organischen Stoff in  Gegenwart mindestens einer     Fettsäureverbin-          dung    mit einem     Fettsäurerest    von höchstens  12     Kohlenstoffatomen    im     INIolekül    zur Lö  sung bringt.  



  Es ist bekannt, im Wasser nicht lösliche  oder nicht genügend lösliche organische  Stoffe, wie Desinfektionsmittel,     Schädlings-          bekämpfungsmittel    usw., wie z. B.     Phenole,          Phenolhomologe    und deren     Substitutions-          produkte,    ätherische Öle, Menthol, Kampfer,  organische Basen, wie Nikotin,     Pyridin,        Chi-          nolin        und    dergleichen, dadurch wasserlös  lich zu machen, dass man sie in Gegenwart  von Seifen zur Lösung bringt. Als geeignet  für diesen Zweck gelten z.

   B. die Seifen aus       Olein,    Rizinusöl oder aus stärker ungesättig-         ten    Fetten, sowie auch seifenartige Substan  zen,. wie z. B.     Türkischrotöl.     



  Die bei der Verwendung derartige Seifen  enthaltender Präparate gemachten Erfahrun  gen haben ergeben, dass der Seifengehalt für  die Wirksamkeit des     Gesamtpräparates    nicht  gleichgültig ist. Der Seifenzusatz bewirkt  nämlich bei Anwendung geringerer Mengen  eine Wirkungssteigerung, wogegen höhere  Seifenzusätze in der Regel eine erhebliche  Herabsetzung     ges    Wirkungswertes verursa  chen.  



  Die vorliegende Erfindung beruht     nun     auf der bisher unbekannt gebliebenen Tat  sache, dass diese     Wirkungsbeeinflussung    im  wesentlichen Ausmass von dem Molekular  gewicht der der Seife     bezw.    den seifenartig  wirkenden Substanzen     zugrundeliegenden     Fettsäure abhängig ist.

   So wurde überra  schenderweise gefunden, dass     beispielsweise     der     Desinfektionswert    eines     Phenolgemisches,         der durch eine bestimmte     Seifenzugabe        in     Form einer     Oleinkaliseife    praktisch vernich  tet wird, fast keine Beeinträchtigung erlei  det, wenn man an Stelle der     Oleinkaliseife    die  gleiche Menge einer aus     niedrigmolekularen          Fettsäuren    gewonnenen Seife     verwendet.     



  Es haben sich für die vorliegenden  Zwecke vor allem die Seifen aus solchen       Fettsäuren    bewährt, deren     Kohlenstoffatom-          zahl    12 nicht     übersteigt.    Besonders zu bevor  zugen sind     dabei    Fettsäuren mit einer     Koh-          lenstoffatomzahl    von 6 bis 10     Kohlenstoffato-          men.    Man ist bei diesem Verfahren nicht aus  schliesslich auf die     fettsauren    Salze be  schränkt, sondern kann auch     geeignete    Kon  densationsprodukte der Fettsäuren mit orga  nischen     Resten    verwenden,

   die     ihrerseits     wasserlöslich machende Gruppen enthalten.       Beispielsweise    sind für diese Zwecke ver  wendbar aber auch     Fettsäureester    und     Fett-          säureamide,    die in der Ester-     bezw.        Amid-          gruppe    einen wasserlöslichen Rest, insbeson  dere     einen    Schwefelsäure- oder     Sulfonsäure-          rest        enthalten.    Ferner kann man     Fettsäure-          ester    mehrwertiger Alkohole verwenden,

   in  denen eine     Hydrogylgruppe    des mehrwerti  gen     Alkoholrestes    mit Schwefelsäure     ver-          estert    oder durch die     S03H-Gruppe    ersetzt  ist.

   Auch in diesen Fällen vermindert sich die  Desinfektionskraft der     Präparate    in dem       Masse,    wie die Kettenlänge des     Alkylrestes          bezw.    das     Molekulargewicht    der     Fettsäure          ansteigt.    Im übrigen zeigen     aber    die genann  ten     Kondensationsprodukte    der     Fettsäuren    in  gleicher Weise die Eigenschaft,

       wasserun-          lösliche    Substanzen in     wässrige    Lösung     über-          zuführen.     



  Das     beschriebene    Verhalten der     Seifen     und seifenartigen Derivate     niedrigmoleku-          larer        Fettsäuren    mit höchstens 12 Kohlen  stoffatomen im Molekül ermöglicht eine vor  teilhafte Verwendung dieser     Produkte    hei  der Herstellung von     wässrigen    Lösungen       bakterizid,        fungizid    usw.

   wirkender     Mittel     aller Art,     insbesondere    von     wässrigen        Desin-          fektionsmitteln        bezw.        Mitteln    zur     Abtlitung     schädlicher oder     krankheitserregender    Klein  lebewesen.

   Bei der Verwendung von     Seifen       höherer     Pettsäuren        ist    es     zumeist    nicht mög  lich, den Zusatz der     Seife    oder des     Seifen-          mittels    auf die im Hinblick auf den Desin  fektionswert optimalen Mengen zu     beschrän-          ken,    da     dieser    Zusatz in der Regel nicht  genügt,

   um     Klarlöslichkeit        bei    allen     Verdün-          nungen    oder die     Klarhaltung        bezw.        Bestän-          digkeit    der Verdünnungen beim     Stehen    und  Lagern zu     gewährleisten.    Bei     Verwendung     der niederen     Fettsäuren    kann     dagegen    der  Zusatz weitgehend     gesteigert    werden, ohne  dass sich die     Desinfektionswirkung    nennens  wert verringert.

       Ferner    können Kombinatio  nen von     Desinfektionsmitteln    mit höher       molekularen        Seifenmitteln,    z. B. Seifen  mitteln auf     Olsäurebasie,    welche eine zur  Klarhaltung     unzureichende    Menge dieser       Mittel        enthalten,

          weiterhin    Seife     bezw.        Kon-          densationsprodukte        aus    niederen     Fettsäuren     in solchem     Umfange        zugesetzt        werden,    dass  sich die Kombination     nunmehr    auch     bei    be  liebiger Verdünnung nicht mehr entmischt.

    Es ist also die     Mitverwendung    solcher Fett  säureseifen oder seifenähnlicher     Fettsäure-          derivate        vorteilhaft,    die als Fettgrundlage  höhere     Fettsäuren    enthalten, wobei jedoch  diese     Komponenten        zweckmässig    nur in sol  chem     Ausmasse        zugegen    sein sollen,     dass    sie  allein nicht genügen würden,

   um das     Gesamt-          produkt    mit     beliebigen        Wassermengen        ver-          dünnbar    zu     gestalten.            Beispiel   <I>1:

  </I>  6,2 Teile eines     Phenolgemisches,        be-          stehend    aus 1,8 Teilen     p-Chlor-m-kresal,    1,8  Teilen     Chlorsylenol,    1,0 Teilen     Chlorthymol          und    1,6 Teilen     Chlorearvacrol        werden        in     95,8 Teile einer     wässrigen    Lösung gegeben,  welche eine solche Menge an     Caprylsäure-          kaliseife    enthält, dass das     Gesamtprodukt     einen Gehalt von     13,

  5%        Caprylsäure    auf  weist.  



  Diese     Stammlösung        wurde    im Verhält  nis 1: 100 und 1     :2Q0    mit Wasser verdünnt  und ergab bei     einer        Einwirkungszeit    von       1/2    Min.

   bei     beiden    Verdünnungen vollkom  mene     Abtötung    von     Staphylokokken        wie     auch     Coli-Bakterien.    Wurde     in    obigem Prä-      parat die     Caprylsäurekaliseife    durch gleiche  Teile     Oleinkaliseife    ersetzt,<B>so</B> ergaben die  gleichen     Verdünnungen    auch bei 5 Min. wäh  render Einwirkung noch keine völlige Ab  tötung.

   Selbst nach     Verringerung    der     Olein-          Seifenzugabe    auf 5 %     Olsäuregehalt    (auf die  Stammlösung berechnet) ergaben Verdün  nungen von 1 : 100 und 1 :200     gegenüber          Staphylokokken    und     Coli-Bakterien    nach       1%-1    Min. noch keine völlige     Abtötung.     



  Ähnliche     Resultate    werden erhalten,  wenn an     Stelle    der     Caprylsäureseife    die Al  kalisalze der     Undecylensäure,        Capron-,        Ca-          prin-    oder     Caprylsäure        bezw.    Gemische der  selben     verwendet    werden.  



  <I>Beispiel 2:</I>  2,5 Teile     p-Chlor-m-kresol,    1,1 Teile       Chlorxylenol    und 2,7 Teile     Chlorcarvacrol     werden zusammen mit 30,7 Teilen mono  caproylglycerinschwefelsaurem     Natrium    in  10 Teilen Spiritus und 53,1 Teilen     dest.     Wasser gelöst.  



  Diese Stammlösung wirkt nach Verdün  nung mit Wasser im Verhältnis 1 :200 in       i/2    Min. völlig     abtötend    auf     Staphylokokken     und     Coli-Bakterien.Wurde    das     monocaproyl-          glycerinschwefelsaure        Natrium    durch die  gleiche Menge     monopadmitoylglycerinschwe-          saures    Natrium ersetzt, so     erfolgte    unter glei  chen Verhältnissen keine völlige     Abtötung.     



  An Stelle des     monocaproylglycerinschwe-          felsauren    Natriums sind auch der     Capryl-          säureester    des     isäthionsauren    Natriums., so  wie ähnlich konstituierte     Seifenmittel    ver  wendbar.  



  <I>Beispiel 3:</I>  Ein     Phenolgemisch,        bestehend    aus  1,8 Teilen     p-Chlor-m-Kresol,1,8    Teilen     Chlor-          xylenol,    1,0 Teilen     Chlorthymol    und 1,6 Tei  len     Chlorcarvacrol    wird in 93,8 Teilen     einer          wässrigen    Seifenlösung gegeben, deren Seifen  gehalt auf     Fette    berechnet 12 % beträgt und  zu deren Herstellung als     Fettsäurebasis    tech  nische     Caprylsäure    und     Olein    im Verhält  nis 2 : 1 verwendet wurden.

   Die Lösung er  gab nach Verdünnung mit Wasser im Ver  hältnis 1 : 200 nach einer Minute völlige Ab-         tötung    der     Staphyloliokken    und     Coli-Bakte-          rien.    Bei     Verwendung    von Seife, die nur       mittels        Olein    hergestellt war, tritt unter  gleichen     Verhältnissen    keine     Abtötung    ein.

         Wie        Oleinseife    ergeben auch andere Fett  säureseifen, wie     ri.cinols@aures    Alkali usw. in  Verbindung mit Seifen aus     niedrigen    Fett  säuren ähnliche Resultate.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von wässrigen Lösungen nicht oder ungenügend wasserlös licher organischer Stoffe, dadurch gekenn zeichnet, dass man den organischen Stoff in Gegenwart mindestens einer Fettsäureverbin- dung mit einem Fettsäurerest von höchstens 12 Kohlenstoffatomen im Molekül zur Lö sung bringt. UNTERANSPRÜCHE: 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass neben einer Fett- säureverbindung mit einem Fettsäurerest von höchstens 12 Kohlenstoffatomen im Molekül mindestens eine Fettsäurever- bindung mit einem Fettsäurerest von mehr als 12 Kohlenstoffatomen im Mo lekül vorhanden ist, wobei die Menge der letztgenannten Verbindung für sich allein nicht genügt,
    um den organischen Stoff bei jeder iVerdünnung in homo gener wässriger Lösung zu halten. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein fettsaures Salz verwendet wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass' ein Kondensations produkt einer Fettsäure mit einem orga nischen Rest verwendet wird, der seiner seits eine wasserlöslichmachende Gruppe enthält.
    4 Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fettsäureester verwendet wird, der in der Estergruppe eine wasserlöslichmachende Gruppe ent hält. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fettsäureamid verwendet wird, das in der Amidgruppe eine wasserlöslichmachende Gruppe ent hält. 6.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadureh gekennzeichnet, dass ein Fettsäureester eines mehrwertigen Alkohols verwendet wird, in dem eine Hydroxylgruppe mit Schwefelsäure verestert ist. 7. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fettsäureester eines mehrwertigen Alkohols verwendet. wird, in dem eine Hydroxylgruppe durch die SO;H-Gruppe ersetzt ist. B.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Caprylsäureseife verwendet wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Undecylensäureseife verwendet wird. 10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass Capronsäureseife verwendet wird. 11. Verfahren nach Patentar pruch, dadurch gekennzeichnet, dass Caprinsäureseife verwendet wird. 12.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass monocaproylglyoe- rinschwefelsaures Natrium verwendet wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Capryleäureester des isäthionsauren Natriums verwendet wird.
CH200847D 1936-06-20 1937-06-18 Verfahren zur Herstellung von wässrigen Lösungen nicht oder ungenügend wasserlöslicher organischer Stoffe. CH200847A (de)

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