CH202241A - Verfahren zur Herstellung von Kalkstickstoff. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Kalkstickstoff.Info
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01C—AMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
- C01C3/00—Cyanogen; Compounds thereof
- C01C3/16—Cyanamide; Salts thereof
- C01C3/18—Calcium cyanamide
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Description
Verfahren zur Herstellung von Kalkstiehstoff. Der Einfluss der Verdünnung auf den Reaktionsverlauf bei der Herstellung von Kalkstickstoff ist bekannt und beschrieben, beispielsweise in den. .Schweizer Patenten Nr. 102141 und 1,844471. Bei allen, bekann- ten Verfahren wird das:
zu azotierende Kar bid mit einem inerten Verdünnungsmittel, vorzug>#.veise mit fertigem KalksticAtoff, vermischt und diese Mischung in den Azo- tierofen eingetragen,
oder wenn Karbid und Verdünnungsmittel voneinander getrennt in .den Ofen kommen, wird die Mischung der beiden Komponenten direkt am Ofeneingang vorgenommen. Das Verdünnungsmittel wird meistens in -kaltem Zustand zu .dem Karbid zugegeben.
Zweck .der V Verdünnung ist eine meclia- nisehe Trennung der Karbidteilchen von einander, um ,
deren Zusammenbacken bei hohen und höchsten Reaktionstemperaturen zu verhindern und umdauernd eine genü gende Abkühlung des Karbides bei diesen Temperaturen zu erreichen. Das zugegebene Verdünnungsmittel soll d@urch Absorption von Wärme die Üibersehreitimg der Höchst- temperatur verhindern.
Diese Kühlung durch das Verdünrnungsmittel an den Stellen höeh- ster Temperatur ist jedoch gering. Denn da .das Verdünnungsmittel immer dieselbe Tem peratur :
hat wie das reagierende Karbid, kann es Wärme nur in dem Masse aufnehmen, in dem e' sich weiter erhitzt. An den Stellen lebhafter Reaktion kann nun schon eine nur geringe Temperatursteigerung von wenigen Graden die Masse
zum Zusammensintern bringen. Bei dieser .geringen Temperatur- spanne vermag das Verdünnungsmittel aber nur eine g.aringe Wärmemenge aufzunehmen, während tlie Reaktion, bezw. die freiwerdende Wärme, bei hohen Temperaturen sich ausser ordentlich schnell steigert. Dadurch .isst also ,da,
wo die @Stezgerimg der Wärmeentnvi:ck- l.ung amgrössten ist, die Kühlung durch das Verdünnungsmittel relativ am geringsten,.
Anders ,dagegen liegen die Verliältnisse an der Eingangsseite des Ofens. Auch bei Verwendung heissen Verdünnungsmaterials. ist die Eingangstemperatur immer entsprechend der zugegebenen Karbidmen.ge wesentlich niedriger als die Höchsttemperatur in der Ofenmitte. Das verdünnte Karbid muss also eine Temperaturzone
von mehreren hundert Grad durchlaufen, um auf volle Reaktions- gescliwindiomkeit zu kommen, und dabei auch das Verdünnung:amateizal aufheizen.
Karbid und Verdünnungsmittel verbrauchen solange Wü.rme, bis die mit der Temperatur steigende Reaktionswärmi.e .des Karbides ausreielit, die Temperatur :
der Mischung entsprechend der Durchsatzgeszliwindigkeit Lind dem Tempe raturanstieg zu steigern. Es ist einleuchtend, dass ein reines Karbid leichter in Reaktion kommt als ein verdünntes Karbid. Das Ver dünnungsmittel verzögert also den Eintritt rler Reaktion.
Für die Praiis ist es aber erwiinsclit. ohne ausserhalb .des Ofens angebrachte, um ständliche, variable Heiz- oder Külilma.ss.riali- men, vor allem ohne fremde: Wärmezufuhr, den Ofenbetrieb aufrecht zu erhalten und le diglich. durch Variation der im Innern des Ofens stattfindenden Vorgänge die Reaktion zu leiten.
Diese Aufgabe ist durch die Ver fahren der oben genannten Schweizer Patente gelöst, :doch nur für Karbid von bestimmter Körnung. Bei Versuchen, dieses Verfahren zur Verarbeitung grösserer Staubmengen z u benutzen, haben sich die oben angeführten Schwierigkeiten herausgestellt.
Es hat sieh n,un.gezeigt, dass ganz .andere Reaktionsbedingungen vorliegen, wenn ,da,s Verdünnungsmittel erst dort zu dem Karbid gegeben wird, wo ,die Reaktion schon ,so weit fortgeschritten ist, dass sie übersch,iissige Wärme entwickelt. Das Karbid, welches die üblichen Katalysatoren enthalten kann,
tritt bei diesem Verfahren unverdünnt in den Ofen ein und wird von der Reakti.onszono her durch. strahlende Wärme aufgeheizt. Erst wenn .die Reaktion übersehüs sige '@Värme er zeugt und .die Temperatur schnell anzustei gen droht, wird das Verdünnungsmittel zu-
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gegeben.
<SEP> M <SEP> a.n <SEP> hat <SEP> es <SEP> .dabei <SEP> in <SEP> ,der <SEP> 1-fand,
<tb> Teniperatur <SEP> und <SEP> Menge <SEP> des <SEP> Verdünnungs mittels <SEP> so <SEP> zu <SEP> bemessen, <SEP> dass <SEP> Verdünnungs grad <SEP> und <SEP> \V:irrneentzug <SEP> der <SEP> jeweiligen <SEP> -Real-,
<tb> tions@b@oschwindi,gkeit <SEP> anbepass.t <SEP> sind.
<tb>
Gegenstand <SEP> der <SEP> Erfindung <SEP> ist <SEP> also <SEP> ein
<tb> Verfahren <SEP> zur <SEP> .kontinuierlichen <SEP> Herstellung
<tb> von <SEP> Kalkstickstoff <SEP> durch <SEP> Azoticrung <SEP> von
<tb> Calciuinl;arbirl <SEP> in <SEP> Gegenwart <SEP> von <SEP> Verdün nungsmitteln <SEP> und <SEP> unter <SEP> dauernder <SEP> Bewegung
<tb> des <SEP> Reaktionsgutes, <SEP> dadurch <SEP> gekennzeichnet,
<tb> dass <SEP> das <SEP> .Verdünnungsmittel <SEP> zu <SEP> dem <SEP> gemahle nen <SEP> Karbid <SEP> erst <SEP> dann <SEP> zud <SEP> geixn <SEP> wird, <SEP> wenn
<tb> das <SEP> Karbid <SEP> sich <SEP> schon <SEP> in <SEP> lebhafter <SEP> Reaktion
<tb> befindet, <SEP> und <SEP> -dass <SEP> Menge <SEP> und <SEP> Temperatur
<tb> des <SEP> Verdünnungsmittels <SEP> dem <SEP> -,lnstieg <SEP> der
<tb> Reaktionsgeselnvindibkeit <SEP> dadurch <SEP> angepasst
<tb> werden,
<SEP> da.ss <SEP> man <SEP> um <SEP> :so <SEP> mehr <SEP> Verdünnungs mittel <SEP> zugibt <SEP> und <SEP> die <SEP> Temperatur <SEP> des <SEP> Ver dünnungsmittels <SEP> um <SEP> so <SEP> niedriger <SEP> wählt, <SEP> je
<tb> stärker <SEP> der <SEP> Anstieg <SEP> der <SEP> Real#.tionsgeschwin di.gkeit <SEP> ist.
<tb>
Die <SEP> Zugabe <SEP> des <SEP> Verdiinnungsmittel" <SEP> kann
<tb> von <SEP> der <SEP> Eingangs- <SEP> oder <SEP> Ausgangsseite <SEP> her
<tb> erfolgen, <SEP> zweckmässig <SEP> von <SEP> beiden <SEP> Seiten
<tb> <B>gleichzeitig.</B> <SEP> Das <SEP> IlinelnSClil.eudern <SEP> des <SEP> Ver dünnunhsmittels <SEP> in <SEP> die <SEP> Reaktionszone <SEP> erfolgt
<tb> am <SEP> besten <SEP> durch <SEP> Förderung <SEP> mit <SEP> dem <SEP> zur
<tb> Realaioii <SEP> benötigten <SEP> Stieil;s@toff <SEP> nach <SEP> Art <SEP> .der
<tb> normalen <SEP> pneu <SEP> mati;sclien <SEP> Fördermethoden.
<tb> Die <SEP> Reichweite <SEP> des <SEP> Verdiinnungsmittels <SEP> wird
<tb> durch <SEP> den <SEP> Drucl:
<SEP> des <SEP> Förderstrohs <SEP> toffes <SEP> und
<tb> die <SEP> Rielitung <SEP> des <SEP> in <SEP> den <SEP> Ofen <SEP> ragenden <SEP> Endes
<tb> der <SEP> Förderleitung <SEP> bestimmt. <SEP> Wird <SEP> für <SEP> die
<tb> Az.otierunb <SEP> ein <SEP> I.mbid <SEP> verwandt, <SEP> das <SEP> auch
<tb> gröi.iero <SEP> p,estandteile <SEP> enthält, <SEP> so <SEP> ist <SEP> es <SEP> Zweck mällig, <SEP> das <SEP> Fertigprodukt <SEP> über <SEP> eine <SEP> Sieht laufen <SEP> zii <SEP> lassen. <SEP> und <SEP> die <SEP> Ver dri.nnung <SEP> für <SEP> Ofen <SEP> vorwiegend <SEP> mit <SEP> den <SEP> feinen
<tb> Anteilen <SEP> vorzunehmen, <SEP> weil <SEP> das <SEP> feine <SEP> Ma terial <SEP> infolge <SEP> seiner <SEP> grösseren <SEP> Oberfläche
<tb> stärker <SEP> v(yi-diinnen:d <SEP> \virkt <SEP> als <SEP> das <SEP> grobe. <SEP> Bei
<tb> ilie:
sei, <SEP> Verdünnungsweise <SEP> wird <SEP> auch <SEP> die <SEP> sonst
<tb> zur <SEP> Aushil.dung <SEP> einer <SEP> sogenannten <SEP> Tempera tür.@pit.zc#, <SEP> neigende <SEP> Hauptazotierungszone <SEP> in
<tb> die <SEP> L:inge <SEP> gezogen. <SEP> und <SEP> damit <SEP> die <SEP> Haupt real;t.ion. <SEP> über <SEP> einen, <SEP> ,grösseren <SEP> Raum <SEP> verteilt.
<tb> Es <SEP> ist. <SEP> so <SEP> möglich, <SEP> die <SEP> Ofentypen <SEP> länger <SEP> zu bauen als nach. den alten Verfahren und da durch .grössere Leistungen pro Ofeneinheit zu erzielen.
Bei dieser Azotierungsart ist man unab hängig von :der Mahlfeinheit des Karbides, denn derselbe Temperaturanstieg, ,der bei den Verfahren gemäss ,den:
beiden oben genannten Schweizer Patenten .durch geeignete Wahl der Körnung infolge -der mit wachsender Korngrössie verzögerten Reaktionsges,chwin- digkeit erzielt wird,
wind bei dem. neuen Verfahren durch einen der jeweiligen Reak- tionsigeschwindigkeit angepassten Verdün nungsgrad erreicht. Durch die Variations möglichkeit der Menge des:
Verdünnungs- mittels ist man in der Lage, den Ofengang weit schneller beeinflussen zu können, als durch Variieren der .Stickstoffmenge. Die Stickstoffmenge kann nach dem neuen Ver fahren konstant gehalten werden, wäh rend sie bei ,den bekannten Verfahren. den Gang des Ofens mitbestimmt.
Der wesentliche Unterschied zwischen ,den Verfahren der beiden üben, erwähnten Sehweizer Patenten und dem neuen Verfahren liegt darin,
.dass die Regelung der bekannten Verfahren auch mit Hilfe chemischer Mass- nahmen durchgeführt wird (geeignete Kör- nun C und angepasste Stickstoffzufuhr),
wäh rend bei dem neuen Verfahren die rein me- chanische Massnahme einer der jeweiligen Azotiergeschwindigkeit angepassten Verdün nung allein ausschlaggebend ist.
Die Vorteile des neuen Verfahrens be- stehen in der Verwendungsmöglichkeit von Karbid in beliebiger Mahlfeinheit, in der schnellen Beeinflussung des Ofenganges und der dadurch erleichterten Ofenführung und in einerSteigerung .der Ofenleistung.
Man :kann die Umsetzung .zweckmässig in einem Dmehrohrofen bei Temperaturen, wie sie in der Schweizer Patentschrift Nr. 16.2141 angegeben sind, durchführen. Ausser staub- förmigem Karbid kann auch gekörntes Kar bid der Korngrösse von ungefähr 0;
3 mm bis etwa 4 mm verwendet werden, entweder allein oder im Gemisch mit staubförmigem Karbid. Als indifferentes Verdünnungsmittel können Materialien verwendet werden, die bei den Reaktionsbedingungen nicht mit dem Stick stoff und dem Karbid .sowie dem Endprodukt reagieren, beispielsweise Kalkstickstoff,
fer ner Kalk oder Magnesiumogyd.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur kontinuierlichen Herstel lung von galksticltoff durch Azotierung von Calciumkarbid in Gegenwart von Ver- dünnungsmitteln und unter dauernder Be wegung des R & e@ons@gutes, dadurch ,gekenn.- zeichn:et, dass ;das Verdünnungsmittel zu dem gemahlenen Karbid erst :dann zugegeben wird, wenn ,das Karbid sich schon in lebhaf ter Reaktion befindet, und dass Menge und Temperatur des Verdünnungsmittels dem Anstieg der Reaktionsgeschwindigkeit da durch angepasst werden, dass man um so mehr Verdünnungsmittel zugibt und,die Tempera tur des Verdünnungsmittels um so niedriger wählt, je stärker der Anstieg der Reaktions- geschwindigkeit ist.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE202241X | 1936-10-02 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH202241A true CH202241A (de) | 1939-01-15 |
Family
ID=5770511
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH202241D CH202241A (de) | 1936-10-02 | 1937-10-02 | Verfahren zur Herstellung von Kalkstickstoff. |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| BE (1) | BE423896A (de) |
| CH (1) | CH202241A (de) |
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0
- BE BE423896D patent/BE423896A/xx unknown
-
1937
- 1937-10-02 CH CH202241D patent/CH202241A/de unknown
Also Published As
| Publication number | Publication date |
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| BE423896A (de) |
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