Schalteinrichtung zur Bedienung eines Röntgenapparates. Die Einstellung von Röntgenapparaten, insbesondere für Diagnostikzwecke, wird bis her in der Regel derart vollzogen, dass die einzelnen Faktoren der Aufnahme, wie Ar beitsplatz, Ventilheizung, Strom, Spannung, Instrumentenempfindlichkeit,Aufnahmedauer usw. einzeln eingestellt werden. Sodann wird durch den Hauptschalter die Röntgenröhre in Tätigkeit gesetzt.
Schalteinrichtungen für diese Art der Einstellung besitzen die Gefahr einer grossen Anzahl von Irrtümern bezw. Fehleinstellun gen; sie erfordern ferner sehr geübtes Bedie nungspersonal. Trotz des Vorhandenseins solchen Personals kann es aber vorkommen, dass entweder die günstigsten Betriebsbedin- gungen nicht eingehalten werden, oder - was noch weit unangenehmer ist - dass die Röhre oder der Apparat überlastet oder sogar zerstört werden. Zweck der Erfindung ist es, diese Übelstände zu vermeiden.
Die Schalteinrichtung gemäss der Erfin- dung zur Bedienung eines Röntgenapparates umfasst ein Grundgerät, das durch in Ver bindung bringen mit einem ihm angepassten zusätzlichen Steuergerät derart gesteuert wird, dass eine gleichzeitige Einstellung meh rerer Betriebsgrössen selbsttätig erfolgt, und eine Vielzahl von untereinander verschiede nen, mit dem Grundgerät leicht verbindbaren und von ihm leicht lösbaren Steuergeräten,
von denen jedes an eine Gruppe von für den zu bedienenden Röntgenapparat typischen Be- triebsbedingungen angepasst ist.
Das Grundgerät kann äusserlich nach der Art eines Schalttisches ausgebildet sein. Die Steuerung des Grundgerätes durch die Steuer geräte kann sich auf mechanischem Wege vollziehen. In diesem Fäll sind die Steuer geräte zweckmässig derart ausgebildet, dass sie Lagen oder Lagenbereiche von an dem Grundgerät vorgesehenen Verstellgliedern zur Einstellung des Röntgenröhrenstromes, der Röntgenxöhrenspannung, 4er Aufnahmedauer usw. auf mechanischem \Vege festlegen.
Bei spielsweise kann das Steuergerät so ausgebil det sein, da.ss es verschieden lange Anschläge enthält, wie etwa. ein Sehlüsselbaxt. Wird ein solches Steuergerät in einen entsprechen den Röntgenapparateingesetzt, so gestatten diese verschieden langen Anschläge, dass die Regelhebel nur bis an die von den Anschlägen begrenzten Endstellungen bewegt werden können. Durch verschieden geformte An schlagstücke können die jeweils einem Auf nahmetyp entsprechenden Einstellungen vor genommen werden, indem einfach alle Regel hebel bis zum Anschlag gestellt werden.
Z-,veckmässig @.rd bei dieser @usfixhrungsform cda,s @r@mdgerä.t mit einem Antrieb versehen. durch den die Verstellglieder des Grundge rätes selbsttätig in jene Lagen oder an die Grenzen der Lagenbereiche bewegbar sind, die von je einem Steuergerät festgelegt wer den. Der Antrieb kann etwa durch Klein motore, Elektromagnete und anderes mehr ge bildet sein. Zu dem gleichen Zweck könnte jedoch auch ein Handantrieb benutzt werden.
Jene Ausführungsform des Erfindungs gegenstandes ist jedoch vorzuziehen, bei der die Steuerung des Grundgerätes durch die Steuergeräte auf elektrischem Wege vollzogen e n wird.
Hierzu weisen beispielsweise das Grund gerät und die Steuergeräte einander entspre chende, zusammenwirkende Kontakteinrich tungen auf, wobei die Kontakteinricbtungen der Steuergeräte an in den Sieuergerä,ten untergebrachten, jeweils einer Gruppe von typischen Betriebsbedingungen angepassten Schaltungen angeschlossen sind. Die Kontakt einrichtungen der Steuergeräte können etwa jeweils verschiedene Teile von Schaltstufen besitzenden, im Grundgerät vorgesehenen Schaltelementen -- etwa. Widerständen, Dros seln, Autotransformatoren usw. - über brücken.
Bei einer andern Ausführungsform, bei der die Steuerung des Grundgerätes durch die Steuergeräte gleichfalls auf elektrischem Wege vollzogen wird, weist das Grundgerät Schaltstufen besitzende Schaltelemente<B>--</B> etwa ZViderstä_nde. Drosseln, Autotransfor- matoren usw. - auf, und die Steuergeräte besitzen mit diesen Schaltelementen zusam menwirkende Kontakteinrichtungen, die je weils an eine Gruppe von typischen Betriebs bedingungen angepasst sind.
Die Kontaktein richtungen der Steuergeräte können beispiels weise durch mehr oder minder lange 7,vTetall- schienen gebildet sein, die eine grössere oder geringere Zahl von Windungen von im Grundgerät untergebrachten Stufentransfor- rnatoren kurzschliessen und hierdurch das Grundgerät in entsprechender Weise steuern.
Es sind bereits Schalteinrichtungen zur Bedienung von Röntgenapparaten bekannt, die ebenso wie der Erfindungsgegenstand auf der Erfahrungstatsache beruhen, da.ss es bei gleichartigen Fällen der Diagnostik und The rapie darauf ankommt. die gleiche Gruppe von typischen Betriebsbedingungen herbeizufüh ren. So ist es beispielsweise bekannt, auf einer drehbaren Achse eine Reihe von Steuerschei ben vorzusehen, die radiale Fortsätze be sitzen und von denen eine jede Steuerscheibe der Einstellung einer Betriebsgrösse dient.
Die radialen Fortsätze dienen zur nocken- artigen Steuerung von Hebeln, deren Ver stellung eine entsprechende Änderung je einer Betriebsgrösse herbeiführt. Diese Schaltein richtung hat sich jedoch wegen der mit ihr verbundenen Mängel überhaupt nicht ein zuführen vermocht.
Ferner sind beispielsweise Schalteinrich tungen bekannt, bei denen durch Stecker wahlweise verschiedene in einem Schalttisch untergebrachte Schaltungen zur Wirkung ge bracht werden.
Diese Schalteinrichtungen haben den gro ssen Nachteil, dass sie dazu zwingen, die Zahl der Gruppen der herbeiführbaren Betriebsbe dingungen zu sehr herabzusetzen. Die Praxis erfordert nämlich mindestens fünfundzwanzig verschiedene Einstellkombinationen und diese Forderung ist. aus baulichen Gründen mittels der bekannten Schalteinrichtung, bei der durch Umstecken von gewöhnlichen Steckern, wahl weise verschiedene, in einem Schalttisch un- tergebrachte Schaltungen zur Wirkung ge bracht werden, praktisch nicht erfüllbar.
Es ist hierbei ferner nicht möglich. die Einstell- kombinationen, zu ergänzen, und wenn,d-er Be- riii!tzereiner solchen Schalteinrichtung etwa mit einer andern Röntgenröhre oder einem Film anderer Empfindlichkeit arbeiten will, so muss,die Schalteinrichtung abgeändert wer- den,
. Bei Aufstellung derselben an entlegenen Orten verursacht dieses sehr grosse Schwierig- keiten.
Bei Anwendung des Erfindungsgegen standes vollzieht sich die Einstellung sehr schnell, was bei starker Inanspruchnahme des Arztes oder der Schalteinrichtung oder in der Unfalldiagnostik sehr wichtig ist. Ein wei terer Vorteil ist die Eindeutigkeit der Ein stellung. Es braucht in der Regel nicht mehr an verschiedenen Knöpfen gedreht zu wer den, und es ist auch nicht erforderlich, ver schiedene Stecker, Schalter oder dergl. zu betätigen, was zu Verwechslungen Anlass geben kann, sondern durch das Einfügen eines eindeutig bezeichneten Steuergerätes an eine Stelle eines Bedienungstisches können sämtliche oder eine Zahl von Einstellungen betätigt werden.
Als wesentlicher Vorteil er gibt sich weiter, dass während des Betriebes ohne Überlegung die günstigsten Betriebsbe dingungen erzielt werden können und fehler los gearbeitet werden kann. Durch Auswech seln oder Umändern des Steuergerätes kön nen die Einstellungen den jeweils gebotenen technischen Verhältnissen und den gestellten Aufgaben angepasst werden, so dass nicht wie sonst bei der Normung eine starre Bindung an einmal geschaffene technische Verhältnisse erfolgen muss. Darüber hinaus kann aber auch die Konstruktion des Röntgenapparates selbst verändert und wesentlich vereinfacht werden, wie sich beispielsweise aus folgendem ergibt: Die Spannung an einem Röntgen apparat fällt bei wachsender Belastung.
Da nun bei der Zusammenstellung des Steuer gerätes Strom und Spannung bekannt sind, so kann der Spannungsabfall bereits bei der Dimensionierung des Steuergerätes berück sichtigt und daher ausgeglichen werden. Die Einstellung der Spannung ist daher mit sehr einfachen Mitteln zu erzielen, etwa mittels eines Widerstandes. Bei einem derartigen Aufbau kann man auch einige Mess- und Kon trollgeräte ersparen, da diese bei den bis herigen Konstruktionen hauptsächlich zur Kontrolle der Einstellung dienen.
Die Zeichnung gibt einige Ausführungs beispiele der Erfindung schematisch wieder. Fig. 1 zeigt im Längsschnitt einen Teil des Grundgerätes und ein mit ihm verbundenes Steuergerät. Fig. 2 zeigt gleichfalls im Längs schnitt eine andere Ausführungsform eines Grundgerätes und eines Steuergerätes.
In Fig. 3 ist schematisch eine zusätzliche Regeleinrichtung 15 dargestellt.
Fig. 4 veranschaulicht ein Grundgerät, das zur gleichzeitigen Aufnahme von zwei Steuergeräten geeignet ist.
Fig. 5 ist das Schaltungsschema eines Zeitschalters oder Zeitschalterwerkes, zur Herstellung von Moment-Röntgenogrammen, und in Fig. 6 sind die Charakteristiken der Ein richtung gemäss Fig. 5 veranschaulicht. Gemäss Fig. 1 befinden sich in dem Grund- gerät 1 die beiden Schaltstufen besitzenden Schaltelemente 2 und 3, etwa Widerstände.
Die Anzapfung der Schaltelemente 2, 3 sind an die Kontakteinrichtungen 4 des Grund gerätes 1 angeschlossen. Das Steuergerät 5 weist Kontakteinrichtungen 6 auf, die den Kontakteinrichtungen 4 des Grundgerätes entsprechen und mit diesen zusammenwirken. In dem Steuergerät 5 sind Schaltungen unter gebracht, die an seine Kontakteinrichtungen angeschlossen und einer Gruppe von typi schen Betriebsbedingungen angepasst sind.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind diese Schaltungen durch die Strombrücken 7, 8 und 9 gebildet, welche Teile der Schalt elemente 2 und 3 kurzschliessen. Jedes der Steuergeräte 5, die bestimmt sind, in Ver bindung mit dem Grundgerät 1 gebraucht zu werden, besitzt andere Schaltungen, die je weils an eine Gruppe von typischen Be triebsbedingungen - Betriebsbedingungen für Lunge, Schädel, Herz usw.
- ange passt sind. Besonders günstig ist es, wenn die Schalt stufen besitzenden Schaltelemente 2, 3, deren einzelnen Teile durch das Steuergerät 5 kurz geschlossen werden, nicht gleichmässig unter teilt sind, sondern in einer geometrischen Reihe, da sich hierbei die grösste Anzahl der Variationen. das heisst die feinste Untertei lung ergibt. Bei 6 Widerstandsstufen, die etwa in den Abstufungen 1, 2, 4. B. 16, 32 angeordnet sind, sind durch ein Steuergerät der geschilderten Art 64 Unterteilungen mög lich (0 bis 63).
Der Fig. 2 zur Folge ist das Grund gerät 1 mit Kontakteinrichtungen in Gestalt von Steckerbuchsen 4 versehen. Das Steuer gerät 5 weist Steckerstifte 6 auf, die mit den Steekerbuchsen 4 zusammenwirken. Das Steuergerät 5 ist. mit Schaltelementen (Wider ständen, Induktionsspulen, Kondensatoren und dergl.) versehen, deren Grösse jeweils einer Gruppe von typischen Betriebsbedin gungen angepasst ist, und zwar ist das Steuer gerät gehäuseartig ausgebildet. und die Schalt elemente sind in dasselbe eingebaut.. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird der Stromkreis 10 des Grundgerätes durch das Schaltelement 13 des Steuergerätes 5 ge schlossen.
In entsprechender Weise schliessen die Schaltelemente 14 und 15 des Steuer gerätes 5 die Stromkreise 11 und 12 des Grundgerätes 1. Die Stromkreise 10, 11, 12 werden daher durch die Schaltelemente 13, 14, 15 gesteuert, und zwar wird die Stärke des in jedem Stromkreis fliessenden Stromes durch die jeweilige Bemessung der Schalt elemente 13, 14, 15 bestimmt.
Die Schalt elemente 13, 14, 15 eines Steuergerätes sind entsprechend den typischen Betriebsbedin gungen eines Einzelfalles bemessen, und die jenigen der andern Steuergeräte, die be stimmt sind, in Verbindung mit dem Grund gerät 1 benutzt zu werden, sind den typischen Betriebsbedingungen anderer Einzelfälle an- kn Die Verwendung der bisher in der Regel verwendeten mechanischen Zeitschaltwerke zur Herstellung von Moment-Röntgenogram- men bietet gewisse Schwierigkeiten.
Es ist da- her zweckmässig ein Zeitschaltwerk zu be nützen, dessen Schaltzeiten durch elektrische Grössen bestimmt sind, beispielsweise ein auf einer Kondensatorladung oder Entladung be ruhendes Zeitschaltwerk. Bei Benutzung eines solchen, können die die Schalt.zeitenbestimmen- den Schaltelemente in dem Steuergerät unter gebracht werden. In Fig. 2 ist das dadurch zum Ausdruck gebracht worden, da.ss in dem Stromkreis 12, der der Zeitschalterstromkreis sein mag, ein Kondensator 15 eingeschaltet ist.
Es sind demnach in die Steuergeräte Schaltelemente, beispielsweise Kondensatoren, für den die Schaltzeiten bestimmenden Strom kreis des Zeitschaltwerkes eingebaut, die entsprechend den übrigen typischen Betriebs bedingungen eines jeden Steuergerätes be messen sind.
Ganz allgemein können die Schaltelemente, die in das Steuergerät 5 eingebaut werden sollen, nicht nur durch Widerstände, Induk tionsspulen oder Kondensatoren gebildet sein, sondern es können zu dem gleichen Zweck, das heisst zur Steuerung des Grundgerätes 1 auch Relais, Entladungsröhren, Bimetallstrei- fen und anderes mehr benutzt -erden.
Unbeschadet der Normung der Betriebsbe dingungen werden zweckmässig handbetätig- bare Regelorgane vorgesehen, durch welche die durch die Steuergeräte festgelegten Be triebsbedingungen innerhalb verhältnismässig eng beschränkter Grenzen veränderlich sind. Diese Regelorgane befinden sieh zweck mässig an den Steuergeräten und sie ermög lichen es, innerhalb des Arbeitstyps, der durch das Steuergerät festgelegt ist, gewisse Veränderungen der Betriebsbedingungen vor zunehmen, um sie den Besonderheiten des vorliegenden Falles in bestmöglicher Weise anzupassen.
Bei einer Knochenaufnahme wird man vielleicht bevorzugen bei kon stanter Spannung an der Röntgenröhre zu arbeiten und die mA-sec-Zahl zu verändern, während bei einer Weichteilaufnahme eine Regelung der Spannung der Röntgenröhre die besseren Ergebnisse liefert. Demnach können Steuergeräte für Weichteilaufnah- men reit einem zusätzlichen handbetätigten Ttegelorgan versehen werden, das es ermög licht, die Röhrenspannung innerhalb be schränkter Grenzen zu verändern.
Versieht man Steuergeräte mit mehreren handbetätig- baren Regelorganen, so kann es zweckmässig sein, deren Bewegungsmöglichkeiten derart von einander abhängig zu machen, dass hier durch Überlastungen der Röntgenröhre ver ursachende Einstellungen unmöglich gemacht werden. Die Fig. 3 veranschaulicht eine Zweifachregeleinrichtung dieser Art, bei der an einem der Regelorgane eine Kurvenscheibe und an dem andern ein mit ihr zusammen wirkender Anschlag vorgesehen ist.
Was die Zweifachregelung gemäss Fig. 3 anbetrifft, so ist folgendes dazu zu bemerken: Für manche Zwecke, insbesondere für Durchleuchtung ist die freie Wahl von Spannung und Strom oft erwünscht. Daher soll eine Schaltung benutzt werden, bei der beide Grössen getrennt eingestellt werden können. Da die maximale Stromlast von der an der Röntgenröhre liegenden Spannung ab hängig ist, ist der Bedienungsknopf 16, an dem die Spannung eingestellt wird, mit einer Kurvenscheibe 17 verbunden. Der Bedie nungsknopf 18, der zur Regelung der Strom stärke dient. ist mit einem Anschlaghebel 19 versehen.
Die äusserste Stellung für die Stromregelung 18 ist daher jeweils durch die Stellung des Regelknopfes 16 begrenzt. Durch die Art der Ausbildung der Kurvenscheibe 1.7 kann der Belastungsfähigkeit der Rönt genröhre Rechnung getragen werden.
Der gleiche Zweck, der durch die Aus führungsform gemäss Fig. 3 erreicht wird, liesse sich durch Verbindung der beiden hand betätigten Regelorgane durch eine andere mechanische Begrenzungsvorrichtung errei chen.
Gemäss Fig. 4 ist das Grundgerät derart ausgebildet, dass es sich zur gleichzeitigen Aufnahme von zwei Steuergeräten 5 und 5' eignet. Durch Umlegen der Umschalteinrich tung 20 können die beiden Steuergeräte 5 und 5' in zeitlicher Aufeinanderfolge zur Wirkung gebracht werden. Das Grundgerät weist Schaltstufen besitzende Schaltelemente 21, 22, 21', 22' auf. Die Steuergeräfe 5 bezw. 5' besitzen mit diesen Schaltelementen zusam menwirkende Kontakteinrichtungen 23, 24, 23', 24', die an eine Gruppe von bTpischen Betriebsbedingungen angepasst sind.
Die Schaltelemente 21, 22, 21', 22' weisen Gleit- kontaktbahnen auf, die mehr oder weniger von den Kontakteinrichtungen 23, 24, 23' 24' kurzgeschlossen werden. Das Grundgerät weist ferner noch die beiden Kontaktbahnen 25, 25' auf, mit denen die Kontaktstücke 26, 26' der Steuergeräte 5, 5' zusammenwirken.
Die Schalteinrichtung gemäss Fig. 4 dient zur Herstellung von Zielbetriebsaufnahmen (das sind Aufnahmen bewegter Objekte, deren Bewegungszustand durch eine der Aufnahme unmittelbar vorhergehende Durchleuchtung festgestellt wird) mittels einer Drehanoden röhre, doch können ähnliche Schalteinrich tungen auch für andere Zwecke benutzt wer den. Die Stromzuführung zu den Kontakt bahnen der Schaltelemente 21, 22, 21', 22' erfolgt über den Umschalter 20, dagegen er folgt die Zuführung des Stromes zu den Kon taktbahnen 25, 25' unmittelbar, das heisst unter Umgehung des Umschalters 20.
Die Ableitung des Stromes erfolgt von den Kon taktbahnen der Schaltelemente 21, 21' zum Heiztransformator 27 der Röntgenröhre, und die Ableitung des Stromes von den Kontakt bahnen der Schaltelemente 22, 22' findet zum Hochspannungstransformator 28 der Rönt genröhre statt. Von den Kontaktbahnen 25, 25' seien nur die Kontaktstücke <I>A</I> und<I>B</I> betrachtet, die zur Drehanode 30 führen. Es sei angenommen, dass vorerst nur das Steuer gerät 5 eingeführt sei, die zur Durchleuch tung dient. Die Drehanode steht dann still, um unnützen Verschleiss zu vermeiden.
Wird nun, nachdem der Arzt ein Objekt gefunden hat, dass er aufzunehmen beabsichtigt, das Aufnahmesteuergerät 5' eingesetzt, so fliesst bereits, ohne dass der Schalter 20 auf dieses Steuergerät eingeschaltet ist, ,ein Strom über die Kontaktbahn 25' zum Kontakt B, und die Drehanode fängt an zu rotieren, das heisst die Aufnahme wird vorbereitet, aber noch nicht ausgeführt. In gleicher Weise kann ver- stärkte Ventilheizung, Zeitschaltwerk. Streu strahlenblende, Instrumentenempfindlichkeit, Kymographion, Signal usw. für die Auf nahme bereit geschaltet werden.
Ist die Phase, die der Arzt aufzunehmen beabsichtigt, ein getreten, so kann durch einfaches Umlegen des Umschalters 20 von der Stellung<I>I in 11</I> das Steuergerät 5' in Funktion treten und die Aufnahme wird vollzogen.
Es können auch in technisch besonders einfacher Weise die Unzulänglichkeiten des Netzes ausgeglichen werden, an das der Rönt: genapparat angeschlossen ist. und zwar so wohl hinsichtlich des Spannungsabfalles, wie auch hinsichtlich der Schwankungen des Netzes.
Der Spannungsabfall im Netz äussert sich bekanntlich darin, da.ss bei Aufnahmen mit. hoher Belastung die Primärspannung ab sinkt imd infolgedessen die Spannung an der Röntgenröhre wie auch die Heizspannung und dadurch der Emissionsstrom kleinere Werte annehmen. Da nun, wie oben erwähnt, bei der Zusammenstellung des Steuergerätes be absichtigter Strom und Spannung bekannt sind, so kann auch der Spannungsabfall im Netz berücksichtigt und dadurch korrigiert werden.
Um für alle Apparate des gleichen Typs die Steuergeräte übereinstimmend bauen zu können, kann in die Schalteinrichtung ein Widerstand gebaut erden, der bei der Mon tage einmalig so abgeglichen wird, dass bei allen Apparaten der gleiche Spannungsab fall auftritt und in der oben angegebenen Weise korrigiert wird.
Die Fig. 5 zeigt die Schaltung eines Zeit schaltwerkes oder Zeitschalters zur Herstel lung von 1Zoment-Röntgenogrammen, dessen Schaltzeiten von der angelegten Netzspan nung derart abhängig sind, dass sich die Be lichtungszeiten annähernd entsprechend dem Absinken der angelegten Netzspannung er höhen.
In dem Anodenkreis einer gittergesteuer ten Entladungsröhre liegt das Relais 32, das den Röntge nröhrenstrom (direkt oder ge- bräuchlicher über ein Schaltschütz) schaltet. Die Röhre 31 ist mittels eines Anschlussgerätes 33 mit dem Netz verbunden. Das Gitter 31a ist ,durch einen Hochohmwidersta.nd 34 mit der Kathode :31b verbunden.
Die Be- triebsbedingungen sind derart gewählt, dass das Relais ,312 anzieht und infolgedessen den Röntgenröhrenstrom unterbricht. An die Kathode 31b ist ein Kondensator 15 (ver gleiche Fig. 2)
angeschlossen. der über einen Wech@selsolialter 35 an die Gleich stromquelle 36 konstanter Spannung an- geschlossen ist und durch sie aufgeladen wird. Die Aufladung erfolgt in der Weise, dass der positive Pol an die Kathode 31b zu liegen kommt. Schaltet man zum Zwecke der Exposition den Schalter 35 von der Stellung I in die Stellung 1I, so kommt der negative Pol des Kondensators an das Gitter 31a zü liegen.
Daher hört der Anodenstrom auf zu fliessen, das Relais 32 lässt los und schliesst dadurch den Röntgenröhrenstrom. Diese Schliessung kann über ein Schaltschütz oder ein anderes geeignetes Schaltgerät erfolgen. Der Kondensator 15 entlädt sieh während der Schliessungszeit über den Widerstand 34.
Nach einer durch die Grösse des Wider standes 34 und des Kondensators 15 sowie der Aufladespannung bestimmten Zeit hat. die Spannung des Gitters 31a wieder einen sol chen Wert angenommen. dass] der Anoden strom der Röhre 31 das Relais anzieht und hierdurch den Röhrenstrom der Röntgen röhre unterbricht.
Der Anodenstrom, bei dem das Relais 32 anspricht, wird je nach der Lage der Kenn linie bei verschiedenen Gitterspannungen er reicht. Die Lagen der Kennlinie sind wieder um von der Betriebsspannung, das heisst von der dem Anschlussgerä,t zugeführten Netz spannung abhängig. Bei höherer Primärspan nung entsteht eine Kennlinie gemäss A und bei niedriger Primärspannung eine solche ge mäss B der Fig. 6. Der Strom J, bei dem das Relais 32 anzieht, wird bei verschiedenen Gitterspannungen erreicht, also nach ver schiedenen Zeiten, nachdem der Kondensator an das Gitter gelegt worden ist.
Eine Kom pensation der oben beschriebenen Art ist demnach möglich und kann durch passende Wahl der Röhre, deren Betriebsspannung, der Ansprechstromstärke des Relais, der Auf- ladespannung, sowie der Grösse von Konden sator und Widerstand erreicht werden.
Es ist leicht ersichtlich, dass die Kom pensation nur innerhalb der engen Grenzen eines festgelegten Aufnahmetyps erfolgen kann und daher mit freier Einstellung nicht möglich ist.
Es ist häufig notwendig, dass die Haupt stromkreise des Röntgenapparates ausgeschal tet sind, wenn das Steuergerät in das Grund gerät eingeführt oder herausgenommen wird. Einerseits wird es durch das Schalten in stromlosem Zustand möglich, Steuergeräte mit nicht allzu grossen Kontaktsystemen auch für Röntgenapparate grösserer Leistung zu verwenden, anderseits werden Kurzschlüsse dadurch verhindert.
Dies gilt jedoch nicht für das Schalten kleinerer Leistung wie zum Beispiel der Stromkreise der Drehanode, der Kühlpumpe, des Zeitschalters usw., weil bei diesen Apparaten ein Abnutzen der Kontakte beim Schalten unter Strom nicht so sehr zu befürchten ist. In dem Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 4 wird demnach zweckmässig eine Vorkehrung getroffen, um zu verhindern, dass das Steuergerät 5 ein- oder ausgeführt wird, wenn der Umschalter 20 in Stellung I steht. Zu diesem Zwecke kann mit dem Umschalter 20 eine Verriegelung verbunden sein, die ein Einstecken oder Herausnehmen eines Steuer gerätes verhindert, wenn auf das betreffende Steuergerät eingestellt ist.
Das Grundgerät kann auch derart ausge bildet sein, dass es wahlweise als normaler Schalttisch oder als mit Steuergeräten ge steuerter Schalttisch benutzt werden kann.
Die besonders einfache Bedienung eines Röntgenapparates mit der in Frage stehen den Steuergerätschaltung macht für manche Zwecke den bisher üblichen Bedienungstisch mit seinen Schalt- und Kontrollvorrichtungen und den Schwierigkeiten der Verständigungen mit dem Personal überflüssig. Der Unter suchungstisch kann als Grundgerät zum Ein setzen der Steuergeräte ausgebildet sein, die von ihm aus ihre Schaltbefehle an den Rönt- genapparat gelangen lassen, der an anderei Stelle stehen kann.
Es können auch mehrere Grundgeräte innerhalb und ausserhalb der Untersuchungsraumes angebracht sein, in die die Steuergeräte wahlweise eingesetzt werden können. Ferner kann die Auslösung der Auf nahme von verschiedenen Stellen aus aus= führbar sein.
Einige Einstellungen können nicht oder nur verhältnismässig umständlich mit Steuer geräten ausgeführt werden, beispielsweise das Aufziehen der Streustrahlenblende, die Ein haltung eines bestimmten, vorgeschriebenen Fokus-Film-Abstandes usw. Diese Einstel lungen können durch während des Betriebes sichtbare Aufschrift auf dem Steuergerät leicht erkennbar gemacht werden. Zur Kon trolle, ob diese Einstellungen ausgeführt sind, können die Steuergeräte oder das Grundge rät mit einem Signal ausgestattet sein, das anzeigt, ob die Blende aufgezogen wurde usw.
Die Steuergeräte können durch Farbe, Form, aufgezeichnete Figuren usw. bezeichnet werden. Das ist insbesondere dann nützlich, wenn etwa mit dem gleichen Gerät Diagno stik und Therapie betrieben werden soll, oder wenn mit dem gleichen Gerät mehrere Ar beitsplätze betrieben werden sollen.
Für manche Fälle ist es zweckmässig, die Steuergeräte aus einzelnen, auswechselbaren, normalisierten Teilen zusammenzusetzen, da mit sie leicht abgeändert und ergänzt wer den können. In andern Fällen ist es nütz lich, wenn die Steuergeräte derart ausgebil det sind, dass ihre willkürliche Änderung nicht ohne weiteres möglich ist, etwa nur nach Lösung einer Plombe oder einer Umhüllung. Diese Ausführungsform ist insbesondere dann zweckmässig, wenn von seiten der Hersteller firma wegen abgegebener Fabrikgarantien einer fehlerhaften Einstellung des Röntgen apparates vorgebeugt werden soll.