Hydraulische Bremseinrichtung an Fahrzeugen von Wagenzügen. Vorliegende Erfindung betrifft eine hydraulische Bremseinrichtung an Fahrzeu gen von Wagenzügen, die mit einer in ge schlossenem Kreislauf unter Druck gehal tenen Flüssigkeit und einem deren Zufuhr zu den Bremszylindern steuernden Ventil versehen ist.
Bei den bisher bekannten derartigen Bremseinrichtungen bestand immer eine g 01 rosse Schwierigkeit in der Kupplung Ader Druckleitung zwischen den Fahrzeugen:, weil sieh dabei nicht vermeiden lässt, dass Flüssig keit aus :der Leitung herausfliesst oder :doch wenigstens Luft in :diese eintritt. Alle be kannten Vorrichtungen, welche diesem Übel stand abzuhelfen suchten, sind entweder kompliziert, oder sie bieten nicht die nötige Sicherheit für den Betrieb..
Durch die vorliegende Erfindung wird nun den vorerwähnten Nachteilen dadurch abgeholfen, dass das Steuerventil :durch den Bremssteuerhebel auf elektromagnetischem Wege besteuert wird, wodurch :ermöglicht wird, die Bremsen mehrerer miteinander ver- bundener Fahrzeuge durch eine gemeinsame, .auf einem :dieser Fahrzeuge befindliche Stromquelle zu steuern.
Die beiliegende Zeichnung zeigt schema tisch zwei Ausführungsbeispiele :des Erfin dungsgegenstandes.
Fig. 1 zeigt :die Bremseinrichtung an einem 'Motorwagen, Fig. 2 diejenige :eines Anhängers und Fig. 31 die Verbindungsleitung der elek trischen Steuerung, sowie :das Verbindungs glied: der mechanischen Vorrichtung zur Aus lösung der Bremswirkung im Falle einer un gewollten Entkupplung der Fahrzeuge;
Fig. 4 zeigt in :grösserem Massstab das Verbindungsglied,der mechanischen Auslöse- vorrichtumg; Fig. 5 zeigt das Steuerventil der hydrau- Tischen Bremseinrichtung.
Gemäss der F'ig. 1 weisst :die Bremsein richtung des Motorwagens einen Druckbehäl ter 10 auf, in welchen Drucköl durch eine Pumpe 11 aus einem .Sammelbehälter 12 bei- spielsweise bis auf einen Druck von<B>30</B> bis 50 Atm. eingepumpt wird. Die Ausbildung der Pumpe 11 ist eine solche, dass, wenn im Behälter 10 der vorgesehene Maximaldruck erreicht ist, sie selbsttätig aus- oder umge schaltet wird, so dass die Zufuhr von Drucköl aufhört.
Der Druckölbehälter 10 ist durch eine Leitung 1.3 mit einem Steuerventil 14 verbunden, durch welches die Zufuhr von Drucköl zu den an die Leitung 15 angeschlos senen Bremszylindern 16 gesteuert wird. Dieses Steuerventil 14 wird durch den Fuss bremshebel 1.7 des Fahrzeuges auf elektro magnetischem Wege betätigt und ist mit dem Sammelbehälter 12 durch eine Leitung 18 verbunden. Die Betätigung des Steuerventils 14 erfolgt mittels eines Elektromagnetes 40, dessen ,Stromleitungen a, b über die Batterie 21 durch einen am Fusshebel 17 befestigten Kontakt 9. welcher auf einem Widerstand 8 "leitet, geschlossen wird.
t Ausser der Batterie 21 ist als Stromquelle eine vom Motor des Kraftfahrzeuges ange triebene Dynamo 7 vorhanden, welche mit der Batterie 21 parallel geschaltet ist. Die Pumpe 11 wird durch einen an die Leitungen <I>c, d der</I> Dynamo 9 angeschlossenen Motor 19 angetrieben.
Die Bremseinrichtung auf dem Anhänger (Fig. 2) ist mit derjenigen des Motorwagens identisch. nur fehlen darin die Stromquelle und die Fusssteuervorrichtung. Alle übrigen, den an Hand der Fig. 1. beschriebenen Tei len entsprechenden Teile sind in der Fig. 2 mit dem gleichen Bezugszeichen und einem Index versehen.
An die Stromführungsleitungen c und d des Motors 19 der Pumpe 11. des Motor wagenssind durch die in Fig. 3 dargestellte, mit Steckkontakten versehene Leitung 41 die entsprechenden Leitungen e' und d' des An hängers angeschlossen. Ferner sind an die Leitungen a.. b des Elektromagneten 40 Lei tungen<I>e, f</I> angeschlossen, welche durch die Leitung 41 mit Leitungen <I>e', f'</I> des Elektro magneten 411' verbunden sind.
Wie aus Fig. 5 ersichtlich, weist das Steuerventil 14 ein Gehäuse auf, dessen axiale Öffnung an einem Ende durch eine Schraube 2'0 verschlossen ist. In dieser Öff nung ist ein vom Elektromagneten 40 betä tigter Kolben '22 untergebracht. Ihm gegen- über steht ein zweiter Kolben 23, welcher durch eine Feder 24 ständig gegen den An schlag 25 gedrückt wird.
Am äussern Ende des Kolbens 22 und am Gehäuse ist ein öl- dichter Faltenbalg 26 befestigt, welcher un ter Abschluss dieses Teils des Steuerventils die freie Bewegung des Kolbens zulässt. Der Kolben 23 weist eine ringförmige Ausneh- mung 2,7 sowie einen axialen Kanal 28 und radiale Bohrungen 29 auf, welch letztere die Verbindung zwischen dem Kanal 28 und der Ausnehmung 2 7 herstellen.
Die Ausnehmung 2 7 steht mit einer Öffnung 30 des Gehäuses in Verbindung, an welche die Leitung 18 an geschlossen ist. Der vom Faltenbalg 2,6 ein- gesehlossene Raum zwischen dem Kolben ende 22 und dem Gehäuse ist durch Kanäle 31 mit der Ausnehmung 27 verbunden, damit darin befindliches Öl bei entsprechender Be- wegung des Kolbens durch die Leitung 18 entweichen kann.
Das untere Ende des Kanals 28 mündet in eine Kammer 32 aus, welche durch eine Öffnung<B>343</B> an die Leitung 15 der Brem-s- zyl nder 16 angesühlossen ist.
Gu(,enlil).er dem Ende dieses Kanals 28 liegt der Kopf eines Ventilkörpers 34, der durch eine Feder 35 auf einen konischen Sitz 3,6 des Gehäuses gedrückt wird. Unter dem Sitz 3,6 des Ventilkörpers 34 ist im Gehäuse eine ringförmige Kammer 37 und unter dem untern Ende des Körpers 34 eine Kammer 38 vorgesehen, welche beide mit einer an -die Druckölleitung <B>13</B> angeschlossenen Öffnung 3,9 verbunden sind.
Um nun im Falle einer ungewollten Ent kupplung der Fahrzeuge während des Betrie bes ein selbsttätiges Anhalten derselben zu veranlassen, ist folgende mechanische Vor richtung vorgesehen:
Ein auf das Steuerventil 14 des Motor- fa,hr7eube8 wirkender Hebel 4'2 ist durch ein Gestänge 43 an das Kupplungsglied 44 an- gesehllo6sen, welches seinerseits durch ein entsprechendes Gestänge 43' mit einem auf das Bremssteuerventil 14' des Anhängers wirkenden Hebel 42' verbunden ist.
Die Bremseinrichtungen arbeiten nun wie folgt: Es sei angenommen, die Fahrzeuge seien in Bewegung, d.h. :der Motor dies Haupt- fahrzeuges treibe :die Dynamo 7 an und in jedem Fahrzeug sei im Druckbehälter 10 bezw. 10' eine .genügende Flüssigkeitsmenge unter Druck gesetzt, um eine Bremsung aus- fülUren zu können.
Wenn der Fusshebel 17 am Hauptfahr zeug niedergedrückt wird, bewirkt er die Schliessung des Stromkreises :des Elektro- magneten: 40.
Dieser Elektromagnet betätigt nun d es Steuerventil 14 in folgender Weise: Durch die Erregung der Elektromagneten nach Massgabe,der Lagedes Kontaktes 9 auf dem Widerstand 8 wird dm Steuerventil 14 der Kolben 22 auf den Kolben 23 zubewegt, wodurch zunächst der Kanal 2,8 an einem Ende abgeschlosssen wird.
Hält die Bewegung an, so wird,der Kolben 23 entgegen,der Wir kung seiner Feder 24 mitgenommen und kommt mit dem Kopf des Ventilkörpers 34 in Berührung, :durch welchen such das an dere Ende des Kanals 28 abgeschlossen wird.
Bei Weiterbewegung wird nun der Ventil- körper 34 von .:einem .Sitz i3'6 abgehoben und das Drucköl kann aus :dem Behälter 10 durch die Leitung 13 und durch die entstandene Öffnung in,die Kammer 32 eindringen.
Von dort gelangt es durch die Öffnung 33 und die Leitung 15 in die Bremszylinder 16, deren Kolben in Bewegung :gesetzt werden, so dass die Bremsbacken zum Anliegen kom men. Der Durchfluss :des Öls erfolgt aber in folge der Drosselung durch den Ventilkopf nicht plötzlich, so dass die Bremswirkung stetig im Verhältnis zur Menge der durch fliessenden Flüssigkeit zunimmt. Der Öldruck wirkt auch .auf den Kolben 23 und sobald er etwas .grösser wird als der Druck des Elek tromagneten, ,geht :
der Kolben zurück, -bieder Ventilkörper 34 wieder auf seinen Sitz kommt, wodurch die weitere Zufuhr von Drucköl in die Leitung 15 abgeschlossen wird, die erreichte Bremswirkung :aber bei- behalten wird, solange der Druck des Elek tromagneten genügt, um die Feder 24 zu sammenzudrücken und .den Kolben. 28 auf dem Ventilkopf zu halten.
Je grösser der vom Bremshebel 17 in bezug auf den Wider stand 8 beschriebene Weg ist, desto grösser wird auch,der Druck in der Kammer 32 und in den Bremszylindern 16.
Hört,der Druck auf den Bremerhebel ganz auf, so dass der Kolben 2i3 unter dem Ein- fduss :der Feder 24 wieder die in Fig. 5 dar gestellte Lage einnimmt und der Kanal 28 offen steht, so kann das Drucköl paus -den Bremszylindern durch die Leitung 1:5, die Kammer 3:2, den Kanal 2:
8, die Bohrungen 29 und die Leitung 1!8 in. ,den Sammelbehäl- ter 12 abfliessen, so dass !die Bremse :gelöst wird. Das Abfliessen :des Öls aus :den Brems zylindern .erfolgt durch die Rückbewegung der Kolben in diesen Zylindern, unter dem Einfluss ihrer Rückstellfedern.
Infolge der elektrischen Verbindung des Magneten: 40' über die Leitungen e,<I>f, 41,</I><B>(</B><I>'</I> und f' wand das .Steuerventil 14' des Anhän gers gleichzeitig und genau in gleicher Weisse betätigt wie Idas .Steuerventil 14,des Haupt fahrzeuges, so dass auf beiden die Bremsen zu gleicher Zeit und mit :gleicher Kraft be tätigt werden.
Das Verbindungsglied 4-4 (Fig. 4) isst nun wie folgt zusammengesetzt: Ein Zylinder 45 enthält einen mit einem Anschlussstück 416 versehenen und: unter der Wirkung einer Feder 47 stehenden Kalben 48.
Inder Zylinderwand & .t ein unter Feder wirkung stehender Riegel 49 vorgesehen, welcher den Kolben:
48 daran hindert, seine in der Zeichnung dargestellte Lage wieder einzunehmen, wenn er einmadentgegen der Wirkung seiner Feder 47 einen gewissen Weg zurückgelegt .hat.
An ,der Stange 50,des Kolbens 48 ist ein Ende eines Drahtseils be festigt, .dessen, an- deres Ende mit einem mit,C,ewinde versehe- nen, Stift 51 verbunden äst.
Dieser Stift ist in einem :Zylinder 5!2 untergebracht. Im Zylinder <B>)52</B> gleitet ein unter :der Wirkung einer Feder 5,3 stehender hohler Kolben 5:4, der mit einem Anschlussstück 55 versehen ist.
Im Hohlraum des Kolben 54 ist eine mehr teilige, durch zwei Ringfedern 56 zusammen gehaltene Schraubenmutter 57 untergebracht, welche das mit Gewinde versehene Ende des Stiftes 51. umfasst. Auch hier ist in der Zylinderwand ein unter Federwirkung ste hender Riegel 5$ vorgesehen, welcher den Kolben zurückhält, nachdem er entgegen seiner Feder 53 einen gewissen Weg im Zy linder zurückgelegt hat.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ;ist im Gestänge 43 bezw. 43' an einem Gelenk je eine Gleitbahn 60 bezw. 60' vorgesehen. so dass eine Bewegung der Hebel 42 bezw. 42' bei der elektromagnetischen Betätigung der Bremssteuerventile 14, Il' möglich ist., ohne dass das ganze Gestänge 43, 43' daran teilnimmt.
Es ,sei. beispielsweise angenommen, dass das Anschlussstück 55 mit dem Gestänge 43 des Motorwagens und das Anschlussstück 46 mit dem Gestänge 43' des Anhängers ver bunden ist-.
Wenn während der Fahrt der Anhänge sieh entkuppelt., so wird bei der Trennung der Fahrzeuge natürlich durch das Abreissen der Verbindungsleitung 41. die Stromzufuhr zur Bremseinrichtung des Anhängers unter brochen, so dass der 'Steuerelektromagnet 4(1' nicht mehr auf elektrischem Wege betätigt ,werden kann.
Gleichzeitig wird auch das Verbindungs glied 44 abreissen, und zwar in folgender Weise Die erste Zugwirkung auf das Verbin dungsdrahtseil der beiden, je an einem der Fahrzeuge starr befestigten Zylinder 45 und 5? hat zur Folge, dass in jedem von ihnen die, entsprechenden Kolben die Federn 47 bezw. 5.3 zusammendrücken, bis sie am hintern Teil des Zylinders auf einen Anschlag treffen und die Riegel 19 bezw. 58 über %den Kolben einschnappen.
Der Kolbenweg in jedem Zylinder ent spricht dem nötigen Weg zur mechanischen Betätigung der Steuerventile 14 bezw. 14' über die Gestänge 43 bezw. 43' und -die Steuerhebel 42 bezw. 412', so dass, sobald die Kolben sieh in ihren Zylindern so weit ver schoben haben, dass die Riegel 49 bezw. 58 ,einschnappen können, die Bremsen beider Fahrzeuge voll angezogen werden und es bleiben, bis die vorerwähnten Riegel wieder aus ihrer Verriegelungsstellung bewegt wer den.
Wenn die Zeltwirkung auf ,das Drahtseil anhält, so :gleitet der mit diesem Drahtseil verbundene 'Stift 51 durch die elastisch zu sammengehaltene Kupplungsmutter 57 hin durch, so dass die Verbindungen zwischen den beiden Fahrzeugen ohne Sehaden, aber unter Auslösung der Bremswir kung auf beiden Fahrzeugen erfolgt.
Durch geeignete Wahl der Ringfedern 51; und durch die Tiefe der .sie enthaltenden Ringnuten der 'Schraubenmutter 57 kann der Widerstand zum i Herausreissen {des Stiftes 51 aus dein 'Kolben 54 beliebig geregelt wer den.
Es können natürlich auf diese Art gleich zeitig mehr als zwei zusammengekuppelte Fahrzeuge gesteuert werden.
Dias zur mechanischen Auslösevorrich tung der zusammengekuppelten Fahrzeuge gehörende Drahtseil könnte natürlich bei spielsweise durch eine Frette oder aneinander angelenkte Glieder ersetzt sein.