Schnittmuster. Zur Herstellung von Schnittmustern für Kleidungsstücke, Wäsche, Stoffhüllen und dergleichen wird vorerst das Modell gezeich net und darauf der entsprechende Grund- schnitt angefertigt. Nach dem Grundschnitt richtet sich die Herstellung aller Schnitt musterteile, welche bei der Weiterverarbei tung als Vorlage für den Zuschnitt der in Frage kommenden Werkstoffe dienen.
Die Zusammensetzung der einzelnen zuge schnittenen Werkstoffteile erfolgt gemäss den Vorschriften, welche dem Schnittmuster ent weder beigegeben oder direkt aufgedruckt sind. Diese Vorschriften können die Form von textlichen Erläuterungen, von Ziffern, Zeichen, Linien verschiedenster Art oder ver schiedener Farbe und dergleichen aufweisen. Meistens werden die verschiedenen Hilfsmit tel kombiniert, wobei vor allem die möglichste Einfachheit und Verständlichkeit beim Zu sammensetzen der zugeschnittenen Werk stoffteile erstrebt wird.
Haupterfordernis genannter Vorschriften über die Zusammensetzung der zugeschnitte- nen Werkstoffteile ist demnach deren unbe dingte Eindeutigkeit, Leichtverständlichkeit und Übersichtlichkeit.
Um diese Erfordernisse zu erfüllen, ist schon eine bedeutende Anzahl von Vorschlä gen für zweckdienliche Markierungsverfah ren gemacht worden. So besteht zum Beispiel ein Verfahren, bei welchem die leichte und richtige Zusammensetzung der zugeschnitte- nen Werkstoffteile dadurch erreicht werden soll, dass jeder wesentliche Schnittmusterteil in einer besondern Farbnuance des Papiers hergestellt wird. Andere Verfahren bedienen sich ortsbestimmender Angaben in Form von Texten und Markierungszeichen, die entwe der auf dem Schnittmuster selbst angebracht oder auch auf einem besonderen Blatt zusam mengestellt sind.
Ebenso gibt es Verfahren, welche die leichtere Orientierung mittels Lochung des Schnittmusters an bestimmten -wichtigen Stellen zu erreichen suchen.
Allen diesen Schnittmustern kommt je doch trotz der bisher bekannten Hilfsmittel der Nachteil zu, dass sie die richtige Zusam- mensetzung der zugeschnittenen Werkstoff teile dem Fachmann und dem geübteren Laien wohl bis zu einem gewissen Grade er leichtern, ohne jedoch auch dem nicht fach gewandten Benutzer beispielsweise von Kon fektionsschnittmustern eine rasche, sichere, und vor allem klare und eindeutige Orientie rung zu ermöglichen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass besonders die Ama teure in den vielgestaltigen Erklärungen und Zeichen sich nicht zurechtfinden.
Ein weite rer Nachteil entsteht daraus, dass ständig die abgelesenen Angaben miteinander verglichen werden müssen, um nicht fehl zu gehen.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Schnittmuster, bei welchem die Umriss linien der Schnittmusterteile die Saum- und Nahtzugabe berücksichtigen und Befesti gungslinien angegeben sind. Um bei einem solchen Schnittmuster eine weitestgehende Erleichterung und Vereinfachung des Zu sammensetzens aller zugeschnittenen Werk stoffteile zu ermöglichen, sind gemäss der Erfindung jeweils auf den verschiedenen Sclinittmusterteilen die zusammengehörigen Befestigungslinien auf ihrer ganzen anein anderzufügenden Länge in einer und dersel ben Art kenntlich gemacht.
Zum Beispiel sind die Befestigungslinien zweier oder meh rerer zusammengehöriger Schnittmusterteile soweit in einer und derselben Farbe oder in besonderer Liniengestaltungsforn markiert. wie sie bei der Zusammensetzung der zuge schnittenen Werkstoffteile aneinander gefügt werden sollen.
Zwei Ausführungsbeispiele des Erfin dungsgegenstandes sind in Fig. 1 und 2 der Zeichnung dargestellt.
Bei den beiden Schnittmusterteilen der Fig. 1 werden beim Zusammensetzen der zu geschnittenen Werkstoffteile die Befesti gungslinien zwischen den Punkten D und E aneinander gefügt und daher in beiden Schnittmusterteilen mit derselben Farbe mar kiert, zum Beispiel in Blau. Statt verschie dener Farben für die einzelnen Teilstrecken der Befestigungslinien, wie zum Beispiel in Fig. 1 Rot für die Strecke A-B, Schwarz für die Strecke C-D, Blau für die Strecke D-E, Grün für die Strecke E-F und Braun für die Strecke F-G, können zur Darstel lung der Linien auch verschiedene Gestal tungsformen derselben in einer einzigen Farbe dienen; so zum Beispiel, wie in Fig. 1 ang edeutet, die Streekeii D-E auf beiden Schnittmusterteilen etwa als punktierte Linie, die Strecken F-G als strichpunktierte Linie und so weiter.
Ebenso ist es auch möglich, statt nur farbige oder besonders gestaltete Befestigungslinien einzutragen, den ganzen Zwischenraum zwischen Schnittmusterkontur und Befestigungslinie mit Farben oder ver schiedenen Musterungen in einer einzigen Farbe zu belegen, wie zum Beispiel in Fig.
den Raum zwischen der Strecke D-E und der annähernd parallelen Kontur in blauer Farbe oder in waagrechter Schraffierung. die Strecke E- -F bis zur annähernd parallelen Kontur dagegen finit grüner Farbe oder senk rechter Schraffur u.sw. Die Scbnittmuster- kontur berücksichtigt die Saum- und Na.ht- zugabe,
indem die Befestigungslinien um diese Zugabe innerhalb der Kontur liegen. Dadurch wird verhindert. da.ss diese Zugabe vergessen wird und es \wird dem Benützer der Muster gezeigt, wie gross diese Zugabe, die nicht in allen Teilen gleich breit ist, ge wählt werden muss. Sehr vorteilhaft ist es, wenn zugleich auch die zugehörigen Erklä rungen, wie Texte.
Lettern, Ziffern und sonstige Markierungszeichen etc. in der glei chen Farbe eingetragen werden, wie das Stück der Befestigungslinie, auf -elche sie sich beziehen. Dabei ist möglichst darauf zu achten, dass sich eine und dieselbe Farbe oder Gestaltungsform nicht zusammengehöriger Linien auf einem und demselben Schnitt- niusterteil nicht wiederholt, um den Benutzer nicht zu verwirren.
Ebenso empfiehlt es sich, für gleichartige Angaben möglichst auch die- selben Darstellungsformen zu verwenden; zum Beispiel zur Markierung aller Mittel linien rote Farbe usw. Um schliesslich eine direkte Markierung des Werkstoffes am Ort der Befestigungslinien durch die Schnitt muster hindurch zu ermöglichen, können Lochungen in beliebigen Abständen deren Verlauf unterbrechen oder begleiten; sie ge statten die Festlegung desselben auf dem Werkstoff.
Durch diese neue Markierungsweise wird es auch dem nicht fachgewohnten Benutzer von Schnittmustern kinderleicht gemacht, die einzelnen zugeschnittenen Werkstoffteile ent sprechend dem zugrunde liegenden Modell zusammenzusetzen; er braucht nur darauf zu achten, dass immer diejenigen Befestigungs linien aufeinander zu liegen kommen, welche in den einzelnen Schnittmusterteilen mit der selben Farbe oder Liniengestaltungsform ein getragen sind.
Daraus resultiert ein erheblicher Zeit gewinn. Das bisher häufige unrichtige Zu sammenfügen nicht zusammengehöriger Teile wird nicht mehr so leicht vorkommen. Der Verlauf der Befestigungslinien zweier oder mehrerer Werstoffstücke wird genau be stimmt, wodurch die ganze Arbeit an Qua lität erheblich gewinnt, da sie genau dem Modell entspricht.