CH204519A - Verfahren zum oxydativen Abbau der Seitenkette von Sterin-Verbindungen. - Google Patents

Verfahren zum oxydativen Abbau der Seitenkette von Sterin-Verbindungen.

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CH204519A
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07JSTEROIDS
    • C07J75/00Processes for the preparation of steroids in general

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Description


  Verfahren zum     oxydativen        Abbau    der Seitenkette von     Sterin-Verbindungen.       Die bekannten Verfahren zum     oxydativen     Abbau der Seitenkette von     Sterin-Verbindun-          gen    werden im allgemeinen in der Weise  durchgeführt, dass man das Ausgangs  material, gegebenenfalls unter intermediärem  Schutz einer etwaigen im     Ringsystem    be  findlichen     Hydroxylgruppe    und Doppelbin  dung, mit Chromsäure in     Eisessiglösung,    die  gewöhnlich etwas Wasser enthält,

   behandelt  und aus dem Oxydationsgemisch die ver  schiedenen Reaktionsprodukte mit ganz oder  teilweise abgebauter Seitenkette isoliert.  



  Die Ausbeuten, die man an den ge  wünschten Reaktionsprodukten bei dieser Ar  beitsweise erhält, sind jedoch ausserordent  lich niedrig. Es gelingt zwar, die Ausbeuten       etwas    zu erhöhen, wenn man durch allmäh  liches Hinzufügen des ' Oxydationsmittels zu  der Reaktionslösung dafür Sorge trägt, dass  ein     -Ü'berschuss    an     Oxydationsmitteln,    der zu  einem stärkeren Abbau führen kann, ver  mieden wird. Doch ist hiermit der grosse  Nachteil verbunden, dass das Abbauverfahren    sich     dann    auf einen verhältnismässig langen  Zeitraum erstreckt.  



  Demgegenüber wurde nun     gefunden,    dass  das Verfahren des     oxydativen    Abbaues der  Seitenkette von     Sterin-Verbindungen    mittels       Chromverbindungen    beträchtlich schneller  und mit weit höherer Ausbeute als es bisher  möglich war     durchgeführt    werden     kann,     wenn man die     Oxydation    in Gegenwart von  freier Schwefelsäure vornimmt. Wie Ver  suche ergaben, kann man die Oxydation so  auch bei niedrigerer Temperatur als bisher  üblich durchführen, wodurch die Ausbeute  weiterhin erhöht wird.  



  Die Erhöhung der     Ausbeute    zeigt sich be  sonders in einem stärkeren Anfall an solchen  Oxydationsprodukten,     in    denen die Seiten  kette nur     teilweise    abgebaut ist; so erhält  man,     wie    Versuche ergaben, nach dem     er-          findungsgemässen    Abbauverfahren zum Bei  spiel bei der Verwendung von     ungesättigten          Sterinen    als     Ausgangsmaterialien    ein Mehr  faches des Betrages an     A",-Cholensäure,    der      bei bekannten Arbeitsweisen anfällt, und ein  grosser Teil des     Ketongemisches,

      welches  beim erfindungsgemässen Abbau ungesättig  ter     Sterin-Verbindungen    gebildet wird, er  wies sieh als     Pregnenolon;    beide Verbindun  gen sind sehr geeignete Ausgangsmaterialien  für die synthetische Darstellung des wert  vollen Progesterons, des     Corpus-luteum-Hor-          mons.     



  Das erfindungsgemässe Verfahren sei an  hand der folgenden Beispiele noch näher er  läutert  <I>Beispiel 1:</I>  2,46 kg Cholesterin werden in 1,8 Liter       Essigsäureanhydrid    gelöst und während 2  Stunden mässig gekocht. Dann giesst man die  Lösung in einen grossen Rührbehälter, in dem  sich 125 Liter Eisessig befinden. Die erhal  tene Lösung wird bis auf 15   C abgekühlt  und mit der berechneten Menge Brom  (1,04 kg ), die in 4 Liter Essigsäure gelöst  ist, langsam unter Rühren versetzt.

   Wenn  die Bromzugabe und somit die     Absättigung     der Doppelbindung beendet ist, wird das Re  aktionsgemisch noch eine     Stunde    gerührt;  dann wird eine Oxydationsmischung, die aus  5,4 kg Chromsäure, 6,1 Liter Wasser, 2,5  Liter     konz.    Schwefelsäure und 25,1 Liter  Eisessig besteht, langsam, in Verlauf von  6 Stunden, unter Rühren hinzugefügt. Die  Menge Wasser, die angewandt wird, beträgt       vorzugsweise    ungefähr nur soviel, wie zur  Auflösung der Chromsäure in der     ?11        ischung     als Mindestmass erforderlich ist.

   Das Reak  tionsgemisch wird anschliessend noch weitere  3 bis 4 Stunden bei     Zimmertemperatur    ge  rührt, dann wird das Brom durch Behand  lung mit Zinkstaub abgespalten. Die     R.eak-          tionsmischtmg    wird darauf mit einem geeig  neten Lösungsmittel, wie Benzol, Äther usw.  extrahiert. Die Extraktionslösung wird  gründlich gewaschen, zunächst mit Wasser,  dann mit 10 ö     iger    Natronlauge. Beim Schüt  teln der Extraktionslösung mit der Natron  lauge werden die sauren Bestandteile in Form  unlöslicher     NatriumsaIze    abgeschieden. Die  alkalische Lösung sowie die unlöslichen Na  triumsalze werden von der Extraktionslösung    abgetrennt und mittels Filtrieren für sich  aufgearbeitet.

   Die unlöslichen     Natriumsalze     bestehen hauptsächlich aus dem schwer lös  lichen     Natriumsalz    der     Acetoxy-d:,E-cholen-          säure.    Hieraus kann die     Acetoxy-J,"-cholen-          säure    nach der Methode von     Schoenheimer     und Berliner (J.     Biol.        Chem.    115. 19, 1936)  dargestellt      -erden.    Die Ausbeute beträgt  180 g.  



  Die     Extralztionsitisung         #ird    nun zur Ent  fernung des     Alkali:    mit Wasser gewaschen,  dann von Wasser befreit und zur Trockne  eingedampft. Der     Riiekstand    wird mit Me  thylalkohol     aufgenommen.    Die Lösung wird  gekühlt und das     ausgeschiedene        Cholesterin-          aceta.t    abgetrennt.

   1,0     ko-    des     Acetates    wird       wiedergewonnen.    Die     inethylall@oholische    Lö  sung wird in üblicher Weise mit     Semi-          karba.zidacetat    versetzt und nach 1 bis     11/        -          stündigeni    Kochen     wird    das ausgeschiedene       Semikarbazon        abfiltriert.    Es besteht aus  praktisch reinem     Seinikarbazon    des     Dehydro-          androsteronazetats.    Die     Ausbeute    

  beträgt  0,135 kg.  



  Die Mutterlaugen werden nun zur Hälfte  ihres Volumens eingeengt und für mehrere  Stunden stehen gelassen. Das auskristalli  sierende Produkt wird     abfiltriert    und aus  einer     -Iischung    von Chloroform und Alkohol  umkristallisiert. Es werden 0,02 kg     Semi-          karbazon    mit einem Schmelzpunkt von     un-          gefä.br   <B>230'</B> erhalten. Dieses Produkt be  steht     hauptsächlich    aus dem     Seinikarbazon     des     Pregnenolons;    das     Keton    kann hieraus in  der     üblichen    Weise dargestellt werden, z. B.

    durch Spaltung mittels Schwefelsäure.         Beispiel   <I>?:</I>    175 g 3 -     Methoxy    -     eholestan         -erden    in       13,5    Liter Essigsäure gelöst und im Verlauf  von 6 Stunden mit einer Lösung oxydiert,  die aus 295 g     Cliroms-,iure.    295 cm' Wasser,  140 cm'     konz.        Schwefelsäure    und 1475 cm'  Essigsäure besteht.     Man    lässt das Reaktions  gemisch weitere 12     Stunden    stehen, fügt  dann 200 cm'     itlethyliillzohol    hinzu, giesst die  Lösung in Wasser und extraliiert das Ganze  dreimal mit Äther.

   Die     ätherischen    Extrakte      werden vereinigt und     mit    5 ö     iger    Alkali  lösung gewaschen; anschliessend wird die  ätherische Lösung mit Wasser gewaschen,  bis sie neutral reagiert.     Hierauf    wird der  Äther     abdestilliert    und der     Rückstand        einer          Wasserdampfdestillation        unterworfen.    Den  verbleibenden Teil     nimmt    man in Äther  auf; hieraus erhält man nach dem Eindamp  fen zur Trockne 20 g neutrale Anteile.

   Diese  werden in Methylalkohol aufgenommen und  in üblicher Weise mit     Semikarbazid    zur Aus  fällung gebracht. Erhalten werden 5 g     Semi-          karbazon    mit einem Schmelzpunkt von 249    nach Zersetzung bei 240  .     Durch    Behand  lung mit     Oxalsäure    in Alkohol wird hieraus  der     Methyläther    des     Trans-Androsterons    vom  Schmelzpunkt 91   erhalten.  



  Die Chromsäure kann durch eine entspre  chende Menge     Chromylchlorid    oder     Bichro-          mat    ersetzt werden. Im letzteren Falle muss  der Betrag an Schwefelsäure so gross ge  wählt werden, dass neben der Menge, die zur  Freisetzung der Chromsäure erforderlich ist,  noch ein Überschuss von vorteilhaft der Grö  ssenordnung vorhanden ist, wie sie in den  obigen Beispielen     angegeben    ist.  



  Die als Ausgangsmaterialien dienenden       Sterine    können gesättigt oder     ungesättigt     und substituiert oder nichtsubstituiert sein;  ausser den oben genannten     Sterinen    gehören  hierher auch     Verbindungen,    wie     goprosterin,          Dihydrocholesterin,        Phytosterin,    Stigma  sierin,     Ergosterin,        Sitosterin,        Cinchol    usw.

    Wenn ein ungesättigtes Sterin als Ausgangs  material vorliegt, kann es durch Hydrierung  zunächst in den     gesättigten    Zustand. über  geführt werden; oder aber die Doppelbin  dung kann vor der Oxydation in bekannter  Weise, z. B. durch     Halogenierung    oder durch  Anlagerung von     Halogen-Wasserstoff,    ge-    schützt werden. Die     Doppelbindung    kann  dann in bekannter Weise durch     Abspaltung     des angelagerten Halogens oder Halogenwas  serstoffes wieder hergestellt werden. So kann  man z.

   B. das Halogen mittels Zinkstaub,     Na-          triumjodid    oder dergleichen entfernen, wäh  rend der Halogenwasserstoff     mit    alkalischen  Mitteln, wie     Pyridin,        Alkalihydroxyden    und       Alkaliacetaten    oder dergleichen, abgespalten  werden kann.  



  Falls die als Ausgangsmaterial dienende       Sterinverbindung    eine     Hydroxylgruppe    ent  hält, wird diese Gruppe     zweckmässigerweise     geschützt,     indem    man sie durch     eine    in  die     Hydroxylgruppe        zurückverwandelbare     Gruppe ersetzt, z. B. durch eine     0-Acyl-,          0-Alkyl-,        0-Aryl    oder     Äthoxygruppe    oder  durch Halogen oder eine andere geeignete  Gruppe.

   So kann die     Hydroxylgruppe    zeit  weilig ersetzt werden durch die     0-Acetyl-          gruppe,    wie im Beispiel 1, oder durch die     0-          Benzoyl-,        0-Succinyl-,        0-Phthalyl-,        0-llZe-          thylgruppe    (wie im Beispiel 2), durch die       0-Äthylgruppe,    durch Chlor usw.  



  Der in der Beschreibung und in den An  sprüchen benutzte Ausdruck     "Sterin-Verbin-          dung"    bezeichnet eine Verbindung der     Cyclo-          pentano    - 10,13 -     dimethyl    -     polyhydrophenan-          threnreihe    mit einer Seitenkette am Kohlen  stoffatom 17.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zum oxydativen Abbau der Seitenkette von gesättigten oder ungesättig ten Sterinverbindungen mittels Chromverbin dungen, dadurch gekennzeichnet, dass man die Oxydation in Gegenwart von freier Schwefelsäure vornimmt.
CH204519D 1937-03-05 1938-03-03 Verfahren zum oxydativen Abbau der Seitenkette von Sterin-Verbindungen. CH204519A (de)

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CH204519D CH204519A (de) 1937-03-05 1938-03-03 Verfahren zum oxydativen Abbau der Seitenkette von Sterin-Verbindungen.

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