CH204645A - Verfahren zur Herstellung von Verreibungen frischer Pflanzen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Verreibungen frischer Pflanzen.

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CH204645A
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Description


  Verfahren zur Herstellung von     Verreibungen    frischer     Pflanzen.       Die Erfindung betrifft eine weitere Aus  gestaltung eines     älteren    Verfahrens, nach  dem zwecks Anreicherung der     flüchtigen     Stoffe aus pflanzlichen Produkten die fri  schen Pflanzen     bezw.    Pflanzenteile mit an  sich bekannten     Adsorptionsmitteln    bis zu  der durch Verreiben erreichbaren     Höchst-          disperisität        verrieben    und dann getrocknet  werden.  



       Durch    diese     Arbeitsweise        wird    zweierlei  erreicht, einmal gelingt es, den Pflanzen       bezw.    Pflanzenteilen die     therapeutisch    wert  vollen Stoffe, insbesondere die flüchtigen  Stoffe zu entziehen und zum andern gelingt  es, auf diese Weise Erzeugnisse zu     erhalten,     die selbst wenig .duften, aber die gesamten  flüchtigen und sonstigen Stoffe der frischen       Pflanze    in stabiler, nicht     zersetzlicher        Form     enthalten.  



  Das Wesen     dieses    älteren Verfahrens be  stellt darin,     @dass    man neue Oberflächen der       Adsorptionsmittel    durch das Verreiben mit  den     Pflanzenteilen    gewinnt.

   Es wird also,    und dies ist für diese Arbeitsweise     wes.ent-          li-ch,        eine        Aktivierung,der        Adsorptionsmittel     durch das Verreiben     bewerkstelligt.        Dass    dies  möglich ist, war an sich überraschend, denn  im allgemeinen, insbesondere bei der Gas  adsorption,     kommt    als     Adsorptionsfläche    in       erster    Linie nur     die    innere Oberfläche in  Frage und man ist im allgemeinen der     An-          eicht,

      dass durch ein     zerkleinertes        Adsorbens     .die     adsorbierte    Oberfläche nur dann über  haupt vergrössert wird, wenn Teilchen eines       Adsorbens    ohne innere Oberfläche aufgeteilt  werden, während dann, wenn die schon vor  handene innere wirksame Oberfläche zur äu  ssern Oberfläche     wird,    dies für die     A.dGorp-          tionsfläche    nichts     ausma        ht.     



  Man geht also bei der Aufteilung des       Adsorbens    mit den frischen Pflanzenteilen so       vor"dass    auf jeden Fall die gewonnene     adsor-          bierende    Oberfläche als die möglicherweise  schon vorhandene innere Oberfläche durch  das     Zerteilen    aktiviert wird. Welches     Adsorp-          tionsmittel    verwendet wird, ob kolloide Kie-           selsäure,    Lehm, Kaolin, Bleicherde, aktive  Kohle,     Aluminiumhydroxyd    oder     dergl.,    oder  auch Gemische dieser Stoffe, ist an sich  gleichgültig.

   Der Effekt dieses Verfahrens  besteht darin, dass die so gewonnenen höchst       dispersen        Verreibungen    ohne     weiteres    mit  einem kalten Luftstrom behandelt werden  können, ohne dass vom     aromatischen        Prinzip     oder sonstigen Stoffen der frischen Pflanze  wesentliche Mengen verloren gehen.  



  Dieses Verfahren hat Bedeutung     nicht     nur für die     Gewinnung    des aromatischen  Prinzips verschiedener Pflanzen an sich. Es  können naturgemäss die so gewonnenen     Ver-          reibungen    auch für sich den therapeutischen  Verwendungszwecken zugeführt werden;  dazu kann man sie so verwenden, wie sie  sind. Man kann sie naturgemäss aber auch  mit andern therapeutisch wirksamen     Stoffcri     oder mit     Neutralstoffen    einfach vermengen  oder auch weiter zusammen     verrieben,    um so  Produkte zu erhalten, die infolge ihrer       höchstdispersen    Verteilung der Resorption  besonders zugänglich sind.  



  Es wurde nun erkannt, dass man eine       ioe,        zrsere        Bindunc    der wertvollen Pflan  j     'h        bes        eD     zenteile an die     Adsorptionsmittel    erreicht,  wenn man gemäss vorliegender Erfindung vor  der Trocknung, vorzugsweise aber während  der     Verreibung        alkalisch    reagierende Stoffe  zusetzt.

   Zur Verwendung können hier  kommen     Alkalicarbonate,        Alkalibicarbonate.     Alkali- und     Erdalkalihydroxyde    und     dergl.          Welches    Alkali dem Pflanzenbrei     z.wech-          mässig    bereits während der     Verreibung    zu  gesetzt wird, ist gleichgültig. Man kann jeden  alkalisch reagierenden Stoff verwenden, der  den Zwecken der     Verreibung    nicht wider  spricht und geeignet ist, eine     bestimmte          Alkalität    aufzuweisen.

   Es können als alka  lisch reagierende Stoffe auch Puffersalze  Verwendung finden, um eine vollkommene  Neutralisierung des Pflanzenbreies sowohl       während    der     Verreibung,    als auch während  des     Trocknungsvorganges    zu gewährleisten.  ohne     dass        Störungen    durch     überschüssiges     Alkali zu befürchten sind. Zweckmässig ver  wendet man     Elektrolytpuffergemisehe,    z. B.

      die bekannten     Alkaliphosphat    - Pufferge  mische, also     primäres-sekundäres        Natrium-          phosphat    oder     Citratpuffer,    also     Zitronen-          sä.ure-I\ratriumcitrat.    Andere     solche    Gemische  sind     Salizylsä.ure    -     Natriumsalizylat,        Essig-          säure-Natr4umaceta.t,        M\einsäure-Natriumtar-          trat.     



  Es ist ferner auch     gleichgültig,        welches     Kation angewandt wird, wenn auch vorzugs  weise die Alkali-. Erdalkali- und     Ammo-          niumverbindungen        angewandt    werden. Das  gleiche gilt in     bezog    auf das Anion. Man       m.uss    nur dafür Sorge tragen,     dass    der ange  wandte Stoff die     gewünschte        Alkalität     sichert.

   So ist es möglich und gegebenenfalls  <B>.</B>     int,        -ezei(yt,        C        als        Si        äuren        solche        Säuren        zu        ver-          wenden,    die beispielsweise in der zu zerklei  nernden Pflanze bereits     enthalten    sind.  



  Ausser der erwähnten Neutralisierung des  Pflanzenbreies führt aber der Zusatz der  alkalisch reagierenden Stoffe noch eine an  dere     chemische        -Wirkung    herbei. Es wird  nämlich ein Teil     des        Verseifbaren,    das im  Pflanzenbrei vorhanden ist, verseift.

   Die       lfenge    der gebildeten Seife ist zwar gering,  aber doch ausreichend, um eine stärkere     Ad-          orption    der flüchtigen Stoffe an das     Ad-          sorption.smittel    zu     bewirken.    Vielleicht ver  mittelt die gebildete Seife auch eine gewisse       Emulgierunc,    der     flüchtigen        Stoffe,    solange  im     Pflanzenbrei    noch     -N#@'asser    vorhanden ist  und damit eine Aufteilung zu feinen     Tröpf-          ehen,

      die besser an das     Adsorptionsmittel     gebunden werden.  



  Ausser den alkalisch reagierenden Stoffen  können den     Verreibungen    gleichzeitig auch  noch amorphe, in Wasser vorzugsweise un  lösliche, darin aber quellende     Palysa.charide,     wie Pektin, Stärke,     Tra#gant.        Amylose    oder  deren Abbauprodukte, wie     Dextrin    hinzu  gesetzt     werden.    Der Zusatz dieser     unlöslichen     Kohlehydrate, die im wesentlichen nur quel  len,

   ist besonders vorteilhaft und gibt bei       Ctegen        -#vart        grossoberflächiger    Körper beson  ders hervorragende technische     Effekte.    Be  sondere Bedeutung hat das Verfahren zur  Herstellung von an ätherischen     Olen    reichen       Verreibungen.         <I>Ausführungsbeispiele:</I>  1.

   Es werden 10 kg     Thaja        mit    10 kg  Ton, welcher     feinstens    gesiebt war     und    wel  chem 200 g Natrium     bicarbonicum    homogen  zugemischt sind, auf einem Walzenstuhl  homogen     zerkleinert    und in einem     Luftstrom     von 20  . dessen Luftfeuchtigkeit allmählich  abnimmt;     getrocknet.     



  2. 10 kg     Sabina    werden mit einer Mi  schung aus 10 kg Lehm und 200g     Natrium          bicarbonicum    und 300 g     Pektin    auf dem  Walzenstuhl zerkleinert und im Kaltluft  strom getrocknet. Es sei angemerkt,     .dass    die       Trocknung    in diesem Falle sich auf einen  Bruchteil herabsetzen lässt, gegenüber der  Verwendung von Ton oder Lehm oder an  dern     adsorbierenden    Mitteln allein oder in  Mischung mit     alkalisierenden    oder neutrali  sierenden Zusätzen.  



  3. 10 kg     Carteg        salicis    werden mit 10 kg  Löss, welchem 300 g     Di@natriumphosphat    zu  gesetzt sind,     zerkleinert    und im Luftstrom,  dessen     Temperatur   <B>30'</B> nicht überschreiten  soll, getrocknet.  



  Der technische     Fortschritt    der neuen  Arbeitsweise im Vergleich zur Herstellung  von     Verreibungen    bei Abwesenheit von  Alkali ergibt sich aus folgender Gegenüber  stellung  Frische     Thuja    mit gleichen Teilen eines       Tons    verarbeitet, ergab<B>30%</B> des Gesamtöls.  Dieselbe Zubereitung unter Zusatz von  2 %     Natriumbicarbonat    ergab 43"8% des       Gesamtöls.     



  Dieselbe     Zubereitung    mit 2     ,?o'        Natrium-          bicarbonat    und 3 % Pektin ergab<B>29,5%</B> des  Gesamtöls.  



  Die gleiche Zubereitung unter Zusatz von  3 %     Dinatrium        phosph.    ergab einen Gehalt  von<B>3.6,6%</B> des Gesamtöls.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von an ätheri schen Ölen reichen Verreibungen aus frischen Pflanzen und Pflanzenteilen, wobei man diese mit Adsorptionsmitteln zusammen bis zu der durch Verreiben erreichbaren Höchst- dispersität verreibt und nachher trocknet, dadurch gekennzeichnet, dass vor der Trock nung alkalisch reagierende Stoffe zugesetzt werden. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadureh gekennzeichnet, dass die alkalisch wirken den Stoffe während der Verreibung zuge setzt werden. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Verreibung bei Gegenwart amorpher, in Wasser quellen der Polysaccliaride durchgeführt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, ,dass man in Wasser .unlösliche Polysaccha- ride verwendet. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, .dadurch gekennzeichnet, dass die Verreibung bei Gegenwart amorpher, in Wasser quellen der Abbauprodukte polymerer Kohlen hydrate durchgeführt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als alkalisch reagie rende Stoffe Puffersalze verwen.dpt wer den. . 6. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, ,dass als alkalisch reagierende Stoffe Elek- trolytpuffergemische verwendet werden. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, ,dass als Anion .der ,alkalisch reagierenden Stoffe solche Säuren verwendet werden, welche in der zu verarbeitenden Pflanze bereits vorhanden sind. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Trocknung der Verreibungen mit einem Luftstrom, des sen Temperatur<B>30'</B> nicht überschreitet und .dessen Feuchtigkeit mit fallender Temperatur abnimmt, erfolgt.
CH204645D 1936-12-19 1937-11-04 Verfahren zur Herstellung von Verreibungen frischer Pflanzen. CH204645A (de)

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