<B>Zusatzpatent</B> zum Hauptpatent Nr. 195394. Misch- und Feinreibewalzwerk für Schokolade, Farbe und der gl. blassen. Der Gegenstand der Erfindung betrifft ein Misch- und Feinreibewalzwerk für Scho kolade, Farben und dergleichen Massen, in welchem die gleichmässige Verteilung der Mischungsbestandteile in der im Walzwerk befindlichen Masse selbsttätig erfolgt.
Gemäss dem Patentanspruch des Haupt patentes ist vor der ersten Walze des Fein reibewalzwerkes mindestens eine mit höherer Umfangsgeschwindigkeit als diese Walze sich drehende, mit einem Abstreifmesser ver sehene Mischwalze angeordnet, wobei mit der Mischwalze gut gemischte Masse kreist, auf welche die Mischungsbestandteile aus einer mit auswechselbaren Sieben ausgestatteten Schüttelrinne von einander gesondert aufge- siebt werden.
Eine Ausführungsform dieses Walzwerkes kennzeichnet sich dadurch, dass die der ersten Feinreibewalze vorgeschaltete Mischwalze sich im entgegengesetzten Sinne wie diese Walze dreht, wobei der Misch walze noch eine sich zu dieser entgegenge setzt drehende Rückführungswalze (6 in Fig. 2 des Hauptpatentes Nr. 195394) vorge schaltet ist. Durch die Anordnung der Rück führungswalze wird die Walzenzahl des Walzwerkes um eines erhöht und die Bau länge der Maschine wird unerwünscht gross.
Bei den vorgenommenen Versuchen hat es sich gezeigt, dass bei einer zwecks direkter Verarbeitung von groben Mischungsbestand teilen, wie gebrochenen Kakaobohnen bei der Schokoladefabrikation oder Farberdstücken bei der Erzeugung von Farben vorgenomme nen Rillung oder Aufrauhung der vor der ersten Feinreibewalze (5 in Fig. 6 des Haupt patentes) angeordneten Mischwalze die in den Rillen und Vertiefungen der Mischwalze be findlichen,
mit grossen Brocken der Mi schungsbestandteile durchsetzten Massenteile bei der hohen Umlaufzahl der Mischwalze unter der Wirkung der Fliehkraft von der Mischwalze weggeschleudert werden, wo durch von den grobbrockigen Mischungsbe standteilen, zum Beispiel gebrochenen Kakao bohnen, eine grössere Menge als der übrigen Mischungsbestandteile aus dem selbsttätigen Kreislauf der Masse ausgeschieden werden, was vielfach eine ungleichmässige Mischung der Mischungsbestandteile im Walzwerk zur Folge hat.
Diese ungleichmässige Mischung wird auch nicht durch die Anordnung eines die abspritzenden Masseteile auffangenden, unter halb des Walzwerkes angeordneten und die Masse wieder in den Massekreislauf des Walzwerkes zurückführenden Troges, zum Beispiel nach Fig. 5 des Hauptpatentes, ver hindert, da zuerst die leichteren, auf der Masse im Troge schwimmenden Massenteile und dann erst die schwereren, am Boden des Troges befindlichen Masseteile in den Kreis lauf im Walzwerk zurückgeführt werden.
Die Erfindung ermöglicht die genannten Mängel zu beheben, dadurch, dass die Achse mindestens einer der vor der ersten Feinreibe walze angeordneten Mischwalzen innerhalb des durch die Achsen der äussersten Walzen der aus den übrigen Walzen des Walzwerkes bestehenden Walzenreihe seitlich begrenzten Grundrissbereiches liegt, und dass diese Misch walze sich in entgegengesetztem Sinne zu der mit ihr zusammenarbeitenden Walze der ge nannten Walzenreihe dreht und oberhalb der letzteren Walze angeordnet ist.
Der Gegenstand der Erfindung ist in der anliegenden Zeichnung in verschiedenen Aus führungsbeispielen im Querschnitt durch die Walzen dargestellt, und zwar zeigen: Fig. 1 ein Feinreibewalzwerk mit drei Walzen und mit einer mit der ersten Feinreibewalze zusammenarbeitenden glatten Mischwalze, Fig. 2 ein Feinreibevierwalzwerk mit einer glatten und einer geriffelten Misch walze und einem verstellbaren Staukörper, und Fig. 3 ein Feinreibevierwalzwerk mit.
einer vorgeschalteten glatten Mischwalze und mit einem geriffelten Mischwalzenpaar, das an die erste Feinreibewalze angeschlossen ist.
In der Ausführung nach Fig. 1 ist ober halb der Feinreibewalze 1 des Feinreibewalz- werkes 1, 2, 3 eine mit der Feinreibewalze 1 zusammenwirkende glatte Mischwalze 15 an geordnet, die mit ihrem untern Teil in den von den Feinreibewalzen 1, 2, 3 gebildeten trogförmigen Raum reicht und entgegenge setzt und mit höherer Umfangsgeschwindig keit als die erste Feinreibewalze 1 sich dreht.
Die Achse dieser Mischwalze 15 liegt inner halb des durch die Achsen der äussersten Walzen 1 und 3 der aus den übrigen Walzen 1 bis 3 des Walzwerkes seitlich begrenzten Grundrissbereiches. Am rechten obern Viertel des Umfanges dieser Mischwalze liegt ein oberhalb der Abstreifkante gelochtes Ab- streifmesser 8 an.
In dem Bereiche neben dem Abstreifmesser 8 in Drehrichtung der Misch walze 15 gesehen ist oberhalb der Misch walze 15 ein für die verschiedenen Mi schungsbestandteile mehrfach unterteilter Schüttelsiebkasten 11 angeordnet, An der rechten Seite der letzten Feinreibewalze 3 liegt ein festes Abnahmemesser 9 für die fer tige Masse an. An den Stirnseiten der Wal zen 1, 2 und 15 sind Schilde 6 angebracht, die das seitliche Entweichen der Masse ver hindern.
Dieses Misch- und Feinreibewalzwerk wirkt folgendermassen: In der Ausführungsform nach Fig. 1 kreist mit der Mischwalze 15 bereits ge mischte Masse, die vom Abstreifer 8 abge strichen, teilweise durch die Öffnungen die ses Abstreifers zur Vermischung mit den aus den Schüttelsiebkästen 11 aufgestreuten Mi schungsbestandteilen und von da in den Ein zug zwischen der Mischwalze 15 und der Feinreibewalze 1 gelangt, wo sie verrieben wird und von der Mischwalze 15 wieder mit genommen wird.
Der zweite Teil der vom Abstreifer 8 abgestrichenen Masse fliesst auf die Feinreibewalze 2, wird von dieser zur Verreibung zwischen ihr und der Feinreibe walze 1, dann zwischen ihr und der Fein reibewalze 3 mitgenommen und dann als fer tige Masse von der Feinreibewalze 3 vom Abnahmemesser 9 abgestrichen. Durch die beschriebene und dargestellte Lage der Misch walze 15 wird eine Rükführungswalze für die Masse unnötig, wodurch sich die Anzahl der Walzen verkleinert. Ferner wird aus die sem Grunde und infolge der Lage der Misch walze 15 die Baulänge der Maschine bedeu tend verringert.
Bei der. Ausführung nach Fig. 2 ist der ersten Walze 1 des Feinreibewalzwerkes 1 bis 4 eine in gleicher Richtung und mit höherer Umfangsgeschwindigkeit als die Feinreibewalze 1 sich drehende Mischwalze 5 vorgeschaltet. Mit dieser Mischwalze wirkt .
eine an der rechten obern Seite dieser Misch walze angeordnete geriffelte Mischwalze 15 zusammen, deren Achse innerhalb des durch die Achsen der äussersten Walzen 5 und 4 der aus den übrigen Walzen 5, 1 bis 4 des Walzwerkes bestehenden Walzenreihe seit lich begrenzten Grundrissbereiches liegt und die sich entgegengesetzt und mit höherer Umfangsgeschwindigkeit als. die Mischwalze 5 dreht und an deren Umfang im rechten obern Viertel ein gelochtes Abstreifmesser 8 anliegt. In dem Bereiche links von diesem Messer ist oberhalb der Mischwalze 15 ein mit auswechselbaren Sieben ausgestatteter Schüttelsiebkasten 11 angeordnet.
Ein zwei ter Schüttelsiebkasten 12 für weitere Mi schungsbestandteile ist oberhalb der Fein reibewalze 2 angeordnet. Oberhalb der Fein reibewalze 1 ist ein in bezug auf die Fein reibewalze 1 einstellbarer wassergewärmter Staukörper 20 angebracht, dessen ganten <B>20'</B> und 202 in die Räume nahe vor den Einzug stellen zwischen der Mischwalze 5 und der Feinreibewalze 1 und zwischen dieser Walze und der folgenden Walze 2 reichen.
An der obern Seite der Mischwalze 5 ist ein geloch tes Abstreifmesser 38, am obern linken Vier tel des Umfanges der Feinreibewalze 3 ein gelochtes Abstreifmesser 28, an der rechten Seite der letzten Feinreibewalze ein abheb- bares Abstreifmesser 19 und an der linken Seite dieser Walze ein festes Abstreifmesser 48 angelegt.
An den Stirnseiten der Walzen des Walzwerkes sind Abdichtungsschilder 6 zur Verhinderung des Entweichens der Masse nach der Seite zu angebracht.
Bei dieser Ausführungsform kreist mit der geriffelten Mischwalze 15 eine Masse, die, mit Mischungsbestandteilen aus dem Schüttelsiebkasten 11 durchsetzt, sich mit der von der Mischwalze 5 durch den Abstrei fer 38 abgestrichenen Masse vermengt und mit dieser zwischen der Mischwalze 5 und der Mischwalze 15 verrieben wird, um dann von der Mischwalze 15 mitgenommen zu wer den.
Diese Masse wird von der Mischwalze 15 vom Abstreifer 8 abgestrichen und gelangt teilweise durch die Öffnungen des Abstrei fers zur neuerlichen Vermischung mit Mi schungsbestandteilen, teilweise fliesst sie an der Wand des Staukörpers 20 zum Einzug zwischen der Mischwalze 5 und der Fein reibewalze 1, wobei der grösste Teil der Masse von der Mischwalze 5 und der kleinere Teil der Masse von der Feinreibewalze 1 zur wei teren Verreibung im Feinreibewalzwerk 1 bis 4 und Abnahme als fertige Masse von der letzten Feinreibewalze 4 durch das Abnahme messer 19 weitergeleitet wird.
In der Nähe der Einzugsstelle zwischen der Mischwalze 5 und der Feinreibewalze 1 liegt die gante 20' des verstellbaren Staukörpers 20, die die Bildung eines rotierenden Massewulstes ver hindert. Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 wird die Masse durch den Abstreifer 28 an der Feinreibewalze 3 teilweise wieder auf die Feinreibewalze 2 zur neuerlichen Verreibung zwischen den Walzen 2 und 1 zurückgeführt. Diesem Masseteil werden aus dem Schüttel- siebkasten 12 neuerlich Mischungsbestand teile zugeführt.
Für besondere Massenarten ist noch ein feststehender Abstreifer 48 an der letzten Feinreibewalze 4 vorgesehen, der die Masse zur neuerlichen Vermischung und Verreibung in das Walzwerk zurückleitet, so bald das Abnahmemesser 19 abgehoben wird. Durch die gante 202 des verstellbaren Stau- körpers 20 wird die Bildung eines Masse wulstes vor dem Einzuge zwischen den Fein reibewalzen 1 und 2 verhindert.
Bei der Ausführung nach Fig. 3 ist in dem von den Feinreibewalzen 1, 2, 3, 4 und der der ersten Walze 1 vorgeschalteten, gleichsinnig mit dieser Walze und mit höhe rer Geschwindigkeit als diese Walze sich drehende Mischwalze 5 gebildeten trogförmi- gen Raum oberhalb der Feinreibewa.lze 1 eine mit dieser Walze zusammenarbeitende, gerif felte Mischwalze 15 angeordnet, deren Achse innerhalb des durch die Achsen der äussersten Walzen 5 und 4 der aus den übrigen Wal zen 5,
1 bis 4 des Walzwerkes bestehenden Walzenreihe seitlich begrenzten Grundriss- bereiches liegt und die sich in entgegenge setzter Richtung und mit höherer Geschwin digkeit als die erste Feinreibewalze 1 dreht. Mit dieser Mischwalze 15 arbeitet eine zweite geriffelte Mischwalze 16 zusammen, die sich entgegengesetzt und mit höherer Geschwin digkeit als die Mischwalze 15 dreht. An der Oberseite der Mischwalzen 15 und 16 sind die gelochten Abstreifer 8 und 58 angebracht.
Oberhalb des Bereiches zwischen diesen Ab streifern ist ein für die verschiedenen 31i- schungsbestandteile unterteilter, mit auswech selbaren Sieben ausgestatteter Sehüttelsieb- kasten 11 und oberhalb des Bereiches rechts von dem an der Mischwalze 15 anliegenden Abstreifer 8 ist ein Schüttelsiebkasten 1 2 für weitere Mischungsbestandteile angeordnet.
An der obern Seite der dem Feinreibewalz- werk vorgeschalteten Mischwalze 5 liegt ein Abstreifer 38 und am linken obern Viertel des Umfanges der Feinreibewalze 3 ein ge lochter Abstreifer 28, an der rechten Seite der letzten Feinreibewalze 4 ein abhebbares Abnahmemesser 19 für die fertige Masse und an der linken Seite dieser Walze ein fest stehendes Abstreifmesser 48 an. An den Stirnseiten der Walzen des Walzwerkes sind Dichtungsschilder 6 gegen das seitliche Ent weichen der Masse angeordnet.
Bei dieser Ausführungsform wird die mit. Mischungsbestandteilen aus dem Schüttel- siebkasten 11 durchsetzte Masse zwischen den im trogförmigen Raume oberhalb der Wal zen 5, 1, 2 angeordneten Mischwalzen 15 und 16 verrieben. Ein Teil dieser Masse wird von der Mischwalze 16 mitgenommen und vom Abstreifer 58 so abgestrichen, dass er teils zur neuerlichen Vermischung mit Mischungs bestandteilen aus dem Schüttelsiebkasten 11, teils auf die Mischwalze 5 fliesst, um dann, mit der Masse auf dieser Mischwalze 5 ver- einigt, zwischen dieser Mischwalze 5 und der Feinreibewalze 1 verrieben zu werden.
Der grössere Teil dieser Masse wird von der Mischwalze 5, der kleinere Teil von der Fein reibewalze I. mitgenommen. Der letztere Masseteil wird gemeinsam mit dem mit der Mischwalze 15 kreisenden Masseteil zwischen dieser Mischwalze und der Feinreibewalze 1 verrieben und dann grösstenteils von der Mischwalze 15 mitgenommen, wobei er von dieser Walze durch das Abstreifermesser 8 so abgestrichen wird, dass ein Teil der Masse zur neuerlichen Verreibung zwischen den Mischwalzen 15 und 16 gelangt, teils mit neuen, aus dem Behälter 12 aufgestreuten Mischungsbestandteilen durchsetzt,
in den Einzug zwischen den Feinreibewalzen 1 und 2 fliesst, um hier verrieben und dann zur %veiteren Verfeinerung zwischen den Walzen 2, 3 und 3, 4 weitergeleitet zu werden. Die Anordnung des Abstreifers 28 an der Fein reibewalze 3, des a,bhebbaren Abnahmemes sers 19 an der Feinreibewalze 4 und des festen Abstreifers 48 an derselben Feinreibe walze ermöglicht eine neuerliche Rück führung eines Teils oder der ganzen Masse in den Einzug zwischen den Feinreibewalzen 1 und 12, so dass diese Masse mehrfach ver rieben werden kann.
Der Gegenstand der Erfindung ist nicht auf die beschriebenen und dargestellten Aus führungsbeispiele beschränkt und die Anord nung der Mischwalzen kann im Rahmen des Erfindungsgedankens verschiedenartig in einem Walzwerk gemäss Hauptpatent vor genommen werden. So können auch mehr als zwei Mischwalzen oberhalb des Gesamt walzensatzes mit der ersten Walze der aus den übrigen Walzen des Walzwerkes be stehenden Walzenreihe oder der ersten Fein reibewalze zusammenarbeiten, wobei auf die bei diesen Walzen befindliche Masse die Mi schungsbestandteile in der für die betreffende Masse notwendigen Weise aufgebracht wer den.