CH205017A - Verfahren zur Darstellung eines die Wirkungweise des Vitamins B1 besitzenden Stoffes. - Google Patents

Verfahren zur Darstellung eines die Wirkungweise des Vitamins B1 besitzenden Stoffes.

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CH205017A
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  Verfahren zur Darstellung eines die     Wirgungweise    des Vitamins     Bi    besitzenden     Stoffes.       Als Vitamine werden chemische Verbin  dungen bezeichnet, deren Fehlen in der  menschlichen Nahrung schwere Krankheits  erscheinungen     bewirkt.    Darüber     hinaus    hat  man in letzter Zeit erkannt, dass verschie  denen Vitaminen eine ausgezeichnete Heil  wirkung auch bei Krankheiten zukommt, für  die ein Zusammenhang mit     Vitaminmangel     bisher nicht bekannt war.

   Das in seinen  physiologischen     Wirkungen    am längsten be-    kannte     Vitamin    ist das Vitamin     B"    auch       antineuritisches    Vitamin, Vitamin B oder       Aneurin    genannt. Auch für dieses     Vitamin     liegt die hauptsächliche praktische Bedeu  tung in der Anwendung als     Vorbeugungs-          und    Heilmittel, sowie als Zusatz zu Nah  rungsmitteln.

   Dem Vitamin     B,-Chlorid-Hy-          drochlorid    kommt die Summenformel         C"gisON,SC12       und folgende Struktur zu:  
EMI0001.0018     
    Vitamin     B,    kann nach umständlichen und  kostspieligen Verfahren aus     Naturstoffen,     wie     Reiskleie    oder Hefe, in     reiner    kristalli  sierter Form, allerdings mit sehr niedrigen  Ausbeuten, gewonnen werden.

      Die Vitamin     B,-Wirkung    ist nicht auf  das Chlorid - Hydrochlorid oder das schon  früher aus Naturstoffen dargestellte Sulfat  oder Nitrat beschränkt, sondern erstreckt  sich, wie gefunden wurde, soweit     phy    siolo-           gisch    inaktive Säuren verwendet werden, auf beliebige Salze der allgemeinen Formel  
EMI0002.0002     
    worin X und X'     eines        ertige    Säureanionen  darstellen.  



  Gegenstand des vorliegenden Patentes ist  ein Verfahren zur Herstellung einer Verbin  dung der Formel     II,    welches unter anderem    dadurch     gekennzeichnet    ist, dass man     2-lle-          thyl    - 5     -brommethyl-6-amino-pyrimidinhydro-          bromid    mit     4-Methyl-5-ss-oxyäthyl-thiazol     umsetzt.  



  Diese     L        msetzung    verläuft nach folgendem  Schema  
EMI0002.0014     
    Es tritt hierbei sowohl das     Pi-oiii;itoni,    als  auch der nach Entfernung des Broms ver  bleibende Rest des     Pyrimidin-Abkömmlings     mit dem     Stickstoffatom    des     Thiazols    unter  Bildung eines     quarternären        Salzes    in     Realk-          tion.    Diese Umsetzung findet, gegebenenfalls  beim Erwärmen, spontan statt.     Vorzugsweise     arbeitet man in saurer Lösung, da das ent  stehende Produkt     alkalienipfindlich    ist.

    



  Der     5-Brommetliyl-pyrimidin-Alil:önini-          ling    der Formel     III    wird     erfindungsgemäss     aus     Pyrimidin        -#-thern    der Formel  
EMI0002.0031     
    worin R eine einwertige organische Gruppe.  z. B. eine     Allzyl-    oder     Aralkylgruppe    dar  stellt, durch Behandlung mit starker     Broni-          wasserstoffsäure        ,e-,vonnen.     



  Die     benötigten        Py        #-,imidinäther    der For  mel V werden gemäss der Erfindung darge  stellt, indem man zunächst     verätherte        For-          myloxypropionsäure    - Abkömmlinge der For  mel  
EMI0002.0043     
    worin R und R' einwertige organische Grup  pen, z.

   B.     Alkyl-    oder     Aralkylreste    und     bI     ein     Alkaliinetall    bedeuten, mit     Acetamidin     kondensiert und die     OH-Gruppe    des dabei       entstehenden        6-0x,1-pyrimidin-Abkömmlings     durch     aufeinanderfolgende    Behandlung mit  einem     halogenierenden    Mittel und mit Am  moniak in die     Aminogruppe    überführt, z. B.       analog,    wie dies für ein anderes     Ory-pyri-          midin,    z.

   B. von G     abriel,    in den "Berichten  der Deutschen Chemischen Gesellschaft".  Band 37 (1904)     Seito    3641-3642, beschrie  ben wurde.  



  Stoffe der Formel     VI,    z. B. der     Natrium-          formyl-ss-äthoxy-propionsäure-äthylester,    kön  nen aus     verätherten        Oxypropionsäureestern     der Formel  
EMI0002.0065     
         (R    und R' =     Alkyl    oder     Aralkyl)         in an sich bekannter Weise hergestellt wer  den, indem man letztere mit     Ameisensäure-          äthylester    in Gegenwart von mit wasser  freiem Äther bedecktem metallischem Na  trium kondensiert.  



  <I>Beispiel:</I>  <I>1.</I>     Darstellung   <I>des</I>     2-Dfetlayl-5-oxymethyl-6-          amino-pyrimidin-äthyläthers     Hierbei bedient man sich, ausgehend vom       ss-Äthoxy-propionsäure-äthylester,    folgender  Zwischenstufen:  1.

   Natrium -     formyl    -     ss    -     äthoxy    -     propion-          säure-äthylester,     2. 2 -     Methyl    - 5 -     oxymethyl    - 6 -     oxy-          pyrimidin-äthyläther,     3. 2 -     Methyl    5-     oxymethyl    - 6 -     chlor-          pyrimidin-äthyläther,     4. 2 -     Methyl    - 5 -     oxymethyl    - 6 -     amino-          pyrimidin-äthyläther.     



       Stufe   <I>1.</I> Eine     Mischung    von 73 g ss  Äthoxy -     propionsäure    -     äthylester    und 40 g       Ameisensäure-äthylester    werden langsam auf  12 g     Natriumdraht,    der mit wasserfreiem  Äther bedeckt ist, getropft. Es     entwickelt     sich Wasserstoff und aus dem Äther fällt  ein gelbes Salz aus. Wenn die Reaktion  langsam, ohne Kochen des Äthers, vor sich  geht, genügt die angegebene     Natriummenge.     Geht die Reaktion jedoch heftig vor sich,  können grössere Mengen Natrium bis zu ins  gesamt zwei Äquivalenten erforderlich sein.

    Die besten Ergebnisse erhält man, wenn die  Zeit für die Zugabe der     Estermischung    etwa  8 Stunden beträgt. Das auf diese Weise ge  bildete     Natriumformylderivatwird        ohne    wei  tere Isolierung bei der nachfolgenden Reak  tion eingesetzt. Es muss gegen atmosphä  rische Feuchtigkeit geschützt und bald ver  wendet werden, da es nicht sehr beständig  ist.  



  <I>Stufe 2.</I> Zu der nach Stufe 1 erhaltenen  Äthersuspension des Natrium -     formyl    -     ss        -          äthoxy-propionsäure-äthylesters    werden 45 g       Acetamidin-hydrochlorid,    100 cm' absoluter  Alkohol und eine Lösung von 12g Natrium  in 200 cm' absolutem Alkohol gegeben. Der  Äther wird     abdestilliert    und die Mischung    etwa 16 Stunden lang unter     Rückfluss    ge  kocht. Dann wird der Kolbeninhalt abge  kühlt, mit     10%iger    Essigsäure neutralisiert  und auf einem     Dampfbad    eingedampft.

   Der  Rückstand     wird    mit einer     kleinen    Menge  Wasser aufgenommen und wiederholt mit  Chloroform extrahiert. Die vereinigten       Chloroform-Extrakte    werden mit Natrium  sulfat getrocknet, worauf das Chloroform  durch Abdampfen entfernt wird. Die zurück  bleibende braune, harzige Substanz wird mit       Dioxan    behandelt, wobei ein Teil in Lösung  geht und eine beträchtliche Menge des Harzes  fest wird. Die feste Masse wird getrocknet  und im Hochvakuum bei 140   sublimiert.  Das     Sublimat    wird in     einem        Soxhlet-Appa-          rat    wiederholt mit wasserfreiem Äther extra  hiert. Der.

   Rückstand wird getrocknet     und     nochmals im Hochvakuum sublimiert, wo  durch man fast vollkommen reinen     2-Methyl-          5    -     oxymethyl    - 6 -     oxy    -     pyrimidin    -     diäthyläther     vom Schmelzpunkt 175 bis<B>176'</B> erhält.  



  Man kann die Kondensation der Stufe 2  vorteilhaft auch in folgender Weise aus  führen. Zu der in Stufe 1 erhaltenen Re  aktionsmischung gibt man vorsichtig 100 bis  200 g zerstossenes Eis und soviel Wasser,  dass das     Propionsäurederiv        at    gerade in Lö  sung geht. Der sich abscheidende Äther  wird entfernt. Dann fügt man 45 g       Acetamidin    -     hydrochlorid    und anschliessend  10 g     NaOH    in Form 30%iger Natronlauge  zu. Man lässt das     Reaktionsgemisch    3 bis  4 Tage stehen, neutralisiert dann mit star  ker Salzsäure und schüttelt mehrmals mit  Chloroform aus.

   Die     Chloroformlösung    wird  zur Trockne eingedampft und der rohe     2-          Methyl-    5     -oxymethyl-6-oxy-pyrimidin-äthyl-          äther    wird bis zur Gewichtskonstanz getrock  net. Zum Zweck der Reinigung kann er aus       Amyläther    umkristallisiert werden.  



  <I>Stufe 3.</I> 1 g     2-Methyl-5-oxymethyl-6-          oxy-primidin-äthyläther    wird mit 8     cm3        Phos-          phoroxychlorid    3 Stunden lang auf<B>78'</B> er  hitzt, worauf das     Phosphoroxychlorid    im  Vakuum     abdestilliert    wird. Man giesst den  Rückstand auf Eis, neutralisiert die über  schüssige Säure durch Zugabe von Natrium-           bicarbonat    oder Ammoniak und extrahiert die  Mischung mehrmals mit. Chloroform. Die ver  einigten Chloroform - Extrakte werden über  Natriumsulfat getrocknet und man destilliert  das Chloroform im Vakuum ab.

   Etwa 1 g  eines öligen Produktes bleibt zurück, das im  wesentlichen aus     2-Methyl-5-oxymethyl-G-          chlorpy-rimidin-äthyläther    besteht.  



  An Stelle des genannten 6 - Chlor -     hyri-          midin-        Abl-##immlings    können nach     entspre-          ehenden    Verfahren die     6-Brom-    und     6-,Tod-          Verbindungen    hergestellt werden, die in glei  cher Weise -weiterverwendet werden können.  



       Stufe   <I>4.</I> Das Reaktionsprodukt der Stufe  3 wird mit 5 bis 15 cm'     alkoholischem    Am  moniak in einem     Einschmelzrobr    so lange auf  140   erhitzt, bis alles Chlor in ionisierte  Form übergeführt ist. Hierzu benötigt man  3 Stunden. Der Inhalt des Rohres wird dann  zur Trockne gebracht.     wobei    ein teilweise kri  stallinischer Rückstand bleibt.     'Dieser    Rück  stand wird in Wasser aufgenommen, mit N a  triumbicarbonat oder     -ca.rbonat    versetzt. So  dann extrahiert man die Lösung     mehrfaeli     mit Chloroform.

   Die vereinigten     Chloroform-          Auszüge    werden über     Natriumsulfat    getrock  net und man destilliert das Chloroform im       Vakuum    ab, wobei ein öliger Rückstand hin  terbleibt, der beim Stehenlassen und Ab  kühlen kristallisiert.

   Das rohe Produkt kann  man     ans    Äther oder     Ligroin        umkristalli-          sieren,    wobei man reinen     \2-llethy        1-5-oxy-          methyl    - 6 -     amino    -     pyridin    -     äthyläther    vom       Schmelzpunkt    89,5 bis 90,5   erhält.  



  <I>2.</I>     Dai-stelli!iig   <I>von</I>     I'ita-riiiii.        Bi-Broiiiid-          Hgdi-obroiraid.          Stufe   <I>1.</I> 150g     2-31ethyl-5-oxyniethyl-6-          amino    -     pyrimidin    -     äthyläther    werden zwei  Stunden lang mit<B>7,75</B> Liter     einer    l.0     %        igen     Lösung von     Bromwasserstoffsäure    in Eis  essig auf<B>100'</B> erhitzt.

   -Man hat so ein Ver  hältnis von etwas über 3     Mol        Bromwasser-          stoffsäure    auf 1     11o1    des Äthers. Nach Ab  lauf der genannten Zeit wird die Flüssigkeit  von den ausgeschiedenen     Kristallen    allge  gossen.     31an    wäscht die     Fristgalle    mehrmals  mit     -wasserfreiem    Äther und kann sie weiter    reinigen doch Lösen in einer kleinen Menge  Methanol und Ausfällen durch Zufügen von  Äther.

   Die so erhaltene reine Verbindung  schmilzt bei 192 bis 193   und stellt das     Iry-          drobromid    des 2 -     Methyl    - 5 -     brommethyl-6-          amino-pyriinidins    dar. Die     reine        Verbindung     ist nicht so haltbar wie das rohe, noch Spuren  freier     Bromwasserstoffsäure    und Essigsäure  enthaltende Produkt. Offenbar wirken die       genannten    Säuren     stabilisierend.     



       Shi.f   <I>e 2.</I>     Man    vereinigt das erhaltene     Hydro-          bromid    des     3-llethyl-5-brominethyl-6-amino-          pyrimidins    mit     4-31etliyl-5-fl-oxyäthy        1-thiazol,     indem man 150 g     2-3Lethyl-5-brommethyl-6-          amino-pyrimidin-hydrobroniid.    vorzugsweise  in der rollen, haltbaren Form, wie sie in der  vorhergehenden Stufe erhalten wird,

   mit  150 g     4-llethyl    - 5 -     /3    -     oxyäthyl-thia.zol    und  200     ein'        Butanol    15 Minuten lang auf 120'  erhitzt. Die     Pyrimidinverbindung    geht in  Lösung und zu gleicher Zeit scheidet sich ein  Niederschlag aus.     31-an    fügt zu der Reak  tionsmischung 1 Liter kochenden absoluten       Äthylalkohol    und lässt den Ansatz stehen,  bis sich nichts mehr abscheidet. Man ent  fernt die alkoholische     3lntterlange    durch Fil  tration und wäscht den Niederschlag mehr  mals mit kleinen Mengen kaltem absolutem  Äthylalkohol.

   Das erhaltene Produkt stellt  das rohe     Bromid-Hvdrobromid    des Vitamins       B1    dar. Das Präparat     wird    umkristallisiert  durch Lösen in heissem Methanol, Zugabe von       wasserfreiem    Äther zur heissen Lösung, bis  eine bleibende Trübung eintritt, und anschlie  ssendes, langsames Abkühlen. Das so erhal  tene Produkt kristallisiert in     rosettenförmig     vereinigten Nadeln vom Schmelzpunkt 220  .

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Darstellung eines die Wir kungsweise des Vitamin B1 besitzenden Stof fes, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ver bindung der Formel EMI0004.0092 in der R und R' einwertige organische Grup- pern und M ein Älkalimetall bedeuten, mit Acetamidin zu einer Verbindung der Formel EMI0005.0006 kondensiert wird,
    die OH-Gruppe durch auf einanderfolgende Behandlung mit einem halogenfierenden Mittel und mit Ammoniak in die Aminogruppe übergeführt wird und der so erhaltene Aminoäther in das Bromid der Formel EMI0005.0011 durch Behandlung mit starker Bromwasser stoffsäure umgewandelt wird, worauf dieses mit 4-Methyl-5-,B-ogyäthylthiazol umgesetzt wird.
    Das so erhaltene Produkt ist löslich in heissem Methanol und kristallisiert in roset- tenförmig vereinigten Nadeln vom Schmelz punkt 220' C. Es besitzt die Konstitutionsformel EMI0005.0021
CH205017D 1936-06-15 1937-06-11 Verfahren zur Darstellung eines die Wirkungweise des Vitamins B1 besitzenden Stoffes. CH205017A (de)

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