CH205130A - Verfahren zur Herstellung verzugsfähiger, vorzugsweise gekräuselter Faserlunten aus endlosen Fasergebilden. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung verzugsfähiger, vorzugsweise gekräuselter Faserlunten aus endlosen Fasergebilden.Info
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
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- D01G1/06—Converting tows to slivers or yarns, e.g. in direct spinning
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Description
Verfahren zur Herstellung verzugsfähiger, vorzugsweise gekräuselter Faserlunten aus endlosen Fasergebilden. Es sind bereits mehrfach Verfahren vor geschlagen worden, nach welchen aus end losen, insbesondere künstlichen Faserbändern verzugsfähige Lunten hergestellt werden soll ten. Diese Überführung erfolgte einmal unter Schneiden, das andere Mal unter Reissen der endlosen Faserbänder, und zwar jeweils unter Beibehaltung der ursprünglichen Parallel lagerung der Einzelfibrillen.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht die Herstellung von Faserlunten von weitgehen der Gleichmässigkeit in der Stapellänge, und zwar unter Verwendung eines Reissprozesses, vorzugsweise eines mehrfachen Reissprozesses. Das neue Verfahren gibt gegenüber den älteren Vorschlägen eine klare Arbeitsvorschrift, die es ermöglicht, mit der Hauptmenge des zu reissenden Fasermaterials hinsichtlich Faser länge praktisch jede gewünschte Stapelver teilung zu erzielen.
Es war beispielsweise früher vorgeschla gen worden, endlose Faserbänder in ein ver- zugsfähiges Faserband dadurch überzuführen, dass man das Band fortlaufend und möglichst ohne Schlupf durch zwei Walzenpaare ver schiedener Umfangsgeschwindigkeit schickt; hierbei hat das Einführsystem das endlose Band mit einer bestimmten Geschwindigkeit zu fördern und es dabei ohne Schlupf so fest zuhalten, dass es den zum Zerreissen des Bandes nötigen Zug aushält. Das Verzugs walzenpaar erzeugt durch seine grössere Um fangsgeschwindigkeit einen solchen Zug, dass die Fasern des endlosen Bandes einzeln an den jeweils schwächsten Stellen zum Reissen gebracht werden.
Obwohl vielartige Vorschläge für Verfah ren und die zu verwendenden Vorrichtungen bekannt geworden sind, ist es bisher der Technik nicht gelungen, durch Reissen eine gleichmässige Stapelverteilung in der Lunte zu erzielen, weshalb das Verfahren nicht ge nügend ausgewertet werden konnte. Keiner der Vorerfinder, auch wenn sie sich mit pro- gressivem Reissen beschäftigt haben, war in der Lage, eine brauchbare Arbeitsvorschrift zu geben. So finden sich in der Literatur Vorschläge, nach welchen empfohlen wird, die endlusen Fasern in kleinere Abschnitte, als dem Abstand der Reisswalzenpaare ent spricht, zu zerlegen.
Für ein zwei- oder mehr maliges Reissen haben ältere Erfinder bereits empfohlen, zunächst auf etwa die doppelte Länge und erst beim zweiten oder mehrfachen Reissen die Reissstrecke auf die gewünschte endgültige Stapellänge einzustellen. Aber auch diese Lehre hat noch nicht genügt, weil nicht offenbart worden ist, dass bei den Verzügen auf die jeweiligen Faserkonstanten, insbe sondere die Dehnung, Rücksicht zr) nehmen ist. Die Vorerfinder haben beispielsweise die unbestimmte Vorschrift gegeben, dass jeder gewünschte Verzug angewendet werden könne, und zum Teil werden 4- und 5- bis 6fache Verzüge als anwendbar genannt.
Derartig grobe Verzüge sind vermutlich der allgemeinen Textiltechnik entnommen worden; es hat sich aber gezeigt, dass sie beim Reissen endloser Kunstfaserbänder völlig unbrauchbar sind.
Es wurde nun gefunden, dass für die Sta pelverteilung der angewandte Verzug beim Reissvorgang von ganz entscheidendem Ein fluss ist. Die neue Lehre liegt darin, dass man den Verzug der Dehnung der vorliegenden Fasern anzupassen hat, und zwar derart, dass der Verzug nur um ein Geringes die Deh nungsgrenze überschreitet. Unter Zugrunde legung einer Faser, die etwa 20'1'o Dehnung aufweist, liegt die untere Grenze des Ver zuges bei etwa 1,3; als obere Grenze ist zu wählen ein Verzug von höchstens 2 bis höch stens 2,5. Jeder höhere Verzug führt zu einem übermässig hohen Anfall an zu kurzer Faser, der die erhaltene Faserlunte für die Weiter verarbeitung völlig unbrauchbar macht.
Unter Anwendung der neuen Lehre auf einstufiges Ileisser) kann schon eine Lunte von brauchbarer Stapelverteilung erzielt werden.
Ganz besonders wirkt sich die Lehre aber aus bei einem zwei- oder mehrfach abge stuften Reissen, wobei jeweils der Verzug der Dehnbarkeit der vorliegenden Faser angepasst ist unter gleichzeitiger Einstellung der Reiss strecke. Unter systematischer Berücksichti gung des aufgezeigten Einflusses des Verzuges auf die Stapelverteilung beim Reissprozess können Reissstrecke und Verzug., abgestellt auf die jeweilige Dehnung und die gewünschte Stapelverteilung, eingestellt werden.
Die Wir kung der neuen Lehre wird an Hand der beigegebenen Stapeldiagramme erläutert: Die mit A bezeichnete Tabelle gibt eine Zusammenstellung über die Abhängigkeit der Stapelverteilung beim Verzug unter Anwen dung einer stets gleichen Reissstrecke von 14 cm und stets gleicher Faserart mit einem Einzeltiter von 1,4 Deniers (glänzende Vis- kosefaser). Zu Grunde gelegt ist eine Faser von der Dehnbarkeit von etwa 20 0% und be trachtet soll werden der Bereich von 60 bis 140 mm.
Bei denn mit 1 bezeichneten Diagramm liegt in diesem Bereich nur ein kleiner Bruch teil der Gesarntfasermenge (19,70!o) bei einem Verzug vor) 2,5.
Auch bei einem Verzug von 2,0, siehe Diagramm Nr. 2, ist noch keine wesentliche Verbesserung eingetreten, denn hier liegen in dem angegebenen Bereich 28,40;,'o.
Bei einem Verzug von 1,5, siehe Ziffer 3, beträgt diese Zahl bereits 38,8% und bei einem Verzug von 1,3, siehe Ziffer 4, beträgt diese Zahl 56,8%.
Aus diesen vier Diagrammen ist in der Verbesserung der Faserverteilung schon bei einfachem Reissen die Wirkung der neuen Lehre ersichtlich.
Auf Blatt B ist an Hand von Faserdia grammen die Wirkung des neuer) Verfahrens dargestellt für das Reissen von Kunstfaser bändern die auf Maschinen der Baumwoll- spinnereiwerke verarbeitet werden sollen, wo bei Fasern zwischen 30 und 70 mm als noch zulässig bezeichnet werden. Auch hier wird eine Faser gerissen mit einer Dehnung von etwa 20%. Verwendet ist eine Faserart wie auf Blatt A mit einem Einzeltiter von 1,4 Deniers (glänzend).
Ziffer 1 zeigt den Erfolg des vorbereiten den ersten Reissens bei einer Reissstrecke von 15 cm und einem Verzug von 1,5. Entspre chend der Verminderung der Dehnbarkeit durch den ersten Reissprozess ist der Verzug beim zweiten Reissen auf 1,3 zurückgesetzt worden unter gleichzeitiger Verringerung der Reissstrecke auf 5 cm. In dem gewünschten Bereich zwischen 30 und 70 mm liegen hier bereits 73,4 Gewichtsprozent der Gesamt fasern.
Unerwünscht ist der immerhin noch beträchtliche Anteil von Fasern, die die obere Grenze von 70 min überschreiten. Zur Be seitigung dieser unerwünscht langen Faser anteile wählt man beim dritten Reissen zweck mässig einen wieder erhöhten Verzug, beispiels weise von 1,7, wie im Diagramm dargestellt, unter Beibehaltung der vorher angewandten Reissstrecke von 5 cm.
Damit gelingt es, den Anteil von 73,4% nach dem zweiten Arbeits- gang heraufzusetzen auf 88,7 Gewichtsprozent nach dem dritten Arbeitsgang, während län gere und kürzere Fäsern in störendem Aus masse nicht mehr auftreten.
Zweckmässig wird jeweils nach dem Reissen eine Kräuselung der Faserlunte vorgenommen. Das beschriebene Verfahren lässt sich unter sinngemässer Änderung der Arbeitsvorschrift snwenden auf Kunstfasern jeglichen Ursprungs und zu jeglicher textilen Verwendung.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung verzugsfähiger, vorzugsweise gekräuselter Faserlunten aus endlosen Fasergebilden durch ein- oder mehr maliges Reissen, dadurch gekennzeichnet, dass Verzüge kleiner als 2,5 zur Anwendung kom men. UNTERANSPRÜUCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Um Cangsgeschwin- digkeit der Verzugswalzen die der Einführ- walzen etwa um den doppelten Prozent satz der Faserdehnung überschreitet. 2.Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man bei mehrfachem Reissen den Verzug der veränderten Dehnbarkeit der Fasern anpasst. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man den Verzug auf die jeweils veränderte Reissstrecke abstimmt.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE205130X | 1937-12-15 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH205130A true CH205130A (de) | 1939-06-15 |
Family
ID=5785572
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH205130D CH205130A (de) | 1937-12-15 | 1938-01-26 | Verfahren zur Herstellung verzugsfähiger, vorzugsweise gekräuselter Faserlunten aus endlosen Fasergebilden. |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH205130A (de) |
| NL (1) | NL52741C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0292409A1 (de) * | 1987-05-20 | 1988-11-23 | SA SCHAPPE, Société Anonyme | Fasermaterial aus einer innigen Mischung von Glasfasern mit anderen Fasern |
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-
1938
- 1938-01-26 CH CH205130D patent/CH205130A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0292409A1 (de) * | 1987-05-20 | 1988-11-23 | SA SCHAPPE, Société Anonyme | Fasermaterial aus einer innigen Mischung von Glasfasern mit anderen Fasern |
| FR2615533A1 (fr) * | 1987-05-20 | 1988-11-25 | Schappe Sa | Matieres fibreuses a base de fibres de verre en melange intime avec d'autres fibres |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| NL52741C (de) |
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