CH206438A - Verfahren zur Herstellung eines dichten amorphen, wasserbeständigen Körpers. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines dichten amorphen, wasserbeständigen Körpers.

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CH206438A
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
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Description


  Verfahren zur Herstellung eines dichten amorphen, wasserbeständigen Körpers.    Die Erfindung betrifft die Herstellung  von amorphen, sehr dichten und wasser  beständigen Produkten in Formen oder zwi  schen Platten einer Plattenpresse aus     zellu-          losehaltigem,    pflanzlichem Material, wie  Holzspänen, Sägespänen,     Maisstengel,        Zuk-          kerrohrbagasse,    Stroh und dergleichen.  



  Bei der Herstellung von Platten aus rohem       zellulosehaltigem,    pflanzlichem Material ist  es üblich, das Rohmaterial in grobfaserigen  Zustand überzuführen und das derart erhal  tene Material in so viel Wasser zu suspendie  ren, dass ein feuchter Kuchen     entsteht,    aus  dem das Endprodukt hergestellt werden kann.

    Bei der Überführung des     zellulosehaltigen,     pflanzlichen Materials in     einen    groben Faser  zustand     wird    in der Regel eine kanonenartige  Vorrichtung verwendet, wie sie in der ameri  kanischen Patentschrift     Nr.1824221    beschrie  ben ist, in der das Rohmaterial,     beispielsweise     Holzstückchen, der Wirkung von hohem  Dampfdruck     unterworfen    und aus der es  durch Freilegen einer     verhältnismässig    klei  nen Öffnung in der Kanone explosionsartig  entfernt wird.

      Obwohl hohe Drücke und- Temperaturen,  beispielsweise 70,3 kg/cm' (285   C) in der  artigen Kanonen verwendet werden, ist die  Dampfbehandlung in der     Kanona    derart be  grenzt, dass das erzeugte explodierte Material  zum grössten Teil aus groben Fasern     nicht          plastischer    Art besteht, wobei eine kleine  Menge eine feine     schleimige    Natur aufweist.  Diese kleine Materialmenge - unter dem  Namen     "fines"    bekannt     --    beeinflusst die  Oberflächen der Endprodukte, die aus der  rohen Faser hergestellt werden,     beispielsweise     Hartplatten und dergleichen, nachteilig.

   Da  bisher keine     Verwendung    für dieses feine  Material bestand, das sich auf     etwa    5 bis 8  des behandelten Materials beläuft und aus  fein verteilten, zur Hauptsache nicht faseri  gen Teilchen mit etwas faserigem Material  besteht, so wurde es bisher ausgesiebt und     aus     dem groben Fasermaterial entfernt und fort  geworfen.  



  Die     Erfindung    beruht nun einesteils auf  der Entdeckung, dass dieses feinverteilte Ma  terial eine derartige formbare oder plastische  Natur aufweist, dass es, wenn es ein Plastifi-           zierungsmittel    enthält, beispielsweise eine  geringe Wassermenge, bei den Temperaturen  und     Drücken,    die gewöhnlich beim Formen  verwendet werden, zu starken amorphen Pro  dukten mit einem spezifischen Gewicht über  1,35, einer hohen Widerstandsfähigkeit gegen  die Absorption von Wasser und andern nach  stehend beschriebenen Eigenschaften geformt  oder gepresst werden kann.  



  Demgemäss bezieht sich die Erfindung  auf ein Verfahren zur Herstellung eines dich  ten, amorphen und wasserbeständigen Kör  pers, gemäss welchem Verfahren     zellulose-          haltiges    pflanzliches Material in zerkleiner  tem Zustande mit Wärme     und    Feuchtigkeit  so lange behandelt wird, bis es sich in einem  überwiegend plastischen Zustande befindet  und dass es hierauf unter Anwendung von  Druck und erhöhter Temperatur verformt  wird.  



  Die Behandlung mit Hitze und     Feuehtig-          keit    kann in verschiedener Weise durchge  führt werden, beispielsweise indem man das  oben beschriebene Nebenprodukt., welches  bei den bekannten Verfahren der Verarbei  tung von     zellulosehaltigem,    pflanzlichem Ma  terial durch Explosion unter hohem Dampf  druck zu einem groben Faserzustand zwecks  Herstellung von grobfaserigen Platten ent  steht, benutzt.  



  Es hat sich gezeigt, dass unter geeigneten  Bedingungen, die durch sehr ausgedehnte       experimentelle    Untersuchungen festgestellt  worden sind, eine zur Hauptsache vollstän  dige Umwandlung des gesamten     zellulosehal-          tigen,    pflanzlichen Materials, wie Holzab  fälle, in plastischen Zustand in der Kanone  durch eine zweite     Arbeitsweise    erreicht wer  den kann, nämlich indem man das Rohmate  rial einer intensiveren Dampfeinwirkung un  terwirft. Dies kann erzielt werden, indem  man Dampf von höherem Druck oder höherer  Temperatur verwendet, oder indem man das  Rohmaterial einer längeren Dampfeinwir  kung unterwirft, oder durch beide Verfahren.

    Auf diesem Wege kann das gesamte oder  praktisch das gesamte Material in der Kanone  in formbaren oder plastischen Zustand umge-    wandelt werden. Das so erzeugte Formmate  rial kann in geformte Produkte umgewandelt  werden, die ähnlich denen sind, die man aus  den kleinen Mengen des erwähnten feinen  Materials erzielt. Sie sind aber noch bestän  diger gegen die Aufnahme von Wasser, zei  gen eine     grössere    Oberflächenglätte und einen  höheren Widerstand gegen Schwund. Die  besonders zweckmässigen Bedingungen für  eine derartige zur Hauptsache vollstän  dige Umwandlung gewisser     zellulosehaltiger     Stoffe sind nachstehend beschrieben.  



  Es hat sich gezeigt, dass bei Spänen einer  bestimmten Kiefernart     (Pinus        Palustris)    die  minimale Temperatur, die zur Umwandlung  in einen plastisch formbaren Zustand erfor  derlich ist, wenn nicht eine später beschrie  bene Hitze- und Feuchtigkeitsbehandlung von  sehr langer Dauer angewendet wird, bei etwa  210' C liegt. Diese kann als eine kritische  Temperatur für dieses Material betrachtet  werden. Für     Cerealienstroh    und     dergl.    kann  die Temperatur etwas     niedriger    sein.

   Es  scheint kein einfaches Verhältnis zwischen  dem verwendeten Druck und der     erforder-          liehen    Hitze- und Feuchtigkeitsbehandlung  vorzuliegen, aber die nachstehend beschriebe  nen Beispiele geben dem Fachmann eine ge  nügende Anweisung. Bei genügender Zeit und  genügend hoher Temperatur in der Kanone  erfolgt eine zur Hauptsache vollständige Um  wandlung in den plastischen formbaren Zu  stand und es kann daher praktisch das ge  samte derart hergestellte Material für die  Zwecke der Erfindung benutzt werden.  



  Verwendet man beispielsweise Fichten  holzspäne mit, einem Gehalt von etwa 25  Wasser, so werden gute Ergebnisse erzielt  durch eine fortgesetzte etwa 30 Minuten  dauernde Dampfbehandlung in der Kanone  bei 21     kg!cm2    (210' C). Hierauf wird der       Auslass    der Kanone geöffnet und das Material  in den atmosphärischen Druck     explosionsartig     entladen. Das derart erhaltene Material kann  dann zu Formstücken mit beträchtlichem  plastischen Fluss geformt werden.

   Die ent  sprechende Zeit bei der Anwendung von  Dampf von 42 kg/cm' (255   C) beträgt etwa      1 Minute, und bei Dampf von 70 kg/cm'  (285   C) ist sie etwa 12     Sekunden.    Gummi  holzspäne beispielsweise erfordern     etwas    ge  ringere Dampfbehandlung als Fichtenholz,  um die gleichen Ergebnisse zu erzielen, wie  zum Beispiel 45 Sekunden bei einem Druck  von 42     kg/emz,    während eine     etwas    kleinere  Dampfbehandlung als für     Gummiholz    für       Cerealienstroh    und     dergl.    notwendig ist.  



  Die explosive Entladung des     Materials    ist  nicht immer notwendig, aber wenn sie unter  lassen wird, so muss das Material nach der  Hitzebehandlung mit Feuchtigkeit in Form  von Dampf oder Wasser auf den     notwendigen          Feinheitsgrad    in einer geeigneten Mühle oder  einer ähnlichen Vorrichtung gemahlen wer  den. Sowohl Explosion wie Mahlen können  verwendet werden. Eine derartige Hitzebe  handlung kann beispielsweise in einem Auto  klaven ausgeführt und dann durch Behandeln  mit kaltem Wasser beendet werden.  



       Wenn    das geformte Produkt nicht so  widerstandsfähig gegen Wasseraufnahme zu  sein braucht, so dass beispielsweise seine Was  serabsorption innerhalb 24 Stunden nicht  unter 2 % zu liegen kommt, so kann eine  dritte     Ausführungsform    bei der Hitze-     und     Feuchtigkeitsbehandlung zur Erzielung des  Formmaterials     verwendet    werden. Diese be  steht in einer längeren Behandlung des     zellu-          losehaltigen    Materials und bei beträchtlich       niedrigeren    Drücken und Temperaturen.

   Eine  derartige Behandlung kann     auf    verschiedene       .Weise    ausgeführt werden; sie besteht im all  gemeinen darin, dass man Zeit, Temperatur,  Druck und     Wasserstoffionenkonzentration          (pH)    bei der Hitze- und Feuchtigkeitsbehand  lung des     Materials    regelt. Der     Zeitfaktorwech-          selt    unter     derartigen        Bedingungen    stärker, als  wenn höhere Temperaturen und Drücke be  nutzt werden, aber er ist doch begrenzt.

   Die  Umwandlung, welche zur Herstellung eines  formbaren     Materials    für die Herstellung von  geformten Produkten mit einer Wasserab  sorption von etwa 2,3 % in 24 Stunden aus  reicht, wurde durch eine sechsstündige Be  handlung von rohen Sägespänen von     Southern     eine mit Dampf oder Wasser bei     einem    Druck    von 8,4     kg/emz        und    einer Temperatur von  176   C und mit einem     pH-Wert    von 4,

  2 bei  Beendigung des     Kochens        ausgeführt.    Diese       Acidität    wurde bei der     Kochoperation    ohne  jeden     Säurezusatz    erreicht. Das Produkt die  ser Umwandlung wurde gewaschen und in  Pulverform für das Pressen durch Mahlen in  einer geeigneten     Mühle    übergeführt und  durch ein Sieb von 60     Maschen/Quadratzoll     (6,451 cm) gesiebt.  



  Das     durch    Hitze- und Feuchtigkeitsbe  handlung     erzielte        Material    enthält 5     bis    23  wasserlöslicher Stoffe, je nach dem verwen  deten     Umwandlungsverfahren.    Um geformte  Produkte zu erzielen, die den besten Wider  stand gegen     Wasserabsorption    aufweisen, ist  es zweckmässig, diese wasserlöslichen Teile  vor dem Formen zu     entfernen    oder sie bis auf       etwa    3 %, durch Auslaugen mit Wasser, Fil  trieren und, falls notwendig, Pressen des ver  bleibenden festen Materials zu     vermindern.     Weniger Waschen ist erforderlich,

   wenn die  bei der Hitzebehandlung verwendete Feuch  tigkeit     in    Form von Wasser     verwendet    wird.  



  Das bei jeder der     beschriebenen    Umwand  lungen des     zellulosehaltigen    pflanzlichen  Materials zu formbarem Material erhaltene  Produkt enthält zur Hauptsache das gesamte       Lignin        und    die andern natürlichen Binde  stoffe des behandelten Rohstoffes, wobei     nur          soviel    in     Reaktionsprodukte    umgewandelt ist,  als es durch die     Hitzebehandlung    verursacht  wird. Das     Formmaterial    kann dann für Form  zwecke benutzt werden, wobei nur eine Trock  nung erforderlich ist.

   Die     Trocknung    kann  so unvollständig sein, dass 1 bis 11 % Feuch  tigkeitsgehalt als     Plastifizierungsmittel    zu  rückbleiben, oder das Material kann auch  vollständig getrocknet     und        dann    wieder bis  zu einem solchen Gehalt mit Wasser, Alkohol  oder anderem     Plastifizierungsmittel        _    ange  feuchtet werden.

   Das     Lignin    und die     andern     natürlichen als     Faserinkrusten    vorhandenen  oder in dem     zellulosehaltigen,    pflanzlichen  Material     enthaltenen    Bindestoffe und     ihre     Reaktionsprodukte in dem Zustand, wie sie  durch die Hitzebehandlung erzielt werden,  üben die erforderliche     Bindewirkung    wäh-           rend    des Formens aus, ebenso liefert das       hitze-    und feuchtigkeitsbehandelte     zellulose-          haltige    pflanzliche Material sein eigenes Füll  material ohne Zusatz von Holzmehl oder an  dern Füllstoffen.

   Stoffe, welche die charak  teristischen Eigenschaften aufweisen, können  zweckmässig unmittelbar aus dem hitzebehan  delten     Lignozellulosematerial    allein herge  stellt werden, ohne Zusatz anderer Bindemit  tel oder Füllstoffe. Falls erforderlich, können  aber auch Harze, Füllstoffe, Schmiermittel,  Pigmente oder andere Stoffe, wie sie gewöhn  lich beim Formen benutzt werden, zugesetzt  werden.  



  Das     Formen    kann innerhalb weiter Tem  peratur- und Druckgrenzen     ausgeführt    wer  den, in der Regel benutzt man Temperaturen  von etwa 120 bis 200   C und Drücke von  etwa 70 bis 210     kg!cm'''.    Die verwendeten  Drücke hängen von zahlreichen Variablen ab,  je nach dem     verwendeten        Material,    dem Ge  halt an     Plastifizierungsmittel,    der Zeit und  der     Temperatur    der Hitze- und Feuchtigkeits  behandlung, den zu formenden Körpern und  der Art des verwendeten Formverfahrens, so  wie auch von der Gegenwart von andern  Stoffen,

   wie Schmiermittel und     dergl.    Bei  spielsweise kann bei einem Gehalt von 10       Plastifizierungsmittel    ein so niedriger     Druck     wie 70     kgicm'    benutzt werden, während bei.    einem Gehalt von 4 %     Plastifizierungsmittel     ein Druck von 140     kg'cm=    vorteilhafter ist,  und bei Formmaterial, das bei niedrigerer  Temperatur als 176   C hergestellt ist, sind  noch höhere Drucke, z. B. 280     kglem2,    vor  teilhaft.

   Wenn das hitzebehandelte 'Material,  das bei Temperaturen über der kritischen  Temperatur erzeugt: ist, praktisch vollständig  getrocknet wird, so können     befriedigende,          vollkommen    wasserbeständige Produkte dar  aus geformt "erden. Es werden dann aber  höhere Drücke als 350     kg'cm\    benötigt. Die  ser     Pressdruck    kann etwas herabgesetzt wer  den, wenn man kleine Zusätze von Schmier  mitteln oder Harzen dem     Dlaterial    zusetzt.

    Verwendet man     Formdrucke    von 140     kg.7cm2,     so  erden die besten Ergebnisse erzielt mit       etwa    3 bis 7 ö Wasser als     Plastifizierungs-          mittel,    wie sieh     aus    der nachstehend angege  benen Tabelle ergibt, die die Wirkung wech  selnden Wassergehaltes beim Formen der  genannten Produkte erläutert, die aus     Kie-          ferholzspänen    durch die erste oben     besohrie-          bene        Umwandlung    erzeugt sind. bei einer  Druckdauer von 10 Minuten und einer Tem  peratur von 176   C.

   Wie sich aus der ersten  Linie der Tabelle ergibt, kann ein befriedi  gend geformtes Produkt nicht erzielt werden  ohne ein     Plastifizierungsmittel    bei einem       Formdruck    von 140 kg,/ ein.  
EMI0004.0038     
  
     % <SEP> Wasser <SEP> in <SEP> Spez. <SEP> Gew. <SEP> des <SEP>  /o <SEP> der <SEP> absorbierten <SEP> $ruchmodulus <SEP> der <SEP> Formmasse <SEP> Produktes <SEP> Wassermenge <SEP> km/cmq
<tb>  trocken <SEP> b <SEP> nass
<tb>  annähernd <SEP> null <SEP> 1,16 <SEP> 43,0 <SEP> 154 <SEP> 42
<tb>  3,6 <SEP> 1,42 <SEP> 1,6 <SEP> 478 <SEP> 422
<tb>  3,8.

   <SEP> 1,41 <SEP> 1., <SEP> 1 <SEP> 457 <SEP> 436
<tb>  4,0 <SEP> 1,44 <SEP> 0,8 <SEP> 510 <SEP> 506
<tb>  5,5 <SEP> 1,.44 <SEP> 1,0 <SEP> 422 <SEP> 401
<tb>  6,1 <SEP> 1,45 <SEP> 0,5 <SEP> 359 <SEP> 337
<tb>  6,6 <SEP> 1,42 <SEP> 0,7 <SEP> 337 <SEP> 281
<tb>  10 <SEP> 1,42 <SEP> 1,0 <SEP> 267 <SEP> 241       Bei den in der Tabelle angegebenen     'Werten     waren die Probestücke 9,7 cm X 2,5 bis  3,8     ein    X 15,2 cm gross, der     Bruchmodulus     wurde bestimmt, nachdem das Stück 24 Stun-    den nach dem Formen bei Zimmertemperatur  gestanden hatte. Der     Bruchmodulus    in feuch  tem Zustand wurde an einem 24 Stunden  luftgetrockneten Stück bei Zimmertempera-           tur    nach 24stündigem Eintauchen in Wasser  festgestellt.

   Die Wasserabsorption ist das  nach     24stündigem    Eintauchen absorbierte  Wasser.  



  Die oben angegebenen Zahlen erläutern  im allgemeinen die Stärke und das     spezifische     Gewicht geformter Produkte, die aus form  barem oder plastischem Material nach dem  zweiten     Umwandlungsverf        ahren    hergestellt  sind, aber für das letztere ist die Wasserab  sorption im allgemeinen etwas     niedriger    als  in der Tabelle angegeben und die     geformten     Produkte sind     in        andern    bereits     erwähnten     Beziehungen überlegen.

   Das gleiche bezieht  sich im allgemeinen auf die geformten Pro  dukte, die aus formbarem oder plastischem  Material nach der dritten     Ausführungsform     hergestellt sind, aber in diesem Falle ist die  Wasserabsorption höher als beispielsweise  2,3 % und es kann entweder ein höherer Pro  zentsatz an     Plastifizierungsmittel    oder ein  höherer     Druck    als 280 kg/cm' mit     Vorteil     benutzt werden.

   Wenn beispielsweise Form  pulver, das durch die sechsstündige Behand  lung in der oben angegebenen Weise erhalten  wurde, mit 4%     Wasserplastifizierungsgehalt     in einer geeigneten Form 10 Minuten lang  bei 280     kg/cm@        und    einer Temperatur von  185   C geformt     wurde,    so betrug der Bruch  modulus in dem amorphen     geformten    Pro  dukt 482     kg/cm@.    Die Wasserabsorption in  nerhalb 24 Stunden     betrug    2,3 % und das spe  zifische Gewicht 1,4.  



  Das geformte Produkt kann aus der Form  ohne Abschrecken durch sorgfältiges Regeln  der Temperatur entfernt werden. Es ist aber  ein weiterer Spielraum in den Formbedingun  gen möglich,     wenn    die Form vor dem Ent  fernen des Produktes abgeschreckt wird. Die  bestgeformten Produkte sind sehr hoch wider  standsfähig gegen Wasser und     nähern    sich  in der Dichte der Enddichte von     Lignozellu-          lose.    Wenn kein Pigment zugesetzt wird, sind  die geformten Produkte schwarz oder dunkel  braun, und die besten Produkte     nähern    sich  sehr eng schwarzem Bakelit.

   Die besten Pro  dukte werden aus geformtem Material herge  stellt, das nach der zweiten beschriebenen         Ausführungsform    erzeugt ist. Es kann in  Wasser eine Woche lang     eingetaucht    oder in  Wasser eine Stunde gekocht werden, ohne  dass es in irgend einem Falle mehr als etwa  1 bis 3 % Wasser aufnimmt oder wesentlich  an Festigkeit verliert.  



  In der beschriebenen Weise hergestellte       Formmasse    kann zu Schichten verfilzt, bis zu  einem niedrigeren Feuchtigkeitsgehalt wie  5 % getrocknet und dann gepresst oder zwi  schen erhitzten Platten zu der gewünschten  Dicke und hoher Dichte geformt werden.  Anderseits kann es in     papierdünnen    Schich  ten verfilzt werden, die bis zu einem niedri  geren     Feuchtigkeitsgehalt    als 5 % getrocknet  werden. Es werden dann genügend viel dieser  Lagen zusammengelegt zwecks     Bildung    eines  Produktes der     gewünschten    Dicke und ge  formt oder zwischen     erhitzten    Platten ge  presst.

   Auf diese Weise können amorphe Plat  ten von sehr hoher Stärke erreicht werden mit  einem     Bruchmodulus    von 1054     kg/cm2,    wenn       Formmaterial    benutzt wird, das nach dem       zweiten,        Umwandlungsverfahren    hergestellt  ist.

   Es ist     vorteilhaft,    bei der Herstellung  der     Formmasse    die obersten und Endschich  ten des Paketes aus einer Mischung aus etwa  gleichen Mengen des beschriebenen     formbaren     Materials und einem synthetischen harzarti  gen Material, wie     Phenolformaldehyd,    herzu  stellen, oder die Endschichten     können    mit  diesem oder     mit    anderem harzartigen Mate  rial imprägniert, oder das das fremde harz  artige Pigment enthaltende     Material        kann.     gegebenenfalls     auf    die Oberfläche in sehr  kleinen     Mengen    gebracht werden,

       indem    man  es versprüht oder verstäubt oder     sonstwie     aufbringt. Auf diese Weise werden geformte  Blätter mit     verschiedenem    Aussehen der  Oberflächen .erzeugt. Das Produkt kann dann  leicht aus der Presse entfernt werden. Wenn  ein Stapel papierartige Schichten verwendet  wird, verschwindet die     blattartige        Struktur     vollständig während des Pressens oder der  Formoperation. Das erhaltene endgültige       amorphe    Produkt ist dann vollständig amorph  und weist die oben     angegebenen    charakteristi  schen     Eigenschaften    auf.

        Geformte Produkte, die nach der Erfin  dung hergestellt sind, sind besonders gut ge  eignet für Zwecke, bei denen es auf gutes  Aussehen, Festigkeit, Härte, Dichte,     Wasser-          und    Säurebeständigkeit ankommt Beispiels  weise können ausser vielen andern     Stoffen          Wandbelagkacheln    aus dem Produkt herge  stellt werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung eines dichten, amorphen wasserbeständigen Körpers, da durch gekennzeichnet, dass zellulosehaltiges, pflanzliches Material in zerkleinertem Zu stande mit Wärme und Feuchtigkeit so lange behandelt wird, bis es sich in einem Überwie gend plastischen Zustande befindet und dass es hierauf unter Anwendung von Druck und erhöhter Temperatur verformt wird. UNTERANSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zellulosehaltige, pflanzliche Material über seine kritische Temperatur erhitzt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Erhitzen in einem geschlossenen Behälter unter Druck ausgeführt wird und das behandelte Material durch plötz liche Drucksenkung aufgeschlossen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 und 2, dadurch gekenn zeichnet, dass Holzspäne während 12 Se kunden bis 30 Minuten der Einwirkung von Dampf bei einem Druck von etwa 21 bis 70 kg/cm' unterworfen werden. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass Gummibaumholzspäne etwa 45 Sekunden bei einem Druck von etwa 42 kg/cm' ausgesetzt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass Fichtenholzspäne etwa eine Minute lang bei einem Druck von etwa 42 kg/cm' ausgesetzt werden. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zellulosehaltige, pflanzliche Material annähernd während 12 Sekunden einem Druck von etwa 70 kg/em2 ausgesetzt wird. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zellulosehaltige, pflanzliche Material während annähernd 30 Minuten einem Druck von etwa 21 kg/em' ausgesetzt wird. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zellulosehaltige, pflanzliche Material während annähernd 6 Stunden einem Wasserdampfdruck von etwa 8 kg/cm2 unterworfen wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserlöslichen Teile vor der Verformung teilweise aus dem zellulosehaltigen, pflanzlichen Ma- terial entfernt werden.
    10. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die wasserlöslichen Teile vor der Verformung aus dem zellu- losehaltigen, pflanzlichen Material ent fernt werden. 11. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Feuchtigkeits gehalt des plastischen Materials vor der Verformung auf etwa 1 bis 11 % einge stellt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Feuchtigkeits gehalt des plastischen Materials vor der Verformung auf etwa 3 bis 6 % einge stellt wird. 13.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das zelhalosehaltige, pflanzliche Material zu einem Blatt ver filzt und in einer geschlossenen Presse der Wirkung von Hitze und Druck un terworfen wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere durch Verfilzen von Schich ten aus zelluloseha.ltigem, pflanzlichem Material hergestellte Blätter aufeinander geschichtet und der Einwirkung von Wärme und Druck ausgesetzt werden. 15.
    Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 13 und 14, dadurch ge kennzeichnet, dass harziges Material auf wenigstens einer der äussern Oberflächen eines Blattes niedergeschlagen und das Ganze der Wirkung von Hitze und Druck ausgesetzt wird. 16. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Verformung so lange fortgesetzt wird, bis das spezifische Gewicht des geformten Produktes wenig stens 1,25 ist.
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DE912265C (de) * 1949-09-07 1954-08-30 Joachim Jost Vorrichtung zur Herstellung von Formlingen aus Holz u. dgl.

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