CH206513A - Mit Gleichstrom gespeiste Anlage mit wenigstens einem kommutatorlosen Stromrichtermotor, insbesondere für Fahrzeugantriebe mit Hochspannungs-Gleichstromspeisung. - Google Patents

Mit Gleichstrom gespeiste Anlage mit wenigstens einem kommutatorlosen Stromrichtermotor, insbesondere für Fahrzeugantriebe mit Hochspannungs-Gleichstromspeisung.

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CH206513A
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Description


  311t Gleichstrom gespeiste Anlage mit wenigstens einem kommutatorlosen  Stromrichtermotor, insbesondere für Fahrzeugantriebe  mit Hochspannungs-Gleichstromspeisung.    Die     Speisung    von Motoren aus Gleich  strom-Hochspannungsnetzen     gewinnt    mehr  und mehr an Bedeutung. Im Zusammenhang  damit steht die andere Aufgabe, für die Spei  sung von Gleichstrombahnen zu höheren  Fahrdrahtspannungen überzugehen, als dies  bisher bei Verwendung der normalen Gleich  stromkommutatormotoren möglich war. Zur  Lösung dieser Aufgabe kommen in erster       Linie    die Stromrichter in Frage, mit denen es  möglich ist, sowohl Gleichstrom zu transfor  mieren, als auch sogenannte kommutatorlose  Stromrichtermotoren zu verwenden.

   Wenn es  sich um rein motorische Antriebe handelt,  wie beispielsweise bei Lokomotiven, hat im  allgemeinen der kommutatorlose Stromrich  termotor gegenüber dem Gleichstromtransfor  mator mit Kommutatormotor den Vorzug, da  beim Stromrichtermotor die Aufgabe der  Stromwendung vom Stromrichter mitüber-    nommen werden kann und so der mechanische       Stromwender    entbehrlich wird.  



  Die Hauptschwierigkeit des Stromrichter  motors für Gleichstromspeisung besteht beim  Anlauf. So lange .der Motor noch still     steht,     ist es nicht möglich, den ihm über eine Anode  des Stromrichtgefässes zugeführten Strom auf  eine andere Anode zu     kommutieren;    wie es  zur Bildung eines Drehfeldes nötig ist. Bei  Wechselstromspeisung ist die Sache insofern  wesentlich einfacher, als man hier für die  Anoden-Kommutierung den natürlichen Null  durchgang des Stromes am Ende jeder Halb  welle der speisenden Wechselstromquelle ab  warten kann.  



  Zur Behebung dieser Schwierigkeit bei  Gleichstromspeisung könnte während des An  laufes eine zusätzliche     Kommutierungswech-          selspannung    eingeführt werden, die von einem  Hilfsaggregat gewonnen wird.     Wenn    dieses      Hilfsaggregat auch nach beendetem Anlauf  des Motors wieder abgeschaltet werden kann,  so muss es bei Antrieben mit häufigem An  lauf, beispielsweise bei elektrischen Loko  motiven, praktisch doch ständig mitlaufen,  um jederzeit betriebsbereit zu sein, und er  höht ausserdem den Gesamtaufwand erheb  lich.  



  Bei Lokomotiven besteht noch eine andere  Schwierigkeit. Wegen der niedrigeren Be  triebskosten hat sich bei grösseren Lokomoti  ven der Einzelachsantrieb gegenüber dem  Stangenantrieb durchgesetzt. Die einzelnen  Motoren laufen hierbei aber wegen der etwas  ungleichen Abnutzung der Radreifen nicht  genau synchron, sondern haben gegeneinan  der einen kleinen Drehzahlunterschied. Das  bedeutet aber bei Stromrichtermotoren, dass  jeder Motor einen eigenen, von ihm gesteuer  ten Stromrichter erhalten muss. Erfolgt fer  ner die Speisung der Motoren aus dem  Gleichstromnetz nicht unmittelbar, sondern  unter Zwischenschaltung eines Transforma  tors, so erfordert der Einzelachsantrieb wegen  des erwähnten Drehzahlunterschiedes für  jeden Motor auch noch einen besonderen  Transformator.

   Dadurch wird die Anordnung  gegenüber der Verwendung eines für alle  Motoren gemeinsamen Transformators ver  wickelter und teurer.  



  Die Erfindung vermeidet diese Schwierig  keiten dadurch, dass bereits im Stillstand des  Motors in diesem ein Drehfeld bestimmter  Frequenz erzeugt wird, das die Gegenspan  nung gegen die zugeführte     Gleichspannung     liefert und die Kommutierung der Anoden  ströme bewirkt.  



  Die Erfindung ist in der     Zeichnung    bei  spielsweise veranschaulicht, und zwar ist  hierbei zur Erzeugung des Drehfeldes gemäss  der Erfindung auf der Welle des Motors ein  Zwischenläufer frei umlaufend     angeordnet.     



  Die Abbildung zeigt die     grundsätzliche     Anordnung eines solchen Motors bei     Speisung     über einen Transformator 1. Die     Primär-          -,vicklung        \?    ist beispielsweise     sechsphasig     ausgeführt und hat Anzapfungen zur Span  nungsregelung. Der Ständer 5 und Innen-    läufer f des Motors 4 sind praktisch genau  so wie bei. einem normalen Asynchronmotor  mit Schleifringen ausgebildet. Zwischen dem  Ständer und dem Läufer befindet sich der  schmale Zwischenläufer 7.

   In dem Ausfüh  rungsbeispiel trägt der Zwischenläufer nur  eine einzige dreiphasige Wicklung, die so ge  schaltet ist, dass sie sowohl die Gleichstrom  erregung des Motors als auch die Dämpfung  der Oberfelder übernimmt, wobei die betref  fenden Ströme höherer Frequenz teilweise  über die Gleichstromquelle fliessen. Es kön  nen für diesen Zweck auch zwei getrennte       Wicklungen    vorgesehen werden.  



  Bei normalen Stromrichtermotoren trägt  der allein vorhandene Innenläufer die     Erre-          ger-(und    Dämpfer-)Wicklung und induziert  während seines Umlaufens in der Ständer  wicklung die Wechsel- bezw. Drehspannung,  die der aufgedrückten Gleichspannung das  Gleichgewicht hält und für die Kommutie  rung der Anodenströme sorgt. Die Drehzahl  regelung erfolgt durch Spannungsänderung.  beispielsweise durch Änderung der dem  Stromrichter zugeführten Gleichspannung  oder, falls diese konstant ist, durch Ände  rung des     Übersetzungsverhältnisses    eines  zwischengeschalteten     Stromrichtertransfor-          mators.     



  Der Zwischenläufer des erfindungsgemäss  verwendeten Motors verhält sich genau so  wie der Läufer eines normalen     Stromrichter-          motors.    Nimmt man der Einfachheit halber  an, dass der Stromkreis des Innenläufers des       erfindungsgemässen        Stromrichtermotors    ge  öffnet ist, so stellen der Ständer und der  Zwischenläufer einen leerlaufenden Strom  richtermotor normaler Bauart dar. Wenn der  Zwischenläufer von aussen her angelassen ist,  kann seine. Drehzahl beliebig zwischen einer  untern und obern Grenze durch Spannungs  änderung geregelt werden. Bei geöffnetem  Stromkreis des Innenläufers hat dessen Dreh  zahl keinen Einfluss, sie kann infolgedessen  auch gleich null sein.

   Wird jedoch beispiels  weise bei niedrigster Drehzahl des Zwischen  läufers und stillstehendem Innenläufer des  sen Stromkreis mit Hilfe eines dreipoligen      Schalters unmittelbar oder über Widerstände  geschlossen, so wird der Innenläufer und da  durch die Arbeitsmaschine bezw. die Loko  motive bis annähernd zur Drehzahl des Zwi  schenläufers beschleunigt. Durch weitere       Spannungserhöhung    wird dann mit dem Zwi  schenläufer auch der Innenläufer auf höhere  Drehzahlen gebracht.

   Der Motor verhält sich  genau so wie ein Drehstrom-Asynchronmotor,  nur dass das Drehfeld bei einem normalen     In-          duktionsmotor    von aussen mit einer bestimm  ten Frequenz zugeführt wird, während es bei  dem erfindungsgemässen Stromrichtermotor  vom     Zwischenläufer    gebildet wird.  



  Um den Motor stillzusetzen, wird zu  nächst die Drehzahl durch     Spannungsän-          derung    bis zur     untern    Drehzahlgrenze des       Zwischenläufers    herunter geregelt und dann  der Stromkreis 'des Innenläufers geöffnet.  Dieser verzögert sich bis zum Stillstand,  während der Zwischenläufer mit seiner  niedrigsten Drehzahl dauernd weiterläuft  und so jederzeit für den     nächsten    Anlauf des  Motors bereit ist. Der Zwischenläufer kann  gewissermassen als Taktgebermaschine ange  sehen werden, die jedoch nur aus einem  schmalen Ring besteht, der gerade so gross  ist, dass er die Wicklungen tragen kann.

   Im  Falle einer besonderen Taktgebermaschine  müsste diese     praktisch    für dieselbe Leistung  wie die Motoren ausgelegt werden.  



  Durch die Erfindung ist der Anlaufbe  trieb insofern wesentlich vereinfacht, als er  im Lerrlauf erfolgen kann, weil nur der frei  bewegliche Zwischenläufer auf Drehzahlen  gebracht werden muss. Ferner braucht der  Anlaufbetrieb nur bei der     Inbetriebnahme     der betreffenden Anlage vorgenommen zu  werden, da der Zwischenläufer auch bei still  stehendem Motor weiterläuft. Dies ist gerade  für Fahrzeuge mit ihrem häufigen Anlassen  und Stillsetzen von Wichtigkeit. Zum erst  maligen Hochfahren des Zwischenläufers aus  dem Stillstand kann eine beliebige, im Ver  hältnis zur Motorleistung sehr kleine Wech  sel- oder Drehstromquelle dienen, wobei der  Zwischenläufer zunächst als Kurzschluss  läufer hochläuft und dann aus der Gleich-    stromquelle erregt wird.

   Hat der Zwischen  läufer     ungefähr    die Drehzahl, die der unter  sten     Spannungsstufe    des Transformators ent  spricht, so kann nach Einschalten -der Gleich  stromerregung ohne weiteres auf den norma  len Betrieb mit Stromrichter umgeschaltet  werden.  



  Da der Zwischenläufer frei beweglich ist,  können jetzt ohne weiteres mehrere     Motoren     von einem Stromrichter gespeist werden. Die       Zwischenläufer    laufen alle synchron und  werden auch zwangläufig entsprechend dem  synchronisierenden Moment parallel arbei  tender Synchronmaschinen im Synchronis  mus gehalten. Es ist infolgedessen auch ohne  weiteres möglich, die verschiedenen Motoren  einer Lokomotive mit Einzelachsantrieb von  einem gemeinsamen Stromrichter zu speisen.

    Die     kleinen    Drehzahlunterschiede der     Innen-          läuferder    Motoren, die von der ungleichen  Abnutzung der Radreifen herrühren, sind so  gering, dass sie keinen nachteiligen Einfluss  auf die Lastverteilung auf die einzelnen  Motoren haben.  



  Die Drehzahl des Zwischenläufers und  damit des     Motors    hängt     ausser    von der Höhe  der dem Ständer zugeführten Spannung von  der Erregung des Zwischenläufers ab. Der  Motor verhält sich in dieser Beziehung wie  ein normaler     Gleichstrommotor.    Man kann  ihm deshalb auch eine     Reihenschluss-Charak-          teristik    geben, indem man den Zwischen  läufer     mit    einem dem Gesamtstrom propor  tionalen Gleichstrom erregt.

   Allerdings muss  darauf geachtet werden, dass auch im Leer  lauf und bei stillstehendem Innenläufer eine       Grunderregung    vorhanden     ist,    um den Zwi  schenläufer auf der gewünschten Drehzahl  zu halten.  



       Es    ist aber auch möglich, in den Strom  kreis des     Innenläufers    Widerstände zu  schalten und -dadurch dessen Anlauf zu ver  bessern. Veränderliche Widerstände im Strom  kreis des Innenläufers stellen eine weitere  Möglichkeit der Drehzahlregelung dar, die  der Motor mit normalen     Asynchronmotoren          mit        Schleifringläufern    gemein hat. Bei die  ser Regelung bleibt die Drehzahl des Zwi-      schenläufers praktisch ungeändert, und es  wird nur der Schlupf zwischen dem Zwi  schenläufer und dem Innenläufer vergrössert  bezw. verkleinert.  



  Eine andere Regelung des erfindungs  gemässen Stromrichtermotors ist die Kaska  denschaltung zweier Motoren mit Zwischen  läufern bezw. eines Motors mit Zwischen  läufer mit einem normalen Asynchronmotor.  Bei der Kaskadenschaltung wird der Strom  kreis des Innenläufers mit dem Ständerstrom  kreis des Hintermotors verbunden. Bei der  nächsten Drehzahlstufe werden dann die  Ständer beider Motoren parallel geschaltet,  oder es arbeitet nur einer von beiden Moto  ren, wenn die Polpaarzahlen der Motoren  verschieden sind.  



  Eine weitere Möglichkeit der Drehzahl  regelung ist noch die bei Gleichstrommotoren  gebräuchliche Reihen- und Parallelschaltung  mehrerer Motoreinheiten. Wie bei normalen  Stromrichtermotoren ist die Drehzahl dann  auch noch durch Änderungen des Erreger  stromes oder Verschiebung des.     Zündzeit-          punktes    des Stromrichtgefässes möglich. Diese  letzten Regelverfahren entsprechen der Ne  benschlussregelung bezw. der Bürstenver  schiebung bei Gleichstromkommutatorma  schinen.  



  Ein weiterer Vorteil der Verwendung  eines stets umlaufenden     Zwischenläufers    ist  der Fortfall eines besonderen Steuerkommu  tators, da jetzt jederzeit eine Wechselspan  nung mit einer der Drehzahl der Motoren pro  portionalen Frequenz zur Verfügung     sieht.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Mit Gleichstrom gespeiste Anlage mit wenigstens einem kommutatorlosen Strom richtermotor, insbesondere für Fahrzeug antriebe mit Hochspannungs-Gleichstrom speisung, dadurch gekennzeichnet, dass be reits im Stillstand des Motors in diesem ein Drehfeld bestimmter Frequenz erzeugt wird, welches die Gegenspannung gegen die zuge führte Gleichspannung liefert und die Kom mutierung der Anodenströme bewirkt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Anlage nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehfeld durch einen auf der Welle des Motors frei um laufenden, vor der Inbetriebnahme der Anlage hochgefahrenen Zwischenläufer erzeugt wird. \?. Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Wicklung des Zwischenläufers mit Gleichstrom erregt wird. 3.
    Anlage nach Unteranspruch 1., dadurch gekennzeichnet, dass eine Wicklung des Zwischenläufers die Abdämpfung der vom Stromrichter herrührenden Ströme höherer Frequenz übernimmt. 4. Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet., dass der Zwischenläufer nur eine Wicklung hat, welche sowohl die Gleichstromerregung als auch die Ab dämpfung der Ströme höherer Frequenz übernimmt. Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenläufer des Motors als gewöhnlicher Schleifring läufer ausgebildet ist. 6.
    Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Stillstand des Motors der Zwischenläufer mit seiner niedrigsten Drehzahl umläuft, während der Stromkreis des Innenläufers geöffnet ist. 7. Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, da.ss die Drehzahl des Zwischenläufers und somit des Motors durch Änderung der Motorspannung ge regelt wird. B. Anlage nach Unteranspruch "7, dadurch gekennzeichnet, dass zur Spannungsände rung bei Speisung über einen Stromrich- tertransformator dieser mit Anzapfungen und Stufenschalter versehen ist.
    9. Anlage nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahlrege lung zwischen mindestens zwei Span nungsstufen durch Widerstandsänderung im Stromkreis des Innenläufers erfolgt. 10. Anlage nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung der Drehzahl durch Änderung des Gleich stromerregerfeldes des Zwischenläufers erfolgt. 11. Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung der Drehzahl des Stromrichtermotors mit Hilfe der Gittersteuerung des Strom richtergefässes erfolgt. 12. Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Drehzahlrege lung eine Kaskadenschaltung von zwei Stromrichtermotoren mit Zwischenläu fern vorgesehen ist. 13.
    Anlage nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Drehzahlrege- lung eine Kaskadenschaltung -von eine Motor mit Zwischenläufer und einem normalen Asynchronmotor vorgesehen ist. 14. Anlage nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Drehzahlrege lung die Reihenschaltung mehrerer Stromrichtermotoren verwendet wird. 15. Anlage nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Drehzahlrege lung die Reihenparallelschaltung meh rerer Stromrichtermotoren verwendet wird.
CH206513D 1937-10-13 1938-10-10 Mit Gleichstrom gespeiste Anlage mit wenigstens einem kommutatorlosen Stromrichtermotor, insbesondere für Fahrzeugantriebe mit Hochspannungs-Gleichstromspeisung. CH206513A (de)

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