CH207034A - Schalteinrichtung an elektrischen Triebfahrzeugen, insbesondere Oberleitungskraftwagen. - Google Patents
Schalteinrichtung an elektrischen Triebfahrzeugen, insbesondere Oberleitungskraftwagen.Info
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Description
Schalteinrichtung an elektrischen Triebfahrzeugen, insbesondere Oberleitungskraftwagen. Bei elektrischen, insbesondere auf Strassen fahrenden Triebfahrzeugen unterliegt die Ge schwindigkeit der Fahr- und Bremsschalter betätigung im allgemeinen der Willkür des Führers, mit dem Vorteil, dass dieser die Be tätigungsgeschwindigkeit und damit das Be wegungsverhalten des Fahrzeuges jederzeit den ständig wechselnden Erfordernissen an passen kann. Diese Freizügigkeit schliesst aber auch die Möglichkeit der Anwendung unzulässiger Betätigungsgeschwindigkeit in sich.
Solche sind meist mit einer Belästigung der Fahrgäste verbunden (sto#weises Anstei gen der Beschleunigungs- bezw. Verzöge- rungskräfte auf hohe Werte) und der Führer gibt sich im allgemeinen Mühe, sie zu ver meiden. Bei Schienenfahrzeugen sind daher keine besonderen Vorkehrungen zur Ver- unmögliohmachung unzulässiger Betätigungs geschwindigkeiten zu treffen, da Überbean spruchungen der elektrischen oder mechani schen Ausrüstung durch Ansprechen der Überstromauslösung beim Anfahren bezw.
der Rutschkupplung zwischen Rad und Schiene beim Anfahren oder Bremsen von vornherein vermieden werden. Der Ober leitungskraftwagen ist durch die Überstrom- auslösung beim Anfahren in derselben Weise geschützt. Andens liegen die Verhältnisse hier jedoch bei der elektrischen Bremse. Die Reibungszahl zwischen Luftreifen und Strassenoberfläche kann unter Umständen Werte annehmen, die ein Vielfaches des Wertes betragen, bei dem Gleiten zwischen Rad und Schiene eintritt, so dass durch un vorsichtige Betätigung des Bremsschalters das Getriebe beschädigt werden kann.
Es sind verschiedene Anordnungen zur Verhütung solcher Überbremsungen bekannt geworden, bei denen das Schaltwerk eine be stimmte Geschwindigkeit, bei der der höchst- zulässige Bremsstrom. bezw. die höchst zulässige Bremskraft auftritt,
nicht über- schreiten kann. Durch alle diese Vorrichtun- gen. wird mit dem .Schaltwerk auch der Schalthebel . in seiner Bewegung gehemmt oder gesperrt, so dass sie für Anordnungen nicht in Betracht fallen, bei denen dieser noch andere Funktionen ausübt, beispiels weise bei neueren Oberleitungskraftwagen.
wo der Fusshebel für die elektrische Bremse im weiteren Verlauf seiner Bewegung noch die mechanische Bremse betätigt.
Erfindung sgemäss wird zwischen dem Be tätigungsorgan und dem Scbaltwerk eine federnde Verbindung angeordnet. Das Schalt werk folgt seiner Bewegung nur, insoweit es seine Geschwindigkeitsbegrenzung zulässt, wobei diese Begrenzung so wirkt, dass der zulässige Triebmotorstrom bezw. die zu lässige Tangentialkraft am Triebradumfang nicht überschritten wird. Die Sehaltgeschwin- digkeitsbegrenzung kann dabei geschwindig keitsabhängig sein, d. h. sie tritt auf einer bestimmten Bremsstufe nur in Wirkung, wenn bei der jeweils bestehenden Fahr geschwindigkeit der zulässige Triebmotor strom überschritten würde.
Fig. 1 der beiliegenden, schematischen Zeichnung zeigt als Anwendungsbeispiel der Erfindung eine Fusshebel-Bremssteuerung für einen Oberleitungskraftwagen. 1 ist der mit der Welle 2 fest verbundene Bremsfusshebel. der über die mit einer Einstellschraube 3 ver sehene, vorgespannte Feder 4 die Welle 5 und das Schaltwerk 6 antreibt. 7 und 8 sind Rückstellfedern für die Steuerwellen 2 und 5. Die Feder 7 kann bei entsprechender Be messung der Feder 8 wegfallen. Mit der Welle 2 ist weiter noch fest verbunden ein zweites, dem Herstellen und der Aufhebung der Bremsschaltung oder andern Zwecken dienerndes Schallwerk 9 und eine Nocken scheibe 10, die über das Gestänge 11 die me chanische Bremse betätigt.
Die Geschwindig keit der Steuerwelle 5 wird durch ein als Windflügel 12 dargestelltes Hemmwerk be grenzt, sobald ein einer Feder 13 entgegen wirkendes Solenoid 14 die Kupplung der bei den Zahnräder 15 und 16 herbeigeführt hat.
Die Anordnung ist so getroffen, dass im Winkelbereich a-b (vergl. die Bezeichnun gen an der Nockenscheibe 10) die elektrische Bremse mittels des Schaltwerkes 6 geregelt wird, während im Bereich b-c die mecha nisehe Bremse in Tätigkeit tritt. Solange das Solenoid 14 nicht anspricht, folgt die Steuer welle 5 jeder Bewegung des Fusshebels 1 un mittelbar. Durch die Ankupplung des Hemm werkes 12 wird eine elektrische Überbremsung verhindert, ohne dass die Betätigung der me chanischen Bremse irgendwie gehindert wäre. Die Anordnung besitzt weiter den Vorteil. dass bei Bruch der Kupplungsfeder 4 oder sonstigem Schaden im Schaltwerk 6 oder im Hemmwerk die mechanische Bremse jederzeit in Gang gesetzt werden kann.
Damit die Rückwärtsbewegung des Fuss hebels auch bei angezogenem Solenoid 14 sofort und unbeeinflusst vom Hemmwerk (12) erfolgt, kann dieses über ein Klinkenwerk 17 an die Steuerwelle r gekuppelt werden, wie Fig. 2 zeigt. Wird dieses Klinkenwerk un mittelbar durch das Solenoid 14 eingeschal tet, so erübrigt sich eine besondere Kupplung des Hemmwerkes mit der Steuerwelle 5.
Das Solenoid 14 könnte nun unmittelbar durch den Bremsstrom betätigt werden, wo bei aber Überbremsung nicht in allen Fällen vermieden wird. Beispielsweise kann der Schalthebel in einer Zeit auf eine der ober sten Bremsstufen bewegt werden, die kleiner ist als die zur Erzeugung des Bremsstromes erforderliche Zeit. Das Hemmwv4@rk wird dann wohl beim Erreichen des zulässigen Brems- stromes angekuppelt, der Bremsstrom wächst aber noch mehr an, da sich das Schaltwerk schon auf einer zu hohen Stufe befindet.
Dieser Mangel wird dadurch beseitigt, dass das Solenoid 14 so geschaltet ist. dass es an spricht, wenn die zu einer gegebenen Brems stufe und zum zulässigen Triebmotorstrom b porige Pahrgeschwindigkeit überschritten ist. Um dies zu erreichen, wird es z.
B. na.eh Fig. 3 von einem kleinen, mit der Fahr gesehwindigkeit verhältnisgleicher Drehzahl umlaufenden Stromerzeuger 18 über einen Stromkreis gespeist, in dem ein Widerstand 19 eingeschaltet ist. Dessen Widerstandswert wird durch das von der Steuer -elle ? oder 5 angetriebene Schaltwerk 20 so eingestellt.
dass er auf der ersten Bremsstufe einen Höchstwert und auf der letzten Bremsstufe n einen Mindestwert aufweist. Man erkennt, da# bis zum Erreichen des Ansprechstromes des Solenoids 14 auf eine um so höhere Bremsstufe geschaltet werden kann, je niedri ger die Fahrgeschwindigkeit ist.
Bei der Schaltungsanordnung der Fig. 3 gibt der Stromerzeuger 18 ständig Leistung ab, auch wenn die Ansprechstromstärke des Solenoids 14 noch nicht erreicht ist. Dies kann z. B. nach Fig. 4 vermieden werden durch Einschaltendes Schaltwerkes 20 in den Nebensehlusskreis des Stromerzeugers 18, wo bei sich dieser erst erregt, wenn die der Ein stellung des Widerstandes 19 entsprechende Widerstandsgerade die der jeweiligen Fahr- gesehwindigkeit entsprechende E.M.K.-Kurve des Stromerzeugers 18 berührt.
Unabhängigkeit von einem besonderen Stromerzeuger 18 und Anschluss des So lenoids 14 an eine beliebige Stromquelle wird z. B. nach Fig. 5 erreicht, wenn eine von der Steuerwelle 2 oder 5 angetriebene Schalt walze 21 in Abhängigkeit von der Fahr geschwindigkeit axial so verstellt wird, dass der das Solenoid 14 steuernde Kontaktfinger 22 auf einer um so höheren Bremsstufe auf den Belag 23 aufläuft, je niedriger die Fahr geschwindigkeit ist. Diese Verstellvorrich tung ist in Fig. 5 duroh einen von der Fahr zeugachse angetriebenen Fliehkraftregler 24 dargestellt.
An Stelle des Fusshebels 1 (Fix. 1) kann eine Kurbel oder ein Handrad vorgesehen sein. Die Schaltwerke 6 und 9 können für mittelbare oder unmittelbare Betätigung der Hauptstromapparatur gebaut sein. Das Hemmwerk kann als Pendelhemmung, Rei bungskupplung oder anderswie ausgebildet sein. Die Erfindung ist nicht nur für das Bremsen, sondern auch für das Anfahren anwendbar, wobei die Steuerung durch ein einziges oder getrennte 1 erfolgt.
Die Erfindung eignet sich auch für Schaltungen, bei denen die Bremskraft schon durch Beeinflussung der elektrischen Charak- teristik begrenzt ist, indem sie hier wenig stens das Überschreiten des zulässigen Höchststromes verhindert und die Freizügig keit der Betätigung der mechanischen Bremse zu wahren ermöglicht.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Schalteinrichtung an elektrischen Trieb fahrzeugen, insbesondere Oberleitungskraft wagen, gekennzeichnet durch eine federnde Verbindung zwischen dem Betätigungsorgan und dem Schaltwerk, sowie durch Schalt- geschwindigkeitsbegrenzung des letzteren, derart, dass bei jeder Betätigungsgeschwin- digkeit des der zulässige Triebmotorstrom bezw. die zulässige Tangen tialkraft am Triebradumfang nicht über schritten wird. UNTERANSPRÜCHE: 1.Einrichtung nach Patentanspruch, da durch gekennzeichnet, dass die Schalt- geschwindigkeitsbegrenzung des Schalt werkes auf jeder Schaltstufe erst in Tätig keit tritt, wenn bei der jeweils bestehen den Fahrzeuggeschwindigkeit der zu lässige Triebmotorstrom überschritten würde. 2.Einrichtung nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, d## die Kupplung des Hemmwerkes mit dem Schaltwerkdurch ein Solenoid er folgt, dass durch eine Stromquelle mit der Fahrgeschwindigkeit verhältnisgleicher Spannung über einen Stromkreis gespeist wird, in dem ein Widerstand in Ab.hän gigkeit von der esugestellten F'ahr- bezw. Bremsstufe verändert wird. 3. Einrichtung nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass .die Kupplung des Hemmwerkes mit ,dem Schaltwerk durch ein Solenoid er folgt,das durch eine mit der Fahr- geschwindigkeit verhältnisgleicher Dreh zahl umlaufende, eigenerregte Dynamo .ge speist wird, in .deren Nebenschlusskreis .ein Widerstand in Abhängigkeit von der ein- gestellten Fahr- bezw. Bremsstufe ver ändert wird. 4. Einrichtung nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplung des Hemmwerkes mit dem Schaltwerk durch ein Solenoid er- folgt, das durch eine Stromquelle über ein Schaltwerk gespeist wird, dessen Kontakt gabe in Abhängigkeit von der Fahr geschwindigkeit und der eingestellten Fahr- bezw. Bremsstufe steht.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH207034T | 1938-08-19 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH207034A true CH207034A (de) | 1939-09-15 |
Family
ID=4445335
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH207034D CH207034A (de) | 1938-08-19 | 1938-08-19 | Schalteinrichtung an elektrischen Triebfahrzeugen, insbesondere Oberleitungskraftwagen. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH207034A (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE965650C (de) * | 1943-12-19 | 1957-06-27 | Siemens Ag | Elektrischer Antrieb mit Widerstandsbremsung |
| DE1181264B (de) * | 1952-01-04 | 1964-11-12 | Theodor Kiepe Elektrotechnisch | Anordnung zur Verhinderung des UEberbremsens elektrisch angetriebener Schienenfahrzeuge |
-
1938
- 1938-08-19 CH CH207034D patent/CH207034A/de unknown
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE965650C (de) * | 1943-12-19 | 1957-06-27 | Siemens Ag | Elektrischer Antrieb mit Widerstandsbremsung |
| DE1181264B (de) * | 1952-01-04 | 1964-11-12 | Theodor Kiepe Elektrotechnisch | Anordnung zur Verhinderung des UEberbremsens elektrisch angetriebener Schienenfahrzeuge |
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