Öl- und Staubabdichtungseinrichtung an Wellen. Die Erfindung betrifft eine Öl- und Staub abdichtungseinrichtung an Wellen, mit einem mit zueinander mit gegenläufigen Manschetten flanschen versehenen Dichtungsring aus ela stischem, porenfreien und ölbeständigen Ma terial, und kennzeichnet sich dadurch, dass der Dichtungsring einen Hohlraum zur Auf nahme von Schmiermittel aufweist, der durch balgartig ausgebildete Wandungsteile be grenzt ist und über Öffnungen mit einen zwischen der Welle und den Manschettenflan- sehen befindlichen Hohlraum in Verbindung steht.
Die bisher bekannten elastischen Mate rialien, insbesondere der natürliche Gummi, sind nicht ölbeständig. Daher sind diese Ma terialien für Ölabdichtungen, beispielsweise Lagerabdichtungen, ungeeignet, da sie be reits nach kurzer Betriebszeit unbrauchbar werden, indem sich ihre Dichtungswirkung verliert. Man war daher gezwungen, der artige Ölabdichtungen aus nichtelastischem, starren Material herzustellen. Um den erfor- derlichen Dichtungsdruck an der Abdich tungsstelle, beispielsweise der Welle oder Achse, zu erreichen, war eine zweiteilige Ausführung der Ölabdichtung erforderlich, die trotz sorgfältiger Ausführung und der damit verbundenen hohen Herstellungskosten die Möglichkeit des Ölaustrittes über die Schliessstellen nicht ausschliesst.
Ein weiterer Nachteil dieser starren Abdichtungen besteht darin, dass sie die beim Betrieb zwischen der Achse und der Welle und dem Lagergehäuse auftretenden Bewegungen in axialer und in Querrichtung nicht in sich ausgleichen kön nen, so dass sie auch an den Gehäusewan dungen beweglich gelagert sein müssen. Diese bewegliche Lagerung an den Gebäuse- wandungen macht die Anordnung besonderer Dichtungsgehäuse oder -kammern notwendig und ermöglicht wiederum einen zusätzlichen Ölverlust.
Der unter der Bezeichnung "Bunall be kannte, auf synthetischem Wege hergestellte Kautschuk, aus dem der Dichtungsring der erfindungsgemässen Einrichtung, zum Beispiel hergestellt werden kann, ermöglicht zufolge seiner Ölbeständigkeit erstmalig die Herstel lung eines einteiligen, elastischen Dichtungs ringes, der die den bisher bekannten elasti schen Materialien anhaftenden Nachteile ver meidet und einen idealen, sämtlichen Anfor derungen genügenden Dichtungsstoff darstellt. Zufolge der einem Material genannter Art eigenen Elastizität kann die erfindungsge mässe Einrichtung reit Untermass oder gege benenfalls mit Übermass auf die abzudich tende Stelle aufgebracht werden.
Die beiliegende Zeichnung zeigt beispiels weise mehrere Ausführungsformen des Er findungsgegenstandes Fig. 1 ist ein Querschnitt einer erster) Ausführungsform ; Fig.2 ist eine vergrösserte Teildarstel lung gemäss Fig. 1 ; Fig. 3 ist eine Darstellung einer Ausfüh rungsform mit zwei Andruckfedern; Fig. 4 ist eine Darstellung einer andern Ausführungsform.
Gemäss Fig. 1 und 2 liegt auf einer Achse 1 mit einem Ölspritzring 2 aus einem ölbe- ständigen Material eine Doppelmanschetten flansche mit ihren zueinander gegenläufig an geordneten Manschetten 3, 3' auf, welche mit der radialen Mittelebene der Dichtung je einen spitzen Winkel einschliessen. An die Manschettenflanschen 3, 3' schliessen sich die balgförmigerr Wandungsteile 4, 4' an, die einen Hohlraum 5 einschliessen und sich nach aussen in ringflansehartige Wandungsteile 6, 6' fortsetzen,
die unter absolutem Dichtungs- schluss zwischen dem Gehäuse 7 und einer Ringplatte 8 eingespannt siird. Der Hohl raum 5 steht über radial gerichtete Bohrun gen 9 mit dem von den beiden Manschetten 3, 3' und der Welle eingeschlossenen Raum in Verbindung. In dem Hohlraum 5 ist eine schraubenförmige Andruckfeder 10 ange ordnet.
Die Fig. 3 stellt eine Ausführungsform dar, bei der in dem Hohlraum 5 zwei schrau benförmige Andruckfedern 11 angeordnet sind. Die Vig. 4 zeigt eine andere spezielle Ausführungsform, bei der die Enden 12. 12' der Wandungsteile 4, 4' an den Wandungen des Gehäuses 7 und der Abdeckkappe 13 anliegen. Diese Ausführungsform ist geeig net, geringe Verschiebungen in radialer Rich tung zwischen der Achse und dem Lager gehäuse in sich auszugleichen, während bei grösseren Verschiebungen ein Gleiten der Enden 12, 12' an den Wandungen des Ge häuses 7 und der Abdeckkappe 13 möglich ist.
Die erfindungsgemässe Einrichtung kann, wie ohne weiteres ersichtlich, allen zwischen der Welle und dem Lagergehäuse auftreten den Bewegungen mühelos folgen.
Sämtliche in der Achsrichtung oder quer zur Achsrichtung auftretende Bewegungen zwischen Welle und Lagergehäuse werden mittels der erfindungsgemässen Einrichtung ausgeglichen, so dass eine Verschiebung des Dichtungsringes auf der Welle auf ein Kleinstmass beschränkt wird und die bisher erforderliche zusätzliche bewegliche Abdich tung an den Gehäusewandungen in Fortfall kommt. Der Dichtungsring kann in den Ge häusewandungen entweder eingespannt sein oder an ihnen fest anliegen und macht so mit einen zusätzlichen Ölverlust an den Ge- häusewandungen unmöglich.
Die erfindungsgemässe Einrichtung kann überall Verwendung finden und eignet sich besonders für sämtliche Wellenabdichtungen, bei denen eine Verhinderung des Austretens des Schrniermittels notwendig ist, beispiels weise für Gleitlager oder auch Kugel- oder Rollenlager.
Die Wandungsteile 4, 4' des Dichtungs ringes der Einrichtung bilden einen Hohl raum zur Aufnahme eines Schmiermittel vorrates, wodurch der Dichtungsring für eine längere Betriebszeit voll verwendungsfähig bleibt. Eine Reibung der zueinandergegen- läufigen Manschettenflanschen auf der Welle wird durch die über (Öffnungen des Dich tungaringe8 und den zwischen den Man schettenflanschen und mit der Welle beste henden Hohlraum gewährleistete Schmierung verhindert.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, sind die äussern Fortsetzungen der Begrenzungs wände des Hohlraumes vorzugsweise als Flanschen ausgebildet und in eingebautem Zustand an ihren Enden im Gehäuse einge spannt, so dass der Hohlraum nach aussen abgeschlossen ist und Bewegungen zwischen den festen und beweglichen Teilen der Ab dichtungseinrichtung ermöglicht. Durch diese Anordnung wird die bei starren Abdichtun gen erforderliche, bewegliche Abdichtungs stelle gegenüber dem Gehäuse in einer be sonderen Kammer überflüssig.
Der bei der Verwendung der erfindungsgemässen Einrich tung erreichte absolute Dicbtungsschluss an den Gehäusewandungen stellt einen beson deren Vorteil dar, der die Verringerung der Abmessungen des Achslagers bei gleichzei tiger Hebung des Ölspiegels ermöglicht.
Der Erfindungsgegenstand eignet sich insbesonders für Lager, bei denen in axialer und radialer Richtung Bewegungen auftre ten, beispielsweise für Achslager von Schie nenfahrzeugen. Er kann selbstverständlich auch für sämtliche andere Ölabdichtungen Verwendung finden.
Besonders vorteilhaft ist die Anordnung der flanschartigen Begrenzungswände bei La gern, die vollständig mit Schmiermittel ge füllt sind, so dass selbst bei Beschädigung der einen Begrenzungswand die Betriebs- sicherbeit des Lagers nicht in Frage gestellt wird, cis auch die zweite Begrenzungstvänd allein einen absoluten Dichtungsschluss ge währleistet.