Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die Silizinmkarbid enthalten. Die Erfindung bezieht sich auf ein Ver fahren zur Herstellung von Gegenständen, die Siliziumkarbid enthalten, sowie auf einen nach diesem Verfahren erhaltenen Gegen stand. Sie kann insbesondere bei der Her stellung elektrischer Widerstände einschliess lich elektrischer Heizelemente, Lichtbogen elektroden und anderer stromführender Teile Anwendung finden.
Das Siliziumkarbid ist schon seit langem als sehr geeignetes Material für elektrische Widerstände bekannt. Es hat im Vergleich zu den meisten andern geeigneten Materialien einen sehr grossen Widerstand, ist sehr stabil und widersteht hohen Temperaturen ohne Zersetzung, hat jedoch die Neigung, sich bei höheren Temperaturen zu oxydieren.
Die grössten Schwierigkeiten, die sich der Verwendung des Siliziumkarbides für elek trische Widerstände entgegenstellen, sind der Tatsache zuzuschreiben, dass es bis jetzt not wendig war, die Gegenstände aus kristal linem oder körnigem Siliziumkarbid zu for men. Hierzu wurden im allgemeinen zwei Methoden angewandt. Eine derselben besteht darin, Bindemittel, wie Ton, Natriumsilikat und dergleichen zu verwenden.
Die so her gestellten elektrischen Widerstände waren jedoch aus verschiedenen Gründen nicht voll ständig befriedigend, und zwar insbesondere, weil sie einen zu hohen Widerstand auf wiesen, nicht gleichförmig waren und sich während der Verwendung veränderten.
Eine andere Herstellungsmethode für die Erzeugung von Siliziumkarbidwiderständen machte Gebrauch von der Rekristallisation des Siliziumkarbidmaterials. Bei diesem Prozess werden keine fremden Bindemittel angewandt und das Zusammenhaften der Kristalle oder Körner unter Bildung einer einheitlichen Struktur wird dadurch erreicht, dass das Si- liziumkarbid verdampft und wieder auskri stallisiert wird.
Widerstände, die nach dem Rekristallisationsverfahren hergestellt sind, sind porös und werden deshalb bei hohen Temperaturen sehr stark oxydiert. Überdies sind die Kosten für die Herstellung von Wi derständen nach dem Rekristallisationsver- fahren unverhältnismässig hoch, obschon sol che Widerstände Eigenschaften besitzen, die deren Anwendung an Stelle der mit zusätz lichen Bindemitteln erzeugten erwünscht macht.
Alle bisher angewandten Methoden zur Herstellung von Siliziumkarbidwiderständen auf technischer Basis machten es erforderlich, vorgeformtes Siliziumkarbid zu verwenden, das heisst ein Siliziumkarbid, das zuerst in üblicher Weise hergestellt worden war, wo nach man es zur gewünschten Korngrösse zer kleinerte. Dies erhöht natürlich die Fabri kationskosten solcher Artikel.
Vorliegende Erfindung will nun die oben erwähnten Nachteile vermeiden und erlaubt es, Siliziumkarbidwiderstände und andere Gegenstände, die Siliziumkarbid enthalten, von besserer Qualität ökonomisch herzu stellen.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von Gegenständen, die Silizium- kn enthalten ist nun dadurch gekenn zeichnet, dass man den Gegenstand aus einem Gemisch, das feinverteilten Kohlenstoff und verkohlbares Material enthält, formt, den ge formten Gegenstand mit elementarem Sili zium zusammenbringt und dann den Gegen stand und das Silizium auf eine Temperatur erhitzt, die genügend hoch ist, um ein rasches Eindringen des Siliziums in die Poren des Gegenstandes zu bewirken und Silizium karbid in situ zu bilden.
Vorzugsweise verwendet man mehr ele mentares Silizium als erforderlich ist, um die Poren des Gegenstandes auszufüllen, und es empfiehlt sich auch, die Wärmebehandlung so lange fortzusetzen, bis das überschüssige, zur Füllung der Poren nicht erforderliche Silizium durch Verdampfung entfernt ist.
Bei der Durchführung des erfindungs gemässen Verfahrens werden der Gegenstand und das elementare Silizium vorteilhafter weise rasch auf eine Temperatur oberhalb 1800 C erhitzt, wobei die Erhitzungsda,uer weniger als 5 Minuten betragen kann.
Die Erfindung betrifft ferner einen nach dem erfindungsgemässen Verfahren herge- stellten Gegenstand, der aus einem silizium- karbidhaltigen Körper besteht, der mit Sili zium imprägniert ist, und in dem das Silizium karbid zur Hauptsache zellartig angeordnet ist, wobei der Gegenstand ein für Materialien des kubischen Systems charakteristisches Röntgendiagramm aufweist. In den Zwi schenräumen zwischen dem Siliziumkarbid kann siliziumreiches Material vorhanden sein. Es können zum Beispiel in dem Gegenstand mehr als 20 % nicht an Kohlenstoff ge bundenes Silizium enthalten sein.
Der Gegen stand kann überdies ungebundenen Kohlen stoff enthalten.
Der Gegenstand gemäss der Erfindung kann als elektrischer Widerstand, z. B. als Heizwiderstand, ausgebildet sein. Er kann aber auch die Form eines End- oder Verbin dungsstückes für nichtmetallische Wider stände, die auf andere Weise hergestellt wur den, aufweisen. Weiterhin kann er die Form einer Elektrode für elektrische Lichtbogen, z. B. für die Verwendung in Zündkerzen für Explosionsmotoren aufweisen. Er kann auch als Elektrode in einem Stromkreis, der durch eine Flamme geschlossen wird, ausge bildet sein.
Der Gegenstand kann aber auch ein Element darstellen, das mechanisch auf Temperaturänderungen anspricht und ist, wie sich zeigte, den gewöhnlich für diese Zwecke verwendeten Materialien infolge seiner Kon stanz über lange Zeiträume überlegen. Eine andere Anwendungsweise besteht darin, den Gegenstand als das eine Element eines bi metallischen Thermoelementes auszubilden. Die Verfahrenserzeugnisse können auch jede andere gewünschte Form aufweisen.
Eine vorzugsweise Ausführungsform zur Durchführung des erfindungsgemässen Ver fahrens, die nachstehend eingehend beschrie ben wird, besteht darin, den Gegenstand aus einem Gemisch von feinverteiltem Kohlen stoff von poröser oder zellförmiger Struktur oder von feinverteiltem nicht porösem Koh lenstoff mit einem verkohlbaren Bindemittel, dessen Kohle zellförmige oder poröse Struk tur besitzt, zu formen.
Als porösen oder Zell- struktur aufweisenden Kohlenstoff kann man Holzkohle, und als feinverteilten, nicht porösen Kohlenstoff Lampenruss verwenden, die bezw. den man mit einem verkohlbaren Bindemittel, wie die verschiedenen pflanz lichen Mehle, z. B. Weizen-, Roggen-, oder Buchweizenmehl, Melasse, Kasein oder Deg- trin vermischt.
Der feinverteilte Kohlenstoff und das Bindemittel werden alsdann zu einem Ge misch von der gewünschten Konsistenz ver arbeitet, z. B. zu einem feuchten Gemisch, das durch Pressen verformt, oder zu einer plastischen Mischung (Teig), die durch Düsen gepresst werden kann.
Der Gegenstand wird hierauf geformt und getrocknet und dann mit fein zerkleinertem elementarem Silizium in einen Tiegel oder sonst einen geeigneten Graphitbehälter ge bracht, wobei die Menge des Siliziums etwas grösser gewählt wird als zur vollständigen Füllung der Poren des Gegenstandes erfor derlich ist. Das Zusammenbringen des Ge genstandes mit dem Silizium kann je nach Wunsch bei Zimmertemperatur oder bei höheren Temperaturen erfolgen, wobei man jedoch dafür Sorge tragen sollte, dass plötz liche Erhitzungen vermieden werden.
Wenn der Gegenstand mit dem elemen taren Silizium in Kontakt gebracht ist, wird die Temperatur rasch bis zu demjenigen Punkt erhöht, bei dem eine rasche Imprä gnierung durch das Silizium stattfindet. Es ist schwierig, die Temperatur, bei der dies der Fall ist, bestimmt festzulegen, doch kann man sagen, sie liege oberhalb<B>1800'</B> C und vielleicht bei 2500 C oder sogar 3000 C.
Die Zeit, die diese Imprägnierung in An spruch nimmt, beläuft sich meist nur auf Sekunden und die ganze Erhitzungszeit braucht 30 Sekunden bis 1 Minute nicht zu überschreiten.
Sie variiert je nach der Art der angewandten elektrischen Anlage und der verbrauchten elektrischen Kraftmenge. Im allgemeinen ist eine Heizdauer von 3 bis 5 Minuten unter allen Umständen, welche für die Durchführung des Silizierungspro- zesses günstig sind, genügend. Wenn die richtige Temperatur erreicht ist, dringt das Silizium ausserordentlich rasch in den Gegen stand ein und die Zeit, die zwischen dem Beginn der Imprägnierung und deren Beendi gung liegt, beträgt nur Sekunden.
Es empfiehlt sich, die Temperatur des Gegenstandes, nachdem im Tiegel kein Sili zium mehr vorhanden ist, noch einige Zeit beim Imprägnierungspunkt oder noch etwas höher zu halten, um eine glatte Oberfläche, die frei von anhaftenden siliziumhaltigem Material ist, zu erhalten.
Während des ersten Teils der Hitze- behandlung wird das verkohlbare Bindemittel in Kohle verwandelt und sein Rückstand ver bindet den feinverteilten Kohlenstoff zu einer zellartigen Struktur, die im wesentlichen frei ist von andern Materialien ausser Kohlen stoff.
Das in situ verkohlte Material be wirkt, dass der zum Beispiel lampenrusshal- tige Gegenstand vom Silizium vollständig durchdrungen wird und scheint der Grund dafür zu sein, dass der fertige Gegenstand eine netzartige Struktur aufweist. Das Sili zium, welches in die innersten Poren des Ge genstandes eindringt und diese ausfüllt, wenn die richtige Temperatur erreicht ist, ver bindet sich mit dem feinverteilten zellförmi- gen Kohlenstoff zu Siliziumkarbid von ganz eigenartiger Struktur.
Untersucht man Sili- ziumkarbid, das nach dem vorliegenden Ver fahren erhalten wurde, röntgenographisch, so zeigt es, im Gegensatz zum üblichen Sili- ziumkarbid, das hegagonal oder trigonal ist, ein für kubische Materialien charakteristi sches Röntgendiagramm. Die Struktur des gebildeten Siliziumkarbids ist überdies zell- artig, das heisst das Siliziumkarbid bildet ein im wesentlichen kontinuierliches Netzwerk oder eine Skelettstruktur durch den ganzen Gegenstand.
Ein geringer Teil des im Ver fahren gebildeten Siliziumkarbides erscheint unter dem Mikroskop wie wenn es aus einem geschmolzenen Magma, z. B. aus einem sili- ziumreichen Magma, auskristallisiert wäre.
Die Gegenstände, wie sie gemäss der Er findung hergestellt werden, enthalten zusätz lich zum Siliziumkarbid siliziumreiche Ma terialien in den Zwischenräumen des Sili- ziumkarbidnetzwerkes oder -skelettes und können auch noch ungebundenen Kohlenstoff enthalten. Die chemische Analyse des er findungsgemässen Produktes zeigt, dass es ausser dem an Kohlenstoff als Siliziumkarbid gebundenen Silizium noch mehr als<B>920%</B> freies Silizium enthalten kann.
Das siliziumreiche Material in den Zwi schenräumen des Gegenstandes stellt offen sichtlich eine feste Lösung von entweder Si- liziumka.rbid und Silizium oder Kohlenstoff und Silizium, oder eine feste Lösung aller drei Komponenten dar, denn es wurde fest gestellt, dass dieses siliziumhalti@e Material einen viel höheren Schmelzpunkt aufweist, als elementares Silizium.
Die Struktur der erfindungsgemäss herge stellten Gegenstände wird in zwei Beispielen in der anliegenden Zeichnung gezeigt, in der Fig. 1 eine stark vergrösserte Ansicht eines polierten Schnittes durch einen Gegen stand, der aus der nachfolgend erwähnten Mischung 2. und Fig. 2 eine stark vergrösserte Ansicht eines polierten Schnittes durch einen Gegen stand, der aus der nachfolgend erwähnten Mi schung 3 hergestellt wurde, zeigt.
In der Zeichnung ist das Siliziumkarbid- netzwerk mit 10 bezeichnet und das Silizium oder siliziumreiche Material mit 11; gelegent liche Hohlräume sind mit 12 bezeichnet.
Die Materialien, welche für die Durch führung der vorliegenden Erfindung geeig net sind, sind sehr zahlreich und es ist daher nicht angängig, Beispiele für alle möglichen Kombinationen von Materialien, die Verwen dung finden können, zu geben. Einige Bei spiele für geeignete Mischungen mögen ge nügen, um die möglichen Variationen anzu deuten.
<I>Beispiele:</I> 1. Ein Gemisch, das sich zur Verformung durch Pressen oder Stampfen eignet, besteht aus 20/'o Sägemehl, <B>10%</B> Kornmehl, z. B. Weizenmehl, 70% feinverteiltem Kohlenstoff. z. B Lampenruss. Die oben genannten Materialien werden trocken gut vermischt und dann mit Melasse und Wasser in folgendem Mengenverhältnis versetzt: 65-70% der oben genannten trockenen Mischung, 25 % Melasse, 10-5 % Wasser.
Eine Mischung, die sich zur Verfor- inung durch Auspressen aus Düsen eignet, besteht aus 13 % Kornmehl, z. B. Weizenmehl, <B>62%</B> Kohlenstoff, z. B. Lampenruss, und 25 % Wasser.
Dieses Gemisch bildet einen Teig, der sich sehr gut zum Auspressen eignet, und dem gewünschtenfalls Glyzerin in geringen Men gen als Schmiermittel für den Pressvorgang zugesetzt werden kann.
3. Ein Gemisch, das sich zum Auswalzen in Blätter eignet, besteht aus 27 % Kornmehl, z. B. Weizenmehl, 45 % Kohlenstoff, z. B. Lampenruss, und <B>28%</B> Kaseinleim, der ungefähr 15 % Kasein enthält.
4. Ein zum Stampfen geeignetes Gemisch besteht aus 29 % Kohlenstoff, z. B. Lampenruss, <B>29%</B> Holzkohle, z. B. von einer Korn grösse, die ein 20-Maschensieb pas siert, 11% Kornmehl, z. B. Weizenmehl, <B>31%</B> Kaseinleim. der etwa 15 % Kasein enthält.
5. Ein besonders plastisches Gemisch. das sich auspressen und zu gebogenen Gegen ständen verarbeiten lässt, besteht aus <B>28%</B> Graphit, z. B. Flockengraphit, 22 % Kornmehl, z. B. Weizenmehl, <B>10%</B> Holzkohle, z. B. von einer Korn grösse, die ein 50- oder 70-Maschen- sieb passiert, 40% Kaseinleim, der etwa 15 Kasein enthält. 6. Eine Mischung, die zum Auspressen gerader Stücke geeignet ist, besteht aus <B>26%</B> Kohlenstoff, z. B. Lampenruss, 267o, Holzkohle, z.
B. von einer Korn grösse, die ein 30- bis 40-Maschen- sieb passiert, <B>17%</B> Kornmehl, z. B. Weizenmehl, <B>31%</B> Kaseinleim mit einem Kaseingehalt von etwa 15 % .
Andere Materialien, welche der Mischung entweder als teilweise oder vollständiger Er satz für die oben genannten Komponenten zugesetzt werden können, sind Holzmehl, Leinöl oder tierischer Leim, als verkohlbare Substanzen und pulverisierte Holzkohle oder pulverisierter Koks als feinverteilter Kohlen stoff.
Elektrische Widerstände, die gemäss der vorliegenden Erfindung hergestellt sind, haben, wie sich zeigte, im Vergleich mit Si- liziumkarbidwiderständen, die nach bekann ten Verfahren erzeugt wurden, einen sehr niedrigen Widerstand. So hat zum Beispiel ein aus der Mischung 5 hergestellter Gegen stand einen spezifischen Widerstand von etwa 0,003 Ohm pro cm'.
Dieser niedrige spezifi sche Widerstand, verbunden mit der Tat sache, dass die Mischung, aus welcher der Wi derstand geformt wird, eine Konsistenz auf weisen kann, die einen Auspressprozess ge stattet, macht es möglich, das noch nicht sili- zierte Material in. Formen und Grössen zu bringen, die bis jetzt nicht möglich waren. So kann man die Mischung zum Beispiel zu einem Stab auspressen, der einen Durch messer von zirka 1,5 cm aufweist.
Dieser Stab kann dann zu einer Spirale verformt werden, deren Windungen einen kleinen Ra dius besitzen, welcher zum Beispiel 3 cm be tragen kann.
Zusätzlich zu ihrem geringen elektrischen Widerstand haben die Gegenstände gemäss vorliegender Erfindung, wie sieh zeigte, noch eine Anzahl anderer Eigenschaften, die sie für verschiedene Verwendungszwecke äusserst wertvoll machen.
Sie rekristallisieren nicht und erfahren auch während der Verwendung keine Veränderungen, welche ihre :elektri schen Eigenschaften verschlechtern könnten, und stellen. infolgedessen ein elektrisch rela tiv stabiles Material dar, selbst wenn sie bei extrem hohen Temperaturen verwendet wer den. Sie sind hoch feuerfest, chemisch inert bei hohen Temperaturen und besitzen im hei ssen Zustand praktisch ihre gesamte ursprüng liche Festigkeit, so dass sie während der Ver wendung starr und unverändert bleiben.
Ein hervorstechender Vorteil der Gegen stände gemäss der Erfindung besteht darin, dass sie praktisch nicht porös und infolge dessen sehr widerstandsfähig gegen Oxyda tion sind. Infolge .der Oxydationsfestigkeit verändern sie auch bei lang=er Betriebsdauer bei hohen Temperaturen ihren elektrischen Widerstand nicht.
Sie besitzen weiterhin die wertvolle Ei genschaft, dass sie beim asymmetrischen Er hitzen einen thermoelektrischen Effekt von bemerkenswerter Grösse liefern.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass ihr Temperaturkoeffizient des elektrischen Widerstandes so ist, dass sie als Heizelement stabil sind, das heisst sie erreichen bei einer gegebenen Spannung eine maximale Tem peratur und erfordern keine äusserlichen Hilfsmittel zur Verhinderung des Ansteigens der Stromstärke.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren kann man nicht nur Widerstände, sondern auch sogenannte "kalte Enden" für Silizium- karbidwiderstände, die nach andern Verfah ren hergestellt wurden, erzeugen.
Es war bis jetzt üblich, die Enden von Siliziumkarbid- widerständen aus einem Material herzustellen, das einen geringeren Widerstand aufweist als der Hauptteil, um zu erreichen, dass die En den im Betrieb niedrigere Temperaturen auf- weisen,
woher der Name "kalte Enden" kommt. Die Mischung 3 zum Beispiel kann in pastenförmiger Konsistenz auf die Enden eines Siliziumkarbidwiderstandes aufgebracht und nach dem beschriebenen Verfahren sili- ziert werden. Man erhält so einen Körper, dessen Enden aus siliziertem Siliziumkarbid bestehen und dessen Struktur in Fig. 2 ge zeigt wird.
Man kann aber auch Verbindungsstücke zwischen nichtmetallischen Widerständen und den elektrischen Leitern, sowie zwischen nichtmetallischen Widerständen unter sich, herstellen.
Solche Verbindungsstücke .sind zum Bei spiel Endstäbe, Kontaktringe, Jochverbin dungen usw., die, wenn sie nach dem vor liegenden Verfahren hergestellt sind, eine lange Betriebsfähigkeit und hohe Wirksam keit besitzen.
Ausser als elektrische Heizwiderstände sind infolge der oben kurz erwähnten physi kalischen Eigenschaften, bei geeigneter Aus bildung, die Gegenstände auch für viele an dere Zwecke sehr gut verwendbar, von denen nachstehend einige Beispiele gegeben werden.
Infolge ihrer elektrischen Eigenschaften und der chemischen Widerstandsfähigkeit eignen sie sich insbesondere auch als Elek trode in Zündkerzen, sowie als Elektrode bei elektrochemischen Prozessen. Eine solche Ausführungsform der Zündkerzen besteht zum Beispiel aus einem Ring oder Rohr, wel ches in oder auf dem untern Teil des Zünd kerzenkörpers befestigt ist, einer Nadel oder einem Stab, der axial zu dem genannten Ring- oder Rohr befestigt und mit der Zuführung, welche im Porzellan oder einem andern Iso liermittel der Kerze angebracht ist, verbun den ist. Der Zwischenraum zwischen dem Ring oder Rohr und der Nadel oder dem Stab ist die Funkenstrecke.
Eine mit diesen Elektroden ausgestattete Zündkerze eignet sich besonders für die Verwendung in Diesel motoren, da sie den strengen Anforderungen, die besonders beim Starten auftreten, wider steht.
Eine sehr wertvolle Anwendungsweise des Erfindungsgegenstandes ist die Ver wendung in elektrischen Stromkreisen, in denen ein Teil des Stromkreises eine Flamme ist, die in Kontakt mit einem elektrischen Leiter steht. Zur Zeit werden für diesen Zweck verschiedene hitzebeständige Metall stäbe verwendet. Diese sind jedoch nicht be- friedigend, da sie nur eine kurze Lebensdauer aufweisen und die elektrischen Eigenschaften ständig verändern.
Zudem sind diese Stäbe infolge der Einwirkung der Flamme der Kri stallisation unterworfen. Infolge ihrer elek trischen Stabilität und Konstanz sind die erfindungsgemäss herstellbaren stromführen den Teile, die in direktem Kontakt mit einer Flamme stehen, besonders wertvoll. Ein Bei spiel für einen elektrischen Stromkreis, in welchem eine Flamme einen Teil des Strom kreises bildet, ist ein Gasverbrennungssystem. in dem eine Nebengasflamme einen Teil eines elektrischen Stromkreises, welcher die Brenn stoffzufuhr reguliert, bildet, und in welchem, sobald die Nebenflamme auslöscht, der Stromkreis unterbrochen wird, um eine wei tere Brennstoffzufuhr zu verhindern.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren lassen sich ebenfalls Teile von Kontrollappa raten herstellen. Die Wirkungsweise solcher Apparate beruht oft auf der mechanischen Ausdehnung oder Kontraktion eines Kon trollelementes unter dem Einfluss zu- oder ab nehmender Temperaturen. Um eine genaue und wirksame Arbeitsweise zu ermöglichen, ist es erforderlich, dass die Ausdehnungs koeffizienten des Kontrollelementes bei allen Temperaturen, sowohl bei Temperaturab nahme als bei Temperaturzunahme, ungeach tet der vorangegangenen Temperaturschwan kungen, konstant bleiben.
Es wurde gefun den, da,ss metallische Kontrollelemente nicht genau arbeiten, was der ständigen Änderung der Kristallstruktur des Metalles durch den Einfluss der Hitzebehandlung, der das Ele ment unterworfen ist, zugeschrieben werden muss. Verwendet man an Stelle der früheren Legierungen zu diesem Zweck verfahrens- remäss hergestellte Elemente. so erhält man Apparate, deren Genauigkeit über einen viel längeren Zeitraum gewährleistet ist.
Eine andere Art der Temperaturkon trolle besteht darin, den thermoelektrischen Effekt eines Kontrollelementes zu bestim men. Eine übliche Form dieser Art Kontroll- elemente besteht in dem bekannten bimetälli= sehen Thermoelement, in welchem zwischen zwei elektrisch verschiedenen Metallen eine thermoelektrische Potentialdifferenz entsteht.
Erhitzt man einen Stab, der gemäss vorliegen der Erfindung hergestellt ist, unsymmetrisch, das heisst lässt man die Hitze nicht in der Mitte zwischen beiden Enden einwirken, so entsteht zwischen den beiden Enden eine Po tentialdifferenz. Im Vergleich zu derjenigen der bisher bekannten bimetallischen Elemente ist dieselbe hoch und diese Eigenschaft zu sammen mit andern hierin erwähnten macht solche Stäbe sehr wertvoll für die Verwen dung als Thermoelement in Temperatur messern und andern pyrometrischen Appara ten.
Ein Thermoelement, welches aus einem verfahrensgemäss hergestellten Stab und einem andern Material, dessen thermoelektri- scher Effekt dazu additiv ist, besteht, er zeugt eine elektromotorische Kraft, die we sentlich grösser ist als diejenige der bisher bekannten Thermoelemente.
Die Hitzebeständigkeit und die chemische Widerstandsfähigkeit der Gegenstände gemäss vorliegender Erfindung lässt sie auch als ein ideales Material bei der Herstellung von Ofenfurnituren, wie Muffeln, Platten, Mul den, Zylinder, Rinnen, Bolzen, Zapfen, Schutzrohre und dergleichen verwenden, ins besondere dann, wenn so strenge Bedingun gen bei der Verwendung auftreten, welche andere hitzebeständige Materialien nicht aus halten. .
Die Härte der Gegenstände macht diese weiterhin wertvoll als Mittel, die zum Schleifen oder Zerkleinern dienen, wie z. B. Schleifsteine, Rädchen und Steine, welche zum Zerkleinern und Vermahlen= oder zum Schneiden von Glas, Kautschuk und kera mischen Materialien dienen, oder Mörser und Pistille oder andere gegen Oberflächenabnüt zung beständige Gegenstände. Sie können ebenfalls als Polierwerkzeuge und derglei chen ausgebildet sein.