Nummernwählapparat. Der Nummernwählapparat ist ein mecha nisches Gerät für das Wählen der Teil nehmernummern in automatischen Telephonie- anlagen, analog dem bekannten Nummern schalter mit Drehscheibe. Die Wahl der Nummern erfolgt aber nicht mit einer Dreh bewegung, sondern mit einem Tastenwerk von 10 Tasten.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungs beispiel des Erfindungsgegenstandes darge stellt.
Fig. 1 zeigt den Apparat im Grundriss: Fig. 2 ist ein Seitenriss desselben; Fig. 3 zeigt die Ausbildung der Steuer schienen in der in der Fig. 2 gezeichneten Pfeilrichtung a gesehen.
Der Apparat setzt sich zusammen aus: a) Einem Impulskontakt 1 mit Geschwin digkeitsregler.
b) Einer Scheibenachse 2 mit zehn neben einanderliegenden Impulsfreigabescheiben 3, welche am Kranze Ausfräsungen besitzen, die bei einer Drehung der Achse über einen Kontakt je zwölfmal die gleiche Anzahl Im- pulse freigeben können. Die erste Scheibe kann zum Beispiel 12X 1 Impuls, die zweite Scheibe 12 X 2 Impulse freigeben und so fort bis zur zehnten Scheibe, welche 12 X 1.0 Impulse freigeben kann.
Die zehn Impulsfreigabescheiben sind mit je 12 beweglichen Deckblechen 4 (Masken in Segmentform) ausgerüstet, die im Ruhe zustand die Ausfräsung am Kranze so über decken, dass die Impulsfreigabescheiben kreis rund erscheinen und beim Ablauf ohne vor herige Beeinflussung durch die Tastatur keine Impulse erfolgen können.
Die Scheibenachse kann als mechanischer Nummernspeicher bezeichnet werden.
c) Einem Tastenwerk mit zehn Tasten 5 bezeichnet mit 0-9, so ausgebildet, dass die jeweils gedrückte Taste auf der ihr zuge hörenden Impulsfreigabescheibe eine der zwölf Masken von der Scheibe abhebt und zugleich die ganze Scheibenachse um 1/i2 ihres Umfanges oder = 1 Schritt dreht, wo bei die abgehobene Maske durch eine Aus sparung im feststehenden Haltering 12 hin- durch und hinter denselben geschoben wird und so lange hinter diesem Ring gleitet, bis die abgedeckte Partie der Freigabescheibe einen Kontakt passiert hat, der die ihr zu gehörende Anzahl Impulse freigibt.
Sobald dies geschehen ist, legt sich die Maske durch die Aussparung im Haltering 12 wieder an die Impulsfreigabescheibe an, womit die mit der entsprechenden Taste ge drückte Zahl wieder "gelöscht" ist.
d) Einem Federtriebwerk oder einem Wechselstromkleinmotorantrieb gekuppelt mit dem unter a erwähnten Kontakt mit Regler, sowie der unter b beschriebenen Impuls- scheibenachse.
Das Federtriebwerk 7 ist mit einem Hebel 8 ausgerüstet, der beim Niederdrücken erstens das Werk aufzieht und zweitens am Ende des Aufzugweges die Scheibenachse freigibt für den Ablauf einer Umdrehung und drittens eine sichtbare Kontrollnummer wieder löscht.
e) Einem Nummernanzeiger 16, der die zum Ablauf vorbereiteten Zahlen anzeigt, und der mit dem unter b beschriebenen Auf zughebel wieder auf Null zurückgestellt wer den kann.
An Stelle dieses Nummernanzeigers kann aber die zum Ablauf vorbereitete Zahl auch so sichtbar gemacht werden, dass sie genau wie bei den Schreibmaschinen direkt auf einem Band oder einem Ticket zum Abdruck kommt, indem das Tastenwerk mit einem Typenhebelsatz in Verbindung gebracht wird.
Mit diesen Organen ist es möglich, jede beliebige 1-10stellige Zahl in rascher Folge zu drücken, zu kontrollieren und zum Ablauf zu bringen.
Wird eine neunstellige Zahl gewählt, so werden 9/ia der einmaligen Umdrehung der Scheibenachse für die Impulssendung ausge nützt und 1/,z wird gebraucht für das An legen der Abdeckbleche an die Impulsfrei- gabescheiben. Die beiden verbleibenden Zwölf tel sind in diesem Falle nicht ausgenützt.
Da nun aber auch kleinere Zahlen ge wählt werden, namentlich im Lokalverkehr, so wird, um Leerlaufzeiten zu eliminieren, beim Niederdrücken des Auslösehebels die Impulsscheibenachse immer automatisch so viel vorwärts gedreht, bis die erste abge deckte Ausfräsung vor den Impulsfreigabe- kontakt zu stehen kommt. Wird beispielsweise eine fünfstellige Zahl gewählt, so wird die Scheibenachse automatisch um sechs Stellen vorgeschoben, bei einer siebenstelligen Zahl um vier Stellen, also um so viel, dass beim Ablauf der Zahl die Impulse vom ersten Mo ment an gesendet werden.
Der hier beschriebene Apparat ist gebaut für die Zusammenstellung und Sendung von 10 Ziffern. Er kann natürlich ebensogut für 11, 12 und mehr Ziffern gebaut werden, was möglicherweise mit dem Weiterschreiten des automatischen Telephonverkehrs nötig sein wird.
Auch kann die Konstruktion so gemacht werden, dass der ganze Wählvorgang auf eine einzige Impulsscheibe konzentriert wird statt auf zehn, wie hier beschrieben, wobei ein Deckblech 4 in Fig. 2 in zehn einzelne Segmente aufgeteilt wird.
Der Apparat arbeitet wie folgt: Beim Drücken einer Taste 5 macht der ihr zugehörende Steuerhebel 11 durch ent sprechende Steuerung durch eine auf der Steuerschiene 10 angeordnete Weiche 18 zuerst eine horizontale Bewegung und stösst durch ein Loch in der Impulsfreigabescheibe 3 das Abdeckblech 4 von der Scheibe weg. Beim weiteren Niederdrücken der Taste nimmt nun der Steuerhebel 11 die der Taste zugehörende Impulsfreigabescheibe 3, welche mit der Achse verbunden ist, um genau 1/1z ihres Umfanges mit. Gleichzeitig wird das Abdeckblech 4 hinter den Haltering 12 ge schoben.
Am Ende des; Tastenweges angelangt, gibt die Weiche 18 der Steuerschiene 10 den Steuerhebel 11 wieder frei, um mit der Spiral feder 15 in seine Ausgangsstellung zurück zufedern. Beim Loslassen der Taste 5 zieht nun die Tastenfeder 14 die Taste 5 ebenfalls in ihre Ausgangsstellung zurück, wobei der Steuerhebel 11 wieder genau vor das fol gende Mitnehmerloch zu stehen kommt. Die gedrückte Zahl ist nun zum Ablauf vorbe reitet und der gleiche Vorgang wiederholt sich so oft, bis die ganze zu wählende Teil nehmernummer vorbereitet ist.
Mit dem Niederdrücken des Auslösehebels 8 wird nun das Federwerk 7 aufgezogen, mit Hilfe der Kupplung 6 die Scheibenachse um soviel vorwärts gedreht, bis die erste abgedeckte Ausfräsung derjenigen Impulsfreigabescheibe 3, deren zugehörende Taste zuerst gedrückt wurde, vor den Impulsfreigabekontakt 13 zu stehen kommt und dort durch eine nicht darge stellte Klinkenanordnung fixiert wird, und endlich wird der Auslösestift 9 ausgekuppelt.
Mit dem Loslassen des Auslösehebels 8 wird zuerst die Klinkenanordnung gelöst und nun dreht die Scheibenachse 2 die zehn fest auf ihr sitzenden Impulsfreigabescheiben an den in Serie geschalteten und über jeder Scheibe montierten Freigabekontakten 13 vorbei; wobei über den Impulskontakt 1 die entsprechende Anzahl Impulse ausgesandt wird.
Da es sehr wichtig ist, dass die vorberei tete Nummer vor dem Ablauf auf ihre Rich tigkeit geprüft werden kann, ist ein Num mernanzeiger 16 so im Apparat eingebaut, dass die zuerst gedrückte Zahl über ein He belwerk 17 im Nummernanzeiger 16 immer auf dem ersten Zahlenrädchen erscheint und die übrigen Zahlen sich folgerichtig anreihen. Mit dem Niederdrücken des Auslösehebels 8 stellt sich der Nummernanzeiger automatisch wieder auf Null ein.