CH208398A - Verfahren zur Herstellung eines Werkstoffes mit hoher Anfangspermeabilität und geringer Änderung der Permeabilität im Bereiche schwach magnetisierender Felder. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Werkstoffes mit hoher Anfangspermeabilität und geringer Änderung der Permeabilität im Bereiche schwach magnetisierender Felder.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung eines Werkstoffes mit hoher Anfangspermeabilität und geringer Änderung der Permeabilität im Bereiche schwach magnetisierender Felder. Es ist zwar bereits darauf hingewiesen worden, dass sich der Zusatz von Aluminium zu Eisen hinsichtlich der magnetischen Eigenschaften in gleicher Weise wie der Zu satz von Silizium verbessernd auswirkt. Man hatte jedoch festgestellt, dass die durch Aluminiumzusatz erhaltenen Verbesserun gen geringer sind als die, die bei Silizium zusatz gefunden wurden.
Ausserdem sind diese Untersuchungen an Eisen-Aluminium- Legierungen bisher nur im Hinblick auf die Verwendung des Werkstoffes für Dynamo- und Transformatorenbleche, also für die Starkstromtechnik, gemacht worden.
In die Schwachstromtechnik hat dem gegenüber Eisen-Aluminium bisher erst wenig Eingang gefunden, was hauptsächlich daran liegt, dass es, wie schon erwähnt, vom Standpunkt der Starkstromtechnik aus den Eisen-Silizium-Legierungen unterlegen ist. Es hat sich jedoch gezeigt, dass in der Schwachstromtechnik Eisen - Aluminium Legierungen nach bestimmter mechanischer und thermischer Behandlung, wie sie durch die Erfindung beschrieben wird, mit Vorteil verwendet werden können. So sind diese Le gierungen sowohl für die Bewehrung von durch Starkstrom beeinflussten Fernmelde kabeln als auch für Abschirmzwecke zur Er höhung der Übersprechdämpfung sehr gut brauchbar.
Weiterhin sind diese Legierungen mit Vorteil da anwendbar, wo es bei relativ hohen Aufangspermeabilitäten auf einen ge ringen Anstieg der Permeahilität im Bereiche schwach magnetisierender Felder ankommt, beispielsweise bei Übertragern.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung eines Werkstoffes mit hoher An fangspermeabilität und geringer Änderung der Permeabilität im Bereiche schwach magnetisierender Felder aus einer Eisen-Alu- minium-Legierung mit 0,5 bis 7 % Aluminium ist dadurch gekennzeichnet, dass der Werk stoff auf das Fertigmass mit, einem Verfor- mungsgrad von mehr als 25 % kaltverformt und dann bei einer Temperatur zwischen 900 und<B>1100'</B> C schlussgeglüht wird.
Als be sonders geeignet haben sich solche Erzeug nisse erwiesen, bei denen die Kaltverformung mit einem Verformungsgrad von etwa<B>60%</B> durchgeführt. wurde und die nach der Schluss- glühung langsam abgekühlt worden sind. Die Abkühlungsgeschwindigkeit wird hierbei zweckmässig so gewählt, dass die Abkühlung von der Glühtemperatur bis auf 400' C min destens eine Stunde in Anspruch nimmt.
Im allgemeinen werden die gleichen mag netischen Eigenschaften erreicht, \nenn der nach der Erfindung vorgenommenen Schluss- glühurrg bei hohen Temperaturen unmittelbar eine thermische Behandlung bei 500-700' C vorausgegangen ist.
Zur Erhöhung der 1"\ber.spreehdä,mpfung in Fernmeldekabeln. hat man als Schirm material bisher Eisen-Nickel-Legierungen, die sich durch eine hohe Anfangsperrnea.bili- tät auszeichnen, verwendet. Wie nach stehende Tabelle zeigt, sind Eisen-Alurni- nium-Legierungen, wenn sie nach dem Ver fahren gemäss der Erfindung behandelt wer den,
durch ihre relativ hohe Anfangspermea- bilität ebenfalls ein brauchbarer Werkstoff für Abschirmzwecke. Die in der Tabelle an gegebenen Werte wurden bei einem Kalt- walzgrad von<B>60%</B> erzielt.
EMI0002.0034
AI-Gehalt <SEP> Temperatur <SEP> Glühzeit <SEP> und<B>'</B> <SEP> #to <SEP> (nach <SEP> dem
<tb> Atmosphäre <SEP> Aufwickeln)
<tb> 1. <SEP> ;ö <SEP> 980 <SEP> <SEP> 11<B>1</B> <SEP> H:
, <SEP> 600
<tb> 1,5ö <SEP> 980" <SEP> 11<B>1</B> <SEP> H., <SEP> 720 In Fig. 1 ist für eine bei 1000 C in Ge genwart von Wasserstoff eine Stunde lang geglühte. Eisen- Aluminium-Legierung mit 1,5901' Aluminium der Zusammenhang zwi schen Perrneabilität und magnetisierender Feldstärke für verschieden starke, der Schlussglühung vorausgegangene Kaltwalz- verformung dargestellt.
Hierin beziehen sich die Kurve a auf einen Walzgrad von 25 %, die Kurve b auf einen solchen von 60 % und die Kurve c auf einen 85 % igen Walzgrad. Ausserdem sind die gleichen Zusammenhänge nach einer Biegeverformung des Bandes wiedergegeben, die durch Aufwickeln auf ein Kabel entstanden ist, wobei sich die Banddicke zum Kabeldurchmesser wie 1 : 100 verhält. Die den Kurven a, b und c entspre chenden Permeabilitätswerte nach dieser Biegeverformung sind mit a, <I>b'</I> und c' be zeichnet.
Besonders bemerkenswert ist das magne tische Verhalten der Probe b, die vor der letzten Glühung eine Walzverformung von 60% erfahren hat. Bei relativ hoher An fangspermeabilität von ct" ---- 880 beträgt der Anstieg<I>4 =</I> (,rc",1-,u")j,rr" nur 12,2 %. Ausser dem liegt die Maximalpermeabilität ver gleichsweise niedrig, wodurch die Kurve bis zu relativ hohen Feldstärken von etwa 2 Orsted einen sehr flachen Verlauf hat.
Hierlx i steigt infolge der Biegeverformung die Maximalpermeabililät der Probe l) von etwa<B>1800</B> auf 2500 an, während sich im scharfen Gegensatz hierzu bei den Proben a und c die Maximalpermeabilität durch die Biegeverformung in bekannter Weise er niedrigt.
Der geringe Permeabilitätsanstieg bei rela tiv hoher Anfangspermeabilität ist eine bei magnetischen Werkstoffen oft zu erstrebende Eigenschaft, die in einer derart günstigen Weise bisher noch nicht anzutreffen war.
Bei den bisher gegebenen Beispielen wurde die Glühung in Gegenwart von Wasserstoff durchgeführt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass noch weitere Verbesserungen der magnetischen Eigenschaften dadurch erhal ten werden können, dass bei der Glühung für die Anwesenheit von Sauerstoff gesorgt. wird.
Als Beispiel sind in der folgenden Tabelle die Werte für die Anfangsperrneabilität ,u" und für den prozentualen Anstieg der Per- meabilität 4,u <I>o =</I> (ico,i-sso)/ico für eine Le gierung mit<B>3,68</B> % Aluminium, Rest Eisen, angegeben, die mit einem Verformungsgrad von 80 % auf ein Fertigmass von 0,1 mm in Bandform kaltgewalzt und dann bei<B>950'</B> C eine Stunde lang in verschiedenen Atmo sphären geglüht wurde. Die Werkstücke wur den nach der Glühung im Ofen 'langsam ab gekühlt, und zwar derart, dass die Tempera tur nach etwa vier Stunden auf 200o C ge sunken war.
EMI0003.0007
Atmosphäre <SEP> N.0 <SEP> ä <SEP> N. <SEP> in <SEP> /o
<tb> Wasserstoff <SEP> 300 <SEP> 150
<tb> Stickstoff <SEP> 650 <SEP> 40
<tb> abgeschlossene <SEP> Luft <SEP> 900 <SEP> 26
<tb> Luftzufuhr <SEP> 950 <SEP> 20 Wie hieraus zu ersehen ist, wird durch eine. Glühung in Anwesenheit von Wasser stoff nur .eine Anfangspermeabilität von 300 und bei Stickstoff von 650 erreicht, während beim Vorhandensein von Luft, dass heisst also von Sauerstoff, die Anfangspermeabilität auf 900 bezw. sogar 950 stieg. Gleichzeitig wird eine ausserordentliche Verbesserung ihrer Konstanz im Bereiche schwach mag netisierender Felder erzielt.
Während der Anstieg bis zu einer Feldstärke von 0,1 Örsted bei Glühung in Wasserstoff noch 150 % beträgt, liegt er bei Vorhandensein von Sauerstoff bei nur 26 bezw. sogar nur 20 %. Wie sich weiter aus der Tabelle ergibt, zeitigt die dauernde Zufuhr von Luft noch bessere Ergebnisse, als wenn der Werkstoff bei der Glühung in abgeschlossener Luft gehalten wird.
Der Fortschritt, der dureh die Erfindung erzielt wird, ist weiterhin aus den Fig. 2 und 3 zu ersehen, in denen für drei verschiedene Bandstärken, nämlich solche von 0,1, 0,2 und 0,3 mm die Werte für die Anfangspermeabi- lität und für ihre Konstanz in Abhängigkeit von verschiedenen Behandlungsarten wäh rend und nach der Glühung aufgezeichnet sind. Hierbei bezieht sich die Fig. 2 auf eine Legierung mit 4,6 % Aluminium und die Fig. 3 auf eine solche mit 7 % Aluminium, Rest Eisen.
Beide Legierungen wurden 1/2 Stunde lang bei 910 o C geglüht, und zwar wurde die Glühung und die daran anschlie ssende Abkühlung auf sieben verschiedene Arten vorgenommen, die nacheinander auf der Abszisse der Figuren aufgetragen sind. Die Behandlung 1 bezieht sich auf eine Glühung in Leuchtgas und Abkühlung an Luft, die Behandlungen 2 und 3 auf Glühungen in Wasserstoff und Abkühlung in Wasser (2) bezw. an Luft (ä). Bei der Behandlung 4 wurde die Glühung wieder in Leuchtgas vorgenommen, jedoch vollzog sich die Abkühlung langsam im Ofen.
Die gleiche Abkühlung (Ofen) liegt auch der Behand lung 5 zugrunde, bei der jedoch die Glühung in abgeschlossener Luft, also in Gegenwart von Sauerstoff vorgenommen wurde. Weiter hin bezieht sich die Behandlung 6 auf eine Glühung unter Luftzutritt und anschliessende Abkühlung an Luft, während schliesslich die Behandlung 7 sich auf eine Glühung in An wesenheit von Braunstein (Mn0z) und eine langsame Abkühlung im Ofen erstreckt.
Es sei noch bemerkt, dass in den Fig. 2 und 3 die ausgezogenen Linien die Werte der Anfangspermeabilität und die gestrichel ten Linien diejenigen des prozentualen An stieges von ,y, verbinden.
Aus den Figuren ist deutlich ersichtlich, dass die ersten vier Behandlungsarten ausser ordentlich niedrige Werte von ,uo, die zwi schen etwa 50 und 530 liegen und sehr un günstige, hohe Werte des prozentualen An stieges der Anfangspermeabilität liefern. Demgegenüber wird bei Verwendung eines oxydierenden Mittels bei der Glühung sofort eine starke Verbesserung sowohl der An fangspermeabilität selbst wie auch ihrer Kon stanz erzielt, wie sich aus den Werten für die Behandlungen 5, 6 und 7 ergibt.
Die An fangspermeabilitäten selbst liegen hierbei sehr hoch, während ihr prozentualer Anstieg im Bereiche bis zu einer Feldstärke von 0,1 Orsted gering ist, das heisst die Konstanz der Anfangspermeabilität in diesem Bereich entsprechend gut ist.
Dass es für die Erzielung des gewünsch ten Effektes insbesondere auf die Wahl des bei der Glühung vorhandenen Mittels und nicht wesentlich auf die Art der sich daran anschliessenden Abkühlung ankommt, ergibt ein Vergleich der erhaltenen Werte bei den Behandlungen 5, 6 und 7, die sich nicht wesentlich untereinander, sondern sich ledig lich ausserordentlich von den Werten, die durch die Behandlungen 1 bis 4 erzielt wer den, unterscheiden.
Wie die Praxis zeigt, muss bei der Ver wendung einer oxydierenden Atmosphäre jedoch darauf geachtet werden, dass der Sauerstoffgehalt so niedrig gehalten wird, dass der Werkstoff nicht verzundern kann. Dies lässt sich dadurch erreichen, dass bei Verwendung eines Gases, also beispielsweise von Luft, das Glühgut zwischen gereinigten Stahl- oder Eisenspänen eingebettet und bei Verwendung eines festen Stoffes, wie Braun stein, dieses sauerstoffabgebende Mittel selbst mit Eisenspänen vermischt wird.
Claims (1)
- PATENTANSPRüCHE: I. Verfahren zur Herstellung eines Werk stoffes mit hoher Anfangspermeabilität und geringer Änderung der Permeabili- tät im Bereiche schiwach magnetisieren der Felder aus einer Eisen-Aluminium- Legierung mit 0,5 bis 7 % Aluminium, dadurch gekennzeichnet, dass der Werk stoff mit einem Verformungsgrad von mehr als<B>25%</B> auf das Fertigmass kalt verformt und dann bei einer Temperatur zwischen 900 und<B>1100'</B> C schlussge- glüht wird.II. Nach dem Verfahren gemäss Patentan spruch 1 erhaltene magnetisierbare Eisen-Aluminium-Legierung. UNTERANSPRü CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass der Werkstoff mit einem Verformungsgrad von etwa <B>60%</B> auf das Fertigmass kaltverformt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Schluss- glühung bei etwa 1000 C durchgeführt wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass zwischen der Verformung auf Fertigmass und der Schlussglühung eine thermische Behand lung zwischen 500 und<B>700'</B> C vor genommen wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Schluss- glühung in abgeschlossener Luft vorge nommen wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch I, da durch gekennzeichnet, dass die Schluss- glühung unter Luftzutritt durchgeführt wird. 6.Verfahren nach Unteranspruch 5, da durch gekennzeichnet, dass der Sauer stoffgehalt bei der Sehlussglühung so niedrig gehalten wird, dass eine Verzun- derung des Werkstückes nicht. eintritt. 7. Verfahren nach ITnteranspruch 6, da durch gekennzeichnet, dass zum Niedrig halten des Sauerstoffgehaltes das Glüh- gut zwischen gereinigten Stahl- oder Eisenspänen eingebettet wird. B.Verfahren nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass die Schluss- glühung in Anwesenheit eines sauer stoffabgebenden Mittels durchgeführt wird. 9. Verfahren nach Unteranspruch 8, da durch gekennzeichnet, dass die Schluss- glühung in Gegenwart von Braunstein vorgenommen wird. 10. Verfahren nach Unteranspruch !), da durch gekennzeichnet, dass der Braun stein mit Eisenspänen vermischt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE208398X | 1937-07-31 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH208398A true CH208398A (de) | 1940-01-31 |
Family
ID=5794218
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH208398D CH208398A (de) | 1937-07-31 | 1938-07-27 | Verfahren zur Herstellung eines Werkstoffes mit hoher Anfangspermeabilität und geringer Änderung der Permeabilität im Bereiche schwach magnetisierender Felder. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH208398A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE945848C (de) * | 1942-01-27 | 1956-07-19 | Aeg | Gluehen von Eisen-Aluminium-Legierungen |
| DE966714C (de) * | 1944-06-01 | 1957-09-05 | Eisen & Stahlind Ag | Verfahren zur Erhoehung der Permeabilitaet im Bereich kleiner Feldstaerken bei Eisen und Eisen-Silizium-Verbindungen |
| DE1277286B (de) * | 1958-04-30 | 1968-09-12 | Westinghouse Electric Corp | Verfahren zur Erzeugung von magnetisierbaren Blechen aus einer Eisen-Aluminium-Legierung |
-
1938
- 1938-07-27 CH CH208398D patent/CH208398A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE945848C (de) * | 1942-01-27 | 1956-07-19 | Aeg | Gluehen von Eisen-Aluminium-Legierungen |
| DE966714C (de) * | 1944-06-01 | 1957-09-05 | Eisen & Stahlind Ag | Verfahren zur Erhoehung der Permeabilitaet im Bereich kleiner Feldstaerken bei Eisen und Eisen-Silizium-Verbindungen |
| DE1277286B (de) * | 1958-04-30 | 1968-09-12 | Westinghouse Electric Corp | Verfahren zur Erzeugung von magnetisierbaren Blechen aus einer Eisen-Aluminium-Legierung |
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