Speicher für Schüttgut. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Speicher für Schüttgut, z. B. Getreide, mit mehreren Speicherkammern mit geneig ter Bodenfläche, die in verschiedener Höhe angeordnet sind. Gemäss der Erfindung sind die Speicherkammern durch verschliessbare Füll- und Entleerungsöffnungen und durch einen oder mehrere Füll- und Entleerungs schächte derart untereinander verbunden,
dass ein sebständiges Überfliessen des zu speichernden Gutes nach Freilegen der ent sprechenden Üffnungen von einer höherlie- genden Kammer nicht nur in die nächst tieferliegende Kammer, sondern auch in eine andere tieferliegende Kammer ermöglicht wird, so dass ein Überspringen von Kammern stattfinden kann.
Die Lagerung verschiedener Arten von Schüttgut, z. B. Getreide, erfordert bestimmte Vorsichtsmassnahmen um das Verderben zu verhindern. Hierzu gehören die Kontrolle über den Feuchtigkeitsgehalt des Lagergutes und die nach Feststellung von Feuchtigkeit notwendige Lüftung des Lagergutes durch Umlagerung der Lagerschichten in bestimm ten Zeitabschnitten.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist es nun, den Umlagerungsprozess dadurch zu vereinfachen, dass das Schüttgut durch sein eigenes Gewicht von einer Kammer in eine andere fliesst, und durch Anordnung eines durch möglichst viele Kammern führen den Umlagerungsweges den manuellen und maschinellen Transport des Schüttgutes von den untern Stockwerken in die obern mög lichst zu reduzieren oder gänzlich zu ver meiden, sowie es zu ermöglichen, dass ge füllte Kammern, in denen das Schüttgut, z. B.
Getreide, ausreichend getrocknet ist und daher nicht umgelagert werden muss, über sprungen werden können.
Die beiliegende Zeichnung veranschau licht beispielsweise mehrere AusführuÜgs- formen des Speichers gemäss der Erfindung, und zwar zeigt: Fig. 1 den vertikalen Querschnitt durch einen Getreidespeicher, dessen Kammerböden alle nach einem in der Mitte befindlichen Schacht zu geneigt sind, Fig. ? den horizontalen Querschnitt des Speichers gemäss Fig. 1, Fig. 3 den vertikalen Querschnitt durch einen Getreidespeicher, dessen Kammerböden abwechselnd nach je einem von zwei Schäch ten zu geneigt sind,
Fig. 4 den horizontalen Querschnitt des Speichers gemäss Fig. 3, wobei der Schnitt der Fig. 3 entsprechend der Linie A-B der Fig. 4, und der Schnitt der Fig. 4 entspre chend der Linie C-D der Fig. 3 geführt ist, Fig. 5 in grösserem Massstabe den verti kalen Querschnitt durch den Füll- und Ent leerungsschacht des Speichers gemäss Fig. 1 und 2,
Fig. 6 den horizontalen Querschnitt des Schachtes gemäss Linie A-B der Fig. 5, Fig. 7 den horizontalen Querschnitt des Schachtes gemäss Linie C-D der Fig. 5; Fig. 8 stellt in Draufsicht eine weitere Ausführungsform des Speichers dar, der aus mehreren Speicherelementen gemäss Fig. 3 und 4 gebildet ist; Fig. 9 und 10 stellen horizontale Schnitte durch einen Speicher dar, dessen Kammern wie die Stufen einer Wendeltreppe a.ngeord- ilet sind;
Fig. 11 und 12 zeigen vertikale Schnitte des Speichers gemäss Fig. 9 und 10; Fig. 13 stellt den schematischen Grund riss eines Speichers dar, in dem pro Umgang der Wendeltreppe 6 Kammern angeordnet sind; Fig. 14 stellt den Grundriss des Bodens einer einzelnen Speicherkammer dar; Fig. 15 und 16 sind die Querschnitte durch eine Speicherkammer mit einem Boden gemäss Fig. 14.
Bei dem Beispiel gemäss Fig. 1, 2, 5, f) und 7 bezeichnet I, II, III, IV die zur Auf nahme des Schüttgutes dienenden, überein anderliegenden Kammern; a bezeichnet die Aussenwände des Speichers, b den das Fliessen des Schüttgutes fördernden geneigten Boden der Kammern, c die Wände des Füll- und Entleerungsschachtes, d Entleerungsöffnun- gen,<I>e</I> Füllöffnungen,<I>f</I> den Füll- und Ent leerungsschacht.
Die Öffnungen d sind in der in Fig. 5 und 6 dargestellten Weise mittelst eines durch Seilzug 1e verschiebbaren, röhrenförmi gen Schieberkastens g und die Öffnungen e durch einwärts in den Schacht klappbare und dann mit ihrem freien Rand aneinander stossende Türen l verschliessbar. Für jeden der Sehieberkästen g ist ein besonderer, voll aussen zu betätigender Seilzug vorgesehen. Die Klapptüren L können ebenfalls von aussen durch nicht gezeichnete scheerenför- mige Öffner nach Art der Fensteröffner um gelegt werden.
Werden nun die Öffnungen d einer ge füllten Kammer durch Verschieben des Schieberkastens g freigegeben, so wird das Schüttgut in den Schacht f fliessen. Werden die Verschlusstüren <I>l</I> der Öffnungen<I>e</I> einer darunterliegenden Kammer in der in den Fig. 5 und 7 dargestellten Weise umgelegt, so wird das Schüttgut durch die Öffnung e in die zu ihr gehörige Kammer fliessen.
Es ist also möglich, von der gefüllten Kammer I aus je nach Belieben die Kam mern II, III oder IV zu beschicken.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 3 und 4 bezeichnen I, II, III, IV wiederum die übereinanderliegenden Kammern, a be zeichnet die Aussenwände des Speichers, b die geneigten Böden der Kammern, f die Füll und Entleerungsschächte, e die Füllöffnun gen, e' die Durehlassöffnungen, d die Ent leerungsöffnungen.
Die Entleerungsöffnungen d sind bei die ser Ausführung durch nicht gezeichnete ver tikale in einem Rahmen durch die Schacht wand laufende Schieber verschlossen, wäh rend die Füllöffnungen e durch nicht ge zeichnete Klapptüren, die um ihre Basis drehbar in den Schacht f hinein gegen die gegenüberliegende Schachtwand schlagen, verschlossen sind.
Wird in der Kammer I die Entleerungs öffnung d geöffnet, so fliesst das Schüttgut aus der gefüllten Kammer I in den Schacht f und kann durch die Füllöffnung e ent- weder in die Kammer III oder über die Kam mer II in die Kammer IV oder in eine weiter darunterliegende Kammer geleitet werden.
Bei der wiederum als Getreidespeicher dienenden Ausführungsform gemäss Fig. 8 sind mehrere Speicherelemente in der Aus bildungsform der Fig. 3 und 4 hintereinander angeordnet. a bezeichnet die Umfassungs- \vände der Speicherelemente, b die geneigten Böden, f die Füll- und Entleerungsschächte. Bei dieser Anordnung ist der zwischen zwei Speicherelementen liegende Füll- und Ent leerungsschacht f beiden Speicherelementen gemeinsam.
Es ist daher eine Umfüllung des Getreides nicht nur von einer Kammer des einen Speicherelementes in die im gleichen Speicherelement darunter liegenden Kam mern möglich, sondern auch in die Kammern der seitlich danebenliegenden Speicher elemente.
Die in der Fig. 8 dargestellte Ausfüh rungsform stellt eine Aneinanderreihung der Speicherelemente gemäss Fig. 3 und 4 in Richtung der Diagonale dar. Es ist auch möglich, Speicherelemente gemäss Fig. 3 und 4 zum Beispiel in Richtung der Normalen zu den Umfassungswänden a aneinanderzu- reihen.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 9 bis 12 bezeichnen<I>A, B, C, D, E, F, G, H</I> die einzelnen Kammern, die wie die Stufen einer Wendeltreppe angeordnet sind; a, <I>b, c, d, e,</I> <I>f, g,</I> la sind die zu den entsprechenden Kam mern gehörigen geneigten Böden; 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 und 1', 2', 3', 4', 5', 6', 7', 8' sind die zu den Kammern gehörigen Füll- und Ent leerungsöffnungen;<I>x, y, z,</I> 2v sind Schächte, die direkt untereinanderliegende Kammern verbinden.
Der Schacht x verbindet die Kam mern A und E, der Schacht y die Kammern B und F, der Schacht z die Kammern C und G, und der Schacht u die Kammern D und H.
Soll nun das in der Kammer A eingela gerte Gut, z. B. Getreide, in die Kammer B umgelagert werden, so wird die der Öffnung <I>1,</I> welche die Kammer<I>A</I> mit der Kammer<I>B</I> verbindet, zugeordnete Klappe geöffnet, so dass das Getreide in die Kammer B fliesst. Stattdessen kann aber auch eine Boden klappe, welche die Bodenöffnung d' ab schliesst, geöffnet werden. In diesem Falle fliesst das Getreide durch den Schacht x in die darunter liegende Kammer E.
Man ist also für den Fall, dass das in den Kammern<I>B,</I> C und<I>D</I> eingelagerte Getreide nicht umgelagert zu werden braucht, nicht gezwungen, einen Umlagerungsweg von A zu B zu C usw. einzuhalten, sondern hat die Möglichkeit, durch die Schächte<I>x, y, z,</I> u einen andern Umlagerungsweg einzuschlagen.
Um den über die geneigte Bodenfläche der Kammern fliessenden Getreidestrom zu sammenzufassen und ihn durch die Ent leerungsöffnungen leiten zu können, können die Kammerböden die in Fig. 14 im Grund riss und in den Fig. 15 und 16 im Schnitt dargestellte Form erhalten.
Hierbei ist der Hauptteil der Bodenfläche der Kammer nach der einen Richtung, gemäss Fig. 14 von links nach rechts geneigt, während der übrige Teil der Bodenfläche nach einer die erste Rich tung kreuzenden Richtung geneigt ist. In folgedessen fliesst das Getreide zuerst in der Richtung der in den Fig. 14 bis 16 einge zeichneten Pfeile a und dann in der Rich tung der Pfeile b.
Es können an die Hauptbodenfläche auch mehrere Nebenbodenflächen angefügt wer den, die nach verschiedenen Richtungen hin abfallen, so dass der Getreidestrom nach meh reren Seiten hin geleitet werden kann.
Die Ausführungsform gemäss Fig. 13 stellt eine Erweiterung der in Fig. 9 bis 12 gezeigten Ausführungsform dar. Es sind hier sechs Kammern<I>A, B, C, D, E, F</I> in verschie dener Höhe pro Umgang der Wendeltreppe angeordnet. Die Richtung der Pfeile zeigt die Neigung der gemäss den Fig. 14 bis 16 ausgebildeten Kammerbodenflächen an.
Die obern Kammern sind ebenfalls mit Barunter liegenden Kammern durch Schächte, gemäss den in Fig. 9 bis 12 dargestellten Schächten <I>x, y</I> und z, verbunden, so dass auch hier mehrere Umschüttungswege für das Schütt gut vorhanden sind. Die Schächte<I>a, b, c, d,</I> <I>e, f</I> sind teils an den Aussenwänden, teils an den Innenwänden angeordnet.
Das Steigungsverhältnis der Schrauben linie der in den Fig. 9 bis 13 dargestellten Ausführungsformen ist am wirtschaft- lichsten, -wenn es dem Neigungswinkel der Kammerböden entspricht. Es könnten daher zum Beispiel bei der in den Fig. 9 bis 12 dargestellten Ausführungsform vier Kammer reihen ineinander angeordnet werden, die die in den Fig. 11 und 12 ersichtlichen Zwi schenräume ausfüllen, so dass gleichsam eine mehrgängige Schraube entsteht.
Die oberste Kammer der zweiten Reihe würde über der Kammer B liegen, die oberste Kammer der dritten Reihe würde in gleicher Höhe mit der Kammer A über der Kammer C liegen und so fort. Die Kammern verbindenden vertika len Schächte würden dann die Umhüllung des Schüttgutes von einer Kammer einer Reihe in die darunterliegende Kammer einer andern Reihe ermöglichen, so dass auch hier ein Überspringen von Kammern möglich wäre.
Kombinationen der dargestellten Beispiele ergeben weitere Ausführungsformen der Er findung.
Der Speicher kann auch statt zur Lage rung von Getreide zur Lagerung von andern fliessenden Materialien, wie Hopfen, Säme reien, Kartoffeln, chemische Produkte, Kohle, Steine usw., verwendet werden.