Bienenwohnung.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Bienenwohnung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sämtliche zur Wohnung gehörenden Brut-und Honigwaben in Schiebzargen untergebracht sind, wobei die Fassung, in die die Schiebzargen ihrerseits eingeordnet sind, ein Gestell, Easten oder Schrank sein kann.
Durch diese MaBnahme wird bewirkt,
1. daB Bienenwohnungen sich ergeben können, welche gestatten, an irgend einem Teile des Inhaltes mit nur wenigen einfachen Vorkehrungen Eingriffe vorzunehmen, indem die gewünschte Schiebzarge herausgenommen und dann irgend eine Wabe als erste herausgegriffen werden kann, so daB die Wohnung ein zu den bekannten schubladenförmigen Karthotheken analoges System darstellt und um ihrer einfachen Handhabung willen dem Imker ein zeitsparendes Arbeiten erlaubt.
2. daB ausschliesslich Schiebzargen vorhanden sind, die durch ihre zweckmässig gleiche Ausbildung und ihre Fähigkeit, selbst Wohnungseinheiten zu bilden, die Möglichkeit bieten, sie auf mehrfache Weise anzuordnen, umzustellen und auszuwechseln und sie ferner je nach Bedarf zu verschiedenen Zwecken zu verwenden. Es können deshalb vielgestaltige Wohnungstypen sich ergeben, welche einer relativ hohen Zahl von betriebswirtschaftlichen Eventualitäten und Anfor- derungen gerecht zu werden vermögen.
3. dass Bienenwohnungen entstehen kön- nen, welche einfache Handhabung und Viel seitigkeit mit einer hervorragenden Eignung zum Einbau in geschIossene Bienenhäuser und zum Bau von fest-oder losgefügten Bienenständen verbinden.
Der Erfindungsgegenstand ist auf der beigefügten Zeichnung in beispielsweisen Aus führungsformen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die perspektivische Aussenansicht einer vollmoblierten Wohnung.
Fig. 2 die Innenansicht, nach Entfernung der Schiebzargen und einer Seitenwand,
Fig. 3 in perspektivischer Ansicht eine leere Schiebzarge und
Fig. 4 einen Langsschnitt durch die Schiebzarge, mit Wabe, Boden-und Deckbrett ;
Fig. 5 den Querschnitt mit einer Wabe und einem an sich bekannten und mit Isolierstoff überzogenen Schiedbrett, ferner mit Boden-und Deckbrett ;
Fig. 6 zeigt ein Deekbrett, das auf der Schiebzarge aufliegt und befestigt ist,
Fig. 7 ein Bodenbrett, an der Schiebzarge hangend, mit VerschluBkeil ;
Fig. 8 stellt eine Brücke dar, in der Ansicht von vorn,
Fig. 9 den Längsschnitt, im Sinne der Marschrichtung der Bienen ;
die
Fig. 4 bis 9 sind gegenüber den Fig. 1 bis 3 in grösserem Massstabe gezeichnet :
Fig. 10 stellt ein Leichtgestell dar, in perspektivischer Ansicht und nach Entfernung einer Seite,
Fig. 11 die Schiebzargen dazu, ebenfalls aus der Perspektive ;
Fig. 12 zeigt eine Brüeke zu den Schiebzargen in Fig. 11, in grösserem Massstabe von vom und
Fig. 13 den Längsschnitt in der Marschrichtung ;
Fig. 14 zeigt die perspektivische Au¯enansicht einer möblierten Wohnung, mit einer hohen und zwei halbhohen Schiebzargen und
Fig. 15 das leere Kastengestell nach Ent fernung einer Seitenwand ;
Fig. 16 zeigt eine halbhohe Schiebzarge, passend zur Wohnung nach Fig. 14.
Die Schiebzargen (z. B. a. b, al, bol, c und d) können zur Unterscheidung von den ge wöhnlichen Zargen etwa definiert werden als zargenformige Gebilde, die in der Hauptsache nicht zum Auflegen und Abheben bestimmt, sondern zum Schieben und Ziehen eingeriehtet sind, weshalb sie einer gestelloder kastenartigen Fassung bedürfen. Aus diesem Unterschied ergibt sich als eine wesentliche Eigenschaft die Eignung der aus Sehiebzargen aufgebauten Wohnungen zum Bau von komplexartigen Bienenständen, wäh- rend Bienenwohnungen, die aus Zargen als den Hauptbestandteilen bestehen, stark vorwiegend als räumlich distanzierte Einzel wohnungen gebräuchlich sind.
Der Bau und die Gesamtwirkung der Schiebzargen weisen eine grosse Phnlichkeit mit echten Schubladen auf.
Beim 1. Beispiel, wie es in den Fig. 1 bis 13 dargestellt ist, sind die Gestelle so eingerichtet, dass sie zwei normalhohe Schieb- zargen a bezw. al und eine l/3-hohe b bezw. bl oder eine hohe und vier Stück tj3-hohe oder eine hohe und zwei Stiick'j3-hohe oder eine hohe und ein Stück 2/3-hohe und zwei Stück 1/3-hohe oder drei Stück 2l-hohe und ein St ck 1/3-hohe Schiebzargen samt den beno- tigten Bodenbrettern r und Deckbrettern u aufnehmen können.
Werden aber nur bis drei Schiebzargen, wie sie in den Fig. 1 und 11 gezeichnet sind, verwendet, so ergeben sich schon über 20 Kombinationsformen für die Wohnung, die nicht nur theoretisch mög- lich, sondern auch praktisch auswertbar sind. weil sie durch leicht zu bewerkstelligende Manipulationen, wie Standortwechsel. Ver änderungen des Inhaltes und des Verbandes der Schiebzargen sich aufbauen lassen.
Diese Kombinationen sind nachfolgend formuliert und erläutert, wobei die Schiebzargen und die Boden-lmd Deckbretter durch Buchstaben wiedergegeben sind, die Buchstaben in der Reihe von links nach rechts den Bestandteilen der Reihe nach von unten nach oben entsprechen, ein nicht belegter Platz mit 0 (null) vermerkt ist und die Abkürzungen Br = Brutraum.
Ho = Honigraum, Au = Aufenthaltsraum für die brutlosen Wintermonate, Dif = Diffusionsraum für die Winteratmung und gleichzeitig Temperatur übergangs-oder Temperaturgefällraum für die kalte Jahreszeit Fu = Futterkammer, das ist ein mit Vorratswaben besetzter Raum, Abs= ein an sich bekanntes Absperrgitter und Sch = Schiebzarge bedeuten : 1. raauO = Br und Ho. 2. rabuO = Br und Ho für schwache V¯lker. 3. raabu oder rabau = 1 Br und 2 Ho. 4. raau0 = 2 Br verbunden oder durch Abs bezw.
Drahtgeflecht getrennt. 5. rabau = 1 Br mit oder ohne Abs, 1 Fu b und 1 Ho. 6. rabau = 2 Br getrennt durch 1 oder 2 Abs und b. 7. rauOrau = LTnten Fu zur Darreichung von Pollenersatzmitteln, oben Br, beide verbunden durch irgend einen Laufkanal, der r und u durchbricht und den Bienen den Durehgang gewährt. 8.
Oraau oder raauO = Pollen-Fu mit Abs, darauf der Br. 9. raauO = Untere Sch leer als Dif, obere Sch = Br-Au fiir mittelstarke V¯lker. 10. raabu = Dif, 2 Br Au für starke V¯lker 11. rabu0 oder Orabu = Dif, Br-Au für ein Reservevolk. 12. rauOrau = Schwarmkasten unten, durch einen Laufkanal mit dem neumöblierten zukünftigen Br nach oben verbunden. 13. rabu0 oder Orabu = Br und Fu während der Herbstfütterung.
14. rauOrau = 2 Völker für den Zweivolkbetrieb. 15. rauOrbuO = Volk und Reservevolk, von einander unabhängig. 16. rabu0 = Volk und Reservevolk, durch eine dünne
Trennplatte oder ein Wachstuch getrennt, aber ein Wärmekörper. 17. rau = Völker- transportkasten, ausserhalb und unabhängig von den Gestellen. 18. rau = Unmöblierte
Sch als Schwarmkasten. 19. rbu = Reserve volktransportkasten. 20. rbu Kleiner Schwarmkasten.
Die l. Variante (Fig. 1 bis 9) des 1. Beispiels hat solid und warmgebaute Schiebzargen, bei denen die Griffseite noch besonders isoliert sein kann.
Eine 2. Variante kann daraus dadurch entstehen, dass an Stelle des Eastengestelles ein richtiger Schrank mit Türe tritt, wobei für die ins Innere eingebauten Schiebzargen eine leichte Bauart zulässig wird.
Die 3. Variante (Fig. 10 bis 13) stellt, wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, eine Leichtkonstruktion dar, die berechnet ist für Wander-und Thermostatbetrieb. Die Flugwand kann aus Kunstplatten bestehen, z. B.
Sperr-oder PreBplatten, oder aus Blech, mit einer leichten Zwischenfüllung, die Wände der Schiebzargen aus ähnlichem Material, wobei die Verbindung in den Vertikalkanten innen durch Leisten oder Profile verstärkt sein muss. Das Gestell kann im übrigen aus Leisten oder Metallprofilen hergestellt sein.
Da die Erfindung sich weder auf die Anzahl noch auf die Grössendimensionen der Schiebzargen bezieht, können, wenn sie übereinander angeordnet sind, beliebige, in der Länge und Breite unter sich übereinstimmende Schiebzargen von allen praktisch in Frage kommenden Ausmassen zu einer Wohnung vereinigt werden.
Es könnte so etwa auch das 2. Beispiel (Fig. 14 bis 16) in Erwägung kommen, das eine hohe und zwei halbhohe Schiebzargen hat und dem eine Betriebsweise entsprechen dürfte, welche eine andere Anordnung der Leisten und der Flugkanäle im : asten- gestell verlangt (Fig. 15).
Die Zeichnungen zeigen beispielsweise drei Ausführungsformen der Gleitleisten.
Die waagrechten Gleitleisten e der Schiebzargen gleiten auf den entsprechenden Leisten e, des Gehäuses, indem sie sich wäh- rend des Gleitens nur mit den verbreiterten Enden berühren. Beim Einschieben kommen kurz vor dem Anstossen an der Fluglochwand die Schrägen an beiden Enden der Leisten zur Auswirkung, indem sie ein Sinken der Schiebzargen um ein gewisses Mass zur Folge haben, so dass in der Ruhestellung Leiste der ganzen Länge nach auf Leiste ruht. Die Leisten f und fi umgekehrt gleiten auf den langen Flächen und ruhen nach dem Steigen der Schiebzargen um ein gewisses MaB auf den kurzen verbreiterten Enden, wobei Vorreiber oder Riegel ein unerwünschtes Heraus- rutschen der Schiebzargen aus dieser Stellung verhindern.
Waagrechte Leisten dieser Art bedingen einen geringen Raumbedarf in vertikaler Richtung für die Schiebzargen.
Die Leisten g und 91 bezw. h und hl laufen schräg, bestehen aus schmalen Metallwinkelprofilen und bedingen einen einfachen Mechanismus.
Die Leisten i, il und k, kl verlaufen schwach geneigt. Beim Einschieben gleiten die Metallteile L, z. B. sogenannte Bernina Nägel, auf der Leiste und sinken dann schräg hinunter in die Einschnitte Li. Die Leisten il sind auf der Einschiebeseite etwas abgeschrägt und abgerundet, um das Einfahren mit den Schiebzargen zu erleichtern.
Die Leisten k und kl arbeiten ähnlich wie die Leisten f und â1
Alle Schiebzargen, die zwei Leistenpaare besitzen, sind befähigt, in zwei Richtungen zu gleiten, entweder schräg nach oben oder schräg nach unten, so dass in jedem Falle ein schräges Angleiten von Schiebzarge an Schiebzarge erfolgt. Umgekehrt gleiten die Schiebzargen beim Herausziehen schräg auseinander. Das Quetsche der Bienen kann dadurch beim Ziehen und Schieben weitgehend vermieden werden.
Nach Lossprengung der Schiebzargen voneinander durch einen Keil kann ferner die unterste für sich allein gezogen werden, das heisst ohne dass es notwendig ist, die andern vorher zu entfernen. Dadurch wird die Revision des Brutraumes erleichtert und eine bedeutende Zeitersparnis erzielt.
Das Innere der Schiebzargen ist mit der Aussenwelt durch Flugkanäle n und Brücken verbunden. Letztere schliessen sich immer erst, wenn zwei Schiebzargen sich senkrecht übereinander befinden. Der Oberteil nul befindet sich am untern Rande der Schiebzargen, der untere Teil S2 am obern Rande und am Bodenbrett. Die Schiebzargen des Nebenbeispiels nach Fig. 14 bis 16 besitzen nur je einen Oberteil. Die Brückenteile ? nl und f72 bestehen beispielsweise aus an beiden Enden aufgeschnittenen und abgebogenen Metallwinkelprofilen, können aber auch in einfachster Ausführung aus Holz hergestellt sein.
Die Teile o, p und q (Fig. 12 und 13) stellen eine andere Ausführungsform dar, bei der der obere Teil o aus einer Holzleiste mit Kehle besteht und der seitliche Abschluss durch die Überhänge der Wabenträger q gebildet wird und p ein Stück Metallwinkel- profil darstellt.
Die Flugkanäle az können in Verbindung stehen mit auswechselbaren und durch blosses Einhaken auf der Aussenseite des Kastens zu befestigenden Flugbrettern.
Das Bodenbrett r wird an die Schiebzarge angehängt. indem beispielsweise an einem Ende innen ein schräger Stift s des Brettes an eine Metallstütze sl der Zarge angeschoben wird und am andern Ende aussen ein Haken t das Brett festhällt. So kann das Brett jederzeit leicht losgerissen werden.
Für das Deckbrett u ist, soweit es irgend angängig ist, eine analoge Einrichtung vorgesehen. Bei den Schiebzargen von Fig. 11 muss der Haken durch eine Klammer, das heisst durch Zusammenklemmen von Deck- brett und Gleitleiste, oder einfacher, durch eine Schraube ersetzt werden. Bei den Schiebzargen von Fig. 14 wird das Deck- brett am besten nur durch Haken befestigt.
Da das Deckbrett und das Bodenbrett mit der Schiebzarge verbunden werden können, wird es möglieh, diese auch als Transportoder als Schwarmkasten zu verwenden. Sie können auch nach Wunsch und Bedarf in bekannter Weise durchlocht oder mit Drahtgittereinsätzen versehen sein. Auch verlangen einige der vorerwähnten Kombinatio- nen den gleichzeitigen Gebrauch von mehreren Deek-und Bodenbrettern.
Die Wabenrähmehen können mit ihren sogenannten Wabenträgern entweder in be kannter Weise in Rechen und Falz (Fig. 3) ruhen oder über die Wände hinausragen (Fig. 16), wodurch sie von aussen leicht angefasst werden können. Bei der Konstruktion nach Fig. 11 können besonders aus dem Kunstplattenmaterial oder aus Metall gefertigte Ansätze q an den Rähmchen die Wabenträger bilden. Sie sitzen in Einschnitten der Schiebzargenwände.