CH209645A - Verfahren zum Verkleben von Werkstoffen. - Google Patents
Verfahren zum Verkleben von Werkstoffen.Info
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Description
Verfahren zum Verkleben von Werkstoffen. Gegenstand der Erfindung ist ein Ver fahren zum Verkleben von Werkstoffen, das vor den bisher bekannten eine Reihe wichti ger Vorzüge besitzt.
Es ist in der Klebetechnik ganz allgemein wünschenswert, mit geringen Gewichtsmengen Klebstoff je Flächeneinheit auszukommen, und zwar nicht nur aus Gründen der Wirt schaftlichkeit, sondern auch deshalb, weil dicke Klebstoffschichten die Eigenschaften des fertigen Werkstückes ungünstig beein flussen. Be'i flüssigen Klebstoffen bezw. Kleb stofflösungen ist jedoch das gleichmässige Auf tragen sehr dünner Schichten auf die zu verklebenden Flächen meist ausserordentlich schwierig, besonders dann, wenn es sich um poröse Werkstoffe, wie Holz, Leder, Faser material u. a. m. handelt. Bei Holz z. B.
gelingt es selbst unter Verwendung sehr guter Auftragvorrichtungen und mit gut ge schulten Arbeitskräften kaum, je m3 mit weniger als 130 cm' flüssigen Klebstoffes auszukommen. In weitaus den meisten Fällen wird man bedeutend mehr benötigen, wenn die Gleichmässigkeit und Schnelligkeit der Arbeit -nicht leiden soll.
Um trotzdem mög lichst wenig Klebstoff zu verbrauchen, ver wendet man Streckmittel, und zwar entweder flüssige, vor allem Wasser und andere Lö sungsmittel, oder feste Stoffe. Die flüssigen und flüchtigen Verdünnungsmittel bringen besonders dann, wenn man sie in grösserer Menge zusetzt, als zur Erreichung der not wendigen Streichbarkeit gerade ausreicht, zahlreiche schwerwiegende Nachteile mit sich, wie z. B. Durchschlagen des Klebstoffes, Verzögerung des Abbindevorganges u. a. m. Feste Füllstoffe verbrauchen zu ihrer Bindung einen Teil des anzuwendenden Klebstoffes, auch können sie, besonders wenn es sich um harte Stoffe handelt, die Eigenschaften der Klebfuge in nachteiliger Richtung beeinflussen.
Alle diese Nachteile werden vermieden, wenn man gemäss der Erfindung den Kleb- stoff in Schaumform verwendet, also im ge wissen Sinne einen mit Luft oder andern Gasen in feinverteilter Form gestreckten Klebstoff benutzt. plan erhält so unter Ver wendung der geringstmöglichen Gewichts mengen feste und vor allem gleichmässige Klebeverbindungen. Ein aus einem flüssigen Klebstoff oder einer Klebstofflö,ung leerge stellter Schaum lässt sich durch Streichen.
Spachteln, Aufwalzen von Hand oder rnit Hilfe von Maschinen sowie auch durelr Spritzen leicht gleichmässig auf die zu klebenden Flä chen auftragen, wobei es besonders vorteilhaft ist, dass die Schaumschicht infolge ihres ge ringen Raumgewichts verhiiltrrismäl.)ig diele aufgetragen werden kann. Es hat sieh gezeigt, dass der Schaum auch auf porösen Flächen gut stehen bleibt, nicht aufgesaugt wird und nicht durchschlägt.
Die Herstellung des Klebstoffschaumes kann in beliebiger bekannter Weise durch Feinverteilung von Gasen, insbesondere von Luft, in dein flüssigen oder gelösten Klebstoff geschehen. Dabei ist die Gegenwart von solchen Hilfsmitteln, die als schaumbildende bezw. schaumfördernde bekannt sind, vorteil haft. Als solche Zusätze kommen Eiweiss körper, Saponine sowie andere natürliche oder künstliche organische Verbindungen höheren Molekulargewiehts in Betracht.
Das Gas kann auch in bekannter Weise im flüs sigem Klebstoff bezw. in der Klebstofflösung selbst erzeugt werden, z. B. derart, dass nran der Klebstofflösung Karbonate oder Bikarbo- nate zusetzt und eine Kohlensäureabspaltung durch Erhitzen oder Säureziis.rtz bewirkt.
Ausser in der Form eines aus Flüssig keitshäuten und Gasblasen bestehenden Schaumes kann man den Klebstoff auch in der Form eines erstarrten, d. h. aus festen Lamellen und Gas bestehenden Schaumes anwenden. Bekannte Verfahren zur Herstel lung derartiger fester Schäume beruhen z. B. auf der durch einen physikalischen oder che mischen Vorgang bewirkten Trocknung eines zunächst flüssigen und in dieser Form in Schaum übergeführten Stoffes, etwa der kon zentrierten Lösung eines gegebenenfalls mit einem Härtemittel versehenen Kondensations produktes aus Harnstoff und Formaldehyd. Feste schaumartige Massen kann man zum Zwecke ihrer Verwendung als Klebstoff auch auf Träger aufbringen bezw. auf solchen entstehen lassen.
Von besonderem Vorteil ist das beschrie bene Verfahren bei der Verwendung synthe tisch hergestellter Klebstoffe und namentlich solcher, die auf Grundlage von Harnstoff- Aldehyd - Kondensationsprodukten aufgebaut sind, da diese meint in möglichst konzentrier ter Form verwendet werden müssen, die eingangs geschilderten Schwierigkeiten also in verstärktem Masse bieten. Nach dem Auf tragen auf den Werkstoff hat der Schaum seinen Zweck erfüllt, und es kann dann bei Bedingungen, die den Schaum zerstören, weiter gearbeitet werden.
<I>Beispiel 1:</I> Zrr 75 Gewichtsteilen einer 65prozentigen wässerigen Lösung eines Harnstoff-Formal- dehyd-Kondensationsproduktes werden 1,5 Gewielrtsteile butylierte Naphtalinsulfonsäure, 1 Gewichtsteil Ammonchlorid, 5 Gewichts teile Harnstoff, 3 Clewichtsteile einer 25pro- zentigen wässerigen Animoniaklösung und schliesslich 14,
5 Gewichtsteile einer 20pro- zentigen wässerigen Knochenleinrlösung zu gesetzt. In diese Mischung wird Luft in fein verteilter Forrir eingearbeitet, wozu ein nasch laufendes Rührwerk verwendet werden kann. Das Behandeln im Rührei erfolgt so lange, bi, das Volumen des Leimansatzes auf das drei- bis fünffache angestiegen ist.
Diese lufthaltige Lehnmischung wird mit Hilfe einer der gebräuchlichen Walzenma schinen auf Holzfurniere aufgetragen. Bei diesem W.rlzenauftrag werden durchschnitt lich 200-250 cm' der Mischung auf 1 m1 Klebfliielre aufgebracht. Zur Herstellung einer Sperrbolzplatte wird z. B. ein 2 mm starkes Furnier aus C3labunholz beidseitig mit Leim bestrichen.
Es werden dann auf beide Seiten nicht mit Leim behandelte Furniere mit senk rechtem Faserverlauf zur mittleren Lage auf gelegt. Dann wird das Ganze in einer 90 bis 100 C heissen Presse bei einem Druck von etwa 10 Atmosphären 10 Minuten lang ge presst; dabei tritt die Verklebung unter Zer störung das Schaumes ein.
<I>Beispiel 2:</I> An Stelle der in Beispiel 1 verwendeten Leimmischung wird ein wie folgt hergestell tes Gernisch benutzt Zu 60 Gewichtsteilen einer 65prozentigen wässerigen Lösung eines Harnstoff-Formal- dehyd-Kondensationsproduktes werden 1,2 Gewichtsteile butylierte Naphtalinsulfonsäure, 0,7 Gewichtsteil Ammonchlorid, 4,4 Gewichts teile Harnstoff, 2,5 Gewichtsteile einer 25 prozentigen wässerigen Ammoniaklösung, 14,5 Gewichtsteile einer 20prozentigen Lösung von Knochenleim und 3,7 Gewichtsteile Am monbikarbonat zugesetzt.
Nach gutem Ver mischen dieser Bestandteile rührt man all mählich 13 Gewichtsteile einer 10prozentigen wässerigen Lösung von Essigsäure ein. Wäh rend des Einrührens der Essigsäure wird das Volumen der Leimmischung auf etwa das Doppelte erhöht.
Beispiel <I>3:</I> An Stelle der in den Beispielen 1 und 2 verwendeten Leimmischungen benutzt man ein wie folgt hergestelltes Gemisch Zu 50 Gewichtsteilen einer 65prozentigen wässerigen Lösung eines Harnstoff-Formal- dehyd-Kondensationsproduktes werden 1 Ge wichtsteil butylierte Naphtalinsulfonsäure, 0,7 Gewichtsteil Ammorrchlorid, 3,5 Gewichts teile Harnstoff, 2 Gewichtsteile Ammoniak, 16 Gewichtsteile einer 50prozentigen wässe- rigen Blutalbuminlösung und zum Schluss 26,8 Teile Wasser zugesetzt.
In diese Mi schung wird in einem rasch laufenden Rühr werk so lange Luft eingearbeitet, bis ein Schaum von etwa dem dreifachen Volumen der ursprünglichen Mischung vorliegt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zum Verkleben von Werkstoffen, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff in Schaumform verwendet wird. UNTERANSPRÜCHE: 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Klebstoff schaum verwendet, welchem schaumbil dende Hilfsstoffe zugesetzt sind. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man einen Klebstoff schaum verwendet, welchem schaumför dernde Hilfsstoffe zugesetzt sind. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Klebstoff schaum in Form eines aus Flüssigkeits häuten und Gasblasen bestehenden Schau mes verwendet. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Klebstoff schaum in erstarrtem Zustand verwendet. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man den Klebstoff schaum nach dem Aufbringen auf die Klebfläche wieder zerstört.
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