Elektrische Entladungsröhre zum Aussenden von Fernsehbildern. In elektrischen Entladungsröhren zum Aussenden von Fernsehbildern sind meistens eine Netzhautelektrode, auf die das zu über tragende Bild projiziert wird, und ein Elek- trodensystem zum Erzeugen eines die Netz hautelektrode abtastenden engen Kathoden strahlenbündels vorgesehen.
Die Netzhautelek- trode ist ein vielfacher Kondensator mit einem Dielektrikum, einer gemeinsamen Be kleidung und einer vielfach unterteilten, aus elektronenemittierenden Teilchen bestehen den Bekleidung.
Die Erfindung betrifft eine Entladungs röhre zum Aussenden von Fernsehbildern, bei der die Netzhautelektrode aus einer mit photoelektrischen Teilchen bedeckten Isolier platte besteht, ohne da-ss eine Gegenbeklei dung vorgesehen ist.
Dagegen ist in der Röhre erfindungs gemäss mindestens eine Elektronenquelle vor gesehen, welche die unbekleidete, von der das Abtastbünd@el aussendenden Kathode ab- gewandte Rückseite der Neitzhautelektrode mit Elektronen bestrahlt.
Man kann die erzielte Wirkung so deuten, dass die in den bisher bekannten Fernsehröh ren manchmal als Signalplatte verwendete Gegenbekleidung durch eine von den Elek tronen hervorgerufene virtuelle Gegenbe kleidung ersetzt ist.
Durch die erfindungsgemässe Entladungs röhre können gewisse Störungen bei der Bild übertragung, die als "Dunkelfleckdistorsion." bekannt sind und von der ungleichmässigen Verteilung von bei der Abtastung von den Schirmteilchen ausgesandten .Sekundärelek tronen über die Schirmoberfläche, herrühren, beseitigt werden.
Die Erfindung ist besonders von Bedeu tung für Röhren mit Projektion des Bildes auf die Rückseite der Netzhautelektrode, d. h. auf die Seite, welche der das Abtastbündel aussendenden Kathode gegenüberliegt. Wenn die Netzhautelektrode die gebräuchliche Gegenelektrode 'besitzt, ist für edie zweiseitige Zu-ängliehl,:eit eine besondere, -#vaberrart:i";
e Konstruktion des Schirmes erforderlich, oder es muss eine erhebliche Absorption des Lich tes in der Signalplatte mit. in Kauf ge nommen werden. Bei der Röhre nach der Er findung kann bei Verwendung einer gut durchsichtigen Isolierplatte und einem sol chen Aufbau der Röhre, dass das Lichtbild auf die Netzhautelektrode von deren Rück seite her projiziert -erden kann. die Verzer rung des Bildes, die bei Projektion auf der Vorderseite infolge des schrägen Strahlen ganges entsteht. ohne erheblichen Lichtver lust vermieden werden. 'Man kann der vir tuellen Gegenbekleidung .und dadurch der übertragenden Bildfläche dadurch eine.
vor ausbestimmte Form geben, dass die die Rück seite der Netzhautelektrode bestrahlenden Elektronenquellen mit einem strahlenbegren zenden Diaphragma versehen werden.
Dies lässt sich auch durch Verwendung mindestens eines zusätzlichen Abtastbünclels erreichen, das synchron und ortsgleich mit dem die photoelelztrischen Teilchen abtasten den Bündel über die Rückseite der Netzhaut elektrode wandert. Dieses zusätzliche Ab tastbündel kann derart moduliert werden, dass es in der übertragenden Darstellung ein Grundbild erzeugt, dem das zu übertragende Lichtbild überlagert ist. Wenn man einen solchen Hintergrund oder Aufdruck dem Lichtbild optisch überlagert. sind optische Fehler wegen der verschiedenen Richtungen der projizierenden Lichtbündel unvermeid lich.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer Röhre nach der Erfindung im Längsschnitt dar; Fig. 2 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel. In den Fi guren ist auch gezeigt., wie die Röhren zweck mässig geschaltet werden. Gleiche Teile sind in den beiden Figuren mit denselben Über weisungsziffern angegeben.
Ein tief evakuiertes Gefäss 1 hat einen Hals 2, der das gebräuchliche zum Erzeugen eines engen beweglichen Kathodenstrahlen bündels dienende Elektrodens@-stem um schliesst. In dem erweiterten Teildes Gefässes ist die Netzhautelektrode 3 angeordnet, und zwar derart, da.ss Licht vom einen Objekt 4 durch das Fenster 5 der Röhrenwand auf sie geworfen werden kann. Für die Fokussierung des Lichtbildes dient ein optisches Linsen system 6, dessen Achse senkrecht zu der Netz hautelektrode 3 steht.
Das Elektrodensystem in dem Röhrenhals 2 besteht aus einer Glüh kathode 7, einer mit der gebräuchlichen Vor spa.nnungsquelle verbundenen Steuerelektrode 8 und einer Sauganode 9., die durch die Strom quelle 10 auf einem positiven Potential mit Bezug auf die Glühkathode 7 gehalten wird. Ferner ist eine Beschleunigungselektrode 11 in Form einer leitenden Bekleidung der Glas wand vorgesehen. Diese besteht aus zwei Teilen, von denen der eine.
Teil mit der Erde und dadurch mit dem positiven Pol der Strom quelle direkt verbunden ist, während der an dere Teil mit dem Gitter der Verstärkerröhre 1\? und über die Impedanz 13 mit der Erde verbunden ist.
Ablenkmittel in Form von Spulen 14 und <B>15</B> sind vorgesehen, um das von der Glühka thode 7 emittierte Kathodenstrahlenbündel über die Netzhautelektrode 3 hin- und her- bezw. auf- und abwärts zu bewegen. Die mag netischen Ablenkmittel können selbstver ständlich durch elektrostatische ersetzt wer den, falls letztgenannte aus irgendeinem Grunde bevorzugt werden sollten.
Die Netzhautelektrode 3 besteht aus einer dünnen Scheibe 16 aus durchsichtigem, iso lierendem Material, wie zum Beispiel Glim mer. Die der Kathode 7 zugewandte, als die Vorderseite zu bezeichnende Seite der Scheibe 16 ist mit zahlreichen kleinen Silberteilchen 17 überdeckt. Diese Teilchen sind vonein ander isoliert und haben eine Silberoxydober- fläche, die mittels Cäsium lichtempfindlich gemacht ist, so dass aus den Teilchen durch Lichtstrahlen Photoelektronen freigemacht werden können.
Zwischen der Netzhautelektrode 3 und dem Fenster 5 befinden sieh in der Röhre, jedoch ausserhalb des vom Objekt 4 herrühren- den Lichtstrahlenbündels Elektrodensysteme. die eine Elektronenwolke an der Rückseite der Scheibe 16 herbeiführen und auf diese Weise die virtuelle Signalplatte schaffen. Sie enthalten eine Glühkathode 18 bezw. 18a und eine zugehörige Anode 19 bezw. 19a.
Die durch eine Kathode und die ihr zugehörige Anode gehende Achse trifft:die Netzhautelek- trode ungefähr in ihrer Mitte. Die Anoden können aus Drahtnetzen mit einer genügend grossen Oberfläche bestehen, um die ganze Bildfläche der Scheibe 16 gleichmässig mit Elektronen zu belegen. Sie können auch als eine durchlochte Metallplatte ausgebildet sein, so da.ss sie ein das Strahlenbündel begrenzen des Diaphragma bilden und der mit Elek tronen belegten Bildfläche eine durch die Form der Öffnung bestimmte Ausgestaltung geben.
Die Öffnung in der Anode 19 ist zum Beispiel als schlüssellochförmig und die Öff nung in der Anode 19a als sternförmig ange geben. Sie können jede erwünschte andere Form haben.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 hat die Hülle 20 zwei weitere Ansätze 22 und 22a und darin befinden sich die Elektroden systeme 21 und 21,a, deren Achsen die Netz hautelektrode 3 ungefähr in ihrer Mitte tref fen. Die Elektrodensysteme 21 und 21a sind gleich gebaut wie das in dem Halse 2 befind liche System. Sie besitzen eine Kathode 23 bezw. 23a, eine Steuerelektrode 24 bezw. 24a, eine Sauganode 25 bezw. 25a und eine Be schleunigungselektrode 26 bezw. 26a.
Es sind ferner Ablenkspulen 14 und 15 vorgesehen, um die von den Systemen 21 und 21a er zeugten engen Strahlenbündel über die Rück seite der Scheibe 16 wandern zu lassen. Die Steuerelektrode 24 ist durch eine Stromquelle 27 mit schwankender Spannung mit der ge bräuchlichen Vorspannungsquelle verbunden und auf entsprechende Weise ist die Steuer elektrode 24a des Systems 21a geschaltet.
Die Ablenkspulen auf den Ansätzen 22 und 22a sind so gebaut, dass durch Regelung des Stromes erreicht wird, dass die von den Systemen 21 und 21a erzeugten Kathoden strahlenbündel synchron und ortsgleich mit dem Bildabtaetbündel laufen, d. h. die Netz- hautelektrode in einem genau gegenüber dem Treffpunkte des Bildabtastbündels liegenden Punkte treffen. Die der Stromquelle 28 bezw. 28a abgenommenen, an die positiven Elek troden gelegten Potentiale werden so gewählt, dass der Bündeldurchschnitt an der Scheibe 16 ein wenig grösser als der Durchschnitt des Abtastbündels ist.
Dies ist erwünscht, weil die Systeme 21 und 21a unter einem Winkel mit :der Achse des im Halse 2 angeordneten Systems liegen, so dass die von ihnen auf der Oberfläche der Scheibe 16 beschriebenen Figuren etwas trapezfärmig sind.
Die Elektroden 24 und 24a dienen zum Anlegen von Steuerspannungen, die entspre chend der örtlichen Helligkeit eines mit dem Bild des Objektes 4 zu kombinierenden Bildes moduliert werden können. Auf diese Weise können dem Bild des Objektes eine oder mehrere Darstellungen, zum Beispiel ein Grundbild überlagert werden. Das ist von Bedeutung für die Aussendung von zusam mengesetzten Bildern, wie zum Beispiel Studioszenen mit überlagertem Hintergrunde.
Die auf die Rückseite der Scheibe 16 ge worfenen Elektronen erzeugen dort wahr scheinlich Sekundärelektronen und demzu folge nimmt die Oberfläche der Scheibe ein von dem primären Elektronenatröm abhängi ges Potential an, wie wenn ihr durch eine Metallplatte ein bestimmtes Potential aufge druckt würde. Dieses Potential hängt von der Fähigkeit der Oberfläche Sekundärelek tronen auszusenden ab. Wird das Potential der Oberfläche geändert, zum Beispiel da durch, dass Photoelektronen von der Vorder fläche ausgesandt werden, so, findet ein Elek tronenstrom statt, welcher die Potentialände rung auf der Rückseite wieder wettmacht.
Wird die Rückseite der Netzhautelektrode von einem engen Kathodenstrahlenbündel in dem gegenüber der Prallstelle des Bildabtast- bündels liegenden Punkte getroffen, so wird die durch den Aufprall des Bildtastbündels verursachte Sekundärelektronenemission von der Vorderseite entsprechend oder Intensität der Hilfsabtastbündel an der Rückseite ,ge steuert.
Werden also diese Hilfsabtastbündel mit Bildsignalspannungen moduliert, so wer den dieselben Signalspannungen auch an den Sekundä.relektronenstrom, der nach dem mit dem Gitter der Röhre 1? verbundenen Teil der Auffangelektrode 11 fliesst, modulieren.
Im Empfänger wird dadurch ein Bild erhal ten, das eine Zusammensetzung des auf die Netzhautelektrode geworfenen optischen Bil des und des von den Steuerspannungen an den Elektroden \?4 und 2411 elektrisch auf die Netzhautelektrode übertragenen Bildes dar stellt.